Hier wird über Journalismus diskutiert, über Medienthemen von A bis Z, von der Ausbildung des Nachwuchses bis zur Zukunft der Branche. Diskutieren Sie mit!
Das Licht, das niemals erlischt. Der Ort, an dem Musik tönt, wo sich junge Menschen treffen, die nicht so sind wie Du und ich. Wie Du vielleicht, aber nicht wie ich.
Die Koordinaten: The Smiths. Morrissey. So heißt seine Katze. Der Schlager There Is A Light That Never Goes Out. Das Licht, es scheint und scheint. Russell Brand sah lange hinein: “Ich betrachtete es als ein abstraktes, metaphorisches Licht der Hoffnung. Aber [mein Kumpel] Karl interpretierte das Licht wörtlicher. Er sah es als das Licht aus dem Zimmer eines Burschen, der niemals weggeht.”
18:00 Uhr:
Der Produktionstag ist geschafft. 8 ½ Stunden bei WELT ONLINE. Wie prophezeit, war es ein bisschen chaotisch, aber hauptsächlich interessant und sehr lustig. Gleich startet die Manöverkritik von WELT ONLINE-Redaktionsleiter Oliver Michalsky. Kurzes Statement vorab: “Wir waren mit Team 2 absolut zufrieden und überrascht, wie gut alle mit Escenic umgehen können. Wir freuen uns schon jetzt auf Geschichten, die Team 2 für Online macht.” Auch die Bloggerin hat sich jetzt ein großes Stück Pizza verdient. Ende gut, Online gut!
Die Akademie hat sich für Team 2 heute etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Invasion der Redaktion von WELT ONLINE. Nach intensivem CMS-Training gestern in unserem eigenen Newsroom heißt es heute: Anklick um Punkt 9.30 Uhr.
Die Ressorts sind eingeteilt, zuständige “echte” Redakteure stehen uns Journalistenschülern zur Seite. WELT ONLINE-Redaktionsleiter Oliver Michalsky machte gestern Abend schon neugierig: “Wir haben uns einiges für Team 2 einfallen lassen.” Aha?! Einiges einfallen lassen?! Wir sind gespannt, was das wohl sein wird.
JEPBLOG berichtet den ganzen Tag über das Online-Projekt! Chaotisch könnte es werden, lustig ist es bestimmt und hoffentlich geht das Projekt am Ende gut aus Online-Überzeugung gefällig?
Internet-Journalismus ist lange belächelt worden als Fast-Food-Angebot, das die Technikfreaks aus der Onlineredaktion bereitstellen. Dass sich Online-Journalismus heute als selbstbewusste Gattung etabliert hat, liegt auch daran, dass in jüngster Zeit viele frische journalistische Darstellungsformen entstanden sind. Zehn Beispiele für innovativen Journalismus im Netz:
Thema “Innere Sicherheit” – für Rudolf Adam, Präsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik in Berlin (BAKS), ist Prävention das Schlüsselkonzept zur Gefahrenabwehr. Wie das Wissen über potenzielle Terroristen erworben wird, kennt Adam, der zum Hintergrundgespräch Gast an der Akademie war, aus eigener Anschauung. Von 2001 bis 2004 war er Vizepräsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), seine Meinung über das Spannungsfeld, in dem sich Nachrichtendienstler und Journalisten bewegen, ist klar umrissen.
Wie stolz wir auf Team 1 sind, haben wir an dieser Stelle schon mehrfach zum Ausdruck gebracht. Zuletzt zum Beispiel, als unsere Studenten den QR-Code für Welt Kompakt entdeckt haben.
Und Sie persönlich haben noch nicht kapiert, wie diese Fusion von Print und Online funktioniert? Echt nicht?! Haben wir uns (fast) gedacht. Deshalb haben wir Team 2 darauf angesetzt, alles noch mal ganz genau zu erklären. Im Rahmen der Videojournalisten-Ausbildung an der Akademie nahmen sich gleich mehrere Kollegen dieser Aufgabe an – heraus kamen drei eindrucksvolle Kurzfilme in unterschiedlichen Kategorien:
Film Nr. 1 – “So viel Spaß machen die Quadrate…” (FSK 16!)
Lieber Profil verlieren oder in Schönheit sterben? Die FAZ hat sich für das Leben entschieden. 33 mal hatte sie seit Gründung 1949 Fotos auf dem Titel gedruckt. Jetzt, Ende 2007, konstatiert sie, dass die “Beachtung des Visuellen” zugenommen habe. Axel Springer hatte das früher erkannt und 1952 mit Gründung der BILD-Zeitung geantwortet.
Der publizistische Mauerfall am Main macht zudem deutlich, dass guter und erfolgreicher Journalismus kein Widerspruch sind nach dem Motto: hier Boulevard, dort vermeintlich Qualität. Seit Jahren ist BILD die meist zitierte deutsche Tageszeitung, die meist gelesene ohnehin in Europa. Nun hat die Bleiwüste FAZ ihren Qualitätsnimbus verloren und eingestanden, dass Journalismus nicht dem Narzissmus seiner Macher, sondern dem Leser dient. Da ist nicht verwunderlich, dass man sich an den Besten orientiert – FAZ.net tut das beim jüngsten Relaunch ja offenkundig auch.
Die Initiative “Deutschland – Land der Ideen” zeichnet jedes Jahr 365 Institutionen aus, die für “Einfallsreichtum, schöpferische Leidenschaft und visionäres Denken” stehen. Jetzt stehen die Gewinner 2008 fest – und die Axel Springer Akademie ist dabei. Jetzt sind wir also ein Ort im “Land der Ideen”.
Ein erschütterndes Dokument unserer neuen Serie “Die besten Geschichten liegen auf der Straße”, gerade frisch per MMS auf den Desktop bekommen:
Jan Wehmeyer und Thomas Andre geben Feuerschutz, Tobias Kaufmann filmt, aus sicherer Entfernung fotografiert von Daniel-Constantin Schmidt.
In Teil 2 des Seminars Videojournalismus bietet sich Westernhagen zur Vertonung an: “Ich möcht’ zurück auf die Straße… denn Gold findet man bekanntlich im Dreck, und Straßen sind aus Dreck gebaut.”
P.S. Alle vollständig zurück? Oder sind jetzt Plätze frei für Nachrücker auf der Warteliste?
“Bei der Bahn ist alles anders”, kommentiert heute FAZ-Herausgeber Holger Steltzner: “Hier werden die Verhandlungen öffentlich geführt, dafür aber reden die Tarifpartner kaum miteinander. (…) Und Fernsehzuschauer hatten das seltene Glück, in einer Talkrunde am Sonntagabend die Tarifverhandlungen zwischen Bahvorstand und Lokführergewerkschaft am Bildschirm zu verfolgen.”
War’s wirklich Glück? Unser Gastblogger Christian Jakubetz wollte es genau wissen:
Horst, der in seinem persönlichen Podcast vorführt, wie er am heimischen Herd Petersilie brutzelt, seine Kollegin, die im Internet erzählt, dass sie am Morgen mit dem linken Bein aufgestanden ist? – Persönliche Angelegenheiten fremder Menschen sind nicht jedermanns Sache. Aber im Internet findet jeder (s)ein Publikum.
Digitale Revolution, Hypertext, Hyperkultur, Web 2.0 und Blogosphäre – nur wenige der Zauberwörter, die unsere Medienlandschaft prägen. Und den Traum des Schriftstellers Berthold Brecht zumindest ansatzweise erfüllen: Ein egalitär gepolter Distributionsapparat, der das Senden wie das Empfangen in gleicher Weise für alle Teilnehmer eröffnet.
Es war ein besonderer Abend für Team 2 der Axel Springer Akademie: Nach einem langen Tag im Crossmedia-Seminar warteten die Journalistenschüler auf den Gast des Studium generale, den Physiker Prof. Dr. Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. Friede Springer, Mitglied unseres Beirats, kennt Prof. Mlynek gut und hat ihn gebeten, an die Akademie zu kommen. Die Gelegenheit muss man nutzen – wir laden auch Frau Springer ein. Ein lockeres Get-together vor dem Studium generale.
Und sie sagt zu. Unsere Schüler: begeistert. Verständlich, so eine Chance bekommt man nicht oft. “Hallo, ich bin Friede Springer”, begrüßt sie den Nachwuchs. Und nun fragen Sie sich, wie der Abend war? Sagen wir so: intensiv und für die meisten voller Überraschungen. Den Rest erzählen die jungen Kollegen am besten selbst.