GASTBLOG: Zehn lesenswerte Beiträge zur Zukunft des Journalismus
Medienrevolution. Untergang. Auferstehung in der schönen, digitalen Welt. Was passiert da eigentlich? Zehn lesenswerte Essays und (Blog-)Beiträge, die sich mit der Frage beschäftigen, mit welchen Veränderungen der Journalismus durch das Internet konfrontiert wird. Und was zu tun ist, um online zu überleben.
1. The Future of Journalism
Rupert Murdochs berühmte Rede vor der American Society of Newspaper Editors in 2005 war ein Signal für die Branche. Ausgerechnet ein Dinosaurier der Old Economy hatte verstanden, dass sich da etwas grundlegend verändert: “We need to realize that the next generation of people accessing news and information (…) have a different set of expectations about the kind of news they will get, including when and how they will get it, where they will get it from, and who they will get it from.” Murdoch rief eine Revolution im Medienland aus und formulierte die Tatsache, dass sich die Mediennutzung junger Zielgruppen fundamental verändert, mit wunderbar treffenden Worten: “They certainly don’t want news presented as gospel. Instead, they want their news on demand, when it works for them. They want control over their media, instead of being controlled by it.”
Rupert Murdoch (21.04.2005): The Future of Journalism
2. Der Journalismus lebt – Essay
Döpfners Essay, das in der Welt veröffentlicht wurde, ist eine Replik auf Murdochs Rede. Während Murdoch konstatiert, dass sich alles verändert, weist Döpfner darauf hin, dass einige Gesetze auch in der digitalen Welt Gültigkeit besitzen. Es sind jene Qualitätskriterien, die ausschlaggebend sind dafür, ob Menschen Medien nutzen oder nicht: “Exklusive Neuigkeiten, eigenständige Meinungen und eindringliche Sprache – kurz Journalismus.” In der Tat!
Mathias Döpfner (08.05.2006): Der Journalismus lebt – Essay
3. Eight historical mistakes the newspaper industry made
Alle Zahlen blutrot – 2007 war ein furchtbares Jahr für die amerikanischen Zeitungsverlage, die in der Vergangenheit – fast ohne Ausnahme – die Zeichen der Zeit verkannt und die Digitalisierung ihrer Branche ignoriert haben. Howard Owens benennt die acht größten Fehler der Verlage – und macht trotzdem Mut: “There is still time and opportunity, and newspapers still have tremendous advantages in content resources and community brand and good will. But these are eight things that need fixed in a hurry.”
Howard Owens (09.07.2007): Eight historical mistakes the newspaper industry made
4. Principles for Washington Post Journalism on the Web
Bei der Washington Post war die Beziehung zwischen den Dotcom-Journalisten und den Zeitungsmachern ebenfalls lange Zeit schwierig. Im vergangenen Jahr hat die Post deshalb ein kluges Regelwerk definiert, das Print und Online zusammenführen soll. In vielen Punkten beispielhaft!
Len Downie and Phil Bennett (05.07. 2007): Ten principles for Washington Post Journalism on the Web [PDF]
5. Better than free
Die Kostenlos-Kultur des Internet ist der Alptraum aller Online-Publisher. Weil es auf digitalen Märkten keine nennenswerten Zahlungsbereitschaften für Inhalte gibt, müssen Verlage ihr Produkt verschenken. Kevin Kelly, der Gründer des “Wired Magazins”, stützt in seinem Blog diese Erkenntnis: “Das Internet ist eine Kopiermaschine… Doch im Gegensatz zur Massenproduktion des Industriezeitalters sind diese Kopien nicht preiswert – sie sind kostenlos.” Kelly rät Medienhäusern deshalb, ihre Inhalte so zu differenzieren, dass sie nicht so leicht kopiert werden können: durch Unmittelbarkeit, Personalisierung, Deutung, Authentizität, Zugänglichkeit, Verkörperung, Patronage und Auffindbarkeit
Kevin Kelly (31.2.2008): Better than free.
Außerdem:
6. Mark Glaser (28.06.2007):
Techno Optimism: 10 Reasons there’s a bright Future for Journalism
7. Doc Searls (24.03.2007):
How to save newspapers
8. Rich Gordon (17.04.2007):
Build a network, not a destination
9. Steve Yelvington (08.03.2007):
Live newspapers and dead deer
10. Christiane Schulzki-Haddouti (26.01.2008):
Zukunft der Medien: 10 Beobachtungen & 10 Thesen
Markus Hofmann
Autor: Gastblogger Kategorie: A bis Z, Ausbildung, Zukunft des Journalismus | 7 Kommentare »
Tags: A bis Z, Howard Owens, Kevin Kelly, Mathias Döpfner, Rupert Murdoch, Washington Post, Wired
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Am 20. Februar 2008 um 08:54 Uhr
[...] Zehn lesenswerte Beiträge zur Zukunft des Journalismus (axel-springer-akademie.de/blog, Markus Hofmann) Medienrevolution. Untergang. Auferstehung in der schönen, digitalen Welt. Was passiert da eigentlich? Zehn lesenswerte Essays und (Blog-)Beiträge, die sich mit der Frage beschäftigen, mit welchen Veränderungen der Journalismus durch das Internet konfrontiert wird. Und was zu tun ist, um online zu überleben. [...]
Am 20. Februar 2008 um 11:23 Uhr
Zeitungssterben: Ich hör den Countdown ticken…
Am 20. Februar 2008 um 21:21 Uhr
[...] Es gibt Diskussionen und Schlagabtausche: Blogger und Journalisten sind sich spinnefeind. Und Zeitungen und Online-Medien kraftmeiern. Hilft aber nicht der Sache: die beiden könne nicht mehr ohne einander. Warum da so ist, und wie das in Zukunft auch weitergehen könnte, erklärt dieser Blogeintrag: [...]
Am 27. Februar 2008 um 19:56 Uhr
Warum dies Panik vorm Internet. Vor hundert jahren hat auch schon Jedermann, der um die Ecke wohnt, geschrieben. Wenns nennenswert lesenswert ist, dann zahl auch der Nachbar von Jedermann. Das was sich Journalisten an Arroganz angewöhnt haben sollte überdacht werden. Die Quelle der Weisheit hat keiner entdeckt. Chancen haben die, die gut und vor allem interessant schreiben und nicht die, mit dem Diplom an der Wand.
Einnahmen lassen sich immer generieren. Umdenken ist angesagt. Google machts vor. Schreib einen guten Blog und bringe dort Werbung ein, dann stimmt auch das Geld. Mit dem Internet kam die Zeit, in der Langsam von Schnell gefressen wird und nicht mehr Klein von Groß.
Am 27. Februar 2008 um 20:00 Uhr
man vergebe mir Tipfehler… ich bekomm hier ja kein Geld. Zeitungssterben ist unsinn. Wurstblättersterben trifft zu, aber darauf warte ich schon lange. Zeitungssterben würde dann beginnen, wenn HP und Canon die Tore schließen, denn dann will auch kein Mensch mehr Papier in der Hand haben… doch das dauert.
Am 7. Mai 2008 um 13:35 Uhr
So sieht der Chef der Axel Springer Akademie die Zukunft des Journalismus.
Am 18. September 2008 um 04:13 Uhr
Hi,
sorry for my bad english. I just want to say that i like this Blog.
Best
Moni