4.7.2008

Award der Woche für die Pressefreiheit

Es ist ein Wort, vor dem jeder Journalist angst hat: Zensur. Für viele Kollegen weltweit ist es auch heute noch keine Selbstverständlichkeit, die eigene Meinung frei zu äußern. Und auch die Informationsbeschaffung ist nicht überall so einfach wie hierzulande. Trotz des World Wide Web.

Dies gilt im besondern für den Olympia-Gastgeber China. Denn im Reich der Mitte wird das Internet von staatlichen Behörden überwacht und wer auf systemkritische Websites zugreifen will, lebt gefährlich. Zwei Künstler haben eine Antwort auf die Internet-Zensur gefunden: Die Schweizer Christoph Wachter und Mathias Jud ermöglichen mit ihrem Projekt “Picidae” einen Zugriff auf kritische Seiten durch die Hintertür.

Dabei werden die gesuchten Webseiten nicht als Text, sondern über einen sogennanten Pici-Server als Bild angezeigt. Also eine Art Screenshot. Damit können die virtuellen Spürhunde umgangen werden, denn die Webfilter können keine einzelnen Wörter aus dem Seitentext erkennen.

Die Seiten sind trotzdem ganz normal zu erkennen. Allerdings gibt es ein paar Einschränkungen. Animationen oder Videos können nicht angezeigt werden. Aber dennoch ist picidae.net ein Sieg gegen die Zensur. Der Jepblog-Award der Woche geht in dieser Woche deshalb an die Pressefreiheit.

Pablo Silalahi

Autor: student Kategorie: A bis Z, Zukunft des Journalismus | Keine Kommentare »
Tags: , , , ,

Verwandte Artikel

Einen Kommentar schreiben