Dünkel-Haft für Jens Jessen! (Linksverkehr 9)
Erinnern Sie sich an Jens Jessen? Das ist der Feuilleton-Chef der “Zeit”, der in seinem Videoblog behauptete, die deutsche Gesellschaft habe “nicht so sehr ein Problem mit ausländischer Kriminalität, sondern mit einheimischer Intoleranz“ – nachdem zwei ausländische Serientäter einen Rentner in der Münchner U-Bahn fast zu Tode geprügelt hatten (die beiden sind inzwischen wegen versuchten Mordes verurteilt, die Revision läuft).
Ein schönes Beispiel für “einheimische Intoleranz” liefert Jessen jetzt im aktuellen “Zeit-Magazin”.
In der Rubrik “Gesellschaftskritik” versucht sich Jessen ebenso einfalls- wie erfolgslos daran, unter der Überschrift “Die Feuchtfrisur” zu beschreiben, “was seine nach hinten gegelten Haare über den neuen Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg aussagen”. Am Ende sagt der selbstgefällige Text nur über dessen selbstgefälligen Autor etwas.
Jessen bemüht alle Vorurteile, die man bei einem Glas Rotwein in einer scheinliberalen Redaktionsstube so an den Haaren herbeiziehen könnte. “Die Feuchtfrisur” sei “keine der üblicherweise in Adelskreisen bevorzugten Haartrachten”, sondern stamme aus dem “Ursprungsmilieu der Boulevardjournalisten, Türsteher und nahöstlichen Bonvivants” undsoweiterundsofort.
“Der Einsatz von Wetgel, der die morgendliche Selbstbeschäftigung fördert,” schließt Jessen, “ersetzt womöglich nur die gepuderte Perücke, die im 18. Jahrhundert die Liebe zum männlichen Ego dokumentierte”.
Was sagte Jessen in seinem Videoblog doch gleich? “Letztlich zeigt der deutsche Spießer … überall sein fürchterliches Gesicht.” Dieses Mal auf Seite 9 des “Zeit-Magazins”.
Ich fordere Dünkel-Haft für Jens Jessen!
Autor: jep Kategorie: A bis Z, Blattkritik, Zukunft des Journalismus | 16 Kommentare »
Tags: Intoleranz, Jens Jessen, Spießer, ZEIT, Zeit-Magazin
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Am 21. Februar 2009 um 22:41 Uhr
jenau! http://medienelite.de/2008/08/05/antispieser-sind-die-wahren-spieser/
Am 22. Februar 2009 um 22:04 Uhr
Jessen hat bei seiner Feuchtfrisur-Aufzählung die Heranwachsenden mit Migrationshintergrund vergessen. Die tragen auch ganz gern Guttenberg.
Im Ernst: Die Beobachtung ist so falsch nicht, aber einfach zu platt für die “Zeit”. Das ist mehr was für die Studenten-Community “jetzt.de”.
Am 24. Februar 2009 um 02:12 Uhr
@ Atze: Was denn für ne “Beobachtung”? Dass Guttenberg gegelte Haare hat? Scharf beobachtet. Das Einzige, was das tatsächlich über ihn aussagt, ist dass er unbändige Locken hat.
Wenn Jessen es sich nicht ganz so extrem einfach gemacht hätte, hätte er mal drüber nachgedacht, warum die Frisur des Wirtschaftsministers von der Kanzlerin bishin zu vermeintlich seriösen Medien alle beschäftigt. Man könnte ja meinen, dass gerade beim WiMi, Krise und so, jetzt andere Dinge interessierten.
Am 24. Februar 2009 um 02:51 Uhr
Jens Jessen ist für mich spätestens seit dem Video von vor einem Jahr (und seinem Nachfolgeinterview im Deutschlandfunk) der mit Abstand widerlichste Feuilletonautor im deutschsprachigen Raum.
Ach, und was Oberflächen betrifft: Jeder schaue sich diese potthässliche, dickwänstige, unkenhafte Gestalt einmal an. Dass der nun auch noch Stilkritik betreibt, das ist, liebe Leute, Realsatire.
Am 24. Februar 2009 um 07:23 Uhr
@strandkorb
gut dass du “feuilletonautor” sagst, journalist hätte ich dir auch nicht durchgehen lassen. jessen hat ja schon in seinem video mit diversen falschen behauptungen bewiesen, dass er von recherche nichts hält. der gehört zu den typen, die nur ihre meinung in die welt posaunen möchten nach dem motto “an meinem wesen soll die welt genesen”. kotzt mich an!
Am 24. Februar 2009 um 08:47 Uhr
Ich bin jetzt schon etwas hin- und hergerissen. Einerseits finde ich sowohl Thema “Feuchtfrisur” als auch den Text selbst gar nicht so schlecht, andererseits sollte jemand wie Jessen aber schon deshalb in “Dünkel-Haft”, weil das Wort so toll klingt.
Im Ernst: Gedacht hat das doch jeder schon einmal, der eine Statement-Frisur (wie der hier benannten) in der U-Bahn hat sitzen sehen, oder? Aber, liebe AvB, selbstverständlich sind andere Themen wichtiger.
Am 24. Februar 2009 um 10:09 Uhr
Morgen lieber Sören!
Nein, ich finde das Thema gar nicht zu profan, lediglich Ansatz und Ausführung sind es. Im Gegenteil, die Tatsache, dass der Wetlook sogar laut Dir eine “Statement”-Frisur ist, wäre doch mal eine Analyse wert. Was denn eigentlich fürn Statement? Der Gute Gberg hat halt sonst nen Wuschel-Afro, das ist alles.
Am 24. Februar 2009 um 11:59 Uhr
Guten Morgen!
Aber Mr. Jessen hat doch auch irgendwie Recht: Man brauch in der Tat länger im Bad morgens. Zudem lässt das Glänzen den Träger eben selbstverwusster erscheinen. So: “slick” halt. Nicht?
Am 24. Februar 2009 um 13:00 Uhr
@ Sören
Jetzt fehlt nur noch, dass wir uns von Udo Walz erklären lassen, dass gelen viel schneller geht als waschen, legen, fönen…
Ein Stück über die Frisur des Wirtschaftsministers hätte eine Perle werden können. Zum Beispiel, wenn es der Autor geschafft hätte, mit Guttenberg ein originelles Gespräch über Mode und Stil zu führen.
Sicher nicht leicht, den Wirtschaftsminister zu Beginn seiner Amtszeit und mitten in der Finanzkrise dafür zu gewinnen. Aber vielleicht auch nicht unmöglich für einen Feuilleton-Chef der „Zeit“. Muss man halt mal fragen.
Es ist natürlich viel einfacher, ein paar flockige Zeilen runter zu rotzen. Aber eben auch billig statt geistreich.
Am 24. Februar 2009 um 19:15 Uhr
Brillante Idee! Da können Sie doch hier noch was lernen, Herr Jessen. Hätten Sie doch bloß beim Herrn von und zu mal angefragt…Aber vielleicht findet Herr Jessen es auch zu mühsam, mal aus seiner “scheinliberalen Redaktionsstube” (mein Lieblingssatz) womöglich gar ans Tageslicht zu treten. Und ehrlich gesagt, warum sollte der Guttenberg so nem zwielichtigen “Zeit”-Menschen nen Termin geben?
(Es wird jedoch gemunkelt, er habe ein paar Stunden nach seiner Vereidigung bereits zwei Redakteure der größten Sonntagszeitung in seinem bescheidenen Verschlag im Ministerium empfangen. Dabei soll investigativ aufgedeckt worden sein, dass er gar nicht wie zuvor gemeldet eingeflogenes Gel aus USA sondern stinknormales Studio Line Gel von L´Oréal benutzt. So viel zur (Boden-) Haftung…und den wirklich großen Themen.
Am 24. Februar 2009 um 20:14 Uhr
Hmm… genau. Die Wirtschaftsprognosen unterbieten einander, der DAX rutscht unter die 4000-Marke und die ehemalige “alte Tante” ZEIT fragt den Wirtschaftsminister nach der Wirkungsmacht von Haargel. Eigentlich in der Tat ganz gute Idee.
Nee, in der Tat ist der Text nicht preiswürdig, aber das mit den Feuchtfrisuren, ihre Geschichte und ihre WIrkung auf die Umwelt will einem trotzdem nicht aus dem Kopf… Für zwei Minuten mein ich, Kolumnenlänge halt. Danach mach ich mir gleich wieder Sorgen um die 4000-Marke…
Am 24. Februar 2009 um 20:50 Uhr
MACHEN!!! Kann man gleich die Frage beleuchten, was denn wäre, wenn der Minister statt gegeltem Schopf seinen Afro tragen würde. DAS wäre nämlich mal ein Statement!
Am 27. Februar 2009 um 15:49 Uhr
Nie wieder Die Zeit!
Welcher Affe hat Sie denn da gebissen, sehr geehrter Herr Jessen? Es liegt doch wohl nicht an Ihrem Alter, oder gar am Neid?
Den jungen, smarten, best ausgebildeten Wirtschaftminister zu Guttenberg, ein Hoffnungsträger allemal, nur über seine Frisur zu bewerten. Welch ein Niveau? Zum Glück ist diese junge Generation von der Ihren weit, weit entfernt. Da hat doch Ministerpräsident Seehofer vollkommen Recht, dass die über 60-jährigen nicht mehr viel taugen.
Nehmen Sie Ihren Hut und machen Sie den Jungen Platz, bevor Sie noch mehr verderben und viele Leser davon abhalten Die Zeit zu kaufen.
Am 13. April 2009 um 12:24 Uhr
http://www.titanic-magazin.de/badl_0904.html#c7365
Am 21. Mai 2009 um 15:23 Uhr
[...] 21)13. Axel-Springer-Preis: Jubel bei Team 4!14. GASTBLOG: No Comment15. Der Nord-Berliner16. Dünkel-Haft für Jens Jessen! …17. Gipfeltreffen der Nachwuchs-Schreiber18. Heimat Berlin19. Diepgens Visionen – oder doch [...]
Am 11. Juni 2009 um 14:34 Uhr
Woher will der Kleinbürger Jessen denn wissen, was in “Adelskreisen” bevorzugt wird? Liest er heimlich Das Goldene Blatt?