7.9.2007

Kommandosache “BM”: So war’s

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Kommandosache “BM”: Die Journalistenschüler der Axel Springer Akademie haben die “Berliner Morgenpost” übernommen. Der neue Chef Philip Volkmann-Schluck (hinten Mitte) leitet die Morgenkonferenz, der alte Chef Carsten Erdmann lehnt ausrangiert an der Wand.

9:02 Uhr: Kleine Redaktionskonferenz. Im Prinzip ist dieses erste Treffen nur zur Motivation gedacht. Und zum Zuprosten mit dem ersten Latte des Tages. Fast alle sind da. Einige sind noch “auf Termin”. Aus dem “Chef” ist innerhalb von fünf Tagen ein Chef geworden. Schon mal gut zu wissen. Die motivierenden Worte spricht trotzdem jemand anderes: “Und denken Sie daran – dieser Tag soll Ihnen auch Freude machen.” Na dann…

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Energieschub: Philip Volkmann-Schluck, der Chefredakteur

9:21 Uhr, Sitzung Politik: Der Ressortleiter begrüßt und es dauert nicht lang, bis das Wort “Terror” zum ersten Mal gesagt ist. Gut gekleidete junge Menschen diskutieren über ihre eigenen Geschichten im Blatt. Soll jemand von uns zu Innenminister-Konferenz gehen? Oder reichen da die Agenturen? Oder schicken wir jemanden von den “Großen”? Von Stress noch nichts zu spüren.

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Politik-Chef Hagen Meyer trägt vor

9:25 Uhr, Fahrstuhl: Die Mitarbeiter von der “Die Welt” stehen dicht an dicht mit den neuen Redakteuren an Bord. Ihre Konferenz musste heute auch umziehen, damit die Journalistenschüler genug Platz haben.

9:36 Uhr, Sitzung Berlinredaktion: Lustig. Die Praktikanten haben keine Lust. “Na, nicht keine Lust, aber keine Zeit”, sagt einer. Sie hätten noch eigene Geschichten zu machen. “Für’s Wochenende.” Aber dann irgendwann erklärt sich doch eine bereit, zum Ostkreuz zu fahren. Namen merken! Platz als Freie Autorin anbieten!

9:55 Uhr, Wirtschaft: “Dieses Miststück!” Gemeint ist ein Drucker im 13. Stock. Kurz vor der Sitzung liegen die Nerven in der Wirtschaftsredaktion das erste Mal blank. Na gut. Noch ist das alles mit einem Schluck Kaffee und einem “An/Aus”-Knopf-drücken behoben. Hoffentlich.

10:00 Uhr: Jemand ruft “Konferenz”. Bis gleich.

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Redakteurin mit Haselnussgeschmack: Caren Schütt

10:02 Uhr: Die Sitzung beginnt. Als erstes hat die Politik das Wort. Die Themen reichen von Sex mit Präsidenten bis zu Afghanistan sucht den Superstar. Und natürlich fallen die Namen einiger Politiker, die von den jungen Redakteuren exklusiv befragt werden konnten. Oder gleich noch werden. “Und was ist mit Bin Laden?” fragt der Chef von gestern, vorgestern und morgen. Und der Chef von HEUTE antwortet: Momentan gibt’s da nichts Neues. Und dann ist ja morgen der “Tag der Sprache”. Einer der Redakteure-für-einen-Tag sagt: „Wir sollten da mit der Seite 2 aufpassen…”, und Philip Volkmann-Schluck verwandelt die Vorlage: “Wir sollten in der ganzen Zeitung aufpassen!”

10:13 Uhr: Die Wirtschaft trägt vor. Und da kommt zum ersten Mal: “Das steht heute schon in der Zeitung. In der Berliner Morgenpost, Seite 9.” Zum Glück kam der Hinweis aus den eigenen Reihen. Und wie, um die kurze Anspannung zu lösen, klingelt ein Handy. Keine Sorge, Jan, das passiert jedem. Und der Ton war auch nicht schrill, sondern einer von den ganz tiefen…

10:26 Uhr: Das Lokalressort nennt seine Themen. „Knut kaputt“. Da horchen alle auf. Aber er ist wohl nur an der Pfote verletzt. Wir recherchieren da noch… Ein Highlight wird sicher die Geschichte: “Einsamkeit im Selbstversuch”. Ein Kollege ist einen ganzen Tag durch Berlin gelaufen mit einem Schild um den Hals “Ich bin einsam” und “Gebt mir Liebe!”. Die Redaktion lacht. Der Autor wird rot. Dabei hat er noch gar nicht von der Umarmung mit einem wildfremden Menschen erzählt…

10:31 Uhr: Es soll einen “Gammel… ähm… Döner-Test geben”. Das war wirklich ein unabsichtlicher Versprecher! Solange das dem Redakteur im Dönerladen nicht passiert…

10:39 Uhr: Noch einmal der „einsame“ Autor. Und wieder wird er rot. Er erklärt, dass er eine Firma in Polen besucht hat, bei der man sich günstig die Zähne und die Brüste machen lassen kann. Er kann leider nur von der Zahnbehandlung berichten. Mit solchen „Selbstversuch“-Geschichten landet er gute Unterhaltungs-Noten in der Redaktion.

10:44 Uhr: Die Oper „Phaedra“ von Hans Werner Henze hatte gestern Uraufführung. Einer „unserer“ Autoren war da. Gestern war auf den Fluren zu hören, dass doch nicht ein VOLONTÄR über solch ein Stück schreiben kann. Aber das ist wohl der Deal beim Projekt „Journalistenschüler übernehmen die Zeitung“: Volontäre müssen auch das können. Zum Glück ist es bei weitem „längst nicht die erste Uraufführung“ (O-Ton), über die er schreibt.

10:47 Uhr: Der Sport berichtet in gewohnt straffer und zielorientierter Manier. Es wird eine Liste geben. Und Hertha kommt dabei nicht so gut weg. Hoffentlich wirft das kein schlechtes Licht auf die sonst so exzellenten Beziehungen der Redaktionen zum Berliner Verein. Ich bin etwas abgelenkt von dem Redakteur, der soeben den Raum betritt. Er trägt ein Sacko mit Einstecktuch und einem Button darüber. Neue Moden?

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“Oasis”-Fan mit Einstecktuch

10:57 Uhr: Das letzte Wort hat wie immer der Chef. Er sagt nicht: “An die Arbeit”. Er sagt nicht “Na denn mal los”. Er sagt: “Viel Spaß!”

11:40 Uhr, 15. Stock: Loslassen ist gar nicht so einfach. Ex-”Morgenpost”-Chef Carsten Erdmann sitzt über Din-A3-Bögen gebeugt und diskutiert mit dem “Morgenpost”-Chef und anderen den Fall Maddie. Seiten werden aufgerissen und Thesen über Maddies Mutter machen die Runde, die heute angeblich von der Polizei zur Verdächtigen erklärt wird. Jemand murmelt im Vorbeigehen: „Carsten, du kannst es nicht lassen.“

12:07 Uhr, 13. Stock: Die Wirtschaft macht Kaffee. Das wird hier lobend erwähnt. Ich muss schließlich etwas gegen mein „Blogwart“-Image tun. Und ich muss an einem Text für die “Morgenpost” von morgen arbeiten. Deshalb kurze Pause für’s Blog.

12:26 Uhr, 15. Stock: Stellvertretende Chefredakteure müssen viel abwägen. Es geht offenbar noch immer um die Frage, ob man einen Volontär wirklich allein über eine derart wichtige Uraufführung schreiben lassen kann. Dabei hat die Oper (ich verrat’s jetzt doch) in einer der ersten Sitzungen niemand ernst genommen. “Irgendeine Oper von einem Hinz oder Hinze” hieß es da noch. Alles Banausen!

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Denken mit dem Mittelfinger: Vize-Chef Friedrich Pohl

12:45 Uhr, 11. Stock, Sport: Die Seiten sind gebaut und an den Texten wird gefeilt. Etwas Enttäuschung hängt in der Luft, weil morgen keine Bundesliga ist (ähm, stimmt doch, oder?). Dafür ist irgendwas mit Lahm los. Der tritt jedenfalls nicht gegen Wales an. Aber das stand ja heute schon in der “Welt Kompakt”.

13:01 Uhr, 13. Stock: Eine Wirtschafts-Redakteurin kommt von einem Termin. Da sie lange nicht mehr auf einem war (Akademie und “Welt Kompakt”…) ist sie (O-Ton) “richtig aufgeblüht” und hat “gleich drei Fragen” gestellt. Es ging um einen Städte-Wettbewerb, bei dem Berlin wohl nicht so gut abgeschnitten hat. Sagen wir … unteres Drittel. Die ganze Wahrheit: Morgen in der BM, Wirtschaftsteil. Stilsicher aufgeschrieben von einer Nürnbergerin.

13:15 Uhr, Kantine: Muss auch mal sein. Wieder ein Praktikant. Diesmal in der Kantine. Und er macht seine Sache super. Ich hab zumindest mehr Würste bekommen als das Mädchen hinter mir. Guter Mann! Oder muss ich mir Sorgen machen? Lecker in der Frischhalte-Box, damit ich beim Bloggen essen kann.

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Feinkost für Schwerarbeiter

13:45 Uhr, 6. Stock: Keine Süßigkeiten zum Nachtisch. Schade. Dafür die Lektion, dass Infokästen auch GANZ ANDERS aussehen können, als in der “Welt Kompakt”. Wer hätte das gedacht? Schade, dass ich Nora bisher noch nicht kennen gelernt habe. Sonst hätte ich sie nach einer Kinderschoko-Ecke gefragt.

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Sehr süß: Noras Nascherei

14:20 Uhr, 15. Stock: Entscheidung im Opern-Streit. Es werden BEIDE Texte erscheinen. Und BEIDE Autoren können damit leben. So muss das sein. Kompromisse finden. Einer beschreibt die Oper, und der Journalistenschüler wagt eine Deutung. O-Ton vom Ende der Debatte: “Und so entsteht für den Leser noch ein Mehrwert” – und das ist doch das Wichtigste, oder?

14:35 Uhr, 15. Stock: Der Politik-Teil hat zwei Politiker interviewt. Und stellt die Interviews gegeneinander. Seite 2. Sieht gut aus. Nur sind die beiden recht gegensätzlich. Vom Alter und von den Aussagen. Geht das? Ist ihre Aussage zur Terrorbekämpfung neu genug? Noch dreieinhalb Stunden bis Andruck…

15:05 Uhr, 15. Stock: Der Newsroom wird immer mehr zum Zentrum des Geschehens. Für Akademie-Schüler eine Erinnerung an den sechsten Stock – nur die Stühle sind rot, nicht orange. Fast jeder muss irgendwann dort hinein und sich mit den Kollegen vom Layout absprechen. Für mich war es eben auch soweit. Wir haben festgelegt, welche Zeile über der Making-Of-Seite steht. So etwas muss mit den Chefs abgesprochen werden, schließlich steht dort normalerweise “Berlin/Brandenburg”. Aber “Making-of” geht nicht. Schließlich haben wir morgen den Tag der Sprache. Und da geht Denglisch ja wohl mal GAR nicht.

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Blogger Sören Kittel mit Vize-Chefin Kathrin Fichtel

15:00 Uhr, 12. Stock: Kultur-Menschen bei der Arbeit stören ist immer irgendwie gefährlich. Deren Texte müssen irgendwie immer noch mehr sitzen als andere. Sagt man doch so, oder? Jedenfalls ist das “chreative Kaos” keine Erfindung – es existiert. Am Arbeitsplatz stehen Flaschen, Tassen, Gläser von, ähm… vorgestern. Und im Regal eine Weinflasche vom letzten Betriebsfest. Noch halb angebrochen. Dafür sitzen die Texte, oder? Schließlich geht es auf der ersten Kulturseite (zufälligerweise) um “Müßiggang”. Sie wissen schon. Das andere Wort für Faulheit.

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Kulturchef und Müßiggänger David Deißner

15:04 Uhr, 12. Stock: Ich treffe Michaela auf dem Gang. Etwas gestresst, aber gut gelaunt. Wie ihr das Zimmer gefällt? Super! Ich hab Kunstgeschichte studiert, meint sie. Da fühl ich mich genau richtig. War das eine Anspielung auf die Installationen von “Müßiggang” im Zimmer? Hat sie den Hut schon aufgesetzt? Schon einen Schluck Wein? (Und: Darf man das Wort Schluck überhaupt noch verwenden, ohne sich der Sprachspielerei mit dem Namen des Chefs schuldig zu machen?) Michaela hat für all diese Fragen keine Zeit: “Mein Computer ist so langsam!” ruft sie noch. Ob sie das ausgleichen kann?

15:11 Uhr, 13. Stock: Um das Wirtschafts-Ressort ist sehr ruhig geworden. Ich weiß. Das liegt daran, dass ich nichts mehr darüber schreiben darf. Info-Sperre. Immer wenn ich den Raum betrete wird es ruhig. Oder – noch schlimmer – sie winken mich unwirsch raus. Na gut, wenn sie am Telefon sind, versteh’ ich das…

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Mit kritischem Blick: Wirtschaftsredakteurin Margita Feldrapp

15:20 Uhr, 15. Stock: Dafür ist die Vertretung des Wirtschaftsressorts im Newsroom sehr gesprächig. Muss sie auch sein. Schließlich laufen bei ihr alle Fäden zusammen. Und der “normalerweise” die Wirtschaft der BM im 15. Stock vertritt, findet sie “Super!”. Nur ab und an assistiert er bei formalen Fragen. Wie jetzt, als es um das Börsen-Gerücht geht. Das muss geregelt werden. Der Kontakt mit der Wirtschaft der “Welt” wird nicht gesucht. Dazu ist an solch einem Tag wohl dann doch keine Zeit. Dabei sitzen sie nur am Tisch gegenüber. Aber die Kollegen würden natürlich helfen, wenn ‘ne Frage ansteht. Falls die also mal hier ins Blog schauen: Das junge Mädchen mit der Brille inmitten all der Wirtschaftsherren – das ist die Friederike!

15:33 Uhr, 15. Stock: Jan-mit-dem-Pflaster (s.o.) stellt die Themen noch einmal in einer gesonderten Sitzung vor. Und wieder erzählt er von der Aktion mit dem Taxi, der Aktion mit dem Einsamen. Diesmal wird Rot-Werd-Jan (s.o.) aber gar nicht rot, als über ihn gesprochen wird. Und jetzt fällt auf: “Wir haben zwei Taxi-Themen im Lokalteil.” Hm… Kein Problem. Das Taxi ist schließlich immer am Puls der Zeit, oder?

15:41 Uhr, 15. Stock: Herr Pohl hat das Foto von sich im Blog entdeckt. Bisher hatten wohl die wenigsten Zeit, sich selbst noch im Blog aufzusuchen. Er nimmt’s mit Humor. Und nein, mit Ihrer Nase ist alles ganz normal, Herr Pohl.

15:55 Uhr, 13. Stock: Je später der Tag, desto ernster die Gesichter. Schließlich sind noch nicht alle Texte überall passend. Und gleich ist SCHON WIEDER Konferenz. Und so langsam wird es auch eng für den Überblicks-Artikel über das Making-of der BM-Aktion…

16:00 Uhr: Schlagzeilenkonferenz! Noch stehen die Chefs vor den Seiten und planen die Überschriften.

16:05 Uhr: Ich hab Stellung bezogen bei zwei Kultur-Interessierten, die das Gesehene kommentieren wie die “zwei Alten” in der Muppet-Show…

16:15 Uhr: Diese Überschrift gefällt ihm nicht, dem Chef: “Billige Brötchen – miese Wirtschaft”. Da müsst ihr nochmal ran! Die “zwei Alten”: Als ob dafür noch Zeit wäre…

16:20 Uhr: Schock! Der Text ist weg! Antje ist verzweifelt. Der Andruck steht auf dem Spiel und die Technik muss ran. Ob das noch was wird?

16:30 Uhr: Der Ex-Chefredakteur der “Berliner Morgenpost” gibt dem Fernsehen ein Interview. „Streit, nein! Meinungsverschiedenheiten hatten wir, ja.“ Schönwetter-Politik also. Weiter so!

16:40 Uhr: Jan-Eric “jep” Peters steht vor der Kamera eines anderen Senders – und gibt erst einmal Entwarnung: Nein, eine Wiederholung der Aktion wird’s nicht gleich nächsten Monat geben. Puh! Und wörtlich sagt er: “Ich bin mir sicher, dass das eine gute Ausgabe wird.”

16:47 Uhr: Alle laufen mit glasigem Blick durch den Newsroom im 15. Stock. Niemand schaut mir mehr in die Augen. Und da fällt mir “meine” Seite ein. Schnell runter. Und tippen!

17:07 Uhr: Ab jetzt nur noch Blitz-Blogging – meine Seite geht bald!

17:09 Uhr: Antje hat ihren Text wieder. Die Techniker konnten helfen. Aber vier Menschen glaubten für kurze Zeit an den Untergang. Doch der Newsroom ist groß. Beim Fernsehen sagt man in so einem Fall: “Das versendet sich.”

17:15 Uhr: Jetzt wird’s eng. Meine Making-of-Seite hat weder Bildunterschriften noch sind irgendwelche Infokästen gemacht. Hilfe von Kollegen wird angefordert – und kommt prompt. Merci für’s Info-Kästle, Caren!

17:30 Uhr, 15. Stock: Letzte Korrekturen im Newsroom. Die Chefs verwenden in E-Mails nur noch Großbuchstaben.

17:45 Uhr, 15. Stock: Das war knapp. Liebe AFPler, unser Innenminister ist NICHT bei der SPD! Das hätte den Politik-Redakteur beinahe den Ruf gekostet. Aber guten Augen entgeht nix.

17:55 Uhr, 13.Stock: Hier brennt jetzt die Luft. Alles steht, nur die Überschrift fehlt. “Willkommen in der Wirklichkeit“ passt nicht, weil ein Teil von uns ja schon ‘ne Weile in der Wirklichkeit unterwegs ist… Hmm… Aber jetzt: “Unter Druck entstehen Diamanten, oder?” Eine schöne Zeile!

18:00 Uhr: Abgabe! Andruck! Aus! Hände von den Tastaturen!

18:05 Uhr, 15. Stock: Ein Volontär vor der Wand mit den ausgedruckten Seiten: „Ganz schön viele feuilletonistische Überschriften.“

18:15 Uhr, 15. Stock: Nach einer Verschnaufpause stehen alle vorn an der Zeitung und freuen sich, dass der Andruck erreicht wurden – und das Blatt sehr gut aussieht. Die Chefredakteure gehen noch einmal über die Seiten.

18:25 Uhr: Wir sind FERTIG! Das Ergebnis kann man morgen am Kiosk sehen.

18:30 Uhr: Das Buffet ist eröffnet. Der Lachs ist zuerst weg, na klar. Und für jeden nur ein Glas Sekt. In Ziffern: 1.

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Drei zufriedene Chefs: Jan-Eric Peters, Philip Volkmann-Schluck, Carsten Erdmann
Prost!

Sören Kittel

Fotos: Christian Hahn

Autor: student Kategorie: A bis Z, Ausbildung, Zukunft des Journalismus | 36 Kommentare »
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36 Kommentare zu “Kommandosache “BM”: So war’s”

  1. rp

    2. Juli Start der Ausbildung – 7. Sept. 12.07 Uhr Chefredakteur BM – und das so souverän. Benchmark! Die Latte liegt jetzt sehr hoch.

  2. Kommandosache BM | trice.de

    [...] für einen Tag die Berliner Morgenpost übernommen. Und dazu wird (semi-)live gebloggt, siehe im jepblog. Hintergrund der Aktion in zwei weiteren Beitragen: Eins, [...]

  3. rp

    “ausrangiert an der Wand” ist natürlich sehr hübsch formuliert. Gibt es eigentlich auch einen Plan zur Rückeroberung?

  4. runnix

    @rp …wer den ganzen morgen latte(n) trinkt kann auch die latte hochlegen…

  5. jep

    Der Link zur Aktion: http://www.morgenpost.de/

  6. mf

    he runnix, du hast doch frei…

  7. psil

    “Näher dran” an den Menschen soll sie ja sein, die Berliner Morgenpost.
    Näher dran, an der “Kommandosache BM” und der Nachwuchs-Redaktion sind die Leser des JEP-Blogs auf jeden Fall.
    Eine spannende Chronologie. Gut geschirben. Informativ. Ganz, als wäre man dabei.
    Kompliment an Sören Kittel.

  8. Caren

    Way to go, Sören!!!
    (Hier dürfen wir ja noch Anglizismen verwenden)

  9. runnix

    gutes geblogge herr kittel, es ist mir eine freude dabei zu sein. schöne bilder herr hahn.

  10. jep

    Mehrere Mediendienste berichten über das Projekt, unter anderem hier: http://turi-2.blog.de/?tag=heute2

  11. jep

    Herzlichen Glückwunsch, Leute, das war großer Sport! Die Ausgabe ist außergewöhnlich, die Mühe hat sich gelohnt, sie können stolz auf sich sein (oder sich alternativ gegenseitig auf die Schulter klopfen). Freue mich, dass alles so gut geklappt hat.

    Vielen Dank auch den Kollegen der „Berliner Morgenpost“, die heute freiwillig ihren Stuhl geräumt haben. Macht man heutzutage ja nicht so schnell, könnte gefährlich werden… ;-) Vielen Dank für die Unterstützung im Hintergrund, vor allem dem Layout, der Grafik und der Fotoredaktion, die selten zuvor mehr Aufträge zu erfüllen hatte. Und vielen Dank an Tom Spahl, der das Projekt an der Akademie vorbereitet hat.

    Morgen auf dem heimischen Sofa geht es an die Details. Ich freue mich schon auf die Lektüre. Bei einer Latte einem Cappuccino.

  12. jep

    Und im Newsroom sitzen trotz nur kurzer Nacht zuvor immer noch fast alle und aktualisieren oder lesen Korrektur. Ich bin beeindruckt. Eins mit Sternchen! ;-)

  13. hagen

    latte? versteh kein wort!
    hier beim spätdienst gibts nur sekt.
    grad haben noch die polen die auflösung ihres parlaments beschlossen. natürlich noch im blatt! (ähnlich aktuell wie welt kompakt – aber die erscheinen ja erst montag wieder…)

    super sache, sören!

  14. käpt`n

    @jep
    das mit dem großen sport nehme ich wörtlich ;-)

  15. hagen

    “große politik” meinte der chef.

  16. käpt'n und torwart

    wir diskutieren das jetzt woanders aus.

    die bilder gibts hier morgen exklusiv. die mopo druckt einfach zu früh an…

  17. Kathrin

    So, die Spätschicht fährt jetzt auch langsam das System runter… Außer zwei Kommafehlern, die ich leider zu spät entdeckt habe, bin ich zufrieden – zumindest mit der Ausgabe von 22.30 Uhr!

    Der Chef hat auch seine Stirnfalten entfaltet, da kann der Stellvertreter wohl auch abschalten.

    Nachtrag 10 min später:
    Kommafehler ausgemerzt dank einem sehr fleißigen Layouter! Also gute Nacht!

  18. jep

    Gute Nacht!

  19. Carmen Kutscheid

    Als Stammleser der BM habe ich die heutige Ausgabe mit großer Aufmerksamkeit gelesen und war von der Frische vieler Beiträge sehr angetan. Besonders gefiel mir die Reihe “Menschen in Berlin”. Da ich vor 2 Jahren ,nach 20-jähriger Abwesenheit, wieder nach Berlin zurückkam, könnte ich z.B. zum Thema “Einsamkeit in der Großstadt” auch einiges sagen.
    Mir hat das Experiment gefallen, nur weiter so und viel Erfolg für die Zukunft.

  20. Philip Volkmann-Schluck

    Liebe Leserinnen und Leser,

    richtig spannend wird es erst heute: Sie entscheiden, ob die heutige Ausgabe der Morgenpost gelungen ist oder nicht.

    Wir freuen uns über Ihre Kommentare hier im Blog. Einfach am Ende dieser Seite ins Kommentarfeld tippen und “senden” drücken.

    Wir sind gespannt!

    Viele Grüße,

    Philip Volkmann-Schluck
    (seit heute wieder Journalistenschüler)

  21. jep

    Grüße von Oberboss M.D.: “Schön! Experiment gelungen.”

  22. jep

    Per Mail kam dieser Glückwunsch:

    Danke für die heutige Ausgabe und die Berichte der “Praktikanten”.

    Im Sport fanden wir den kessen Bericht “Wales gewinnt…” von Isabelle Ewald erwähnenswert.

    Aber auch “Große Klubs sind nicht Fan-tastisch…” unter Mitarbeit von Herrn Peters u. Herrn Fenske hat es uns angetan.

    So ziehen sich interessante Berichte durch die von uns so gern gelesene Zeitung.

    Danke für diese besondere Ausgabe.

    Schönes Wochenende wünschen Barbara und Jürgen Böhmer

  23. Isabelle Ewald

    Vielen Dank!!! Das hört man gerne.

  24. motte

    Ich fand es sehr schön, dass sich die jungen Journalisten mehr Zeit für Themen genommen und ausführlich aufgeschrieben haben. Gerade im Berlin-Bereich ist mir das positiv aufgefallen.

    Gut fand ich auch, daß oft aus der Perspektive der jungen Leute geschrieben wurde, zum Beispiel Herr Rentzow beim “Einsamkeits-Test” (toll!). Oder die Gegenstände die man noch gebrauchen kann im Magazin. Lustig war auch die Geschichte Auto-Test.

    Eine sehr gelungene Morgenpost war das heute. Vielen Dank dafür, Susanne K.

  25. jep

    @ Philip Volkmann-Schluck

    Haben viele angerufen, als Sie heute am Leser-Telefon saßen? Was haben die Leute gesagt? Lob & Tadel? Was war das schönste Kompliment, was die böseste Kritik?

  26. Philip Volkmann-Schluck

    Das Telefon stand keine Minute still. Zugegeben: Etwas nervös war ich schon. Was wohl passiert?

    Eine Dame aus Neukölln ist am Telefon: „Ich habe die ganze Zeitung gelesen. Soviel Zeit nehme ich mir sonst nie“, sagte sie. Und: Die Überschriften hätten sie so neugierig gemacht.

    Aufatmen. So ging es weiter.

    Gegen 12:30 Uhr, zur Halbzeit der Sprechstunde, war klar: Den Lesern hat unsere Ausgabe gefallen. Viele waren richtig begeistert. Eine frische, interessante Zeitung, sagten viele. Und zwar das ganze Blatt, die Mischung, die Fotos, die Geschichten, die Menschen.

    Kritik kam wenig. Bis zum Nachmittag weniger als zehn Prozent der Anrufer. Ein Herr sagte: „Mir haben die harten Fakten gefehlt. Zuviel Hintergrund, zu subjektiv. Ich brauche mehr Nachrichten“. Und: Die Themen seien zu sehr auf junge Leser ausgerichtet gewesen. Auch einige Formulierungen wurden bemängelt. Etwa: „Oben bei den Brüsten…“.

    Okay. Berechtigt, diese Kritik. Aber: Das Risiko sind wir bewusst eingegangen.

    Mehr wird erstmal nicht verraten. Morgen wird eine Auswahl der Leserbriefe in der Morgenpost gedruckt. Wir dürfen gespannt sein. An dieser Stelle vielen Dank an die Kollegin Eichelmann von der Berliner Morgenpost, die unermüdlich die Gespräche angenommen hat.

    Ich kann nur sagen: Super, wie gut wir als Team funktioniert haben. Wie sich JEDER eingesetzt hat. Alles gegeben hat. Ihr habt mich nie im Stich gelassen. Hut ab, meine Lieben.

    Der Chef sagt Danke!!!!!

  27. jep

    Die “Morgenpost” hat heute Leserbriefe zum Thema veröffentlicht. Überschrift: “Das Experiment könnte man ruhig mal wiederholen”.

    http://www.morgenpost.de/content/2007/09/09/politik/920347.html

  28. Daniel Peters

    Liebe Kollegen!

    Bei so einem großen Projekt ist es immer schwer, einzelne Personen hervorzuheben. Ich möchte das trotzdem machen!

    Mein besonderer Respekt gilt den Kollegen aus Team 1, speziell den Ressortleitern, die in der letzten Woche quasi zwei Zeitung nebeneinander gemacht haben.

    Wenn ich erlebe, wie zum Beispiel ein Marco Fenske bis Mitternacht die Welt Kompakt macht, um dann danach nachts seitenlange Mails an seine Mitarbeiter zu verschicken und deren Texte zu redigieren, dann ist das aller Ehren wert! Späteste Mail die ich bekam: 04:33 Uhr!

    Also, Respekt liebe Leute, respekt!
    Und jetzt viel Spaß im Praktikum!

    Grüße, Daniel

  29. Frank Schmiechen

    Alle Achtung. Erst die harte Woche bei WELT KOMPAKT und dann nach einer kurzen Nacht die Morgenpost am Samstag. Ok, vielleicht sind auf der Titelseite zu viele Doppelpunkte, die Punk-Geschichte auf der Seite 3 ist etwas ungelenk auf wilde Jugend getrimmt, über das Dixi-Klo am Hauptbahnhof und andere Kleinigkeiten kann man sich auch streiten. Aber ich will mal nicht kleinlich sein. Insgesamt ist das eine interessante Zeitung geworden. Jetzt wartet wieder der harte Produktion-Alltag bei WELT KOMPAKT – ohne Lachshäppchen nach der Produktion… Herzlich Willkommen!

  30. Philip Volkmann-Schluck

    Ich muss mich anschließen:

    Die Kollegen aus Team Eins sind aus Stahl.

    Ergänzt werden muss, dass die Mädels und Jungs aus Crew20 ebenfalls ihren stressigen Job neben dem Projekt hatten.

    Nur wir aus Team Zwei hatten vier freie Wochentage Vorlauf. Die waren allerdings auch nicht ohne.

    Nun, das KOMPAKT-Höhentrainingslager kommt ja noch….

  31. jep

    Das Video zum Projekt, der Beitrag von “tv-Berlin”:

    http://www.tvbvideo.de/video/iLyROoaftGm1.html

  32. jep

    Und hier noch eine Lesermail:

    Als langjähriger Abonnement der Berliner Morgenpost finde ich Ihre Idee, die Schüler der Akademie eine Ausgabe selbständig gestalten zu lassen, sehr gut. Das uralte Prinzip des “learning by doing” ist immer wieder wichtig, denn der Praxisbezug in unseren Bildungsinstituten wird oft vernachlässigt. Aufgefallen ist mir neben der guten Gestaltung die geringe Fehlerzahl! Bei “normalen” Ausgaben finden sich verhältnismäßig oft grammatikalische Fehler (zB. “ein” statt “eine”). Die Idee der persönlichen kurzen Bemerkungen der Autoren und die Kommentare bei den Leserbriefen sind sehr nett und gelungen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Hans Wolter

  33. Nora Wolfslast

    @Philip:
    Weil hier so viel gelobt wird, schreibe ich jetzt auch mal was. Ich finde, wir haben definitiv unser Bestes gegeben, es hat unheimlich viel Spaß gemacht und und es war so anstrengend, dass wir alle sicher nichts gegen eine Woche Urlaub einzuwenden gehabt, aber: den nervenaufreibendsten Job hatte mit Abstand unser Herr Chefredakteur! Und den hätte man nicht besser erledigen können.
    Jetzt bin ich gespannt auf den ersten BILD-Artikel mit deinem Namen drüber. Vom BM-Chefredakteur zum BILD-Reporter – auch keine schlechte Karriere. :-)

    @Soeren: Schön erzählt.

  34. Hagen

    @Hans Wolter und Nora: So viel zum Thema Fehler

  35. Philip Volkmann-Schluck

    jupp, bin jetzt BILD-Polizeireporter….

  36. Philip Volkmann-Schluck

    @nora: mal was anders: “nacht in angst”: super ???-folge!

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