Hier wird über Journalismus diskutiert, über Medienthemen von A bis Z, von der Ausbildung des Nachwuchses bis zur Zukunft der Branche. Diskutieren Sie mit!
“Dass wir Journalismus heute an denselben Standards messen wie Unterhaltung, könnte die größte Tragödie in der Geschichte des amerikanischen Journalismus sein.” Dieses Zitat von Ted Koppel, ehemaliger Anchorman des Magazins “Nightline” von ABC (zitiert nach FAZ v. 27.02.07) ist einer der Schlüsselsätze in einer neuen Doku-Reihe im US-Fernsehen.
Das Klischee vom Propheten, der im eigenen Land nichts gilt, ist so abgegriffen, dass man es gar nicht mehr zitieren mag. Aber wie das mit Klischees nun mal so ist: Sie sind oft ja wahr. Ein Beispiel findet sich heute in der „Welt“. Da hat man gerade im Radio vom Triumph des jungen Florian Henckel von Donnersmarck gehört und sich gefreut – ein 33-jähriger bekommt für seinen ersten Film den „Oscar“! – und dann liest man in der „Welt“ ganz oben auf Seite 2: „Der deutsche Beitrag ‘Das Leben der Anderen’ hat keinen Oscar verdient.“ Das soll originell sein, aber es ist einfach nur doof.
Es ist eine der schönsten Szenen in “The Paper” (USA 1994): Hauptdarsteller Michael Keaton stürmt als Reporter Henry in die Druckerei und brüllt: “Stoppt die Maschinen!” Hemdsärmelig, heißblütig, von seiner Sache überzeugt.
Mich hat ein aktuelles Zitat von Roger Willemsen an diese Szene erinnert:
“Ich halte es für einen Fetisch des Journalismus, Distanz zu halten. Journalisten glauben, Leidenschaftslosigkeit sei professionell. Das macht aber für mich Zeitungen immer langweiliger.” *
Kann man ohne Internet und Handy überhaupt leben? Ja, sogar gut! Sogar ohne Mikrowelle! Kaum zu glauben, dass ein 44-Jähriger im Jahr 2007 noch ohne moderne Kommunikationsmittel auskommt.
Und dann auch noch ein so erfolgreicher! Der Sänger und Entertainer Max Raabe (”Kein Schwein ruft mich an”) lebt seine Kunst. Auf der Bühne: durch authentische Darbietung von 20er und 30er-Jahre-Schlagern. Und privat: kein Handy, kein Computer. Das verriet er jetzt bei seinem Besuch an der Axel Springer Akademie.
Nur ein Viertel aller Innovationen helfen, Umsatz und Marktanteil der Hersteller entscheidend zu verbessern. Die meisten neuen Produkte bleiben weit hinter den Erwartungen zurück, geht aus einer Studie der Roland Berger Strategy Consultants hervor. Die Berater sprechen von vier Innovationstypen: „Helden“, „Scheinriesen“, „Blender“ und „Zwerge“, je nach Produkterfolg.
„Heute bricht WELT ONLINE in die Zukunft auf“, schreibt Chefredakteur Christoph Keese über seine Innovation, den Neustart von Welt.de. „Seit dem vergangenen Sommer haben wir die neue Site erdacht, entworfen und programmiert.“ Stellt sich die Frage: Held oder Zwerg?
Die Journalistenschüler der Axel Springer Akademie hatten heute Gelegenheit, mit Peter Schink zu sprechen, dem Leiter der Produktentwicklung von „WELT ONLINE“. Thomas Wanhoff, bei „WELT ONLINE“ für Video und Audio verantwortlich, hat dabei gefilmt:
Niels Ruf läßt sich nicht abschrecken von “einer gewissen Aufklärungsresistenz”, er hat investigativ recherchiert und aufgedeckt, wie die Redaktionskonferenzen von “Vanity Fair” wirklich laufen. Ein Meisterstück des investigativen Journalismus:
Journalistische Aufklärungsarbeit werde heute „schon als selbstverständlich empfunden”, bei den Lesern mache sich „eine gewisse Aufdeckungsresistenz“ breit. Das schreibt Hans Rauscher in einem Nachruf des österreichischen Nachrichtenmagazins „profil“ auf den vorbildlichen investigativen Journalisten Alfred Worm. Woran liegt das? Lesen Sie den Rest dieses Beitrags »
Der Universität Leipzig und dem Portal ask.com sei Dank, jetzt wissen wir: Blogger sind “investigative Multiplikatoren”, die mehr wissen wollen, Informationen aktiv weitergeben und gut vernetzt sind. Die Macher der Studie unterscheiden zwischen fünf Typen von Blognutzern: Die größte Gruppe stellen die “Wissensdurstigen” (23,7 Prozent), die kleinste erstaunlicherweise die “Selbstdarsteller” (17,7 Prozent). Die sind der Meinung, „etwas zu sagen“ zu haben und wollen hauptsächlich „Ärger und Kritik“ loswerden. Na dann mal los!
Wie Web 2.0 wurde, was es ist, haben wir kürzlich hier erörtert. Was weiter werden kann, macht der Erfolg einer virtuellen Religionsbewegung klar, die als Satire gegen den Kreationismus begann und nun immer mehr bekennende Anhänger findet: der Pastafari-Glaube. Die Geschichte eines Medien-Phänomens:
Eigentlich sind ihm solche Abende eine Qual, Imre Kertész nerven die immer selben Fragen. Doch dann ließ sich der aus Ungarn stammende Literaturnobelpreisträger doch überreden: Gestern abend las Kertész aus seinem Buch „Dossier K. – Eine Ermittlung“ und diskutierte im Anschluss mit den Studenten über sein Werk. Lesen Sie den Rest dieses Beitrags »
Journalisten sind oft neidisch, spöttisch, zynisch, suchen immer nur nach dem Haar in der Suppe, klagen und motzen. Ist so, und ist nicht schön so. Aber die neue “Vanity Fair” hat es nicht anders verdient, sorry, da muss man einfach meckern.