22.2.2008

Schlammschlacht

final.jpg
Catch as catch can: Niggemeier und Broder im Clinch.
Montage: Tom Uecker;  Fotos: Pilick/news_aktuell, pp/zi, ks/lrei

Ich will mir Stefan Niggemeier und Henryk M. Broder nicht nackt vorstellen, um Gottes Willen NEIN, nicht mal halb nackt im Tangaslip, aber so ein bisschen erinnern mich die beiden an aufgegeilte Schlammcatcher. Seit Monaten bewerfen sie sich verbal mit Dreck – eine saubere Schmutzkampagne, astrein formuliert. Der eine schreibt übers “Gehirnfasten mit Henryk M. Broder”, und das gleich als Serie, der andere von “Schweinchen schlau”, dem „Schmock“ und “Sesselpupser”. Wortakrobaten in Hochform. Der vorläufige Höhepunkt, Licht aus, Spotlight an: Broders Polemik “Die Laus, die brüllte”, “mit freundlicher Genehmigung des Autors” heute auch in der “Welt”. Lesen Sie, lachen Sie!

Ich möchte Sie nur kurz auf eine Passage hinweisen: “Niggemeier treibt es nicht mit sich allein. Einige zehntausend Aficionados (mit einem f, Herr Broder), die nicht einmal eine gelesene ‘Bild’ aus der U-Bahn mitnehmen würden, besuchen regelmäßig den ‘Bildblog’, um sich darüber zu informieren, was ihnen so zuwider ist wie einem Vegetarier eine Portion Tartar. So wichst zusammen, was zusammen gehört” (den schweinischen Satz übrigens erspart die “Welt” vornehm ihren Lesern, was den Übergang zu Broders nächstem Absatz leider total versaut). Sind das alles Masochisten?

Warum lesen “Bildblog”-Leser “Bildblog”, und das wie Süchtige oft gleich mehrmals am Tag? “Weil meine kritische Haltung gegenüber der Bild fundiert sein soll”, antworten mehr als 80% in der Online-Befragung der Uni Bamberg ganz brav. Was echt komisch ist, denn nur eine verschwindende Minderheit der “Bildblog”-Leser kennt die “Bild” überhaupt, wie die Studie auch ergab. Die allermeisten lesen sie gar nicht. Weder regelmäßig noch fundiert, nicht mal oberflächlich, sondern einfach NIE. Da reden Blinde vom Bild. Oder Eunuchen über Sex.

Autor: jep Kategorie: A bis Z, Blattkritik | 60 Kommentare »
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60 Kommentare zu “Schlammschlacht”

  1. tom7/24

    Herrlich, diese Fotomontage!

    Wie schreibt Broder doch so treffend über Bild-Blog: “Es ist nicht Medienkritik, es ist gelebtes Junkietum.”

  2. Patrick

    Selbstverständlich sind BildBlog-Leser oft keine Bildleser.
    In den Medien-Meta-Blogs von Niggemeier und seinen Artgenossen treiben sich in erster Linie kritische Bildungsbürger mit außergewöhnlich hoher Medienkompetenz herum, oft selber Blogger oder Journalisten. Selbstredend, dass dies nicht die Kernleserschaft der Bild darstellt.
    Sie “kennen” die Bild selbstverständlich, müssen deshalb aber keine Stammleser sein.

  3. Morn

    Ich bin gerade irritiert. Finden Schlammschlachten und dreckige Kampagnen nicht gewöhnlich tagtäglich in der “Bild” statt?
    Ich bin jedenfalls doch glatt sehr gerne “süchtig” nach Bildblog, statt mir springerschen Journalismus aus der alleruntersten Schublade zu geben.
    Darüber hinaus, ich weiß ja nicht, ob man die “Bild” (schlimmstenfalls regelmäßig) überhaupt lesen, um die “Qualität” des Blattes einschätzen zu können. Aber, das weiß man an der A. Springer Akademie vermutlich besser.

  4. Nic

    @ Patrick

    Hab die Uni-Studie noch nicht ganz durch (ein Haufen Papier!) aber wenn ichs nicht falsch verstanden habe, dann lesen Bildblog vor allem Leute, die hauptsächlich ihre Vorurteile bestätigt haben wollen.

  5. Nic

    Ach, noch was, auch an Morn: Als Journalist kommt man doch gar nicht an der Bild vorbei, egal ob sie einem gefällt oder nicht. Da werden so viele Themen gesetzt, über die alle sprechen, die muss man regelmäßig lesen.

  6. Florian

    Hallo Jep, wenn schon Umfragedaten, dann doch bitte genau: Herausgefunden wurde nicht, dass nur eine “verschwindende Mehrheit” der Bildblog-Leser die Bild “kennt”, sondern dass rund 65% sie nie “lesen”. Das bedeutet eben auch, dass rund 45& sie durchaus ab und zu lesen, auch wenn’s “seltener als mehrmals im Monat” ist.

    (Und muss man jetzt eigentlich alles selber erlebt haben, worüber man liest? Wäre ein interessantes Statement von einem Journalisten)

    Und an Nic: Man kommt sehr gut an der Bild vorbei, auch als Journalist. Man muss sich nur die Mühe machen, nicht einfach nur maschinell Pseudothemen durchzureichen. Und ein gewisser Anspruch und etwas Berufsethos gehört natürlich auch dazu.

  7. zweifler

    Bei dem Zoff zwischen den beiden geht wohl weniger um Inhalte – das ist sehr richtig.
    Zwar bringt mich Broder zum Lachen, doch entlarvt er sich, indem er sich outet: dass er nämlich erst vor kurzem zum ersten Mal den “bildblog” besucht hat. Internet ist demnach wohl nicht Broders Ding. Ist vielleicht auch richtig so. Dann aber so wortgewaltig zu schießen – nun ja, da wird die Diskussion über Web-Inhalte oberflächlich und blöd. Dann vielleicht doch lieber einfach nur über Journalismus diskutieren: So wie der “New Republic” aktuell über das interne Hin und Her zum McCain-Lobby-Artikel berichet. Wann werden Artikel gedruckt? Und wer will sie wie verhindern?

  8. Morn

    Als Werbetexter beispielsweise “muss” man die Bild auch regelmäßig lesen, wegen den geilen Headlines. Und als Bauarbeiter auch, wegen den geilen Titten. Und als Fussifan ebenso, wegen dem tollen Sportteil.
    Trotz meiner Ressentiments gegenüber Springer und dem Selbstbetrüger Diekmann erkenne ich durchaus, dass die Bild Themen setzt.
    Das Problem ist nur, dass die allermeisten Themen, die Bild setzt, an sich und für sich betrachtet nicht der Rede wert sind.
    Es sind kreischende Schlagzeilen mit kaum wahrnehmbarer Substanz, Nullnachrichten, Gossenhauer, Unrelevantes und selbstverständlich bitterböse und gefährliche Kampagnen (aktuelles Beispiel Ausländerkriminalität, Wahlkampf für Koch). Das kann man sich natürlich reinziehen, man kann es aber auch lassen und die Bild ignorieren – so wie immer mehr Leser es glücklicherweise auch machen.

  9. Schattenlos

    Ich möchte mir Jan-Eric Peters und Kai Diekmann nicht nackt vorstellen, um Gottes Willen NEIN, nicht mal halb nackt im Tangaslip, aber so ein bisschen erinnern mich die beiden an aufgegeilte Schlammwerfer. Beide werfen mit Schlamm (ich lass das Wort was hier eigentlich hingehört mal weg) um sich und wundern sich über den Dreck in ihrer Nähe.

  10. Daniel

    liebe springer!
    bitte nicht schon wieder! Ihr könnt euch drehen und wenden und ahlen und euch den anstrich des unabhängig berichtenden geben, jedoch entlarvt euch jeder eurer beiträge zum thema bildblog selbst als – ich zitiere – “…aufgegeilte Schlammcatcher”. lasst es doch einfach bleiben, denn aufgrund eurer herkunft aus schmieri… ähm schwierigen verhältnissen wird euch eines ganz sicher nie gelingen: eine unabhängige, überparteiliche berichterstattung. diese aufgegeiltheit gegenüber fundierter kritik, gegen die man so gar nichts machen kann (das tut bestimmt immer am döllsten weh, nich wahr?) trieft aus jeder eurer zeilen. das ist ein bisschen so, als wenn sich der wolf einen viel zu kleinen schafspelz nur lose übergeworfen hat …

  11. Nic

    @ Daniel und Patrick

    Ja, bitte nicht schon wieder so ein Hickhack! Trotzdem finde ich die Studie interessant und die Tatsache, dass danach die meisten Leute Bildblog aus Unterhaltungsgründen lesen und um ihre Vorurteile zu pflegen, ohne Bild jemals zu lesen (@ Florian: eine Zeitung, die man nie liest kann man ja wohl nicht kennen im eigentlichen Sinne).

  12. Florian

    Nic, schön, wie auch Du die Studie selektiv liest. Ich zitiere: «BILDblog erfüllt sowohl Unterhaltungs- als auch Informationszwecke, denn drei Motive für die Nutzung werden jeweils von mehr als 70 Prozent der Befragten genannt: „Weil es unterhaltsam ist”, „Weil meine kritische Haltung gegenüber BILD fundiert sein soll” sowie „Weil ich mich über die Fehler der BILD-Zeitung informieren will”.»

    Zwei Fragen:
    Sind die Vorurteile, die die Leute pflegen Deiner Meinung nach pflegen wollen, unberechtigt?
    Und findest Du, dass man alles mit eigenen Augen sehen muss, um sich ein Urteil zu bilden?

  13. Florian

    pflegen

  14. Florian

    Aha, hier werden also Tags weder umgesetzt noch als Text angezeigt. Also bitte einmal “pflegen” wegdenken da oben.

  15. Schattenlos

    Lasst mich noch etwas anmerken: Ich lese die BILD – obwohl von lesen kann keine Rede sein. Ich nutze die BILD um mich zu amüsieren umd mal wieder mit dem Kopf zu schütteln. Schon Jahre bevor ich auf BILDblog stieß amüsierte ich mich immer wieder auf’s neue wenn die BILD wissenschaftliche Themen abhandelte … Dann wurde ich (leider) älter und lernte etwas über Persönlichkeitsrechte. Von da an schüttelte ich beim “lesen” der BILD öfter mit dem Kopf. Und erst später stieß ich auf BILDblog und schaue immer noch täglich in die BILD (meiner Eltern) und schüttle heute immer noch meinen Kopf und lahc eüber wissenschaftliche Beiträge in der BILD.

  16. Nic

    @ Florian

    Ein anderes Fazit heißt: Die Leute lesen Bildblog, weil sie „die eigene kritische Haltung speziell gegenüber dem Boulevardmedium und dem Springerkonzern generell unterfüttert“ sehen möchten. Das zum Pflegen von Vorurteilen.

    Man muss sicher nicht immer alles mit eigenen Augen sehen für ein Urteil. Aber wnn man so vehement gegen die Bild ist (in der Studie ist ja auch viel von Hass und Abscheu die Rede), dann darf man sich nicht auf Zweite-Hand-Informationen verlassen. Man liest jeden Tag Bildblog und regt sich auf (oder amüsiert sich) – aber das, worums geht, hat man noch nie in der Hand gehabt. Das ist doch verrückt.

    Es gibt bestimmt Vorurteile, die sich am Ende bestätigen können, aber genauso sicher wird es Sachen geben, die man nicht erwartet hat und die einen vermutlich sogar positiv überraschen.

    So, Schluss jetzt, ich will ins KIno.

  17. Florian

    Nic,
    einverstanden bei den Aussagen zum Springer-Konzern, die sind mir auch etwas zu überzogen. Aber ich glaube nicht, dass sich die Urteile über die Bild selbst ändern würden, wenn die Befragten nun alle regelmäßige Bildleser wären. Im Übrigen: “noch nie in der Hand gehabt”, das trifft wohl auf so gut wie niemanden der Befragten zu.
    Die Informationen im Bildblog über die Fehler der Bild sind in der Regel sehr gut belegt und oft sogar mit ein paar weiteren geöffneten Browserfenstern nachvollziehbar. Wenn das Blog selbst einen Fehler macht, korrigieren sie sich. Das Bildblog ist mit Abstand glaubwürdiger als jede Ausgabe der Bild.
    Und ob irgendeine vielleicht gelungene Kolumne oder witzige BU in der Bild soviel positive Überraschung sein kann, dass es all die anderen Unglaublichkeiten aufwiegt, das bezweifle ich. Und ich hab ab und zu so ein Blatt in der Hand, ja.

  18. Timsah

    …köstlich, jan-eric! toppt broder locker!

  19. Cinimo

    Hier wird nicht über Medien diskutiert, sondern BILD-Inhalte blind als Wahrheit hingestellt.

    BILDBlog-Leser sind medienkritisch, also genau das Gegenteil davon, was einen typischen BILD-Leser definiert.

    Es ist einfach nur logisch, dass die Welt so etwas begierig übernimmt. Wenn der Axel-Springer-Konzern solch einen Beitrag nicht direkt bei BILD veröffentlichen kann, weil es gelinde gesagt “scheiße” aussähe, dann macht man das eben bei einem anderen hauseigenen Blatt!

  20. Parteibuch

    Die “Generation Doof” hat es nun glatt bis ins Parteibuch geschafft:

    http://www.mein-parteibuch.com/blog/2008/02/23/generation-doof/

    Viel Spaß

    Die Redaktion

  21. Pete

    Joke of the day

    “Florian
    Am 22. Februar 2008 um 17:40 Uhr
    Hallo Jep, wenn schon Umfragedaten, dann doch bitte genau: Herausgefunden wurde nicht, dass nur eine “verschwindende Mehrheit” der Bildblog-Leser die Bild “kennt”, sondern dass rund 65% sie nie “lesen”. Das bedeutet eben auch, dass rund 45& sie durchaus ab und zu lesen, auch wenn’s “seltener als mehrmals im Monat” ist.”

    klassisches BILD-Niveau (z.B. in Mathe – lach)

  22. Tobias

    So, hier mal kurz ein persönliches Statement zum Thema “BILD nie lesen”, “Vorurteile bestätigt sehen wollen“ etc.
    Es ist immer ein netter rheotischer Kniff, Urteile als Vorurteile zu diffamieren, da diese Bezeichnung impliziert, der Urteilende würde sich lediglich auf Gefühl und Hörensagen statt auf Erfahrung und Wissen verlassen – und obendrein sei er nicht bereit, eine aufwendige Faktenprüfung zu vollziehen. Damit wird dem rhetorischen Gegner gerne die Rechtferigung seines Urteils abgesprochen. So geschehen in Broders Text und auch hier.

    Im Falle von BILDblog-Lesern wage ich jedoch die Behauptung, dass deren Urteil mehrheitlich tatsächlich ein erfahrungs- und faktenbasiertes Urteil ist, und nicht etwa lediglich ein Vorurteil.

    Beispiel:
    Ich denke, die meisten jungen Menschen, die wachen Verstandes durch die Welt gehen, bemerken irgendwann, dass die BILD eine merkwürdige Zeitung ist. Hat man sich zu Beginn vielleicht noch amüsiert über all die Überreiztheiten, Phantasiestorys und Banal-Themen, stellen viele nach einiger Zeit fest, dass die BILD mehr ist als das. Nämlich, dass diese Zeitung auf erstaunliche Weise “Themen setzt” und aktiv versucht, Massen zu bewegen, bestimmte Trends oder Personen über Gebühr zu promoten oder in die Hölle zu schicken und bei alledem durchaus in der Lage ist, radikal und doppelzüngig die Seiten zu wechseln.

    Und spätestens dann fängt man an, nachzudenken.

    Stößt man dann auf eine Webseite wie das Bildblog, oder liest man Bücher wie den “Aufmacher”, bekommt man dankenswerter Weise in konzentrierter Form dargeboten, was die BILD von seriösen Zeitungen unterscheidet. Das hilft einem durchaus, etwas klarer zu sehen. Man erkennt, dass die absichtliche Verletzung von Persönlichkeitsrechten mit routinierter Regelmäßigkeit erfolgt. Dass und warum sich die Zeitung mit emotionalem Vollgas mal auf diese, mal auf jene Seite stellt. Dass eine erstaunliche Doppelzüngigkeit herrscht. Dass einseitig Personen zu “Personen des Zeitgeschehens” erklärt und folglich zu “journalistischem Freiwild” werden. Man lernt, warum diese Zeitung so funktioniert, wie sie funktioniert – und dass ihre Intention weniger Profi-Journalismus ist, sondern eher Unterhaltung und Ekstase.

    Das alles liest man so on- wie offline, und langsam versteht man die BILD.

    Und nun: Wer wollte so etwas noch “Vorurteil” nennen? Nein, das ist ein Urteil, das sich auf die bisherigen eigenen Leseerfahrungen stützt, und das durch den BILDblog-Service mit kontinuierlichen Fakten untermauert wird.
    Broder missversteht also die BILDblog-Leser gründlich; und der Fortwährende Besuch des BILDblogs ist nicht etwas die Bestätigung eines Vorurteils, sondern die Bestätigung des bisherigen Urteils.
    Schlimm? Ich denke nicht.

    Kommen wir nun aber zu einem weiteren Punkt: Der Unterhaltungswert des BILDblogs. Der ist durchaus manchmal gegeben. Ich stimme zu: Hat man einmal verstanden, wie BILD funktioniert und was das BILDblog tut, braucht man theoretisch nicht wiederkommen. Viele tun es dennoch.
    Wo ist da aber der Widerspruch zum Wunsch der Blogleser, sich kritisch zu informieren? Als sei es unmöglich, sich zugleich zu informieren, sein Urteil (nicht Vorurteil!) bestätigt zu sehen UND zugleich etwas Entertainment dabei zu haben! So wird aus der ursprünglichen Intention, sich zu informieren, tatsächlich ein gewisses Ritual zu Unterhaltungszwecken. Da der Entertainmentcharakter zum Glück jedoch den Informationscharakter nie ausstsicht, sehe ich keine Grund, diese Leserattitüde zu verdammen oder hinabzusetzen.

    Vorletzte Frage: Muss man konstanter BILD-Leser sein, um sich ein Urteil über diese Zeitung zu erlauben? Nö. Quatsch. Es reicht tatsächlich seltener als ein mal im Jahr der Griff zur BILD, um zu sehen, dass sich am Erfolgrezept des Blattes selbstredend nichts geändert hat. Wer es vor 5 Jahren für verwerflich erkannt und abgelehnt hat, wird es auch heute noch tun, da sich nichts Grundlegendes geändert hat. Daher kann ich auch keinen Wiederspruch darin erkennen, nach der eigenen Erkenntnis- und Positionierungsphase “nie” mehr BILD-Leser zu sein, aber dennoch das BILDblog weiterzulesen.

    Und letzte Frage: Muss man die BILD lesen, ob sie einem gefällt oder nicht? Zumindest als Journalist? Weil sie doch die “Themen setzt”.
    Ach Gott. Natürlich nicht. Was, ich frage, was kann man dieser “Zeitung” entnehmen, das unverzichtbar wäre und das man nicht auch auf anderen Kanälen erführe? Mit dieser Haltung billigt man dem Blatt wesentlich mehr Macht und Bedeutung zu, als es tatsächlich hat. BILD ist fein und erfolgreich als Marketinginstrument, wenn man mit ihr zu spielen versteht – aber in jeder anderen Hinsicht überschätzt man die Postille maßlos. Einfach mal nicht mehr lesen und testen, ob man wirklich so stark die vermeintliche Bodenhaftung verliert. Und dann erstaunt feststellen, dass dem nicht so ist.

  23. Peter Schollth

    Hallo Nachwuchsspringerianer,

    erstmal: schlechte Bildmontage. Das bekommt ja ein 12jähriger besser hin.

    Weiterhin würde mich interessieren, warum Broder in der Welt nicht “wichsen” (sic!) darf.

    Ich freue mich auf eine Antwort.
    Viele Grüße

  24. Sandro

    @ Pete

    Oder vielleicht doch Bildblog-Niveau? :-)

    Erstens zitiert Florian Jep schon im ersten Satz falsch (”verschwindende Mehrheit”), und zweitens hat der auch mathematisch recht.

    Für Erbsenzähler: Laut Studie lesen 64,9 Prozent der Bildblog-Nutzer die Bild nie und 25,5 Prozent höchstens einmal im Monat. Macht zusammen 90,4 Prozent, die Bild und ihre Berichterstattung nicht verfolgen und kennen. Oder andersherum ausgedrückt: “Nur eine kleine Minderheit der Bildblog-Leser liest die Bild-Zeitung regelmäßig”, wie es in der Studie heißt. Nämlich gerade mal 5,4 Prozent. Eine verschwindende Minderheit.

  25. GG

    He Sandro, Pete hat sich nur über Florian lustig gemacht, bei dem sind 65% + 45% = 100%. Jep hat richtig gerechnet.

  26. TCR

    Muss ich wirklich jeden Dreck regelmäßig lesen um ihn scheiße finden zu müssen ? Naja.

  27. GG

    Nee, scheiße finden fällt doch viel leichter, wenn man sich nicht zu intensiv mit dem Gegenstand beschäftigt, den man scheiße findet…

    Liest man deshalb eigentlich regelmäßig Bildblog? Weil man Gründe sucht, weshalb man eine Zeitung, die man gar nicht liest, aber scheiße findet, scheiße findet?

  28. GG

    @ Peter Schollth: Echt? Ein 12-jähriger? Toll!! Wenn der Kleine mal groß ist, schafft er es ja vielleicht sogar mal zu Springer. Und wenn nicht, kann er ja Bildblog lesen.

  29. Peter Schollth

    @GG

    Bei Springer zu arbeiten könnte allerdings interessant sein. Beim Axel Springer Verlag weniger. ;)

  30. Moment, Pete!

    Hallo Pete. Die “Nachwuchs-Springerianer” haben mit diesem Beitrag nichts zu tun. Bitte nicht alles in einen Topf werfen! ;-) danke!

  31. Tobias

    Ähm, was gibt es daran auszusetzen, dass viele Bildblog-Leser die Bild selbst nicht lesen? Bildblog verlinkt doch die Artikel oder zeigt Screenshots. Man kann sich also ein Bild vom kritisierten Artikel machen. Wozu sollte man dann noch das ganze Bild-Pamphlet lesen? Das Bildblog ist ja gerade dafür da, dass man die Bild _nicht_ lesen muss und trotzdem erfährt, was für ein Blödsinn drin steht.

    btw: An der Springer-Akademie lernt man wohl nicht, wie man Bilder (kleiner) skaliert, oder?

  32. Peter Schollth

    @30

    Hallo Pete. Die “Nachwuchs-Springerianer” haben mit diesem Beitrag nichts zu tun. Bitte nicht alles in einen Topf werfen! ;-)

    Naja, ich würd sagen die “Welt” gehört zum Axel-Springer Verlag. Insofern ist das schon irgendwie ein Topf. ;-)
    Aber was solls: Mich interessieren auch eher die Mechanismen dahinter. Gibt es einen Konsens solche Schmuddelwörter nicht zu veröffentlichen? Ist der Broder aus der “Welt” nicht ein falscher Broder, weil man seine Texte “schönt”?

  33. Gabriel

    @ Peter Schollth

    Der “Mechanismus” nennt sich Chefredakteursprinzip, d.h., jeder Chefredakteur im Springer-Verlag entscheidet solche redaktionellen Fragen für seinen Titel allein. Wer also eine Frage zu einer Entscheidung der Welt hat, muss die Welt fragen bzw. deren Chefredakteur und nicht irgendeinen der anderen 10.000 Mitarbeiter. Eigentlich doch auch ganz logisch, oder? ;-) Oder würdest Du beim Tagesspiegel fragen, wenn Du eine Frage zur Zeit hast, weil die in den selben Topf gehören? Außerdem hat der Autor hier im Blog die Kürzung der Welt oben schon deutlich kritisiert.

  34. Pottblog

    Pot(t)pourri (54)…

    Potpourri, frz.: Allerlei, kunterbunte Mischung
    Pot(t)pourri, dt.: Kurze vermischte Beiträge im Pottblog
    ***
    Die unendliche Logo-Geschichte rund um Ruhr.2010 – dem Ruhrgebiet als Kulturhauptstadt Europas 2010 – hat ein erstes Opfer gefunden. Onkel…

  35. Sven

    Bin auch einer jener Menschen, welcher die BILD nicht liest und sich nur anhand von BILDblog bedient um eine fundierte Kritik an ihr üben zu können.

    Denn wenn man mal ehrlich ist: wozu sollte man dieses Käseblatt auch kaufen?! Es macht wohl mehr Fehler als jede andere Tageseitung und nimmt dieses anscheinend auch noch wissentlich in Kauf. Denn anders kann man sich diese teilweise schon bösartige und sehr hohe Fehlerquote in der Berichterstattung nicht erklären.

    Wer die BILD einmal gelesen hat, der weiß wie sie tickt. Zudem bietet der BILDblog eben aufgrund seiner Berichterstattung wunderbar die Möglichkeit, jenes was kritisiert wird, auch zu überprüfen anhand von Quellenangaben.

    Ich lese BILD jedenfalls nur dann wenn sie mir durch Zufall in die Hände gerät. Und dann auch nur solange bis ich sie in den nächsten Papierkorb befördern kann… jedoch ist mir in den letzten paar Jahren keinerlei großartige Veränderung an der Aufmachung aufgefallen was zu einer Qualitätssteigerung geführt hat.

    Aber das wird jemand von Axel-Springe wohl nie verstehen.

  36. Florian

    @Pete (21.): Richtig und peinlich. Aber inhaltlich ist Dir nichts weiter eingefallen, ja?

    @Tobias (22.): Dem schließe ich mich an.

    @Sandro (24): “Minderheit”, auch richtig und peinlich. Die Nacht war kurz, aber ich glaube, Du hast verstanden, was ich sagen wollte. Dein “für Erbsenzähler” ist Unsinn, Du deutest mal eben die Aussagen der Studien nach eigenem Gusto. Gutes Bild-Niveau, gratuliere. Jep behauptet, dass nur eine verschwindende Minderheit der Bildblog-Leser die Bild kenne. Das steht nicht in der Studie, und das habe ich kritisiert. Dass nur eine kleine Minderheit die Bild regelmäßig liest, stimmt – aber das kann man von aufgeklärten Menschen auch wirklich nicht verlangen.

  37. Basti

    Ich glaube, da wurde einiges falsch interpretiert und wieder gegeben. Ich habe auch an der Umfrage teilgenommen. Und ja, ich lese keine Bild-Zeitung! Aber: Ich lese BILD.de! Und das reicht!!!

    Keine Grüße

  38. Floschi

    Man muss also die BILD lesen, um sie kritisieren zu dürfen? Sorry Jungs, euer Marketing an sich mag ja gut funktionieren, aber solche “Verkaufstricks” sind hochgradig peinlich und zeigen nur eure schwache Argumentationsbasis. Wenn ich diese Art der Argumentation auf ein anderes Beispiel ummünzen würde, dürfte ich auch den Bürgerkrieg in Kenia nicht als verwerflich bezeichnen, so lange ich nicht selbst daran teilgenommen habe.

    “Da reden Blinde vom Bild. Oder Eunuchen über Sex.”
    Oder die BILD über Wahrheit. Oder die BILD über Toleranz. Oder die BILD über Aufklärung. Oder die BILD über Persönlichkeitsrechte. Oder, oder, oder…

    BILD ist nicht lustig, sondern gefährlich.

  39. GG

    Floschi, ‘n bißchen weit hergeholt, oder?

    Umgemünzt auf ein anderes und passendes Medien-Beispiel wäre zum Beispiel die Aussage: “Die New York Times ist eine super Zeitung.” Kann man das sagen, wenn man sie noch nie gelesen hat oder das letzte Mal vor zwei Jahren?

    Oder würdest Du, anderes Beispiel, sagen: “Der neue Spielberg-Film ist total scheiße”, nur weil das Filmkritiker (zum Beispiel in einem Anti-Spielberg-Blog) meinen? Oder erlaubst Du Dir erst dann ein Urteil, wenn Du den Film selbst gesehen hast.

    Ich habe gar nichts gegen Bild-Kritik. Aber man sollte sich schon selbst ein Bild machen, was offenbar eine ganze Menge Bildblog-Leser nicht tun.

  40. Floschi

    Mag sein, dass das Beispiel weit hergeholt ist. Es ist aber kein inhaltlicher Vergleich, sondern führt lediglich die Begründung von Seiten der Bild-Fans, warum man als BildBlog-Leser die Bild lesen muss, ad absurdum.

    Wie schon in anderen Beiträgen erwähnt, belegen die BildBlogger ihre Artikel mit Quellen, warum soll ich also dem Springer-Konzern 50 Cent in den Rachen schmeißen? Mit jeder einzelnen Bild, die ich kaufe, fühlt die Bild-Redaktion sich in ihrem Handeln bestätigt und macht genau das, was ich NICHT will. Wenn du, GG, das nicht verstehen willst oder kannst, ist das alles andere als mein Problem.

    Deine Vergleiche zur NYT und zum Spielberg-Film sind m.E. unpassend. Dass die Bild z.T. reißerisch, ungenau, (bewusst) unwahr und manipulativ berichtet, ist FAKT. Wenn du das nicht siehst, tust du mir ernsthaft Leid. Wenn ich einen Film nicht mag oder eine Zeitung super finde, sind das subjektive Eindrücke bzw. Meinungen.

  41. Marianne

    Ich lese a) die BILD täglich und besuche b) BILDblog nahezu täglich. Ich habe c) bei Springer volontiert und kann daher beurteilen: Was Niggemeier und Co schreiben, ist vielleicht an einzelnen Stellen kleinkariert. Aber, es stimmt. BILD verzerrt die Wahrheit, sei es aus politischem Vorsatz oder, weil die Geschichte dann besser wird. Oder auch oft einfach nur aus Platzgründen.

  42. Broder & Co. gegen Stefan Niggemeier und Bildblog » Reflexionsschicht

    [...] dessen Beschwerden gegen die Bild beim Presserat. Und auch der Chef der Axel-Springer-Akademie äußert sich in seinem Blog über die Fehde Broder vs. Niggemeier. Die Bildblog-Leser kommen auch hier nicht gut [...]

  43. Tobias

    @ GG (Nr. 39)
    Wenn man Vergleiche bemüht, sollte man das tun, um sich gemeinsam der Wahrheit und gemeinsamem Verständnis anzunähern. Vergleiche sind dazu da, klarer zu sehen.
    Was Du gemacht hast, wahrscheinlich unabsichtlich, war jedoch eine Nebelkerze, die nicht zur Klärung des Sachverhalts beiträgt. Denn dein Vergleich funktioniert nicht, da er nicht analog genug ist.

    Kurze Erklärung (vielleicht auch interessant für alle, die noch immer meinen, man müsse eine Tageszeitung täglich lesen, um ihre Qualität und Ausrichtung beurteilen zu dürfen):

    Jede Zeitung hat ein Grundkonzept, das täglich wiederholt wird. Natürlich sind täglich die Nachrichten anders, aber das Konzept bleibt – also das worüber wie warum berichtet wird. Wie was warum dargestellt wird. Wofür wieviel Platz geopfert wird. Was als wie wichtig bewertet wird, was wo steht, und was gar nicht erst ins Blatt kommt.

    Ändert die Zeitung das Grundkonzept im Rahmen einer Neuausrichtung nicht, sind die Veränderungen nur graduell, selbst über Jahre gesehen. Wobei Chefredakteure durchaus unterschiedliche Akzente setzen können.
    Aufgrund dieser extremen Langfristigkeit ist es durchaus möglich, Wesen und Qualität einer Zeitung zu beurteilen, die man nicht täglich liest. Man beurteilt dabei nämlich nicht den Wert der einzelnen, tagesaktuellen Nachricht, sondern das große Ganze, das sich wesentlich langsamer ändert.
    Eine Tageszeitung ist ein kontinuierliches Ereignis, das Jahrzehnte lang täglich stattfindet.

    Ein Film jedoch hat ein (im Optimalfall) neuartiges Konzept, ist irgendwie anders als alles, was zuvor zum Thema gedreht worden war, und ist ein Einzelereignis. Ein Regisseur kann durchaus radikale Kehrtwendungen vollziehen, oder sich mal mit dem Holocaust, mal mit Aliens auseinandersetzen, um mal bei Spielberg zu bleiben.

    Ein Film als kulturelles Einzelereignis hinkt daher als Vergleich mit etwas, das Kontinuität darstellt, total.

    Vorschlag für eine bessere Analogie: Eine Serie wäre durchaus angebracht, eine Daily Soap zum Beispiel. Da ist das Äquivalent zur Tageszeitung durchaus gegeben: Tägliche Stories, fortlaufende Handlung, wiederkehrende Akteure, identische Autoren, gleiche Grundkonstellation, konstantes Konzept. Nur, dass eine Zeitung reale Nachrichten transportiert und eine Soap fiktive.

    Deshalb Rückfrage: Muss man unbedingt regelmäßig GZSZ, Verbotene Liebe o.ä. schauen, um beurteilen zu können, ob man die Serie gut gemacht und interessant und bereichernd findet oder nicht?

    Ich sage: Nein. Man schaut es sich ne Zeit lang an, kommt zu seinen Schlüssen, und entweder man bleibt dran – oder eben nicht.

  44. Tobias

    Bzw. Floschi hat, bei aller Sympathie, natürlich auch nicht grade den passendsten Vergleich gebracht – soviel nur zur Fairness.
    Wirre Vergleiche (”Eunuchen, die über Sex reden”), die nicht dazu dienen, irgendeine Erkenntnis zu befördern, sondern lediglich Munition im Wortgefecht darstellen, scheinen allerdings eh hier zum Inventar zu gehören.
    Schade eigentlich.

  45. Tobias

    So, und jetz hier nochma, um die Sache gründlich zu beenden: ;)

    Ich kenn die NYT nicht. Könnte aber aus o.g. Gründen durchaus nachvollziehen, wenn jemand die Zeitung auch nach zwei völlig abstinenten Jahren noch lobt, wenn er sie einmal für ausgezeichnet befunden hat. Allerdings muss man sich auch darauf gefasst machen, dass man, wenn man nach vielen Jahren zu einem sonst geschätzten Blatt zurückkehrt, auf einmal enttäuscht feststellen muss: “Böööh, das war aber früher besser…”
    Dem fiktiven NYT-Leser sollte man diese Ehrlichkeit, sein Urteil zu revidieren, dann auch abverlangen.

    Da das BILDblog jedoch die Nicht-(mehr)-BILD-Leser ganz gut auf dem Laufenden hält und quasi täglich beweist, dass sich nur wenig ändert (wobei die Fehlerquote tatsächlich gesunken zu sein scheint – nicht aber das Grundkonzept), läuft man auch als BILD-Quasi-Abstinenzler kaum Gefahr, auf einmal zu bemerken “Boah, cool, die BILD ist inzwischen ja richtig klasse geworden…!” Denn man ist dank des Blogs ja doch kein vollständiger Abstinenzler und weiß nach wie vor, was in der BILD so vor sich geht.
    Aber man spart Zeit, Geld, bleibt dennoch über das Grundkonzept der BILD informiert und bekommt sogar manchmal (selten) n netten kleinen Gag präsentiert. Klingt nach nem korrekten Tausch.

  46. Kai

    Witzig, dass hier rumgemeckert wird, dass viele bildblog-Leser die Bild nicht lesen, aber Broder beweihräuchert wird, auf Grund seiner bildblog-Kritik, obwohl er diesen Blog scheinbar auch nur einmal gelesen hat. Um die Bild zu verstehen braucht es nicht wirklich viel. Um diesen sehr guten Blog allerdings zu verstehen und nicht anhand 3 gesuchter, eher weniger starken Beispiele zu verklären, sollte Broder schon mal öfters reinschauen, bevor er rumpolemisiert.
    Außerdem hat er die Beispiele auch falsch interpretiert. So kam es bei dem Arbeitsaufwand der Schülerin natürlich nicht darauf an erbsenzählerisch aufzuzeigen, dass Bild sich verrechnet hat, sondern, dass die Bild hemmungslos übertreibt. Ist Broder zu wenig intelligent oder zu sehr populistisch für seine eigenen Beispiele?
    Echt enttäuschend, Broder! Das war gar nix!

  47. Thomas

    Ich verabscheue einschlägig bekannte Methoden der BILD, die nicht wegzudiskutieren sind. Aber ich stelle auch fest, dass BILD-Kritiker, draußen im echten Leben, die Anti-Bild-Keule immer dann auspacken, wenn sie ein dringendes Bedürfnis verspüren, den oben genannten (mitunter vermeintlichen?) “Bildungsbürger” herauszuhängen. Auf die trifft Broders Sicht der Dinge m.E. treffender zu als auf Niggemeier. Wenn sie sich in der Pfui-Teufel-Bild-Machart suhlen, wird ihr Hals immer länger, der Kopf streckt sich gen Himmel und sie setzen zum argumentiven Finale an, indem sie zunächst irgendeine lustige Geschichte erzählen (”Und überhaupt..die BILD darf sich ja auch nicht mehr “Zeitung” nennen, hat ja jetzt ein Gericht verboten”) und zugleich aufzählen, was sie so lesen oder zumindest mal im Vorbeigehen am Zeitungskiosk haben liegen sehen. (BILDblog wird übrigens meist nicht genannt). Das ist doch alles langweilig und geht seit Jahrzehnten so. Journalisten aus dem bildungsbürgerlichen Lager schreiben dienstlich im bildungsbürgerlichen Medium für ihresgleichen und kotzen in der Freizeit über BILD ab (um sich selbst zu beweisen, dass sie einfach toller sind, wenngleich sie die Überschrift in BILD neulich schon nicht sooo schlecht fanden…). Diese Haltung macht sie im Übrigen für den BILD-Konsumenten wohl auch durchaus unsympatisch, womit Bildungsbürger und bildungsbürgerliche Journalisten auch nicht mehr als Aufklärer über die Pfui-Teufel-BILD taugen. Wo sind die Journalisten, die gut und erfolgreich Boulevard machen, verständlich schreiben, das tun, was Journalisten immer tun sollten: komplizierte Sachverhalte einfach erklären und denen nicht dauernd die schwarzen Balken ausgehen bei der Katastrophenberichterstattung (die sie im Sinne der breiten Zielgruppe gern machen sollen – unter Einhaltung der Spielregeln)?

  48. Thomas

    …anstatt der seit Jahren kritisierten BILD den Markt zu überlassen..?

  49. neunauge

    Ich liebe BILD! Herrlich! Diese Berieselung seichter Luftblasen. Einfach geil, das laben am Leid, Ehrgeiz, Verlusten und Glanz anderer. Jeder Dreckskerl wird Vorbild. Und jede Dummnull wird zur Instanz – herrlich!

    Und dann gibts da eine Reihe von Polemikern die immer meckern muss.. Böll, Wallraf, Niggemeier.. und sogar die eklige Charlotte Roche! Bäh – da lob ich mir den schmierigen Diekmann. So ein feiner Mann. Der ist ja schliesslich dicker Kumpel vom umso dickeren – ehrenwerten – Herrn Kohl!

    Na wenn das der Dunstkreis des Herrn Broder ist… zu dem er sich hingezogen fühlt und dann Kritiker basht.. BRAVO!!

    Das Der SpringerKonzern in seiner peinlichen Art umsich prügelt – schon klar – aber begrüßen muss man das sicher nicht!

  50. GG

    Schon scheiße, wenn man alles besser weiß und besser kann und trotzdem immer die anderen die Erfolge feiern, oder? In jedem Fall ist es unfair, Niggemeier mit einem Typen wie Wallraff (zwei f) in einen Topf zu werfen. Was mich aber wirklich interessiert: Wie berieselt man Luftblasen? Können das nur Dummnullen?

  51. Uwe

    @GG

    So ein ganz Schlauer der A-S-Akademie…? Der Chef hat wohl befohlen, es soll mal bissl poliert werden im eigene Saustall .. äh.. Blog

  52. Paul

    Interessant, diese Argumentation. Man muss regelmäßig die Bildzeitung lesen, um zu wissen, woran man bei ihr ist? Wer die Bildzeitung regelmäßig liest, weiß doch gerade nicht, woran er ist. Dass die Mehrheit “Bild” gar nicht kennt, sagt die Umfrage nämlich, anders als Sie behaupten, nicht aus. Nur, dass die meisten Leser sie nicht *mehr* lesen. Und denken Sie nicht, dass man über schlechten Stil, mangelhafte Recherche und PR-Journalismus der Bildzeitung effizienter informiert wird, wenn man einfach täglich in den BILDblog schaut, als wenn man sich täglich Bild und bild.de vollständig durchliest? Und dabei auch noch die eigenen Nerven schont?

  53. benny

    meine meinung:

    ich habe jahrelang bild gelesen, vorallem deshalb weil sie so schön plakativ war und immer nackte frauen da waren…

    gut, da war ich auch noch in der lehre, und es gehörte einfach zum guten ton bild, bier und bause (pause) zu haben/machen…

    es gab zeiten da wünschte man sich die schlagzeilen, die alle (nicht-)bild leser wünschten als sie über die bild-zeitung lästerten:

    - kind fiel in mixer – bild sprach mit dem gehackten
    - chesna stürzte auf friedhof ab, bisher über 1000 tote geborgen – bild sprach mit den leichen

    später dann, kann man sagen, dass sich immer mehr fragen stellten:
    - ist bild nicht etwas übertrieben?
    - ist das wirklich so passiert?
    etc…

    also fing ich an meine fragen selbst zu beantworten und kam so zum BILDblog, den ich mittlerweile gerne lese… vorallem um andere dazu zu bewegen, nicht alles zu glauben und (sich selbst und alles andere) mal zu hinterfragen…

    heute kaufe ich mir keine bild mehr… das geld schenke ich mir… sondern lese sie bestenfalls von den kollegen die sich nicht die mühe machen wollen aus ihrem kokon zu kommen…
    und ja, ich stehe immer noch auf den mix aus sex (sex sells, trifft bei mir immer noch zu) und (übertriebenem) “journalismus”… sofern man bei bild davon reden kann…

    …PS: wer rechtschreibfehler findet, der darf sie behalten…
    …PS2: ich gehöre zu den 80%… beim bildblog, die eine fundierte meinung gegen bild haben wollen…

  54. Peti

    Wie dem auch sei: für mich ist nur interessant und wirklich wichtig, dass Kai Diekmann und seine freaks langsam aber sicher nervös werden! Und das ist gut so! Ein Schmierenblatt wie BILD, das systematisch verblöden will – weil sonst niemand diesen Schwachsinn kauft – , muss in der Öffentlichkeit an den Pranger gestellt werden!

  55. BEOWULF

    Die fundierte Meinung zu “Bild” ist unerwünscht und unnötig – sogar peinlich! Man muss das Geheuchel weder kaufen noch lesen, um zu verstehen, was hier erreicht werden soll. Jedoch, das dumm-dünne Blatt ist auch für Verweigerer unausweichlich. In der Tanke beispielsweise, auf Wechselgeld wartend, wenn der Blick dem dumpfen Lockmittel des unheiligen Farbentrios
    “Rot-Weiß-Schwarz” nicht ausweichen kann. Der flüchtige Blick auf Headlines ist aureichend, um zu verstehen, dass dieses Niveau für jene ist, denen man mit frischem Benzin davon fahren möchte.
    Die Rede ist vom intellektuelle Bodensatz. Leser die´s nicht besser wissen und Schmierfinken, die´s nicht besser wissen wollen.

    BEOWULF

  56. St Cullen

    Das vortreffliche an kommentierbaren Blogs ist, dass ein abgesetzter Kommentar keinerlei inhaltlicher Fundierung bedarf. Deshalb von meiner Seite – und das aus tiefstem Herzen: Meine Güte; was für eine dämliche Diskussion.

    Um die gesammelten Beiträge beider vertretenen Extreme in meinen eigenen Worten zusammenzufassen:

    1. “Bild ist ein wichtiger Teil der deutschen Medienlandschaft.”

    2. “Bild ist kacke.”

    Wow! Erkenntnis! Heureka! Denn wisst ihr was: beides stimmt (bedarf aber eigentlich seit mehreren Jahrzehnten keiner ernsthaften Diskussion mehr).

  57. Agentur Dresden

    Das Bild ist nicht nur schlecht sondern unheimlich Groß! Stolze äh schlammige 5983.62 KB …

  58. Karl Brinkmann

    Als Unterschichten-Blättchen, dass seine Leserschaft weder zeitlich noch interlektuell überfordern darf hat die Bild sicher ihre Berechtigung. Das pedantische Nachrechnen der Bild-Zahlenakrobatik auf Grundschülerniveau entlarvt einerseits den Bildblogger als kleinlich, ebenso wie die Einstellung der Redakteure der Bild, die ihre Leserschaft offensichtlich schon für zu doof halten als das es die Mühe wert wäre mal an den Fingern kurz abzuzählen ob man einigermaßen richtig rechnet.

    Sicher kann der Bildblog nicht ohne Bild leben, eine Zwangsgemeinschaft, die kein Seifenopernautor besser hätte erfinden können (auch wenn Bild immer mal wieder rechtliche Schritte gegen die juckende Fistel an seinem Hintern unternimmt).

    Herr Broder – wenn seine Kritik nicht Springerwohlfeil sein müßte – würde gut daran tun, seine scharfe Feder daran zu wetzen, wenn Bild mal wieder aus einer Gewalttat deutscher Jungendlicher mit den von der Bildred. geänderten Namen Ali M. und Jussuf D. den Eindruck erweckt es wäre eine Straftat von Ausländern, oder Opfer von Verbrechen und deren Angehörige zusätzlich in die Bildöffentlichkeit gezerrt werden.
    Und jemand muss doch auch mal kleinlich nachhalten, wenn die Bild im 5ten Jahr in Folge, einen 20 Jahre alten Wissenschaftsbericht, mit “neuesten Erkenntnissen” an den Bildleser bringt.
    Herr Broder, bedient denn nicht Bild genau die Mitglieder Ihres Volkswartbundes indem es in der Schlagzeile erst scheinheilig den Bildleser empört fragt ob das ZDF nackte Brüste zeigen darf und gleich auf der nächsten Seite einem “die nackten Möpse von Susi M. zum kuscheln einladen”?

    Bild ist einfach gefährlich, das kann man nicht laut und oft genug sagen und mit Bildblog kann ich es leider auch beweisen. Jeden Tag und immer wieder!

  59. Die Akademie der Schlammschlachten (6) « Sendungsbewusstsein

    [...] Peters’ Blogeintrag, mit überwiegend unsachlichen Kommentaren [...]

  60. Blogdex » Blog Archive » Bildblog

    [...] Bildblog Kritik “Der “BILDblog” und die Fehler der Anderen” von Henryk M. Broder auf Welt.de und Kritik seitens jepblog (Axel Springer Verlag) mit dem Titel “Schlammschlacht” [...]

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