Award für pardon-magazin.de
Es ist Freitag, und damit “Award-Time” bei JEPBLOG. Wieder loben wir eine rein subjektive Auszeichnung aus. Diesmal geht der JEPBLOG-Award an die Internetseite von Pardon.

Meine Begründung: Was wäre, wenn Taliban den Eisbären Knut entführten? Oder: Was, wenn Brigitte Mohnhaupt Latex-Fotos von sich machen ließe? Bernd Zeller, Zeichner und Texter der Webseite, malt’s auf. Beinah täglich werden aktuelle Nachrichten zu kurzen knackigen Satire-Meldungen umformuliert. Und meist ist ein Seitenhieb auf die Medien dabei: Woran erkennt man, dass Frühling ist? “Daran, dass die Zeitungen wieder das Foto drucken, auf dem ein Pärchen mit zwei Strohhalmen an einem Shake trinkt, mit der Zeile: Der Frühling ist da.”
Na gut: Sanfte Medienkritik eben. Manchmal sogar Medienüberdruss, aber kennt das nicht jeder Medienmacher? Und für die zugegeben aufwändigeren Seiten ist die Online-Pardon eine ernsthafte Konkurrenz.

Wenn sich die Texte manchmal so lesen wie bei Harald Schmidt, ist das kein Zufall: Bernd Zeller, verantwortlich für die Seite, hat einst als Gagschreiber bei dessen Show gedient. Und: Bernd Zeller ist ein weiterer Beweis, dass aus Chefredakteuren von Uni-Zeitschriften etwas werden kann. Viele Jahre hat er das Schicksal der Jenaer Universität “Akrützel” bestimmt. Danach hat er für die westdeutsche “Titanic” und den ostdeutschen “Eulenspiegel” gearbeitet. In diesem Monat feiert seine Zeitschriften-Wiederbelebung “Pardon” ihr dreijähriges Bestehen. Die Printausgabe ist natürlich auch lesenswert. Aktueller Titel: “Die Graue Armee Fraktion” – Unvergessen aber die winkenden Spam-Personen von einer der ersten Ausgaben. Kennen Sie auch einen?
Sören Kittel
Autor: student Kategorie: A bis Z, Blattkritik | 6 Kommentare »
Tags: Auszeichnung, Award, Bernd Zeller, Eulenspiegel, Harald Schmidt, Internet, Online, Pardon, Satire, Titanic
Verwandte Artikel

Am 13. April 2007 um 12:15 Uhr
“Besser als die Konkurrenz”, loben sich die Kollegen ja auch selbst. Aber pardon, in der aktuellen Knutberichterstattung hält die Satirezeitschrift mit der täglichen Realsatire nicht mit.
Am 13. April 2007 um 13:55 Uhr
@ jep
“aktuelle Knutberichterstattung”… Jetzt bin ich aber enttäuscht! Wer redet denn jetzt noch von Knut? Sie doch hoffentlich nicht mehr! Es gibt doch jetzt den Elefanten. Sie wissen schon, der Elefant, der einen angewachsenen Schnuller hat… Zucker! Süß!
Am 13. April 2007 um 14:33 Uhr
Hallo,
ich danke herzlich und bin zugleich tief bewegt darüber, dass der Award nicht dotiert ist. Zumindest ist mein Vertrauen in die Internetsphäre wiederhergestellt. Mathias Döpfner hatte ja irrtümlich Martin Sonneborn anheuern wollen, was, wie man auf Spiegel-Spam sieht, ein Missgriff gewesen wäre. Ich bin offen für Angebote. Ferner gestatte ich mir den Hinweis auf mein Lehrbuch Komik und Satire zum professionellen Gebrauch in Journalismus und Kreativem Schreiben, das im Herbst fertig wird. Als einer der frühen Preisträger hoffe ich, dass der Award nicht durch die spätere Menge an Bedeutung verlieren wird.
Am 13. April 2007 um 14:55 Uhr
Lieber Bernd Zeller,
herzlichen Glückwunsch noch einmal! Ihr Arbeit ist einfach unbezahlbar (weshalb wir uns schweren Herzens auch gegen eine Dotierung entschieden haben).
Ihre hemmungslose Bewerbung ehrt uns und wird postwendend angenommen: Sie sind uns jederzeit als Autor willkommen (auch hier gilt natürlich: Geld verdirbt den Charakter, wovor wir Sie selbstlos bewahren möchten).
Sobald Ihr Lehrbuch fertig ist, erlauben wir uns außerdem, Sie als Dozent einzuladen (und dann gibt es auch ein kleines Honorar, damit Ihnen das Lachen nicht vergeht).
Herzliche Grüße!
jep
Am 13. April 2007 um 15:23 Uhr
Nicht nur die hemmungslose BEwerbung ist hervorzuheben – auch die bloße WERBUNG verdient Beachtung. Nicht dass sich der blog am ende noch mit product-placement-vorwürfen herumschlagen muss. Aber sei’s drum.
Herr Zeller, machen sie sich keine sorgen um eine verwässerung ihrer preisträger-ehre. ich bin fest davon überzeugt: sollte in einer der kommenden woche der vermeintlich gewürdigte nicht in DEM maße prädestiniert sein, wie sie es sind, bleibt der award in der akademie-schublade.
Am 2. Oktober 2007 um 18:41 Uhr
[...] einem Blog der Axel-Springer-Akademie gelobt wurde und die Gelegenheit nutzte, im Kommentarbereich zu betonen, dass er nichts von Martin Sonneborn und sehr viel mehr von sich selbst hält. Hiermit im [...]