GASTBLOG: Meine Vorsätze für 2009!
In den letzten Monaten habe ich mich etwas antizyklisch mit dem Internet befasst. Während die Welt mit Facbook, Twitter & Co. flirtete, bin ich in die Tiefen der Blogosphäre abgetaucht. Zusammen mit meinem Kollegen Dennis Horn habe ich am Blogger-Buch gearbeitet.
Über die Jahre habe ich viele Blogs starten und sterben sehen. In den letzten Monaten habe ich ein paar Anregungen gesammelt, die ich mir von Bloggern im Umgang mit ihren Seiten entnommen habe. Deren Blogs hatten eins gemeinsam: Sie haben mich immer wieder überrascht oder fasziniert. Ich habe die Punkte gebündelt und ich will die als Impulse mit in das Jahr 2009 nehmen. Hier sind fünf Tipps für Blogger, die ihre Leser noch mehr faszinieren wollen.
1. Echter sein.
Ein Blog lebt von seinem Autor. Blogs funktionieren nur, wenn der Autor sich nicht verstellt. Leser wollen viel vom Blogautor wissen: Wer steckt dahinter? Was denkt die Person? Was motiviert die Person? Was hasst die Person? Stimme ich der Person zu, oder lehne ich die Ansichten ab? Ich vergleiche diese Situation mit dem Radio: Habe ich den Eindruck, dass der Moderator sich verstellt, schalte ich ab. Ist er authentisch, bleibe ich dran. Ich besuche ein Blogs, bei denen ich wissen will, was der Blogger über ein bestimmtes Thema zu sagen hat oder was ihn jetzt in diesem Moment bewegt. Weniger besuche ich Blogs, weil ich mich ausschließlich über ein bestimmtes Thema informieren möchte.
2. Weniger versprechen.
“Ich schreibe bald mehr, versprochen!” – diese oder ähnliche Postings finde ich in vielen Blogs. Oft stehen diese Beiträge schon ein paar Monate im Netz. Seit dem hat sich in 97 Prozent aller Fälle nichts mehr getan. Es gibt keinen Blogzwang! Leser verlieren aber sehr schnell den Spaß an einem Blog, wenn sie wiederholt enttäuscht werden. Sie sind nicht böse, wenn für eine Zeit kein neues Posting kommt, aber Ankündigungen von Serien, Beiträgen oder Fotogalerien werden schon ernst genommen.
3. Transparenter sein.
Okay, jeder Autor hat ein knappes Zeitbudget und die Texte können nicht schnell genug im Netz stehen. Aber für Autoren lohnt es sich, Zeit für eine ordentliche Verlinkung zu nehmen. Die Leser lieben es, wenn Schlüsselwörter mit den ensprechenden Homepages verlinkt werden. Es ist fair, wenn die “via”-Links ordentlich geführt werden. Wenn ein Autor ein Video in einem anderen Blog entdeckt, sollte dieses Blog auch verlinkt werden. Das fördert die Transparenz.
4. Weniger Last mitschleppen.
Viele Blogger haben sich komplexe Blogsysteme angeschafft. Mit der Zeit gibt es immer mehr Plugins und Addons, die in das System eingebaut werden. Das erschwert die Pflege und erhöht den Aufwand von einem ordentlichen Update. Ist das Blogsystem nicht mehr auf dem neuesten Stand, da der Autor sich innerlich vor einem Update sträubt, verliert er über kurz oder lang den Spaß am Schreiben. Die Hürden für’s Bloggen sollten also niedrig bleiben. Wer es wirklich spartanisch mag, sollte sich einmal die Tumblblogs anschauen.
5. Regelmässiger schreiben.
Hier gilt: Nicht versprechen, sondern machen. Ein gutes Blog muss nicht jeden Tag befüllt werden. Leser kommen aber gerne mehrmals die Woche auf ein Blog. Finden Sie dann jeweils neue Texte, die sie interessieren, bleiben die Leser bei dem Rhythmus. Jens Schröder hatte in diesem Jahr eine gute Idee. Er hat sich im Zuge eines Relaunches von den überflüssigen Rubriken in seinem Blog getrennt. Eine Rubrik ist wie ein Versprechen und führt zu einer Last, da die Rubrik regelmässig fortgeführt werden muss. Ohne diesen Zwang hat man als Autor mehr Energie, kreative Postings zu machen. Ein Blogeintrag muss nicht immer nur aus drei Absätzen mit Bild und zwei Links bestehen. Es kann auch mal nur ein Bild, ein Video, eine Liste eine Aufzählung oder etwas ganz anderes sein. Die Leser werden mehr überrascht und man selbst kann sich durch die Kreativität motivieren, regelmässiger zu schreiben.
P.S..: www.blogger-buch.de und http://tinyurl.com/blogger-buch
Noch mehr P.S.: Mit Thomas Knüwer und Franziska Bluhm streamen wir Ende des Jahres wieder und zeichnen die besten Blogger und die besten Blogs des Jahres aus. Zur Zeit nehmen wir die Nominierungen entgegen.
Daniel Fiene
Autor: Gastblogger Kategorie: A bis Z, Zukunft des Journalismus | 3 Kommentare »
Tags: Blogger, Daniel Fiene, Gastblog, Thomas Knüwer, ZEIT
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Das ist alles so selbstreferenziell. Blogger schreiben über Blogs. In Blogs werden andauernd irgendwelche anderen Blogs zitiert. Leute, habt ihr zu viel Zeit?