26.10.2007

Award für “airlinemeals.net”

Die Grenze zwischen kulinarischem Genuss und Brechreiz beim Herunterwürgen liegen im Flugzeug auf wenigen Metern nah beieinander. Während einige Passagiere auf komfortablen Schalensitzen am Platz mit Champagner, Hummer und anderen Leckereien verwöhnt werden, kämpft der Holzklasse-Tourist nach spätestens vier Stunden mit viel zu engen Sitzreihen, muffiger Luft und schlechtem Essen. Denn das, was einem dort in Alunäpfen serviert wird ist oft alles andere als appetitlich. Pappig, klebrig, vertrocknet. Oftmals nicht zu erkennen, was es denn einmal war: geflügelt, geschuppt, behaart oder geborstet?

Gewissheit bringt da erst ein Blick in die kleine Bord-Menue-Karte. Wenn es ein solch aufschlussreiches Nachschlagewerk überhaupt gibt. Denn das ist bei manchen Fluglinien keine Selbstverständlichkeit. Wer sich vor einer geplanten Flugreise schon mal mental auf die kulinarischen Tieflüge in der Luft vorbereiten will, kann dies auf der Seite www.airlinemeals.net tun. Dort sind diverse Alunäpfe gefüllt mit pampigen Essen, aber auch die High-Class Fischteller mit dem obligatorischen Champagner im Bild festgehalten. Und das mit dem Charme der Amateur-Fotografie.

Vor sechs Jahren fotografierte der Niederländer Marco Hart während eines Flugs von Amsterdam nach Istanbul sein Essen: Grüne Nudeln mit gräulich schimmernder Soße in einer türkisfarbener Schale war das erste Foto, das bei airlinemeals.net auf der Seite präsentiert wurde. Inzwischen gibt es mehr als 17.000 Fotos von kulinarischen Stillleben, die sich auf der Seite versammeln.

Die Fluglinien, bei denen die Amateur-Fotografen auf der Suche nach lukullischen Fehlschlägen fündig wurden, werden genannt. Ergänzend dazu auch Strecke und Flugdauer. Manche Bilder sind auch mit kleinen Anekdoten und Kommentaren versehen.


Hamburg – London Heathrow, 17.04.06 (Foto: Kevin English)

Als kleines Extra sind auch einige Bordmenüs aus Hollywoodfilmen bei airlinemeals.net im Archiv zu finden. Zum Beispiel die Verpflegung von Stanley Kubricks 2001: A space Odyssee:


2001: A Space Odyssee (Quelle: IMDB.com)

In dem Science-Fiction Meisterwerk von 1968 wurden den Astronauten dehydrierte Gemüsevariationen serviert. Vor fast 30 Jahren eine Zukunftsvision. Doch heute traurige Realität auf Plastiktellern. Hinten im Heck.

Antje Raupach

Autor: student Kategorie: A bis Z, Blattkritik | 3 Kommentare »
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3 Kommentare zu “Award für “airlinemeals.net””

  1. Daniel Peters

    Ich beantrage eine Audiovision dieses Beitrags, natürlich gesprochen vom kommenden Hörfunk-Star A.R. höchstpersönlich…

  2. AM

    @ Daniel Peters: Hey, hier werden schon Rosen gestreut?! Die Audio-Einführung kommt doch erst noch. ;-) Aber bitte, wenn Sie vorpreschen wollen und das Mikro halten: Produziert ist das schnell, nur zu…!

  3. Isabelle Ewald

    Take a look at kotztueten.de ;-)

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