25.7.2008

Award der Woche für die Popsplits

Sie sind viele. Und sie werden täglich mehr. In 60 Sekunden lassen sie ein Universum an Witz und Drama aufpoppen. Kurz und knackig, oft skurril, immer spannend. Kieksbunt wie Nina Hagen in “Heiß”, melancholisch wie Pink Floyd in “Wish you were here”. Punkig wie Die Toten Hosen in “Hier kommt Alex“, hip und hop wie Fanta4 in MFG. Dafür werden Sie heute mit dem jepblog-Award ausgezeichnet: die Popsplits.

725 Ausgaben dieses Formats sind seit 2001 bei radioeins ausgestrahlt worden. Perfektes Paar: eine der besten Sendungen – von einer der besten Rundfunk-Redaktionen, die in Berlin und Brandenburg am Start sind. Mit den Popsplits ist radioeins unterwegs zum ehrgeizigen Ziel einer Hall of Fame des Pop. Musikgeschichte pur. Professionell, fundiert, schnell – einfach gutes Radio.

“Bring it back…“: Schon der Jingle ist ein Hit. Hakt sich im Ohr fest, löst Vorfreude aus – zur richtigen Zeit vor dem Lautsprecher. Gleich knarzt Sprecher Michael Pan durch den Äther, wird er die Geschichte hinter einem Evergreen aus den letzten 40 Jahren erzählen. Mit Whiskey-Timbre und ausgeprägtem Hang zum verbalen Spektakel bringt Pan kurzatmige Mini-Krimis, leidenschaftliche Liebesromane oder fiese Feuilletons auf seine Rundfunk-Bühne. Dann folgt das Musikstück selbst – das beim Hörer oft jede Menge Erinnerungen und profunde Textkenntnisse freisetzt. “Bring ist back!“ Eben.

725 Geschichten – groteske und sanfte, wüste und schräge. Viele geeignet als Plot für einen Spielfilm. Was hat Frank Zappa mit Deep Purples “Smoke on the water“ zu tun? Und Mikas “Grace Kelly” mit seiner Musiker-Würde? Was verbindet den Muppet-Song “Mah Na Mah Na“ mit Sexfilmen? Welchen Kummer therapiert Norah Jones, wenn sie “Don’t know why“ anstimmt?

Täglich um 13.50 und um 18.50 Uhr gibt’s die Antworten auf solche Fragen. Im Bereich Berlin/Potsdam/Havelland werden sie unter 95,8 MHz in den Äther geschickt. Die weiteren Frequenzen finden sich hier, den Livestream hier.

Nachlesen kann man bei radioeins. Nicht aber Nachhören – Podcasts verbieten sich aus rechtlichen Gründen. Eine Hörprobe stiftet der apparat; die Multimedia-Firma produziert die Popsplits. Der Testfall: “Family Portrait” von Pink:

Naheliegend, dass dieses Format Ableger zeugt. Popsplits liegen in zwei Taschenbuch-Bänden vor. Die kurzen Texte vielfach erweitert um witzige Details. So findet sich im Anhang des Beatles-Waisenhaus-Stücks “Strawberry Fields Forever“ eine wunderbare Liste von weiteren Titeln “mit Obst und Gemüse“ (darunter Perlen wie “Banana Pancakes“ von Jack Johnson, “Lady Marmelade“ von Labelle, “Tangerine“ von Led Zeppelin, “Blueberry Hill“ von Fats Domino). Wilde Mischung, macht einfach Spaß.

Drei CDs helfen Neugierigen weiter, die lieber hören als lesen.

Und seit 2006 werden Popsplits auch als 15-Minuten-Beiträge ins rbb-Fernsehen übersetzt. Der Unterschied zum Radio: Hier erzählen die Musiker selbst Hintergründe und Anekdoten zu ihrem Hit, hier hat auch Zeitgeschichte einen Platz. Die Idee zur Fernseh-Form der Popsplits hatte radioeins-Moderator Robert Skuppin, für die Umsetzung stehen Regisseur Michael Reinhard und Fotograf Jim Rakete.

Auch die Filme darf radioeins nicht als Videostream online stellen. Youtube hilft weiter, als Kostprobe: Sportfreunde Stiller und „Ich, Roque“.

Zu guter letzt noch was zum Freuen: Am 10. Oktober geht die neue Staffel auf Sendung. Dann erzählen zum Beispiel Culcha Candela, Wir sind Helden und In Extremo die Geschichte hinter einem ihrer Hits. Immer freitags, immer um Mitternacht.

Katrin Aldag-Gendner

Autor: aldaggendner Kategorie: A bis Z | 1 Kommentar »
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Ein Kommentar zu “Award der Woche für die Popsplits”

  1. Toten Hosen

    Hört sich gut an – werde mal gelegentlich radioeins einschalten.

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