26.11.2007

“Medien verstärken Terror-Botschaften”

Thema “Innere Sicherheit” – für Rudolf Adam, Präsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik in Berlin (BAKS), ist Prävention das Schlüsselkonzept zur Gefahrenabwehr. Wie das Wissen über potenzielle Terroristen erworben wird, kennt Adam, der zum Hintergrundgespräch Gast an der Akademie war, aus eigener Anschauung. Von 2001 bis 2004 war er Vizepräsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), seine Meinung über das Spannungsfeld, in dem sich Nachrichtendienstler und Journalisten bewegen, ist klar umrissen.


Foto: Stephanie Morcinek

“Die Medien sollten zurückhaltend berichten”, sagt Adam im Hinblick etwa auf den Umgang mit Insiderinformationen und das Senden vor Videobotschaften Osama bin Ladens. Damit könnten mediale Plattformen zum Resonanzboden für Terroristen werden – “und tun das, was letztere wollen: sie helfen bei der Verbreitung von Schrecken.”

Die Art der Rezeption von Terror durch die Gesellschaft habe viel mit der medialen Aufbereitung zu tun. “Die geheimnisvoll-mythische Drohkulisse entsteht erst dann, wenn die Medien die Botschaften der Terroristen verstärken und unkritisch reproduzieren”, erklärt Adam, für den feststeht: “Die Terrorgefahr ist keine echte Gefahr für Grundlagen und Strukturen unserer Gesellschaft.”

Abgesehen von der in seinen Augen übertriebenen Publizität der Terroristen treibt Adam noch eine weitere Problemzone um: die Geheimhaltung von Tätigkeiten des BND. Sie ist für Adam unerlässlich. Geheimhaltungsbedürftig, so Adam, seien Quellen und Methoden der Nachrichtengewinnung. “Nur die Einschätzungen der Nachrichtendienste gehören in die Öffentlichkeit.” Deswegen sei ein gegenseitiges Verständnis zwischen BND-Mitarbeitern und Journalisten unerlässlich. “Auch wenn es mitunter Insidertipps geben mag – sie dürfen nie publiziert werden, bevor eine Operation erfolgreich beendet ist.”

Thomas Andre

Autor: student Kategorie: A bis Z, Gäste der Akademie | Keine Kommentare »
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