Peter Struck auf eine Pfeifenlänge
Kaum war er angekommen, da fragte er auch schon: “Hier darf man doch rauchen?” Eigentlich gilt im Hause Springer ja Rauchverbot. Doch Peter Struck hat gute Beziehungen, sogar zur Holding-Chefin Friede Springer, die auch dem Beirat der Akademie angehört. Sie machte für den SPD-Fraktionsvorsitzenden prompt eine Ausnahme. Während Struck seine Pfeife genoss, stellten die 20 Journalistenschüler aus Team 4 ihre Fragen.

So interessierten uns vor allem sein Führungsstil in der Fraktion, seine Meinung zur Linkspartei und zum möglichen Parteiausschluss von Wolfgang Clement.
Struck ging mit Offenheit auf unsere Fragen ein: Wie schwer es manchmal falle, in der Fraktion eine klare Linie zu finden, warum seine Enttäuschung über den ehemaligen Freund Oskar Lafontaine so groß sei und dass die SPD Wolfgang Clement nicht ausschließen sollte. Struck kritisierte die “Amerikanisierung des deutschen Wahlkampfes” und die Rolle mancher junger Politiker, die nach dem Studium direkt in den Bundestag gewählt würden, !ohne das Arbeitsleben zu kennen“.
Auch sein Amt als Bundesverteidigungsminister von 2002 bis 2005 war Anlass für Nachfragen. Ob die Wehrpflicht noch Sinn mache? Peter Struck gab zu, dass man den Wehrdienst weniger zur Landesverteidigung und vielmehr zur Nachwuchsgewinnung brauche.
Peter Struck brachte uns mit der ihm eigenen charmant-schnoddrigen Art – der Mann nimmt wirklich kein Blatt vor den Mund! – des Öfteren zum Lachen, konnte uns aber genauso gut fesseln: Zum Beispiel dann, wenn er uns nicht zitierfähiges Insiderwissen aus der Zeit vor dem Irakkrieg anvertraute.
Nach diesem Abend konnten wir gut nachvollziehen, dass Friede Springer diesen Mann “aufrichtig bewundert“, wie sie sagt. Die beiden verbinde eine “gemeinsame Liebe“ – zu Israel.
Im September 2009 wird sich Peter Struck nicht mehr zur Wiederwahl für den Deutschen Bundestag stellen. Dann bleibt sicherlich mehr Zeit für sein größtes Hobby, von dem er auch an diesem Abend schwärmte: mit dem Motorrad durch Deutschland und die Welt zu cruisen.
Hans von der Burchard (auch Foto) / Mitarbeit: Alexander Kohnen
Autor: student Kategorie: A bis Z, Ausbildung, Gäste der Akademie | 4 Kommentare »
Tags: Akademie, Bund, Irak, Israel, Journalistenschüler, Peter Struck, Rauchverbot, Springer, Team 4, Wahlkampf, Wolfgang Clement
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Am 9. August 2008 um 02:59 Uhr
na, bei einem so riesigen text ist es natürlich gut, einen mitarbeiter zu haben. gerade, wenn parallel auch noch eine ein-foto-reportage entsteht. na, blogs ziehen ja auch immer nörgler an. hier ist einer. moin!
Am 14. August 2008 um 11:47 Uhr
Was spricht denn dagegen, den Kollegen, der sich mit einigen guten Vorschlägen eingebracht hat, mit zu erwähnen?
Am 15. August 2008 um 23:25 Uhr
nichts. ich finde hier den begriff “mitarbeit” nur lustig. steht sonst nur unter längeren beiträgen.
Am 16. August 2008 um 12:01 Uhr
frau mohn senior, chefin von bertelsmann, ist ein jahr älter als frau springer und trägt ebenfalls super knappe miniröcke. da es beide damen nicht mehr nötig haben, durch optische reize einen millionär anzulocken, ist dieser dresscode wohl ein machtsymbol. je höher der rang, desto kürzer der rock. der körper als tempel des geistes. die hohepriesterinnen der medienwelt als fitnessgöttinnen. in olympiaform auf dem olymp des mainstream. brot+spiele.