Der innere Kompass
In den Kommentaren zum Beitrag „Will Stefan?“ (und er will ja leider nicht) haben einige Leser die grundsätzliche Frage nach der Verantwortung des Journalisten für seine Geschichten gestellt und was die Journalistenschüler der Axel Springer Akademie über dieses Thema lernen. Ich will das gern beantworten:
Natürlich ist jeder Journalist für seine Artikel verantwortlich. Den Rahmen stecken einerseits Verfassung und Gesetze, andererseits berufsethische Normen, vor allem der Pressekodex. Für Journalisten des Axel Springer Verlages gelten seit 2003 zusätzlich „Leitlinien zur Sicherung der journalistischen Unabhängigkeit“, die die Regeln des Pressekodex erweitern und verschärfen und den Redakteuren ein Instrument an die Hand geben, sich noch wirksamer gegen unerwünschte Einflussnahme etwa von Anzeigenkunden wehren zu können. Die „Süddeutsche Zeitung“ urteilte, die Leitlinien könnten als „eine Art Magna Charta für Qualitätsjournalismus“ gelten.
Innerhalb dieses rechtlichen und moralischen Rahmens müssen Journalisten, jeder für sich, einen inneren Kompass entwickeln, der ihnen hilft, eine Antwort auf die oft schwierige Frage zu finden: „Was muss man machen, was darf man machen und was darf man nicht?“ Im Grenzbereich von ethischen Normen und gesetzlichen Regelungen lassen sich ja oft sowohl gute Argumente für als auch gegen eine Geschichte finden, da sind am Ende dann die besonderen Umstände des Falles und das eigene Verantwortungsgefühl entscheidend.
Die Journalistenschüler der Axel Springer Akademie haben sich in ihrer Ausbildung intensiv mit solchen Themen zu beschäftigen, nicht zuletzt in mehreren Seminaren mit Presserechtlern, mit erfahrenen Journalisten aus dem Haus wie von außen, etwa mit Ilka Desgranges vom Presserat oder mit Thomas Leif vom „Netzwerk Recherche“. Unser Ziel ist es, dass die jungen Kollegen ein Gespür entwickeln und ihren inneren Kompass finden, weil das so wichtig für journalistische Arbeit ist. Deshalb thematisieren und diskutieren wir die Problematik sehr oft. Nicht nur in Seminaren, sondern beispielsweise auch in der täglichen Blattkritik oder gerade wieder in der Gesprächsrunde mit Michel Friedman.
Autor: jep Kategorie: A bis Z, Ausbildung | 38 Kommentare »
Tags: Leitlinien, Pressekodex, Presserat, Stefan Niggemeier; Medienkritik, Thomas Leif
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Am 1. Februar 2007 um 14:35 Uhr
Na also, darauf wollte ich doch hinaus. Der von ihnen dann sicher nicht so gemeinte Satz “Was den Konsumenten interessiert, wird veröffentlicht. Ganz einfach.”kann dann nicht stehen bleiben. Er muss gepüft werden, kritisch unter dem Aspekt des Pressekodex verstanden werden.
Ich wollte nicht oppunieren, querulieren, sondern auf einen wichtigen Aspekt zum Verständnis von Medien hinweisen. Das eben die Lokalzeitung nicht mit dem Supermarkt um die Ecke zu vergleichen ist und selbst eine Frage wie die nun nicht so wichtige nach der Frisur Schweinis nicht eben abgetan werden kann, sondern kritisch geprüft werden muss, auch wenn das Urteil sicher nicht überraschen dürfte.
Am 1. Februar 2007 um 14:42 Uhr
worauf wolltest du hinaus? darauf, dass unser “chef” uns offenbar DOCH nicht die beiträge in die tastatur diktiert? oder darauf, dass aus der axelBINDESTRICHspringerBINDESTRICHakademie doch tatsächlich nicht IMMER einhundertprozentig uniforme meinungen zu hören sind?!
für vieles andere steht der beweis nämlich weiter aus.
Am 1. Februar 2007 um 14:55 Uhr
Kannst du lesen? Dann bitte tue es, lies meine Beiträge und versuch den Sinn zu entziffern. Ich versuche seit Anfang an hier zu diskutieren, nicht anzugreifen. Nicht ein Wort über den inhalt deines Kommentars findest du in meinen Kommentaren, also warum bitte dieser Angriff. Eine Aggression hier, unglaublich. Wenn ihr nicht über eure Artikel diskutieren wollt, schreibt das doch irgendwo hin, dann wird der Feed abbestellt und ihr könnt euch gerne selbst zerfleischen.
Also, bitte meine Kommentare nochmal lesen und dann auch mal nachdenken und dann antworten, sonst kann ich gerne darauf verzichten hier weiter besuch zu erstatten, wenn es nicht erwünscht ist.
Am 1. Februar 2007 um 15:13 Uhr
wie du MEINEM beitrag entnommen haben wirst, gibt es hier nicht ein “IHR”. sondern viele leute, die zu den themen und wortmeldungen unterschiedliche meinungen haben.
das wollte ich anhand der (mittlerweile emotional stark belasteten) angebot-nachfrage-diskussion noch mal deutlich machen.
ja, ich kann lesen, schreiben, ich sitze und spreche.
Am 1. Februar 2007 um 15:34 Uhr
Das kann ich bezeugen.
1. Wie Herr Mayer richtig sagt, wir müssen nicht immer kollektiv einer Meinung sein. So finde ich z.B. Deine Bemühungen hier ganz ehrenwert und Herrn Mayer vielleicht ne klitzekleine Spur zu agro – aber er meint es nicht so, ist ein ganz netter Kerl!
2. Auch das stimmt: Herr Mayer sitzt und spricht. Und wie!
Nichts für Ungut, lieber Soeren, bitte verlass uns nicht.
Am 1. Februar 2007 um 16:20 Uhr
Herr Meyer,
sind Sie eigentlich *der* Hagen Meyer?
http://www.google.de/search?q=+site%3Awww.bild.t-online.de+%22hagen+meyer%22
Am 1. Februar 2007 um 17:09 Uhr
ja.
Am 1. Februar 2007 um 17:15 Uhr
Dann verstehe ich jetzt Ihre Aggressivität.
Am 1. Februar 2007 um 17:49 Uhr
@Pressekodex, Einflussnahme etwa von Anzeigenkunden, zusätzlich Leitlinien zur Sicherung der journalistischen Unabhängigkeit.
Wes´ Brot ich fress, des Lied ich sing.
“Der Bremer Türke ist für mein Leben nicht so wichtig. Wichtig ist für mich die Sicherheit.”
[BILD-zEitung]
«Quod me nutrit me destruit»
Am 1. Februar 2007 um 17:52 Uhr
Stefan, das hat doch keinen Zweck. Nur weil hier die Leser gebasht werden müssen wir Leser ja nicht genauso reagieren. Der Artikel läd doch wirklich zu diskutieren ein. Pressekodes und -ethik sind doch Themen über die man sich unterhalten sollte ohne aufeinander loszugehen, oder nicht?
Fragen wir doch lieber nett nach und bekommen auch Antworten. Dass nicht alles veröffentlicht werde kann was der Konsument verlangt ist schon rechtlich klar, wenn man an Extrembeispiele wie Kinderpornos denkt. Die Frage ist eher, wie weit kann/darf man auf den konsumenten eingehen. Sollen dabei nur die rechtlichen Bestimmung die Grenze markieren oder gibt es nicht auch eine menschliche Hürde, die vielleicht nicht rechtlich verboten, aber doch ethisch verpönt ist, wie weit soll man Politikern in ihrem Privatleben nachgehen und wann wird der Politiker auch wieder zu einem Menschen?
Am 1. Februar 2007 um 19:14 Uhr
Also, Herr Peters,
wenn das mit dem Pressekodex so stimmt, wie Sie das sagen, muß ich mich hier noch einmal darüber wundern, daß die Zeitung mit den vier Buchstaben eine Abmahnung des Presserates bekommen hat – wo man doch so sorgfältig auf den Pressekodex achtet, ja ihn sogar verschärft.
Hat der Presserat da etwa einen Fehler gemacht?? Ist es das, was Sie uns nahelegen wollen??
@ soeren onez: Nachfragen habe ich ja schon versucht. Da kam dann, wir erinnern uns, der Selbstbedienungsladen. Ob das allerdings die Intention des Pressekodex ist, mag dahin- und zur Diskussion gestellt bleiben.
Am 1. Februar 2007 um 21:15 Uhr
Es ist ja wirklich beruhigend zu hören, dass nicht alle einer Meinung sein müssen. Auch nett von Anna, darzustellen, dass er es nicht so meint. Journalisten scheinen sehr sensible Menschen zu sein, offenbar aber eher dann, wenn es sie selbst als “Dienstleister” betrifft. Der Umgang mit den Konsumenten, dazu gehören dann ja auch die “Konsumenten im Supermarkt” ist dann schon etwas rüder. Sinnvoller wäre sicher eine Konzentration auf auf den sachgerechten und angemessen Umgang mit der “Ware”.
Am 1. Februar 2007 um 21:55 Uhr
Herr Niggemeier,
entgegen vieler meiner Kollegen -übrigens wieder ein Beweis dafür, dass man nicht immer einer Meinung sein muss- verstehe ich absolut, dass sie “unsere” Akademie nicht besuchen möchten. Enttäuscht bin ich deswegen nicht. Um ehrlich zu sein, bin ich sogar ein wenig froh. Ich jedenfalls möchte nicht meinen Teil dazu beitragen, dass sich ihr Springer-Bild auch nur geringfügig verändert. Das haben sie sich schließlich jahrelang Stück für Stück aufgebaut. Es könnte nach dem Besuch eine (pardon: ihre kleine Springer-)Welt für Sie zusammenbrechen. Und das will ich nicht.
Am 1. Februar 2007 um 23:11 Uhr
Wenn jemand etwas “absolut” versteht, dann ist Vorsicht geboten! Die Großzügigkeit, jemandem sein (Welt-)BILD zu lassen, zeigt m.E. dass hier keiner wirklich bereit ist, dem anderen zuzuhören und sich mit anderen Positionen auseinanderzusetzten – wie in der Politik, geht offenbar nicht um die sachliche Klärung von Standpunkten, sondern um polemisches Herunterputzen des jeweils anderen. Unter journalistischer Sorgfaltspflicht, sich genau zu informieren, zu recherchieren und Kommentare von Meinung zu trennen, stelle ich mir jedenfalls etwas anderes vor.
Am 1. Februar 2007 um 23:47 Uhr
War zunächst nicht so scharf drauf, mit dem Herrn Niggemeier zu sprechen, aber mittlerweile finde ich es richtig schade, dass er nicht kommt. Es scheint, er hat uns wirklich was zu sagen. Mit der Auseinandersetzung damit können wir nur lernen, vielleicht ja sogar auch er, so er das denn überhaupt will. Ich fänds auf jeden Fall spannend.
Am 2. Februar 2007 um 08:07 Uhr
@mona lisa: Richtig, KEINER ist hier bereit, dem anderen zuzuhören. Und zwar auch die tollen Stefan-Jünger nicht, und das ist das enttäuschende an der Sache.
Am 2. Februar 2007 um 08:47 Uhr
Sehr geehrter Herr Peters,
bezüglich Ihres “Pressekodex”. Sie schreiben: ” Für Journalisten des Axel Springer Verlages gelten seit 2003 zusätzlich „Leitlinien zur Sicherung der journalistischen Unabhängigkeit“, die die Regeln des Pressekodex erweitern und verschärfen und den Redakteuren ein Instrument an die Hand geben, sich noch wirksamer gegen unerwünschte Einflussnahme etwa von Anzeigenkunden wehren zu können.”
Ich muss mich über diesen Pressekodex des Axel Springer Verlages doch sehr wundern. Sie predigen also Wasser und trinken Wein. Oder glauben Sie wirklich, der allerblödeste Depp würde nicht merken, wie eng die Verbindungen vom Axel-Springer-Verlag und der hiesigen Versicherungswirtschaft Landes sind? Da wird erst mit Schmackes auf die staatliche Rente eingedrochen, um dann kurze Zeit später mit “tollen Angeboten” zur Verbessereung der eigenen Altersvorsorge aufwarten zu können, präsentiert von AXA und der Allianz. Bei genauem Nachrechnen kommt man dann allerdings zum Schluss, dass die Einsparungen des Bäckermeister doch nicht so dolle sind.
Aber ich ahnte es ja bereits. Sie schreiben ja auch nur, “den Redakteuren ein Instrument an die Hand geben, sich noch wirksamer gegen unerwünschte Einflussnahme etwa von Anzeigenkunden wehren zu können.” Sie können also, müssen aber nicht. Wenn das der Pressekodex des Axel-Springer-Verlages ist, wundert mich natürlich nichts. Da ist also alles kann, aber nichts muss. Solange es der eigenen Sache dient.
Am 2. Februar 2007 um 13:29 Uhr
Manueller Trackback:
“Ein wenig Gezanke in beinahe vergessener Enteignet-Springer-Manier gibt es derzeit auf dem jepblog der Axel-Springer-Akademie zu bestaunen. Der Anlaß: Ein Fehdehandschuh von Stefan Niggemeier, eine Einladung zum Gespräch als bewährter Konter und die stolze Erwähnung des Springerschen Pressekodexes (…)”
http://www.floriansteglich.de/blog/2007/02/02/gib-mir-deinen-link-ich-geb-dir-meinen/
Am 2. Februar 2007 um 14:31 Uhr
@ Stefan und G.K.
Die Leitlinien sind verpflichtend, die Redakteure müssen sie beachten. Ich halte diese Leitlinien auch für eine gute Sache, nicht weil ich sie mitformuliert habe, sondern weil sie die Unabhängigkeit des einzelnen Redakteurs stärken. Und weil wir uns alle in unserer Arbeit einer noch schärferen internen und öffentlichen Kontrolle stellen. Das macht einen angreifbarer, aber mögliche Fehler – und die passieren bei täglich mehreren Tausend journalistischen Texten natürlich immer, hier und anderswo auch – werden schneller entdeckt, und das verbessert die Qualität der Arbeit.
@ soeren onez
Klar gibt es nicht nur rechtliche Grenzen, sondern auch moralische, das ist ja Thema meines Beitrages. Aber da sind pauschale Antworten unmöglich, die entscheidende Rolle spielen die besonderen Umstände des Falles und das eigene Verantwortungsgefühl, eben der „innere Kompass“.
@ Florian bei „Will Stefan?“
Die Journalistenschüler konnten hier schon die ganze Zeit bloggen, wenn sie Lust dazu hatten, und einige haben das ja auch getan. Aber wir werden die Autorenschaft künftig nicht nur im Vorspann, sondern auch unter den Texten deutlich machen, ist wirklich besser so.
Am 2. Februar 2007 um 14:53 Uhr
@Stefan
Die Leitlinien zur Sicherung der journalistischen Unabhängigkeit werden beim ASV doch sehr gut und ohne Unschärfen umgesetzt.
Es kann wohl keiner, der den Verlag etwas kennt, bestreiten, dass die ‘unerwünschte Einflussnahme durch Anzeigenkunden’ erfolgreich abgewehrt wird.
Das ist also nicht das Problem: Das Problem ist die erwünschte Einflussnahme. Da können Journalisten über einen noch so guten ‘inneren Kompass’ verfügen. Mit objektiver Berichterstattung ist es dann eben zu Ende.
@jep
Ihre an Stefan Niggemeier gerichtete Einladung kann nur abgelehnt werden – sie ist nämlich keine. Es ist eine Attacke, wie Sie täglich in einigen Blättern des Hauses Axel Springer an Personen des öffentlichen und nichtöffentlichen Lebens praktiziert wird, um Kontrolle über sie zu erlangen. Das wissen Sie doch, oder? Was Sie vielleicht nicht wissen, oder nicht wahrhaben möchten – wir wissen das auch!
Am 2. Februar 2007 um 15:01 Uhr
@Jep,
warum dann aber die “Bild” so offensichtlich verfährt, wie sie verfährt (erst die Rente kaputtreden, dann Teilen der Versicherungswirtschaft ein Plattform bieten), haben Sie mir damit noch nicht erklärt. Vollmundig klingen tut es, die Praxis sieht jedoch bei ASV anders aus. Aber das wissen Sie selbst am besten.
Am 2. Februar 2007 um 17:06 Uhr
@ grey²³
Es fällt mir schwer, auf Kommentare von Leuten zu antworten, die anonym Vorwürfe erheben und dann sogar besser als ich selbst wissen, was ich denke und tue. Alle Achtung! „Attacke“, „Kontrolle über Personen erlangen“ – geht’s nicht `ne Nummer kleiner? Mir ist Medienkritik wichtig, ich halte Watchdogs für wichtig. Aber mir sind Menschen suspekt, bei denen Kritik zwanghafte Züge bekommt. Vollends absurd wird es, wenn mit Methoden gearbeitet wird, die man anderen vorwirft.
Die Einladung an Stefan Niggemeier steht, und ich meine sie ernst. Unsere Hintergrundrunden finden in Regie der Schüler statt, ein paar Kollegen von der Akademie kommen als Zuhörer, niemand sonst, und alles bleibt vertraulich „unter drei“. Natürlich muss Stefan Niggemeier nicht kommen, das ist sein gutes Recht. Aber wir sollten diese Diskussion hier dann auch abbrechen, da kommt doch heute nichts Sinnvolles mehr dabei heraus.
Am 2. Februar 2007 um 18:37 Uhr
Es fällt Ihnen schwer, mit einer(m) grey²³ in einem Blog zu kommunizieren? Sie müssen ja kein Blog betreiben, wenn Sie nicht erkennen möchten, was es ist. Anonymität? Meine Güte: Nutzen Sie google, wenn Sie was über mich wissen wollen.
Ich nehme Ihre Antwort in Bezug auf Ihre Vorwürfe ernst und mit Abstand auf. Sie gefällt mir nicht.
Ich muss, das ist das Tolle an einem Blog, nicht darauf eingehen.
Aber der zweite Absatz, den haben Sie mir geschenkt, oder??!!!
Ja, genau: Das hatte ich mit meinem Kommentar gemeint – ‘ein paar Kollegen von der Akademie kommen als Zuhörer, niemand sonst, und alles bleibt vertraulich „unter drei“. Natürlich muss Stefan Niggemeier nicht kommen,…’ – diese Rhetorik liest sich wie…, ich kenne das doch… – wie schreibe ich das?
Also, ich würde da nicht hingehen.
Am 2. Februar 2007 um 19:19 Uhr
Herr Peters,
Sie schreiben, Springer stelle sich durch die “Journalistischen Leitlinien” einer “noch stärkeren … öffentlichen Kontrolle”. Das ist der Eindruck, den Springer gerne mit diesen “Leitlinien” erwecken will. Was davon in der Praxis bleibt, können Sie (und gerne auch Ihre Schüler) z.B. hier nachlesen: http://www.bildblog.de/?p=1706
Am 2. Februar 2007 um 19:49 Uhr
@ jep: “Aber wir sollten diese Diskussion hier dann auch abbrechen, da kommt doch heute nichts Sinnvolles mehr dabei heraus,” schreiben Sie. Bedingung: Niggemeier kommt nicht.
Selbstverständlich bleibt Ihnen freigestellt, genauso zu verfahren. Damit entwerten Sie aber die teilweise durchaus sinnvollen Beiträge anderer und müssen sich dann auch die Frage gefallen lassen, ob das mit der ‘Kontrolle’ und so weiter wirklich so an den Haaren herbeigezogen ist. Erkären Sie mir doch bitte, warum Ihnen – so scheint es mir momentan – die anderen Kommentatoren so wenig am Herzen liegen. Schließlich sind viele von ihnen Ihre Schüler.
Und wenn Sie dann noch zu den aufgeworfenen Fragen Stellung beziehen würden (bis jetzt sind Sie nur ausgewichen), dann wäre ich Ihnen sehr verbunden. Und der ASV könnte ein paar Punkte gutmachen.
Am 2. Februar 2007 um 20:41 Uhr
Kleine Geistesanregung:
„Was tun Sie“, wurde Herr K. gefragt, „wenn Sie einen Menschen lieben?“ –
„Ich mache einen Entwurf von ihm“, sagte Herr K., „und sorge, dass er ihm ähnlich wird.“ –
„Wer? Der Entwurf?“ –
„Nein“, sagte Herr K., „der Mensch.“
Ist von Bert Brecht. Passt nicht nur für den Umgang mit Leuten, die man mag – wie man sieht.
Am 2. Februar 2007 um 23:54 Uhr
@ G.K.
Ich freue mich über jeden, der ernsthaft diskutieren will, deshalb habe ich heute nachmittag gern Fragen beantwortet, u. a. die von Ihnen. Ja klar, es passieren trotz verschärfter Regeln immer mal wieder Fehler, denn hier arbeiten Menschen. Aber die Leitlinien helfen, Fehler zu vermeiden.
Absurde Vorwürfe, die wie Verschwörungstheorien klingen, Stichwort “Kontrolle über Personen”, werde ich aber sicher nicht kommentieren. Ebensowenig macht es Sinn, hier auf Stefan Niggemeier zu reagieren, der lieber nicht leibhaftig mit den Journalistenschülern diskutieren will, ihnen aber Lesetipps gibt. Das würde zu einem endlosen Ping-Pong-Spielchen führen, und das brächte doch nun wirklich nichts (dass Verstöße gegen die Leitlinien geahndet werden, weiß ich schon deshalb, weil ich mich als Chefredakteur in zwei Fällen selbst von Redakteuren getrennt habe).
So, und jetzt den Klapprechner zu und: Schönes Wochenende!
Am 3. Februar 2007 um 01:11 Uhr
Herr Peters,
Sie hatten geschrieben, durch die Leitlinien stelle sich Springer einer stärkeren “öffentlichen” Kontrolle und versuchen das nun dadurch zu belegen, dass Sie von *internen* Disziplinierungsmaßnahmen reden. Ja.
Und ich habe in meinem ganzen Leben noch nicht mit so vielen Journalistenschülern “leibhaftig” diskutiert wie in den vergangenen zwei Jahren.
Am 3. Februar 2007 um 13:52 Uhr
Amen
Am 3. Februar 2007 um 16:41 Uhr
@jep
Verschwörungstheorie? Absurde Vorwürfe?
Verzeihen Sie, ich konnte nicht wissen, dass Sie keine Ahnung haben, das manche Blattmacher mit den von mir geschilderten Methoden arbeiten.
Ich schätze die Schule, die Sie leiten. Es ist eine ernstzunehmende Werkstatt für angehende junge Journalisten. Ihre Schüler erleben einen medialen Horizont, der imho beispielgebend ist.
Ich weiß nicht, wo Sie den Geist entnehmen, mich einer Verschwörungstheorie zu bezichtigen – ich hätte Ihnen doch etwas mehr zugetraut.
Am 3. Februar 2007 um 23:19 Uhr
Um ehrlich zu sein: Eine Diskussionsrunde* hätte ich auch gerne. Neutraler Boden? Ich schlage Köln vor (muß ich nicht so weit fahren) – und würde sogar organisatorische Aufgaben wahrnehmen. Also, wie ist es???
*Damit ist die physische Präsenz der Herren Niggemeier und Peters gemeint, alle anderen sind ebenso willkommen.
Es “in aller Stille” und “unter drei” auszumachen, halte ich für verkehrt. Die Runde hat sich Öffentlichkeit verdient – so sich denn die Kontrahenten trauen (dürfen).
Am 4. Februar 2007 um 12:25 Uhr
@ G.K.
„Neutraler Boden“? Ist sicher nett gemeint, aber ich muss mich wiederholen: Geht’s nicht eine Nummer kleiner? Diese Woche kommt Literaturnobelpreisträger Imre Kertesz an die Akademie, vergangene Woche war Michel Friedman da, dessen Affäre damals übrigens von meiner Redaktion aufgedeckt worden ist (@ Johannes in „Friedman: Respekt & Risiko“, siehe http://www.welt.de/data/2003/06/12/116102.html). Nach „neutralem Boden“ hat keiner gefragt, die haben einfach zugesagt, weil sie es spannend finden, mit jungen Journalisten zu diskutieren. Hier herrscht kein Krieg! So ein kleiner Schlagabtausch wie vergangene Woche kann ja mal ganz erfrischend sein, aber wir wollen die Kirche doch im Dorf lassen, da bin ich mir mit Stefan Niggemeier einig (sic!
). Er darf sich auch gern in seinem Blog über mein Blog lustig machen und mich verbal „würgen“, wie gesagt, war amüsant geschrieben, ich habe kein Problem mit ihm. Da er die Journalistenschüler allerdings zwischen den Zeilen als willfährige Schreibsklaven beschreibt, hätte ich es gut gefunden – nicht mehr, nicht weniger – wenn er sich einer Diskussion gestellt hätte. Nicht mir, sondern den Schülern. Und zwar wie immer bei unseren Veranstaltungen „unter drei“, wenn vorher nichts anderes vereinbart wurde, damit der Gast frei und offen sprechen kann. Hier sitzen 18 wache junge Leute, die sich nicht mit Vorurteilen abspeisen lassen, die nachfragen und diskutieren – und gute Journalisten werden, ob Herr Niggemeier nun will oder nicht. Ich greife an dieser Stelle seine Idee aus seinem Blog auf und mach` dann mal ein Fass zu.
Am 4. Februar 2007 um 19:03 Uhr
Bin grad erst auf die Seite gestoßen. Nehmen wir an, die Leute von Peters wären keine willfährigen Schreibsklaven… Warum sagen die dann fast nichts, wenn’s zofft?
Am 4. Februar 2007 um 19:19 Uhr
Hallo Lars,
zum Ersten: lies doch, was schon gesagt wurde!
Zum Zweiten: Wenn mich jemand – ohne mich zu kennen – als willfährigen Schreibsklaven bezeichnet, dann erfährt man dabei mehr über den, der das sagt, als über mich (Weiterdenken erwünscht…).
Ob das direkt oder indirekt, anonym oder mit Adressangabe geäußert wird, finde ich zweitrangig.
Und noch was: Ich bin der Meinung, dass es für die Akademie spricht, wenn jep (Herrn Peters)stärker als uns dran gelegen ist klarzustellen, dass wir entgegen aller Munkeleien durchaus geistesgegenwärtige Zeitgenossen sind. Auch wenn willfährige Sklaven sicher manchmal bequemer wären…
Am 5. Februar 2007 um 02:06 Uhr
@ jep: Das Sie sich nicht mit Niggemeier treffen wollen (und er sich nicht mit Ihnen), halte ich nach etwas Nachdenken sogar in gewissem Maß für verständlich. Jeder von uns braucht ja auch jemand, an dem er sich reiben kann, und wehe, wenn der Lieblingsfeind auf einmal zum Freund wird… kaum auszudenken!!
Das dieses funktionieren kann, hat man zwar am Beispiel von Ullrich Kienzle und Bodo Hauser gesehen, aber sei es drum.
Wenn ich Krieg mal auf Auseinandersetzung reduziere, dabei auch festhalte, das Sie selbst von ‘Schlagabtausch’ gesprochen haben, mag ich Ihrer Aussage, das dies hier kein ‘Krieg’ (in dem von mir definierten Sinn) sei, nicht so recht glauben. Diplomatisch gesagt, halte ich es nicht für die ganze Wahrheit.
@ Margita: Soweit ich das sehe, hat Lars sich diesen Strang durchgelesen. Und Sie haben sich ganz schön herabgelassen, wenn Sie wollen, dass weitergedacht wird. Damit implizieren Sie, daß dies bis jetzt noch nicht getan wurde. Und damit sagen Sie auch eine Menge über sich selbst aus.
Am 5. Februar 2007 um 08:01 Uhr
@G.K.:
Klar, meistens sagt man auch was über sich selbst, wenn man was sagt. Da sind wir einer Meinung – ich hoffe, ich trete Ihnen damit nicht zu nahe. Fragt sich nur, was man über sich sagt. Da muss man halt weiterdenken…
@Lars: Du kannst dich ja noch mal melden.
Am 24. Juli 2007 um 13:41 Uhr
Was Herr Niggemann schreibt halte ich für äusserst Bedenklich. Gerade im Zusammenhang mit der derzeitigen Entwicklung. Ich denke gerade wenn es um den inneren Kompass geht sollte man wesentlich vorsichtiger sein und das gerade im Hinblick auf die kommenden Generationen.
Allerdings stimme ich dem punkt der journalistischen Freiheit im ASV vollkommen zu…
Am 28. Oktober 2007 um 11:46 Uhr
http://www.axel-springer-akademie.de/blog/2007/10/28/charlotte-r-rettet-das-bildblog/