Brender ist nicht Jesus
Erinnern Sie sich noch an die Debatte um einen journalistischen Kahlschlag bei Sat.1? Dem das Magazin “Sat.1 am Mittag” zum Opfer fiel? Und? Vermisst? Jemals gekuckt? Ich könnte jetzt einen provokanten Bogen zu den Politmagazinen der ARD schlagen, aber ich biege vorher ab. (Lassen wir an dieser Stelle die links-/rechts-Wortspiele.) Denn auch im ZDF wird die Diskussion um die Zukunft von Chefredakteur Nikolaus Brender zur Schicksalsfrage hochgejazzt.

(Bildquelle: turi2.tv)
Ich möchte bitte nicht als Claqueur von Roland Koch missverstanden werden. Die Diskussion um die Ämterpatronage der Politik ist überfällig. Aber eine Frage sei trotzdem erlaubt: Worin besteht das journalistische Verdienst von Nikolaus Brender? (Erst nachdenken, dann klicken.)
Was genau hat das ZDF journalistisch in den vergangenen Jahren gestemmt? Ihnen fällt in Ihrer Not nur Guido Knopp ein, stimmt’s? Und dann noch Claus Kleber und Marietta Slomka. Aber bleiben wir bei den beiden: Welche Stories konnten die verkaufen? Haben “Berlin direkt” und “Frontal 21″ die große Koalition aufgemischt?
Das ist nicht alles ein Versäumnis von Nikolaus Brender persönlich. Aber eben auch kein Verdienst. Und apropos: Was mich wirklich nervt, ist die Heroisierung seiner Rolle in der Elefantenrunde 2005:
Ein Journalist spricht dem amtierenden Kanzler seinen Titel ab? Wie zitierte Kollege jep schon gestern: “Journalists do not take part in politics.”
Es war nicht Brenders einzige eitle Entgleisung in einer Diskussion, in der sich Gerhard Schröder keinesfalls soigniert gebärdete. Aber weder Platzhirsch-Denke noch Wettpinkeln sind adäquate Reaktionen. Was Souveränität bewirkt, kann man im Moment im Kino nachvollziehen. Und Paul Sahner empfiehlt: “Lieber mit dem Florett fechten, der Säbel rasselt zu sehr.”
Letztes Zitat: Eckhard Fuhr, heute in der WELT:
Dieser Streit offenbart mehr über die Hybris der Journalisten als über die der Politiker.
Autor: amayer Kategorie: A bis Z, Zukunft des Journalismus | 4 Kommentare »
Tags: ARD, Brender, Guido Knopp, Paul Sahner, Roland Koch, Sat.1, turi2, ZDF
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Am 26. Februar 2009 um 15:06 Uhr
Wenn ich das richtig verstanden habe, geht es bei der Debatte um Brender in erster Linie darum, ob die Politik sich bei einem gebührenfinanzierten Sender einmischen soll/darf/muss und nicht um die Qualitäten Brenders. Oder?
Am 26. Februar 2009 um 21:35 Uhr
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Am 3. März 2009 um 11:44 Uhr
Jetzt wird auch von Links gegen Brender geschossen. Ex-Zak-Moderator Küppersbusch nennt ihn in seiner “taz”-Kolume “Blender”
http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/wie-geht-es-uns-herr-kueppersbusch-73/
Am 10. März 2009 um 13:33 Uhr
“Mit der großen Solidarität” für ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender “ist es nicht weit her – im Gegenteil”.