GASTBLOG: Twittern ist doof. Echt?
schorschi Gestern im G*Munich essen gewesen: Sehr nette Location mit von der Decke hängenden Kerzen. Leider sauteuer, aber auch sehr lecker. about 5 hours ago from MobileTwitter“
Ist das wichtig? Nein, aber es beantwortet die Frage “Was machst Du gerade?” Und diese Frage stellt ein Onlinedienst namens Twitter, den man getrost als die internetgewordene Banalität bezeichnen kann.
Im Twitterstrom schwimmt, was anderswo ins digitale Klo gespült wird. Selbst im letzten Teenietagebuch steht Interessanteres als das, was gestandene A-Blogger hier zu Lande in Twitter schreiben.
“ringrocker *gähn about 16 hours ago from web”
Warum um alles in der Welt müssen Leute auch noch während sie am Klo sitzen ihr Handy auspacken und per Mobile Twitter die Welt wissen lassen, dass sie – am Klo sitzen? Weil es technisch möglich ist, sagen die einen. Weil es Spaß macht, sagen die anderen. Oder weil es ein Schrei nach Aufmerksamkeit ist, aus der Einsamkeit des Worldwideweb hinein in den niemals endenden Strom der Twitternachrichten?
BreakingNewsOnA multiple story hotel in Wrightsville, PA, is engulfed in a 4-alarm fire; injuries reported; people reported trapped – emergency services. about 1 hour ago from web
Doch nicht alles banal? Nein. Denn Twitter ist nur eine dumme Technik, der es egal ist, ob man am Klo sitzt oder in einer Nachrichtenredaktion. BreakingnewsOn ist ein Dienst, der in den Niederlanden sitzt und seine Nachrichten nur auf Twitter veröffentlicht. Dazu werden alle möglichen Quellen im Internet und anderswo angezapft. Sobald eine Nachricht eingeht, wird sie in den Twitterstrom gegeben. Den kann man sich auf der Webseite anschauen oder aufs Handy schicken lassen oder in den Messenger.
Christiane: There was an earthquake just a couple of minutes ago. 01:28 AM February 27, 2008 from web
Oder so. Wer vor Ort ist, ist schneller. Bevor die BBC es hatte, hatte es Twitter. Weil es eben ein 24/7-Dienst ist, der niemals schläft. Ich als Titternutzer kann auswählen, wem ich zuhöre (besser: wen ich lese) und wem nicht. Ich kann das mischen, das banale Leben eines Freundes in Berlin und die neuesten Infos von BBC.
Brandungskieker E-Portfolio-Session mit Marcel und mir #ec08 about 3 hours ago from web
Soll heissen: Er ist auf einem Kongress namens Educamp und gleich hält er einen Vortrag #ec08 ist ein Tag – wer nur etwas über ein Thema wissen will, sucht nach dem Tag bei www.hashtags.org/tag/ec08/ und bekommt alle Twitterbeiträge dazu. Für solche Veranstaltungen ist Twitter geradezu ideal, wenn sich alle daran halten.
thomaswanhoff: brauche mal input: die besten webhoster? 04:43 PM April 19, 2008 from web
Hier werden Sie geholfen. Wer im Twitterstrom schwimmt, ist nicht allein. Irgendeiner der Follower, jene, die meinen Twitterstrom lesen, wird schon helfen können.
Was ist dann der Unterschied zu Blogs? Twitter ist ein Mikroblog, aufs Wesentliche reduziert und vor allem schnell. Mehr als 140 Zeichen sind nicht drin, Bilder und so nur als Link.
Nachrichtenquelle für Journalisten? Ja und Nein. Man muss sich genau aussuchen, wem man folgt. In der Regel ist Twitter wirklich banal. Vielleicht unterhaltend. Aber keine Topnachrichtenquelle.
thomaswanhoff so, massage bestellt, muss nach der ganzen arbeit auch mal sein about 5 hours ago from im
Thomas Wanhoff
Autor: Gastblogger Kategorie: A bis Z, Ausbildung, Zukunft des Journalismus | 2 Kommentare »
Tags: Gastblog, Handy, Internet, Online, Thomas Wanhoff, Twitter
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