8.6.2007

Warum sollten Journalisten bloggen?

Chancen, Risiken und Nebenwirkungen von Blogs. Im Rahmen eines Workshops von Team 1 der Akademie wollen wir von den Profis wissen, wie sie mit Blogs, Foren und Communities verfahren. Welche Bedeutung haben diese neuen Formen der Öffentlichkeit, Tipps & Tricks im Umgang.

Vielen Dank für Ihre Kommentare!

Ruth Schöllhammer

Autor: Gastblogger Kategorie: A bis Z, Ausbildung, Zukunft des Journalismus | 97 Kommentare »
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97 Kommentare zu “Warum sollten Journalisten bloggen?”

  1. G

    Hi!

    Für mein Publizistik-Studium führe ich eine Erhebung zu Blogger/innen-Gewohnheiten durch. Du würdest mir sehr helfen, wenn Du den Fragebogen (Download unter http://www.loub.at/publizistik/downloads/fb_loub_pauker_MB_endversion.doc) ausfüllen und so bald wie möglich per Mail an gerhard@loub.at an mich senden würdest.

    Vielen Dank schon mal!
    Gerhard W. Loub

  2. Christian Jakubetz

    Ganz banale Antwort: Zum ersten Mal kann ich publizieren, wie ich will, wann ich wil, wo ich will, über was ich will. Und ich kann mit meinen paar Lesern kommunizieren. In echter Kommunikation. Ich habe inzwischen eine Menge von “meinen” Lesern gelernt und ich habe vorher gefasste Meinungen schon auch mal wieder revidiert. Es war noch nie so schön wie in Bloggerzeiten…

  3. Dirk von Gehlen

    Journalisten müssen nicht bloggen. Journalisten müssen auch keine E-Mails schreiben. Aber es macht Vieles sehr viel einfacher, wenn Journalisten das können. Habe heute am Media-Ocean einen Verweis auf diese Webseite gefunden. Dort heißt es:

    “Some journalists already blog for their publications, and all journalists SHOULD blog for their publications.”

    Ich glaube, Bloggen ist eine Kulturtechnik des Publizierens. Journalisten sollten damit umgehen können. Wie gessagt: genau wie mit E-Mail.

  4. Thomas Wanhoff

    Es gibt eine Menge Vorteile: Eigener Chef sein, Themen selbst suchen, subjektiver sein, näher am Leser dran, vernetzter. Dank Google und Tags werden unter anderem meine Artikel öfter gelesen und stehen vor allem lange zur Verfügung. Ich kann sehen, wer bei mir liest und wie lange.

    Die Unabhängigkeit hat natürlich einen Preis: So richtig ein Businessmodell ist das eigene Blog nicht. Es kann es sein, siehe Spreeblick und Co. Für den einzelnen Jurnalisten kann es aber auch eine hervorragend Visitenkarte sein. Eigen-PR ist für mich ein ganz wesentliches Argument, um als Journalist zu bloggen.

    Allerdings sollte man zum einen sehr entspannt sein, was Kommentare angeht, zum anderen auch schlicht bereit sein, zu diskutieren.

    Angestellte Journalisten sollte die Bloggerei mit ihrem Arbeitsgeber klären – und der wäre gut beraten das in den meisten Fällen auch zuzulassen.

    Aber: Bloggen ist kein Selbstzeck und kein Zwang. Es bedarf einer gewissen Leidenschaft und Durchhaltevermögen. Nicht jeder hat die Zeit und Lust. Ein Blog kann einem Journalisten helfen – wer keins hat, kann trotzdem (oder gerade deshalb?) einen guten Job machen.

    (Ach, und man kann sich eher Tippfehler leisten, sie werden meist verziehen :-)

  5. Christian Jakubetz

    @Thomas Wanhoff: Vor allem Letzteres ist nicht zu unterschätzen, vielen Journalisten ist aber exakt das nicht klar: Bloggen ist nicht Kolumnen-Schreiben.Bloggen ist schreiben und dann nicht mehr noch mal ne Nacht drüber schreiben. Ich blogge manchmal Kram, den mir meine Volontärsväter um die Ohren gehauen hätten. Aber exakt das macht das Bloggen aus, das Authentische, das Ungefilterte, das hochgradig Subjektive. Und natürlich die Tippfehler und die gelegentlich herben Kommentare. Wenn Sie Journalismus nach konventionellen Kriterien betreiben wollen, sollten Sie keinesfalls bloggen.

  6. Julien Wolff

    Was mich immer wundert:
    Kaum einer meiner Freunde und Bekannten (fast alle zwischen 20 und 27 Jahren) blogt. Irgendwie scheint diese Altersgruppe noch nicht vom Blog-Fieber angesteckt worden zu sein. Leute über 30 hingegen sind aktiver. Das wundert mich deswegen, weil des web 2.0 doch vor allem von jungen Leuten genutzt wird, oder???

  7. jep

    @ Thomas Wanhoff und Christian Jakubetz

    Um es mit Stefan Niggemeier zu sagen: “Das Schöne an Blogs ist (und ich meine das ohne Ironie), dass auch der Ahnungsloseste seinen Senf zum Thema abgeben kann.” (http://www.stefan-niggemeier.de/blog/die-professionalisierung-der-blogosphaere)

  8. Julien Wolff

    Dies bezieht sich natürlich auch auf Journalisten. Mir scheint, dass junge Journalisten weniger blogen als erfahrene.

  9. Alexander Wagner

    Blogs und Foren haben längst ihren Platz in der Medienszene gefunden, darüber muss heutzutage nicht mehr diskutiert werden. Bei kicker.de haben wir schon vor Jahren Foren eingerichtet, in denen heiße und sehr gehaltvolle Diskussionen stattfinden. Es ist wichtig, den Usern die Möglichkeit zu geben, selbst ihre Meinung zu äußern und dafür auf der Website entsprechenden Raum zu bieten. Das ist nicht nur ein Instrument zur Reichweitensteigerung und User-Bindung, sondern vor allem eine Bereicherung der eigenen Berichterstattung.

    Für eine Website mit hohem qualitativen Anspruch ist es aber auch wichtig, deutlich zu machen, welche Inhalte von Redaktionen recherchiert sind und wobei es sich um “user generated content” handelt.

    Bei reinen Redaktions-Blogs bin ich skeptisch. Hier gilt meiner Meinung nach noch immer der Grundsatz, dass eine gute Story in den redaktionellen Content-Bereich gehört und eine schlechte in den Papierkorb.

  10. Peter Turi

    Wenn ich es mal mit Felix Schwenzel sagen darf:

    Er bloggt aus dem selben Grund, aus dem ein Hund sich die Eier leckt:

    Weil er es kann.

  11. Dirk von Gehlen

    @Julien Wolf: Schau mal auf jetzt.de. Dort sind viele junge Menschen unterwegs, die gerne und viel online schreiben (In moderner Web2.0-Sprache kann man das bloggen nennen.)

  12. Dirk von Gehlen

    @Peter Turi: Das trifft aber nicht auf jeden Blogger zu. Viele können es nachgewiesen nicht, lassen es aber dennoch nicht sein!

  13. jep

    @ Peter Turi

    Oder weil sie nicht anders können, wie Johnny Haeusler im “Tagesspiegel” sagte:

    “Ich kann kaum etwas anderes als schreiben und reden, funktioniere in herkömmlichen Firmenstrukturen nicht, und ich mache gerne neue Dinge, von denen alle behaupten, dass man sie nicht machen kann. Kurz: Ich kann nicht anders.”

  14. Christian Jakubetz

    @Julien Wolf: Bisher gibt´s auch noch Gesetz, das Bloggen zur Pflicht macht.

  15. Christian Jakubetz

    @jep: My Blog is my castle. So einfach ist das…

  16. Thomas Vitzthum

    @ Julien. Vielleicht müssen junge Journalisten sich vor Ihren Eltern immer noch rechtfertigen, wo und warum sie da arbeiten. Blogs, das ist nichts, um Ehr und Preis und Schulterklopfen zu ernten. Wer kennt schon ein berühmtes Blog, das irgendwie alle kennen? Dann schon lieber den Namen über dem Artikel zur Siegerehrung beim Schützenverein…

  17. Caren Schütt

    Thomas hat auch heute seine Schützenköniguniform an.

  18. Christian Jakubetz

    @Dirk von Gehlen: Aucb das finde ich an der Blogosphäre ganz angenehm, das man es nicht “können” muss. Wer´s nicht “kan” wird nicht gelesen und macht im Durchschnitt nach 43 Tagen und vier Beiträgen wieder zu.

  19. Thomas Wanhoff

    Was das Können angeht: Zunächst hat Bloggen ja auch eine technische Definition. Ein Blog einrichten kann heute fast jeder. Und man sollte nicht vergessen, dass die meisten Blogs von “Nicht-Journalisten” betrieben und wahrscheinlich auch gelesen werden.
    Also kann auch jeder bloggen.

    Ich tue mich schwer mit Kriterien, weil das wiederum einengt. Für mich gibt es interessant, lesenswert, oder geht mir am Arsch vorbei. Aber nicht zwangsläufig gut oder schlecht im Sinne eines objektiven Blog-Qualitätsstandards.

  20. Julien Wolff

    @ Thomas: In der Tat! Das spielt sicher auch eine Rolle. In der Medienszene kann man sich mit einem Blog einen Namen machen, aber darüber hinaus….Da zieht eine Namenszeile in der Zeitung oder in einer Zeitschrift schon mehr.

  21. Alexander Holzapfel

    @ Cristian Jakubetz

    Blogs und Journalismus sind zwei verschiedene Paar Schuhe, die nur manchmal zusammen passen! In meinem Journalismus-Verständnis basieren journalistische Inhalte auf Aktualität, Relevanz und Faktizität. Ich kann als Journalist in den herkömmlichen Massenmedien gerade NICHT das schreiben, was ich will. Und das ist auch gut so.

  22. Christian Jakubetz

    @Alexander Holzapfel: D´accord. Als Journalist muss man schnell wieder den Hebel umlegen, wenn man gerade eben noch der absichtlich subjektive Blogger war.

  23. jep

    @ Thomas Wanhoff

    Es ist aber schon auffällig, dass viele der erfolgreichen Blogs von Journalisten gemacht werden.

  24. Thomas Vitzthum

    @ Alexander
    Da kannst Du jetzt warten, dass Dir die Herren und Damen hier um die Ohren hauen: Auch in Blogs geht es um Aktualität, Relevanz und das dritte, das sich anhört, wie eine schlimme Krankheit. Ist ja auch so. Oder kann so sein. Es sollte aber nicht unbedingt so sein, Blogs-Lesen erzieht sicher zum Meinungspluralismus und zur Kritikfähigkeit an dem, was sich als Fakt ausgibt.

  25. Christian Jakubetz

    @jep: Kleine Gegenrede – es ist mindestens genauso auffällig, wie viele klägliche Blogs von Journalisten und wie viele ausgezeichete Blogs von Nicht-Journalisten kommen :-)

  26. Daniel Schalz

    @jep
    Was darauf hindeuten würde, dass es vielleicht doch nicht nur auf die Inhalte, sondern auch darauf ankommt, WIE geschrieben wird.

  27. Thomas Wanhoff

    @Julien: oh, das war nicht ausschließlich gemeint. Aber es zeigt eben auch, was man noch kann. Oder auch nicht :-)

    @Alexander: Bisweilen können auch Journalisten per Blog eine Quelle sein, gerade wenn das Blog nicht unbedingt was mit ihrem Hauptjob zu tun hat. Es geht gar nicht so sehr um das Entweder Oder. Ein Journalist – so nehme ich mal an – kann schreiben. Das ist doch das Entscheidende. Das und was er schreibt. Und nicht zwangsläufig wo. Ein Blog muss nicht subjektiv sein, auch wenn es die meisten sind. Aber es gibt eben auch Blogs, die eher journalistischen Charakter haben.

  28. jep

    @ Christian Jakubetz

    Namen? ;-)

    Ich habe aber auch bewußt “erfolgreich” geschrieben, nicht “gut” oder “schlecht”.

  29. Julien Wolff

    Viele Blogger halten es wahrscheinlich mit Sido:
    “Meine Stadt, mein Bezirk, mein Viertel, meine Gegend, meine Straße, mein Zuhause, mein Blog”

  30. Alexander Holzapfel

    Von welchen Blogs sprechen wir, wenn wir an den sogenannten Bürgerjournalismus denken. Mir werden zu sehr Äpfel und Birnen vermischt. Von Pseudo-Aktualität bzw. -Relevanz gibt es im Web genug. Und so etwas mit dem Begriff “Journalismus” in einen Zusammenhang zu stellen, halte für bedenklich.

  31. Thomas Vitzthum

    Früher gab es speaker’s corner und jetzt haben eben mehr Leute auf dem Podest Platz.

  32. Thomas Wanhoff

    @jep: da wäre ich vorsichtig mit der Aussage. Wer misst erfolgreich? Woher weiß ich, dass nicht irgend ein Teenie öfter gelesen wird als Spreeblick? Ja, Journalisten können meist besser schreiben und sich vielleicht auch vermarkten. Und Medien schreiben dann gerne lieber über Kollegen als über irgendeinen Blogger, den sie nicht kennen. Robert Basic zum Beispiel ist kein Journalist, die Leute von Saftblog auch nicht.

  33. jep

    @ Daniel Schalz

    Ja klar. Es wird unglaublich viel Unsinn geschrieben, aber manchmal sehr hübsch formuliert.

  34. Caren Schütt

    Ich finde übers Bloggen bloggen ist ungefähr so
    wie übers Denken nachdenken.

    Denkt mal drüber nach…

  35. Dirk von Gehlen

    Bloggen ist eine Kulturtechnik, die auch von Journalisten und Verlagen genutzt wird. An dem Punkt wird es für Journalisten interessant: Setze ich mich mit dieser Technik konstruktiv auseinander oder verteidige ich einen Begriff des Journalismus, der sich Gegenmacht zu Blogs versteht? Letzteres finde ich langweilig

  36. Christian Jakubetz

    @jep/28:

    http://www.zdf.de/ZDFblog/g8/Info/ZaungsteanderOstsee/

    Wenn Sie schon immer wissen wollten, was ZDF-Reporter (4 Stück) in Heligendamm so alles erleben und welche Pizza sie bevorzugen, bitte schön…

  37. Marco Fenske

    Bei aller Euphorie…
    gibt es natürlich auch weniger postive Effekte. Zum Beispiel, dass man begangene Blog-Sünden lange, lange Zeit zurückverfolgen kann.
    Nicht Papier, sondern Blogs sind geduldig.

  38. Alexander Holzapfel

    speaker’s corner, Leserbriefe, alles ist als solches gekennzeichnet. Gut, dass es so etwas gibt. Gut auch, dass es uns Journalisten gibt, die auswählen, einordnen und kommentieren. Und zwar nach professionellen Standards.

  39. SoerenK

    Ich frage mich nur, wie lange es dauert, bis die ersten Blogger-Magazine den Markt überschwemmen. Nicht nur zum download wie beim http://www.Saftblog.de zu sehen, sondern eben zum Kaufen. Und dann feiert der Print einen kleinen Sieg. Oder?

  40. Thomas Vitzthum

    Ich versteh ja nicht, warum der Begriff Journalismus eine so entsetzlich vergötterte heilige Kuh ist. Ein Wort, das als Berufsbezeichnung noch nicht einmal geschützt ist, kann sich wohl jeder anheften. Und Journalismus hat schon Jesus betrieben, als er die News von seinem Herrgott auf einem hohen Berg verkündete. Heute würde er bloggen – wegen der besseren Erreichbarkeit. Jede Übertragung von etwas, von dem man annehmen kann, dass es mehr Leute als nur einen selbst betrifft, kann sich doch als Journalismus bezeichnen. Ich hab da keinen Dünkel.

  41. Dorin Popa

    Noch gar nicht thematisiert wurde der doch entscheidende Unterschied, ob man nun als Journalist für sich (ob privat oder nicht) bloggt oder der Blog in einen Medienauftritt eingebunden ist. Wenn man beim „Handelsblatt“ knüwert, gelten doch auch ganz andere Restriktionen als wenn man auf eigene Rechnung turit oder niggemeiert. Das konnte man neulich bei der „Welt“ gut sehen.

    So oder so haben Blogs meines Erachtens den Vorteil, kleine agile Schnellboote in einem Meer von Medien-Ozeanriesen zu sein. Flachere bis gar keine Hierarchien, mehr spielerische Möglichkeiten, die dagegen im offiziellen Redaktionscontent leider selten ausgeschöpft werden, und natürlich die Möglichkeit, den Journalisten als Marke zu etablieren und damit auch etwas unabhängiger zu machen. Hier lauert in der Zukunft auch ein interessantes Spannungsfeld, wenn man vermerkt anfängt, Blogger abzuwerben.

  42. jep

    @ Dirk von Gehlen

    Journalismus als Gegenmacht zu Blogs? Zu viel der Ehre, da würde man Blogs doch zu wichtig nehmen. Sie sind eine wunderbare Ergänzung, machen Journalismus zum Dialog. Aber wir sollten deshalb nicht gleich lange bewährte Prinzipien des Journalismus komplett neu definieren.

  43. Thomas Vitzthum

    @ Schütt Über Denken denken ist so sinnvoll wie Essen essen.

  44. Alexander Holzapfel

    @ Dirk von Gehlen

    Keine Gegenmacht zu Blogs, nur ein Hüter lange aufgebauter Glaubwürdigkeit. Es gibt gute Journalisten, die auch gute Blogger sind. Aber da sehe ich nur kleine Flecken auf einer großen Blogger-Landkarte

  45. Caren Schütt

    EBEN!

  46. Thomas Wanhoff

    @Dorin: Applaus!

  47. jep

    @ Thomas Vitzthum

    Vorsicht! “Jede Übertragung von etwas, von dem man annehmen kann, dass es mehr Leute als nur einen selbst betrifft, kann sich doch als Journalismus bezeichnen.” Das kann sich vielleicht Journalismus nennen – ist es aber nicht!

  48. Dirk von Gehlen

    @jep: Dann habe ich mich unklar ausgedrückt. Ich wollte sagen: der Widerspruch zwischen Blogs und Journalismus ist ein künstlicher.

  49. Alexander Holzapfel

    @ Thomas

    Darum bemühen sich die Kommunikationsforscher seit jeher, wie man Journalismus am treffendsten definieren kann. Damit diese Missverständnisse nicht entstehen.

  50. Thomas Vitzthum

    @ jep Was ist es denn? Wir warten noch auf den alle Zwänge uns (von Journalismus zu sprechen) befreienden Begriff.

  51. jep

    @ Dorin Popa

    Stimmt. Völlig freischwebend bloggt es sicht natürlich leichter. Das heißt im Umkehrschluss aber nicht, dass Blogs aus Redaktionen schlecht sein müssen.

  52. jep

    @ Dirk von Gehlen (Nr. 48)

    Dann sind wir uns einig.

  53. Alexander Holzapfel

    @ Dorin Popa:

    So sehe ich es auch.

  54. jep

    @ Thomas Vitzthum (Nr. 50)

    Äh, wie meinen?

  55. Marco Fenske

    Thomas sitzt zu nah neben Caren. Das steckt an ;-)

  56. Dirk von Gehlen

    Mal eine Frage an Team 1: Seid Ihr nur so wenige oder sitzen da auch Leute, die nicht kommentieren wollen?

  57. Dorin Popa

    @ jep, nein auf keinen Fall. Ich traue Redaktionsblogs sogar zu, besser als der Stammtitel zu sein. Aber der Impuls ist natürlich ein ganz anderer, da diese meistens par ordre de mufti eingerichtet werden, der dann entweder Freiwillige sammelt oder Redakteure zu der Mehrarbeit abkommandiert.

    Und es gibt das Spannungsverhältnis, wie der Bloginhalt mit dem Hauptobjekt korrespondiert. Das kann sehr anregend sein, aber auch zu Vorwürfen der Nestbeschmutzung führen.

    Das Reizvolle an Blogs in Medienunternehmen ist, daß unflexible Strukturen, gerade im PR-Bereich, ausgehebelt werden. Wo sonst Reaktionen von der Chefredaktionen oder Presseabteilung kanalisiert werden, muß der Blogger in der Regel sofort und selbst reagieren. Das ist gerade in Medienkonzernen nahezu schon ein revolutionärer Akt.

  58. Kathrin Fichtel

    @ Dirk

    Bingo!

  59. Thomas Vitzthum

    @ jep. Verzeihung für das geschwollene Geschreib. Ich meinte, wie sollen wir das dann nennen, wenn nicht Journalismus? Datenübertragung?

  60. SoerenK

    Mal ehrlich an die Blogger: Warum seid Ihr eigentlich nur Männer? Schreiben Frauen weniger gern oder können sie sich in Podcasts und Vodcasts “schöner” in Szene setzen?

  61. Kathrin Fichtel

    Kein Kommentar

  62. Alexander Holzapfel

    @ Thomas

    Ist denn PR auch Journalismus? Nach deiner freien Auslegung leider ja

  63. Caren Schütt

    Ähm. Dann durfte ich wohl nur wegen der Frauenquote gestern bloggen. Ich bin schwer enttäuscht…. ;)

  64. Dirk von Gehlen

    @Kathrin: Habs mir doch gedacht. Auf dem Bild hinter den Donuts sitzen doch mehr Leute!

  65. Daniel Schalz

    @SoerenK
    Das hat wohl was mit dem männlichen Hang zur Selbstdarstellung zu tun, was wiederum ein Fingerzeig auf eine der Hauptfunktionen von Blogs ist.

  66. SoerenK

    Hey Caren, die Frage ist ja, ob das Deine PASSION geweckt hat und Du ähnliche Ambitionen hegst – auch wenns keine Donuts regnet. :)

  67. Marco Fenske

    @Daniel: Von Blogs oder von Journalisten?

  68. Dirk von Gehlen

    @SoerenK: Deine Frage (am Rande der Dummheit) geht von der – meines Erachtens – falschen Annahme aus, dass Männer mehr bloggen als Frauen. Ich glaube es ist lediglich so, dass Männer mehr Aufhebens um ihr Geschreibe machen und deshalb die Blogcharts anführen.

  69. Anna Gretemeier

    @ daniel schalz

    sehr schön gesagt

  70. Dorin Popa

    Es bloggen viele Frauen und je jünger die Blogger werden, desto größer ist der Frauenanteil. Und beim Bloggertreffen re:publica war das Verhältnis auch recht ausgeglichen.

    Aber was die bloggenden Journalisten betrifft, sind Frauen tatsächlich in der Minderheit, während es im politischen Bereich schon anders aussieht.

    Wahrscheinlich ist das noch die Nachwirkung, daß Blogs aus dem Nerdnest geschlüpft sind, wo Frauen in der Minderheit sind.

    Das wird sich mit der Zeit noch geben.

  71. jep

    @ Dorin Popa

    Heißt das jetzt, ich bin ein Nahezu-Revolutionär? ;-)

    Die Redaktions-Blogger, die ich kenne, Bloggen alle freiwillig, der Impuls ist also der gleiche.

  72. Kathrin Fichtel

    @ Dirk

    Ja, der Rest verfolgt die Diskussion und denkt sich seinen Teil…

  73. Caren Schütt

    @Sören Ich blogge schon so lange, da gabs noch gar keine Blogs.

    Wegen den Donuts: Schwamm drüber!

  74. Thomas Wanhoff

    Und mal einen Blick in die Realität werfend: In vielen Tageszeitungen und Onlineportalen wird nix mehr recherchiert, sondern nur die Agentur reingehoben und ein wenig umgestrickt. Das sind mir manche Blogs schlicht lebendiger.

  75. Klaus Eck - PR Blogger

    @Holzapfel: Es gibt sicherlich auch in den Medien genügend Inhalte, die für viele Leser irrelevant sind. Manchmal ist es besonders ärgerlich, dass Journalisten keinen persönlichen Zugang zu einzelnen Themen haben. Das führt dazu, dass das eine oder andere Thema nur oberflächlich behandelt wird.

    Inzwischen gibt es zahlreiche Blogs, die sich ausführlich mit ihren jeweiligen Schwerpunkten beschäftigen. Warum soll ich noch Verlagsinhalte lesen, wenn es gute Alternativen in Blogs zu finden gibt?

    Blogger werden sicherlich nicht in die Fußstapfen der Journalisten treten. Das wollen die wenigstens, aber sie werden in ihrer Masse faktisch die Aufmerksamkeit von klassischen Medienprodukten abziehen. Wenn ich jeden Tag eine Stunde lang Blogs lese, muss sich dazu meinen Medienkonsum an anderer Stelle ein wenig einschränken. Benötigen wir wirklich so viele Journalisten oder einfach nur bessere und letztlich mehr Qualitätsjournalismus?

    Journalisten können sich über das Bloggen völlig neue Informationsquellen erschließen und ihr Netzwerk ausbauen. Außerdem erhalten Sie für ihre gebloggten oder anderen Artikel in Web 2.0 mehr Feedback denn je. Bislang war das Papier doch eher geduldig; selten mussten Journalisten vor einigen Jahren damit rechnen, dass sich jemand direkt auf ihre Inhalte bezieht. Das sieht heute ganz anders auf. Auch der Journalist steht in der Öffentlichkeit und hat via Blogging eine Reputation zu gewinnen oder zu verlieren. Insofern kann ich jedem Journalisten nur empfehlen, sich zumindest mit dem Bloggen als solches auseinanderzusetzen.

  76. Daniel Schalz

    @Marco Fenske
    Das sich im JOURNALISMUS mehr Männer tummeln, hat sicherlich AUCH etwas mit dem männlichen Selbstdarstellungshang zu tun. Bei Blogs kann sich dieser nur ungehemmt entwickeln.

  77. Dorin Popa

    Bei Springer ist die Schwelle zum Revoluzzer recht niedrig…

    Aber wie lief das denn dort? Rundmail, wer bloggen will und die Freiwilligen traten an? Respekt!

    Werden die dann im Arbeitssoll entlastet oder müssen die das zusätzlich leisten? Und gibt es finanzielle Anerkennung für die Mehrarbeit?

  78. jep

    @ Thomas Vitzthum (Nr. 59)

    Zum Beispiel PR. Oder würden Sie eine Pressemitteilung von Siemens als Journalismus bezeichnen?

    Oder Verlautbarung. Oder würden Sie die Stellungnahme des Innensenators als Journalismus bezeichnen?

    Oder…

  79. Daniel Schalz

    @Dirk Gehlen 68
    Was meine These bestätigen würde…

  80. SoerenK

    @Dirk: So dumm kann die Frage ja nicht gewesen sein, wenn sie Antworten wie die Deine provoziert. Aber da Du ja den Selbstdarstellungs-Bonus Dir jetzt auch noch selbst zuschreibst, bleibt mir nun wirklich nix hinzuzufügen. Immerhin: Es hat in diesem “thread” fast 68 Einträge gebraucht um unsachlich zu werden. Das ist doch ein guter Durchschnitt, oder? Gibt’s dazu Zahlen?

  81. Thomas Vitzthum

    Das tolle am Bloggen ist doch, dass ich als Journalist meine Spezialinteressen nicht nur in die Welt tragen kann, sondern dazu lernen darf. Indem mir die Leser in ihren Kommentaren zu den kleinen Springmäusen in der Wüste Gobi noch mehr erzählen, als ich ohnehin schon weiß, profitiert auch mein Journalismus davon. Lerne voneinander, das sollte ein Blog-Slogan sein.

  82. Alexander Holzapfel

    @ Klaus Eck:

    Da stimme ich weitgehend zu. Letztendlich ist es wie eine Spirale. Der Journalist hat aufgrund der schnellen Medien (und Kostendrucks) für Recherchen nur wenig Zeit. Die wird er natürlich so effizient wie möglich einsetzen und sich (online) Quellen bedienen, die er als glaubwürdig einschätzt. Gerade dafür aber wäre es gut, wenn die Qualität dieser Quellen weiter zunimmt.

  83. Ruth Schöllhammer

    Geschätzte Bloggerinnen und Blogger,

    vielen herzlichen Dank für die zahlreichen Beiträge. Wenn es am Schönsten ist, soll man bekanntlich aufhören.
    In diesem Sinne vielen Dank für die Unterstützung. Wir bleiben gespannt, was sich aus diesem Karneval entwickeln wird.

  84. Marco Fenske

    Na toll. Ich hatte mich schon darauf gefreut, die 100 abzuschießen!

  85. Thomas Vitzthum

    @ jep. (Nr. 59) Freilich geb ich Ihnen Recht, dass das kein Journalismus ist, aber leider zu häufig von der Empfängerseite als solcher missbraucht wird. Ich wollte nur auf das Begriffsdilemma hinweisen. Schwer zu diskutieren, wo die Definition von Journalismus so vage ist.

  86. Dirk von Gehlen

    @SoerenK: Eine Frage, die Frauen auf ihr Aussehen reduziert, kann auch 70 Antworten “provozieren”, wie du es nennst. Für mich ist sie dennoch an der Grenze der Dummheit angesiedelt.

  87. Thomas Wanhoff

    Sind die Kommentare jetzt geschlossen?

  88. jep

    @ Dorin Popa (Nr. 77)

    Bingo! Rundmail, und von 400 Redakteuren der “Welt”, “Berliner Morgenpost” und “Welt Kompakt” meldete sich vor ein, zwei Jahren, als wir damit angefangen haben, eine Handvoll. Freiwillig muss sein, sonst macht’s keinen Spaß – und wird auch nicht gut.

    Die Sache mit dem zusätzlichen Geld ist bedenkenswert – bei meinem Zeilenschnitt…

  89. jep

    @ alle

    Der nächste Termin wartet. Bin demnächst zurück.

  90. Schmuddelkind

    @Eck

    Die Masse der Informationen wird nicht unbedingt größer, weil vieles von dem was man in Blogs findet, doch schon andernorts präsent ist/war. Allenfalls wird der Zugang leichter als bei Usegroups oder Mailinglisten. Glaubwürdiger werden die Infos deshalb nicht und da liegt auch die Crux – nur wer Sachverhalte prüft und prüfen kann, der erzeugt Qualität. Der Verweis auf Pseudo-Experten oder die virtuelle Vox Populi hingegen bringt nur scheinbare Vorteile. Unterm Strich bleibt oft nonsens, weil der Journalist nicht genug Experte ist und auch sonst das Hirn nicht eingeschaltet hat, sondern einfach der Linkkette folgt und sich am Ende noch das eigene googlen spart. Allenfalls liefert ein Blog schnelle Kontakte zu Betroffenen oder Spezialcommunities – wie http://rettediebiene.blogspot.com/ .

    Das Wichtigste am Blogging sind für mich deshalb eher die Impulse zu Ton- und Spielarten in der Darstellung sowie die Findung von neuen Themen. Wenn ein Blogger eine Geschichte nicht zu Ende erzählt oder interessante Aspekte vergisst oder einfach ohne Rücksicht auf die journalistische Sorgfalt lostippt, dann weiß man, das man doch was gelernt hat – sei es auf einer Akademie oder anderswo.

  91. jep

    @ Thomas Wanhoff (Nr. 87 und 74)

    Nee, natürlich nicht, open house. Hier darf fröhlich weiter kommentiert werden (die 100 werden wir doch wohl noch voll bekommen).

    Der Trend zur “Copy&Paste-Recherche” ist beunruhigend, allerdings ist die Qualität redaktioneller Online-Angebote in der Regel trotzdem noch deutlich höher als der journalistische Wert der Nachrichtenangebote der großen Portale – die aber eine erheblich größere Reichweite haben. Und weil man ohne Reichweite nicht genügend Werbeerlöse erzielt, versuchen dann einige Onlineredaktionen jenseits ihrer Kernkompetenz Quote zu machen. Mit zweifelhaftem Erfolg. So beginnen Teufelskreise…

  92. SoerenK

    Muss jetzt doch nochmal:
    @ Dirk: Wer mich ein wenig kennt, weiß, dass ich Frauen nicht auf Ihr Aussehen reduzieren würde. Aber vielleicht zählst Du mir einfach mal ein paar berühmte Bloggerinnen auf: Außer Frau Borchardt und Frau Bunz fallen mir spontan nämlich auch keine ein.
    Und in der Tat: Es geht sehr schnell, dass man in Blogs jemanden “anraunzt”, den man ja nicht kennt und auch gern mal missversteht. Ist das eigentlich typisch für Blogger(innen)? Oder sollte man im Zweifelsfall immer ein ;) hinter seinen Kommentar packen, um niemandem zu nahe zu treten?

  93. Dirk von Gehlen

    @SoerenK: Wenn man dich kennen muss, um deine Fragen zu verstehen, sind deine Fragen nicht gut. Zur Erinnerung, Du hast folgendes geschrieben:

    “Schreiben Frauen weniger gern oder können sie sich in Podcasts und Vodcasts “schöner” in Szene setzen?”

    Das finde ich an der Grenze zur Dummheit – mit und ohne ;-) – denn du suggerierst damit, Frauen falle es generell leichter, sich schön in Szene zu setzen als zu schreiben.

    Ob du darüberhinaus berühmte Bloggerinnen kennst oder nicht, hat damit übrigens gar nichts zu tun: Schließlich wird eines der berühmtesten US-Blogs (www.huffingtonpost.com/) von einer Frau betrieben.

  94. AM

    @ Dirk: Darf ich kurz einwerfen, dass sich SörenK generell eher nicht an der Grenze zur Dummheit bewegt? ;-) Abgesehen davon: Er hat doch niemanden diminuiert?

    “Schaflos in München” ist auch deshalb ein Erfolg, weil Larissa eine schöne Stimme hat. “Ehrensenf” ist nicht zuletzt dank Frau Bauernfeind groß bei SPON rausgekommen.

    Gleichzeitig soll diese Aussage doch keine der genannten Kolleginnen herabstufen, zumal auch Pod-und Vodcasts betextet werden?! (Larissa war übrigens auch schon Dozentin an der Akademie.)

    Die meisten Blogger-Statistiken unterstützen die These, dass Männer (im Ggs. zum Print) in der Überzahl sind.

    Wenn die Ziselierung erlaubt ist: SörenK hat provoziert, Du hast beleidigt. Finde ich.

  95. Hagen Meyer

    und ich finde, dirk von gehlen hat zu viel zeit! sowas konstruiertes!
    jetzt hab ich auch provoziert, will damit aber auch was ausdrücken: bloggen nicht viele blogger bloß um des bloggens willen?

  96. Peter Turi

    Übrigens:

    das war eine nette Diskussion, aber kein Blog-Karneval. Bei einem Blog-Karneval schreiben viele Blogger Beiträge in ihren Blogs und auf einer Seite wird über Links eine Art Klammer geschaffen.

    Vergleiche die Definition im lexikon2:

    http://lexikon2.blog.de/2007/01/03/lexikon2_blog_karneval~1508194

  97. jep

    @ Peter Turi

    Dafür gibt es die Pappnase2 des Tages. ;-)

    Alaaf und Helau!

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