Hier wird über Journalismus diskutiert, über Medienthemen von A bis Z, von der Ausbildung des Nachwuchses bis zur Zukunft der Branche. Diskutieren Sie mit!
Ist das nicht schön? Die Zeit zwischen den Jahren, die Akademie quasi verwaist, kein Schwein kuckt ins Blog und der Crossmedia-Manager kann endlich sein wahres Gesicht zeigen und einen Herrn auszeichnen, der von Web 2.0 so weit entfernt ist wie Italien von einem verdienten Weltmeistertitel.
Der JEPBLOG-Award der Woche geht postum an Karl Kraus. Und gleich vorweg: Der würde mich dafür hassen.
In der Print-Welt endet die Produktion eines Artikels mit seiner Veröffentlichung. In der Online-Welt geht’s dann erst richtig los – weil nun die User am Zug sind. Sie können Online-Inhalte kommentieren, verlinken, twittern, Freunden empfehlen, bewerteten, mashen, in Blogs zitieren oder nach verwandten Inhalten suchen.
Paul Bradshaw, Dozent an der School of Media in Birmingham und kluger Autor des Online Journalism Blogs, hat vergangenen Monat ein interessantes Modell veröffentlicht, das Internetnutzer systematisch motiviert, nach der Lektüre einer Story aktiv zu werden:
“Besser, Sie lesen ein Buch richtig, als viele nur flüchtig”, sagte mir damals ein Professor im ersten Semester. Damit wäre ich in guter Gesellschaft. Martin Luther zum Beispiel habe sich auch nur auf ein Buch, die Bibel, konzentriert. “Und was dabei herausgekommen ist, sehen Sie ja selbst.”
Für Journalisten gibt es einen Haufen nützlicher Bücher mit theoretischen Anleitungen und Tipps. Aber sicherlich keine allwissende Bibel. Zugegeben: Fast – ja, liebe Akademieleitung, nur fast – alle dieser Werke habe ich, wenn überhaupt, nur flüchtig gelesen. Und trotzdem gewinnt diese Woche ein Journalistenbuch den JEPBLOG-Award. “Deutsch für Profis” von Wolf Schneider, Sprachschleifer und selbsternannter omnipotenter Ratgeber. Man darf wohl ungestraft schreiben, dass Herrn Schneider eine eitle Aura umgibt. Aber was hört man immer wieder über ihn? “Er hat leider meistens Recht.”
Es gibt eine neue Gastbloggerin: Annika (8) will nach eigener Aussage “Geschichtenerzählerin” werden. Sie hat, weil die Axel Springer Akademie ja sehr innovativ ist, schon den Jahresrückblick 2008 gemacht. Da sind lustige Sachen bei rausgekommen. Papa hat nur noch ein wenig produziert und mitgeholfen…
Für alle, die dabei waren. Und alle, die’s verpasst haben – High- und Flashlights von der Zertifikatsverleihung am vergangenen Freitag (Fotos: M. Lengemann):
20 Jahre Journalistenschule Axel Springer! Die letzte Crew verabschiedet sich in das weite Feld des Journalismus. 37 Volontäre bekamen am Freitag in einer feierlichen Zeremonie ihr Zertifikat verliehen. Der Übergang vom lernenden Journalisten-Azubi hin zum echten Redakteur ist geschafft. Und das wollte gebührend gefeiert werden.
Fast 200 Gäste kamen in den Ullstein-Saal im 19. Stock des Springer-Verlagshauses in
Berlin, um Crew 20 zu verabschieden.
Nachdem ich das letzte Mal verschollen war und es einen akustischen Beitrag von mir gab, melde ich mich mit einem Problem zurück, was ich seit dem letzten Monat mir herumtrage. Ich glaube, die haben das noch nicht so ganz verstanden mit dem Internet.
Der Mediengipfel auf den Medientagen in München hat mich verwirrt. Bayerns Ministerpräsident Erwin Huber und später auch seine Gäste schwadronierten über Medien, die Probleme, die Zukunft. Letztere werde bestimmt durch das Internet, so die Medienmenschen.
“Mist. Nur noch 39,2 Megabyte Platz. Der Weihnachtsmann fluchte…”
Wer kommt schon darauf, dass sich hinter diesem flotten Einstieg ein so genanntes “Knapsack- oder Rucksack-Problem” verstecken könnte? Eines, das als “ganzzahliges lineares Programm modelliert werden” kann? Wer versteht schon, dass mit “tropischer Algebra” nicht Rechnen unter Palmen gemeint ist? Und wer weiß, was “kombinatorische Optimierung” bedeutet? Oder “Cantorsche Paarungsfunktion”?
Für Menschen, die solche Formeln fix übersetzen können, ist es vielleicht wenig faszinierend, dass der pfiffigste digitale Adventskalender dieses Jahres – aus einem mathematischen Forschungsinstitut kommt. Für alle anderen schon.
1.894 gute Ideen – und nur eine konnte den SCOOP! landen. Heute gegen 19 Uhr wird hier im Blog die Entscheidung der Jury veröffentlicht und der Gewinner mit seinem Projekt vorgestellt. Sie dürfen gespannt sein.
Ein Geheimnis wird aber jetzt schon gelüftet: Wer hatte es noch bis ins Finale geschafft?