6.9.2007

“BM”: Der erste Verletzte

4. Tag: Heute sind die meisten von uns schon früh auf einem Termin gewesen. Ich auch. Hab mich mit einer Berlinerin getroffen, die mit ihrem Handy Leute auf der Straße oder in der U-Bahn „anklicken“ kann. Mehr darüber in der Samstags-Zeitung der “Berliner Morgenpost”. Doch warum ich das erzähle: Wir saßen im Park in Mitte, tranken einen „Latte“ und auf der Nachbar-Parkbank lag ein junger Mann, gut gekleidet. Er sah nur sehr müde aus…

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Mysteriöse Verletzung: Lokalchef Jan Wehmeyer

Doch schon eine Stunde später saßen wir alle in der Redaktionssitzung. Und da platzte die Bombe: Wir sollen morgen schon um 9 Uhr antreten! Die Kompakt-Schichtler stecken normalerweise um diese Zeit in der dritten REM-Phase! Und als ob der Termin nicht unchristlich genug wäre: Natürlich haben dann alle vorher schon n-tv und N24 gesehen sowie “Spiegel Online” , “Welt Online” und in den Agenturen gelesen… Oder wir machen’s wie alle Chefs und schauen einfach bei ”www.infolive.de” oder “www.dnnd.de” nach.

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Kritischer Blick: Chefredakteur Philip Volkmann-Schluck

Zu der Sitzung, zu der ALLE eingeladen waren, erscheint nur die Hälfte. Hmm. Schlechtes Zeichen? Vielleicht sind ja die übrigen beim Korrigieren ihrer Texte so „busy“, dass sie einfach ihren Vertreter geschickt haben. Nur eines wundert. Die Kollegin vom Magazin hat so unkontrolliert gelacht, als es hieß, ihr Heft gehe heute Abend schon in den Druck… Wo ist Nina Ruge und ihr „Alles wird gut“, wenn man es braucht?

Wichtigste Frage: Haben wir alle Zugang auf die Text-Dateien morgen, die sogenannten „Hülsen“? Das muss noch geprüft werden. Kurze Zeit in allen Köpfen das Szenario: Wir schreiben den ganzen Tag auf „Word“. Oder wie hat das eigentlich früher mit den Schreibmaschinen funktioniert?

Wichtigster Satz heute von der Co-Chefin: „Die Deadlines sollen bitte, bitte eingehalten werden.“ Dabei haben wir doch gelernt: Passiv-Konstruktionen vermeiden, Frau Fichtel! Aber auch da fällt auf: Höflichkeit geht vor in unserer Redaktion. Auch wenn Chef Philip Volkmann-Schluck schon heute die erste E-Mail mit einem „DRINGEND“ in der Betreff-Zeile und einem „SOFORT!“ im Text verschickte. Schon kurze Zeit später kommen die beruhigenden Worte: „Ich bin sonst nicht so.“

Und: Was hat der Berlin-Chef für ein Pflaster auf der Wange? Er sagt, er sei schlecht aufgestanden. Mehr war nicht heraus zu bekommen. „Gegen irgendetwas Hartes gestoßen.“ Bin ich der einzige, der an dieser Stelle an den jungen Mann auf der Parkbank denkt?

Sören Kittel

Autor: student Kategorie: A bis Z, Ausbildung, Zukunft des Journalismus | 1 Kommentar »
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Ein Kommentar zu ““BM”: Der erste Verletzte”

  1. Philip Volkmann-Schluck

    Seit Jan das Pflaster hat, wird über die Blattmischung im Lokalen nicht mehr diskutiert.

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