10.2.2009

GASTBLOG: Ein Twitter-Account macht noch keine Geschichte

Mein von mir überaus geschätzter und Ex-Kollege Peter Schink hat vor kurzem hier einen lesenswerten Beitrag über die neue Rolle der Journalisten geschrieben. “Wir sind keine Gatekeeper mehr” titelte er zu Recht. Man solle sich den neuen Möglichkeiten des Internets nicht verschliessen.

Nur: Ein Twitter-Account macht noch keine Geschichte.

Wer die Medienseiten und -dienste liest, hat den Eindruck, dass Verlage und vor allem Printmedien alles falsch machen, was sie nur können. Gerade das Web 2.0 scheint bei ihnen nicht angekommen zu sein.  Welche Medien twittern? Wer ist bei Facebook? Welche Zeitung betreibt ein eigenes soziales Netzwerk?

Meine These: Die Web 2.0-Forderungen an Verlage sind völlig übertrieben. Wer fordert, man müsse sich mehr um die Leser kümmern, sollte sich die Größenordnungen von Leserkommentaren bei großen Tageszeitungen einmal anschauen. Wer bitte soll die Hunderte von Kommentare auf Welt Online noch wirklich ernst nehmen und beantworten?

Es ist das Eine, ein Blog zu betreiben mit vielleicht 10 Kommentaren pro Beitrag. Es ist etwas völlig anderes, jeden Tag Hunderte von Artikeln herauszujagen, zu denen es wiederum Hunderte Kommentare gibt. Wer soll das alles bearbeiten?

Ähnlich verhält es sich mit mit Twitter und Co. Welt Online folgt auf Twitter über 1.000 anderen Twitternutzern. Ich wage die Behauptung, dass man jemanden einstellen müsste, um die Beiträge alle zu lesen und zu gewichten. Mal abgesehen davon, dass es kaum Sinn macht, lediglich  seinen Headlinefeed in Twitter einlaufen zu lassen.

Wie nun sollen Journalisten und Verlage diese Dienste nutzen?

Als Teil des Internets. Es reicht vollkommen, einigen wichtigen Twitternutzern zu folgen (die gibt es zuhauf im Bereich Internet, aus der Politik und Wirtschaft kommt ohnehin kaum etwas Vernünftiges).

Das Internet ist eine Recherchequelle und bisweilen produziert es Geschichten, bevor sie in den Agenturen stehen. Es lohnt sich durchaus, nach Themen(feldern) zu suchen. Wer sich für Umweltpolitik in den Entwicklungsländern interessiert, sollte in der Tat sich einen RSS-Feed anlegen, in den die wichtigsten Beiträge aus Medien, Blogs und was auch immer einfließen. Vielleicht gibt es auch einen Twitterer, der darüber schreibt. Sei’s drum, er ist auch nur eine Quelle.

Journalisten brauchen keine sozialen Dienste, sie haben keine Zeit zum rumschnacken und das ist auch nicht ihre Aufgabe. Ihre Aufgabe ist es, Geschichten zu schreiben. Heute haben sie dazu Möglichkeiten wie keine Journalistengeneration zuvor. Aber nur wenige nuzten es, um Geschichten zu finden und zu schreiben.

Umso wichtiger ist es, den Umgang mit Twitter und Co. zu lernen, zu verstehen wie es funktioniert, um es dann als Informationsquelle zu nutzen. Ich halte es für absolute Zeitverschwendung, wenn Journalisten in ihrer Arbeitszeit twittern. Das ist Aufgabe der PR-Abteilung.

Als Abonnent einer Zeitung, und davon gibt es noch eine ganze Menge, erwarte ich Lesestoff von meinem Lieferanten. Zum einen Erläuterungen des Weltgeschehens, zum anderen aber auch Neues, Aufregendes. Mit Sicherheit nicht, ob er gut geschlafen hat oder gerade beim Starbucks in der Schlange steht.

Spiegel Online macht es richtig mit Spiegel Eil: Dort wird nur getwittert, wenn es etwas Wichtiges gibt. BreakingNewsOnline ist ein Dienst, der oft schneller ist als die Agenturen, weil er über ein weltweites Netzwerk verfügt. Beide liefern etwas Besonderes: Exklusivität.

Und genau daran krankt der Verlagsjournalismus heute: Es gibt keine eigenen Geschichten mehr. Redakteure hämmern Agenturen zusammen, kaum einer hat noch Zeit zum Recherchieren, selbst bei Reportern und freien Zulieferern wird gespart. (Hier seien die Helden des Lokaljournalismus einmal ausdrüklich ausgenommen die Tag für Tag eigene Gechichten bringen müssen, weil die Agenturen nunmal wenig über Kleinkleckersdorf berichten).

Statt also seine Zeit damit zu verschwenden, in Second Life herumzulaufen, Hunderte belangloser Tweets auf Twitter zu lesen oder jeden Abonennten auf Facebook ausfindig zu machen und ihm eine Freundschafftsanfrage zu senden, sollten Journalisten diese Angebote als Werkzeuge nutzen.

Welches Angebot kann ich für welchen Themenbereich nutzen? Wie suche ich auf search.twitter.com? Wie lege ich einen RSS-Feed für eine Suchabfrage an? Welche Google-Alerts brauche ich? Welche Blogs liefern originäre Informationen?

Erst in einem nächsten Schritt können sich Verlage dann dieser Werkzeuge umgekehrt bedienen, um auf sich aufmerksam zu machen. Ja, man kann die Schwarmintelligenz nutzen, um mit Twitter zu recherchieren. Nur weiss dann aber auch jeder, was man gerade sucht.

Besser ist es, eine erfolgreiche Geschichte dort zu promoten. Und auf Facebook. Und im Blog. Wo auch immer. Soziale Netzwerke und das Web 2.0 in Gänze sind eine wunderbare kostenlose PR-Plattform für gute Geschichten, weil sie sich davon nähren. Dann soll man sie auch füttern.

Thomas Wanhoff

Autor: Gastblogger Kategorie: A bis Z, Ausbildung, Zukunft des Journalismus | 16 Kommentare »
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16 Kommentare zu “GASTBLOG: Ein Twitter-Account macht noch keine Geschichte”

  1. Philipp Ostrop

    “Journalisten brauchen keine sozialen Dienste, sie haben keine Zeit zum rumschnacken und das ist auch nicht ihre Aufgabe.”

    Das ist nicht ernst gemeint, oder?? Natürlich müssen Journalisten rumschnacken, natürlich müssen Journalisten sich in sozialen Netzen (Twitter, auf dem Marktplatz, in der Kneipe) bewegen.
    Ohne Input keine Geschichte.

  2. Blödsinnsblog bei Axel Springer « ostroplog - Das Weblog von Philipp Ostrop

    [...] jep-Blog, dem Blog der Axel-Springer-Journalistenschule, gibts einen Gastbeitrag. Es geht um Journalismus in Zeiten des Web 2.0. Und in diesem Gastbeitrag wird allen ernstes [...]

  3. Peter Schink

    Danke erst mal für die Replik. Die Argumentation ist m.E. wenig stringent, ich versuche aber mal auf zwei Aspekte einzugehen:

    1. Deine These: Es gäbe zu viele Leserkommentare und Tweets, als das Journalisten die lesen könnten. FALSCH. “Geht nicht” ist ein unbelegtes Argument. Natürlich werden hier im Haus Leserkommentare gelesen. Bei dreistelliger kommentaranzahl unter Texten ist das schwierig, aber das ist auch die Ausnahme. Auch hierfür werden wir mittelfristig ein “Altert”-System einführen, damit Redakteure wichtige Leserkommentare nochmal vorgelegt bekommen.

    2. Deine These: Journalisten bräuchten keine Netzwerke, sie sollen nur lernen darin zu recherchieren. AUCH FALSCH: Genau aus der Interaktion mit Lesern, aus der echten Kommunikation, entstehen die besten Anregungen und Geschichten. Die zielgerichtete Recherche ist darüber hinaus auch wichtig, da stimme ich natürlich zu.

  4. Frank Schmiechen

    “Die Web 2.0-Forderungen an Verlage sind völlig übertrieben”

    “Ich halte es für absolute Zeitverschwendung, wenn Journalisten in ihrer Arbeitszeit twittern. Das ist Aufgabe der PR-Abteilung”

    “Journalisten brauchen keine sozialen Dienste”

    “Spiegel Online macht es richtig mit Spiegel Eil”

    Wenn diese Sätze aus ihrem Beitrag lediglich provozieren sollen, haben Sie alles richtig gemacht, Herr Wanhoff. Ansonsten ist das natürlich purer Unsinn.

  5. Frank Schmiechen

    falls jemand meine argumente vermisst, bitte hier klicken: http://www.cluetrain.de

  6. Konstantin Pflüger

    Lesen und verstehen:

    http://www.cluetrain.de/

    Die Erklärung, was ein vermaschtes Massenmedium verändert, ist schon fast 10 Jahre alt. Es verstehen anscheinend trotzdem auch heute nicht alle.

  7. Konstantin Pflüger

    Danke Frank, warst schneller :-)

  8. Geisinho

    Warum denn nicht auch mal ein bisschen provozieren? Denn: Der Mann hat recht, zu weiten Teilen.
    Wer als Journalist ständig darüber twittert, was er gerade tut, oder besser: tun müsste, der ist dadurch auch ständig abgelenkt. „Stehe gerade bei Starbucks.“ Tatsächlich: das ist PR! Mag sein, man gewinnt dadurch als Autor Fans, vielleicht sogar neue Leser/User (PR hat ja auch ihre Berechtigung). Aber mehr zunächst meist nicht.

    Da muss schon wieder selber ran: Denn dass twitter und soziale Netzwerke auch große Potentiale bieten (search.twitter.com, Wannhoff weist darauf hin), ist ebenso wahr. Aber man muss eben lernen, die gezielt abzugrasen, konsequent und strukturiert und aktiv zu filtern. Alles andere ist – in Recherche-Hinsicht – Zeitverschwendung. Nichts Anderes will uns Herr Wannhoff doch letztlich sagen! (Warum erinnert search.twitter.com denn so verdächtig an den Google-Schlitz… Wenn man journalistisch mit twitter professionell arbeiten will, dann geht es ums Suchen, nicht ums zugeballert werden. Oder wie viele „Deep Throats“ haben sich schon per Twitter an Kompakt gewandt? Wer meint, mit seinen Starbucks-Geschichten Köder für die große Deep-Throat-Enthüllung zu legen, die dann irgendwann mal zum Dank für all die Unterhaltung reingewittert kommt, verschwendet doch wohl natürlich seine Zeit!

    Insofern: Was Kompakt bei twitter macht i s t PR. Und zwar gute. Nicht mehr, nicht weniger.

    Für problematisch halte ich, dass online heute viele Chancen vergeben (!) werden. WELT ONLINE versteht sich offenbar allzu oft als rasante Reste-Rampe, „Online first“ hin oder her. „Harald Schmidt für Büchersendung im Gespräch“ heißt es in der Zeile. Und im Text? Da fragt im letzten Satz der Redakteur einen Intendanten, ob nicht Harald Schmidt auch eine lustige Besetzung wäre für den Job. Antwort sinngemäß: „Haha, ja, das wäre witzig“. Und dann diese Zeile! Mag sein, dass die Klicks generiert. Nur: Was ist das wert, wenn mit jedem dieser Klicks eine Produktenttäuschung einhergeht, wenn der Leser/User sich darüber ärgert! In jeder Print-Redaktion (mal ehrlich: auch z.B. bei Spiegel-Online! – Das hat nämlich nicht in erster Linie mit dem Medium zu tun!), selbst beim bösen Boulevard hätte man gesagt: Mensch, das ist doch auf den ersten Blick als Blödsinn zu erkennen! Machen wir nicht! (Am besten noch garniert mit den üblichen, ungemein selbstkritischen Boulevard-Sprüchen: „So ist nicht Boulevard! Das war vielleicht früher mal! Unseriös! Funktioniert auch gar nicht! Zurück an die Journalistenschule, wenn du hier so was vorschlägst!“) Bei Online wird so was völlig schmerzfrei rausgehauen, Hauptsache, es bringt „Page Impressions“. (Dass das Generieren von PIs auch ohne solche Kollateralschäden funktionieren kann, zeigt in seiner optischen Umsetzung oftmals bild.de, und damit meine ich nicht den Erotik-Channel.)

    Online könnte man schon heute – etwa inform einer zusätzlich aufgeschalteten Seite, abgesetzt vom natürlich minütlich (auch auf der Startseite, brisantes Neues muss nun mal nach oben) fortschreitenden Nachrichtenstrom – hochwertigen Qualitätsjournalismus, tolle Features, spannende, bereichernde Reportagen, anbieten. Tolle Opener-Fotos! Elegante, nicht so dummdreist effekthascherische Teaser! Einfach mal die Chuzpe haben, auf Qualität zu setzen! WELT AM SONNTAG in Online-Form! Da liegt doch die Zukunft!

    Print ist das selbstverständlich, Online nicht nachgefragt? Glaub ich nicht! DA liegt das Potential. Gerade, wenn es darum geht, in einem Premium-Umfeld Geld zu verdienen.

    Stattdessen ewiges Nachjagen nach jedem einzelnen Klick, egal wie durchschaubar und ärgerlich für den User. Die Maßeinheit „PI“ gehört dringend abgeschafft oder in seiner Bedeutung zurückgedrängt. (Man ermittelt ja wenigstens schon den „Unique User“)

    Mir selber ist es egal, ob ich für Print oder Online schreibe. Es geht um den Text. Der muss gut sein. (Jaja, Online muss das „Portal“ vielleicht früher kommen etc, aber davon jetzt mal abgesehen…) Natürlich ändern sich die Distributionskanäle.

    Der ganze Quatsch mit dem „haptischen Erlebnis“ des Zeitungslesens als finales Argument pro Zeitung… wer schon mal in der U-Bahn die Spitze einer Zeitungsseite ins Auge bekommen hat, wird von dieser Romantik vielleicht leichter Abstand nehmen. Denn, ehrlich: Die Print-Zeitung hat auch im Hinblick auf den bloßen Konsum, das Lesen also, ja auch ihre Nachteile. Zeitung ist eine tolle Sache, aber, Hand aufs Herz: unverzichtbar ist sie nicht. Journalismus hingegen schon!

    Dass die neuen Distributionskanäle selbstverständlich erschlossen werden müssen (Die neuen Recherchekanäle, siehe oben, natürlich auch!) hat doch wohl mittlerweile fast jeder begriffen.

    Aber bei der Umsetzung stehen einem manchmal („Harald Schmidt für Büchersendung im Gespräch“ – FALSCHMELDUNG! FALSCHMELDUNG! FALSCHMELDUNG!!) die Haare zu Berge!

    Insofern verstehe ich weder die Einteilung in Crossmedia-„Befürworter“ und -„Gegner“ (die technische Entwicklung vollzieht sich nun mal – gut so! ich möchte nicht in den 60ern leben!), noch die albernen Grabenkämpfe darum.

  9. Geisinho

    oha, das ist ja riesenlang. aber das musste mal von der seele. meinte oben übrigens “jeder”, nicht “wieder” – just in case you were confused ;-)

  10. jep

    Provokation? Purer Unsinn? Im Großen und Ganzen hat Wanhoff ganz einfach Recht.

  11. Thomas Wanhoff

    @Peter: Ok, ich habe das anders gemeint. Gelesen werden sie natuerlich, ich meinte eher das keine Zeit zum Stellungnehmen oder gar diskutieren ist. Das was ein Blog eigentlich ausmacht. Und Kommentare sind ja doch mehr als Leserbriefformulare, oder? Man erwartet doch auch eine Stellungnahme des Schreibenden?

    Journalisten brauchen Netzwerke, aber nicht diese sozialen. Und vor allem müssen sie da nicht ständig agieren, kommentieren, Fotos hochladen oder jemanden Super-Poken! Sie brauchen Informanten, die aber haben einen bestimmten Bezug zu einer Institution, Partei oder was auch immer. Wer-kennt-wen und StudiVZ sind beliebig, dort trifft man entweder Menschen die man eh kennt oder Leute, die man nicht kennen braucht. XING oder LinkedIn sind da etwas wertvoller.

    @Schmiechen: Ich stehe dazu. Der klassische Journalist ist heute Redakteur und hat keine Zeit, sich durch die unendliche Weite der Netzwerke zu wühlen. Man sage mir welche wirklich großen Geschichte da rausgekommen sind? Schäuble-Seite gehackt? Bahn mahnt Netzpolitik ab? Alles ganz nett, aber a) Internetkram und b) nicht wirklich was Großes.

    Jede Nachrichtenagentur liefert heute eine Vielzahl mehr Geschichten als jedes soziale Netzwerk. Und ich bin ja auch gar nicht dagegen: Ich sehe nur nicht so ganz, warum man plötzlich alles stehen und liegen lassen soll, nur weil man twittern muss.

    @Pflüger: Vor allem die Leser scheinen das Vermaschen einfach nicht zu wollen. Seien wir doch einmal ehrlich: Irgendwo muss eine Nachricht entstehen, und irgendwo muss einer sein, der sie aufnimmt und verbreitet. Selbst BreakingNewsOnline macht nichts anderes als sich ein Korrespondentennetz aufzubauen. Nicht gerade neu die Idee. Und wir warten ab wie die Geld verdienen wollen. Mit Spenden klappt es derzeit schon mal nicht.

    Ich halte es für viel wichtiger, dass man sich die Quellen, die das Netz bietet, zu Nutze macht. Wenn die Feuerwehr Berlin twittern sollte, ist das ein Muss für die Morgenpost. Wenn die ihren Status bei Facebook schreiben, dann eben da nachschauen.

    Man zeige mir bitte, was die Ausflüge der Verlage in die Welt des Web 2.0 gebracht haben. Geld schon mal nicht. Das liegt nicht am Web 2.0. Ich halte das für eine große Bedrohung klassischer Verlage. Und bisweilen stellen sie sich dieser Bedrohung etwas hilflos. Aber sie sollten nicht jedem Rattenfänger hinterherrennen, nur weil der so eine schöne Flöte hat.

    @Geisinho : Die PI-Gläubigkeit hat da ihre Grenzen, wo die Verleger dann mal schauen wieviel Geld denn so ein PI tatsächlich ist. Und feststellen, dass man PIs nicht essen kann :-)

    Und zum Thema Provozieren: Ich will nicht zwangsläufig provozieren, aber vielleicht etwas auf den Punkt bringen. Eine Diskussion starten, so wie sich das in einem Blog gehört. Oder?

  12. Frank Schmiechen

    Wanhoff: “Ich sehe nur nicht so ganz, warum man plötzlich alles stehen und liegen lassen soll, nur weil man twittern muss.”

    wer hat das denn behauptet?

    leider müssen wir uns tatsächlich durch die unendlichen weiten der infoangebote wühlen. das ist unser job. kopf in den sand hilft dem redakteur nicht weiter . wir wollen doch die experten für kommunikation bleiben. oder? der leser und kunde wird jedenfalls täglich smarter. da müssen wir mithalten. auch wenn’s anstrengend ist. junge, schnelle, begabte journalisten können das leicht und locker leisten. und im internet gibt es jede menge hilfe zum sortieren, sichten, einordnen. blitzschnell. suchen sie doch mal danach. ist ganz einfach. oder keine lust auf “internetkram”?

  13. Manuel

    “Man sage mir welche wirklich großen Geschichte da rausgekommen sind?”

    Journalisten sollen nicht nur die nächste Geschichte hinter jedem Tweet or Facebook-Eintrag suchen. Denn wenn unsere Pflicht unter anderem das Verstehen und Aufzeigen von Trends in der aktuellen Kommunikation ist, müssen wir nicht nur passiv, sondern auch aktive Kommunikationswege nutzen. Wie etwas funktioniert und sich entwickelt, lernt man nicht anders. Und Journalisten haben doch die Pflicht, dem Publikum zu zeigen und zu erklären, wohin sich unsere Gesellschaft wie dreht. Ob Daumen hoch oder runter – darüber können Journalisten später entscheiden.

  14. Hans-Jörg

    Was soll man sagen? Wanhoff hat sehr recht. Mich interessieren tweeter-feeds nur, wenn sie interessante Gedanken beeinhalten. Das können auch sehr persönliche Infos sein. Die Autoren müssen keine Journalisten sein, sie müssen nur einen Nerv treffen. Manchmal sind das auch Nachrichten, die so speziell sind, dass sie nirgendwo anders auftauchen. Ansonsten ist Twitter – völlig korrekt – PR. So wie bei Welt Kompakt. Gelungene PR in diesem Fall, wie ich finde.

  15. Thomas Wanhoff

    Kollege Schmiechen, ich bin geradezu versessen auf Internetkram. Aber bitte nicht um jeden Preis. Ich habe ja gesagt, dass Twitter ein nettes Tool fuer die Recherche ist, ich wehre mich nur gegen die oft erhobene Forderung, dass jetzt jeder Journalist/Verlag twittern soll – also aktiv schreiben.
    Und was das Blitzschnell angeht: Manchmal ist es durchaus sinnvoll, nicht der erste zu sein, dafür aber der bessere, korrektere etc.
    Die Leser sind meiner Meinung nach mitnichten in der Masse so smart wie mancher Online gerne hätte. Wie alt sind die WELT Leser im Durchschnitt?

    Mein Beitrag sollte lediglich ein Appell sein, mal innezuhalten und nachzudenken, wie man Angebote wie Twitter nutzen kann. Ich freue mich ja über 3000 Follower bei Welt kompakt, aber gemessen an den verkauften Zeitungen ist das noch nichts. Und dort hinzukommen ist die Aufgabe. Und das ist schwer.

    Aber trotzdem viel Spass bei Twittern, Facebooken und social networken. Ich geh jetzt mal einen vietnamesischen Kaffee trinken und nachher am Fluss spazieren. Wen’s interessiert :-)

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