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	<title>Kommentare zu: Herzlichen Glückwunsch, Günter Wallraff! (Linksverkehr 15)</title>
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		<title>Von: Klaus Grosser</title>
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		<dc:creator>Klaus Grosser</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Oct 2009 02:04:47 +0000</pubDate>
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		<description>Bitte um Angabe der Kontaktdaten des G. Wallraff wie:
Telefon, E-Mail, Adresse, etc.
Recht herzlichen Dank im voraus, Ihr K. Grosser
MfG, Ihr K. Grosser
Adresse:                                          ResidencialBalvanera                              
km 09, Libre a Celaya; Apdo. Postal 113 
Tel/Fax    : 0052-442-225 20 87          
Mobile     : 00521-442-186 3263                                                                 

C.P. 76900 Corregidora / Qro.                                 e-mail      : klamex01@prodigy.net.mx 

        - México -</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Bitte um Angabe der Kontaktdaten des G. Wallraff wie:<br />
Telefon, E-Mail, Adresse, etc.<br />
Recht herzlichen Dank im voraus, Ihr K. Grosser<br />
MfG, Ihr K. Grosser<br />
Adresse:                                          ResidencialBalvanera<br />
km 09, Libre a Celaya; Apdo. Postal 113<br />
Tel/Fax    : 0052-442-225 20 87<br />
Mobile     : 00521-442-186 3263                                                                 </p>
<p>C.P. 76900 Corregidora / Qro.                                 e-mail      : <a href="mailto:klamex01@prodigy.net.mx">klamex01@prodigy.net.mx</a> </p>
<p>        &#8211; México -</p>
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	<item>
		<title>Von: jepblog &#187; Blog Archive &#187; Linksverkehr (17): &#8220;Zeit&#8221;-Geist</title>
		<link>http://www.axel-springer-akademie.de/blog/2009/03/16/linksverkehr-15-herzlichen-gluckwunsch-gunter-wallraff/comment-page-1/#comment-289462</link>
		<dc:creator>jepblog &#187; Blog Archive &#187; Linksverkehr (17): &#8220;Zeit&#8221;-Geist</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Mar 2009 11:17:38 +0000</pubDate>
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		<description>[...] Nachtrag zum Linksverkehr (15). Heute ist die neue Ausgabe der &#8220;Zeit&#8221; erschienen. Aufmacher &#8220;Mein [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] Nachtrag zum Linksverkehr (15). Heute ist die neue Ausgabe der &#8220;Zeit&#8221; erschienen. Aufmacher &#8220;Mein [...]</p>
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		<title>Von: jep</title>
		<link>http://www.axel-springer-akademie.de/blog/2009/03/16/linksverkehr-15-herzlichen-gluckwunsch-gunter-wallraff/comment-page-1/#comment-289133</link>
		<dc:creator>jep</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Mar 2009 18:42:51 +0000</pubDate>
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		<description>Zur Abrundung. Wolfgang Michal hat mir geantwortet:

&lt;em&gt;Ich will das eigentliche Thema: “Wo sind die jungen Reporter?” jetzt nicht zum Thema Wallraff machen. Ich bin aber aufgrund des Denkens und Verhaltens von Günter Wallraff (der Heinrich Bölls undogmatischem Denken nahe steht) überzeugt, dass er zumindest nicht wissentlich mit der Stasi zusammengearbeitet hat. Es gab Leute, die die Archive der Diktatur DDR benutzen durften (z.B. für Recherchen über Kriegsverbrecher und Kriegsprofiteure, die nach 1945 unbehelligt im Westen weitermachen konnten). Ob diese Informationsbeschaffung erlaubt ist, darüber könnten wir jetzt lange rechten. Wie hätten Sie wohl als Reporter gehandelt? Eine andere Frage ist, ob es dafür Gegenleistungen gab, und die ist bis jetzt unbeantwortet. Den Rechtsstreit hat Wallraff jedenfalls gewonnen.&lt;/em&gt;

Meine Replik:

&lt;em&gt;Ja, lassen Sie uns das nicht endlos ausweiten. Nur eine kurze Anmerkungen noch, weil Sie den Rechtsstreit erwähnen. Im Urteil heißt es, dass die vorgelegten Dokumente „den Verdacht stützen, dass der Kläger IM (Inoffizieller Mitarbeiter) des MfS (Ministeriums für Staatssicherheit) war“. Sie erbringen lediglich “keinen Beweis für die subjektive Seite des Geschehens”, weil “nicht zwingend“ folge, dass Wallraff „willentlich und wissentlich” mit der Stasi zusammengearbeitet hat.
Wir müssen jetzt nicht darüber diskutieren, ob ein investigativer Reporter vom Kaliber Wallraff hätte wissen müssen, mit wem er sich da im SED-Staat einließ. Aber die “Zeit” hätte es bei ihrer Entscheidung berücksichtigen und den Lesern erklären sollen.&lt;/em&gt;

Und jetzt, denke ich, können wir uns wieder neuen Themen zuwenden.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Zur Abrundung. Wolfgang Michal hat mir geantwortet:</p>
<p><em>Ich will das eigentliche Thema: “Wo sind die jungen Reporter?” jetzt nicht zum Thema Wallraff machen. Ich bin aber aufgrund des Denkens und Verhaltens von Günter Wallraff (der Heinrich Bölls undogmatischem Denken nahe steht) überzeugt, dass er zumindest nicht wissentlich mit der Stasi zusammengearbeitet hat. Es gab Leute, die die Archive der Diktatur DDR benutzen durften (z.B. für Recherchen über Kriegsverbrecher und Kriegsprofiteure, die nach 1945 unbehelligt im Westen weitermachen konnten). Ob diese Informationsbeschaffung erlaubt ist, darüber könnten wir jetzt lange rechten. Wie hätten Sie wohl als Reporter gehandelt? Eine andere Frage ist, ob es dafür Gegenleistungen gab, und die ist bis jetzt unbeantwortet. Den Rechtsstreit hat Wallraff jedenfalls gewonnen.</em></p>
<p>Meine Replik:</p>
<p><em>Ja, lassen Sie uns das nicht endlos ausweiten. Nur eine kurze Anmerkungen noch, weil Sie den Rechtsstreit erwähnen. Im Urteil heißt es, dass die vorgelegten Dokumente „den Verdacht stützen, dass der Kläger IM (Inoffizieller Mitarbeiter) des MfS (Ministeriums für Staatssicherheit) war“. Sie erbringen lediglich “keinen Beweis für die subjektive Seite des Geschehens”, weil “nicht zwingend“ folge, dass Wallraff „willentlich und wissentlich” mit der Stasi zusammengearbeitet hat.<br />
Wir müssen jetzt nicht darüber diskutieren, ob ein investigativer Reporter vom Kaliber Wallraff hätte wissen müssen, mit wem er sich da im SED-Staat einließ. Aber die “Zeit” hätte es bei ihrer Entscheidung berücksichtigen und den Lesern erklären sollen.</em></p>
<p>Und jetzt, denke ich, können wir uns wieder neuen Themen zuwenden.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: jepblog &#187; Blog Archive &#187; Linksverkehr (16): &#8220;Die große Erzählung vom Amok&#8221;</title>
		<link>http://www.axel-springer-akademie.de/blog/2009/03/16/linksverkehr-15-herzlichen-gluckwunsch-gunter-wallraff/comment-page-1/#comment-288830</link>
		<dc:creator>jepblog &#187; Blog Archive &#187; Linksverkehr (16): &#8220;Die große Erzählung vom Amok&#8221;</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Mar 2009 10:58:58 +0000</pubDate>
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		<description>[...] habe mich diese Woche schon genug geärgert, darüber und über andere Merkwürdigkeiten in der Amok-Berichterstattung und über die Glorifizierung Günter Wallraffs durch die &quot;Zeit&quot;. Heute lacht die Sonne, es wird Frühling. Aber lesen sollten Sie den [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] habe mich diese Woche schon genug geärgert, darüber und über andere Merkwürdigkeiten in der Amok-Berichterstattung und über die Glorifizierung Günter Wallraffs durch die &#8220;Zeit&#8221;. Heute lacht die Sonne, es wird Frühling. Aber lesen sollten Sie den [...]</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: KONKRET</title>
		<link>http://www.axel-springer-akademie.de/blog/2009/03/16/linksverkehr-15-herzlichen-gluckwunsch-gunter-wallraff/comment-page-1/#comment-288709</link>
		<dc:creator>KONKRET</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Mar 2009 07:44:58 +0000</pubDate>
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		<description>Michal beklagt sich darüber, dass Wallraff immer noch seine großen Sozialdramen schreiben müsse, weil es an Nachwuchs fehle – aber Wallraff schreibt doch gar nicht:

http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BCnter_Wallraff#Diskussion_um_Urheberschaft

http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?id=13542081&amp;top=SPIEGEL</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Michal beklagt sich darüber, dass Wallraff immer noch seine großen Sozialdramen schreiben müsse, weil es an Nachwuchs fehle – aber Wallraff schreibt doch gar nicht:</p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BCnter_Wallraff#Diskussion_um_Urheberschaft" rel="nofollow">http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BCnter_Wallraff#Diskussion_um_Urheberschaft</a></p>
<p><a href="http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?id=13542081&amp;top=SPIEGEL" rel="nofollow">http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?id=13542081&amp;top=SPIEGEL</a></p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: pumuckl</title>
		<link>http://www.axel-springer-akademie.de/blog/2009/03/16/linksverkehr-15-herzlichen-gluckwunsch-gunter-wallraff/comment-page-1/#comment-288332</link>
		<dc:creator>pumuckl</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Mar 2009 22:09:37 +0000</pubDate>
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		<description>haarsträubend, dass einer wie wolfang michal offenkundig meint, es bedürfe noch weiterer enthüllungen, um wallraffs stasi-vergangenheit aufzudecken. haarsträubend, und leider symptomatisch für den umgang mit w.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>haarsträubend, dass einer wie wolfang michal offenkundig meint, es bedürfe noch weiterer enthüllungen, um wallraffs stasi-vergangenheit aufzudecken. haarsträubend, und leider symptomatisch für den umgang mit w.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: jep</title>
		<link>http://www.axel-springer-akademie.de/blog/2009/03/16/linksverkehr-15-herzlichen-gluckwunsch-gunter-wallraff/comment-page-1/#comment-288224</link>
		<dc:creator>jep</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Mar 2009 19:26:57 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.axel-springer-akademie.de/blog/?p=1793#comment-288224</guid>
		<description>Lieber Wolfgang Michal,

Sie haben heute &lt;a href=&quot;http://carta.info/6476/keine-rente-fuer-wallraff/#comments&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;bei &quot;Carta&quot;&lt;/a&gt; an mich geschrieben:

&lt;em&gt;Lieber Jan-Eric Peters,

In Reaktion auf meinen Beitrag „Keine Rente für Wallraff!“ decken Sie noch einmal ‚die dunkle Vergangenheit’ von Wallraff auf. Gab es da nicht mal was mit der Stasi!? Sie verweisen in diesem Zusammenhang auf folgenden Punkt und unterstreichen ihre Beobachtung auch noch mit einer Zeitleiste:

„33 Bücher veröffentlichte Günter Wallraff zu Zeiten der DDR. In den Jahren danach war es nur eins: “Ich - der andere. Reportagen aus vier Jahrzehnten”. Ein Sammelband.“

Ich meine, wir sollten daraufhin die Veröffentlichungspraxis anderer Autoren noch einmal kritisch durchleuchten. Hat nicht Hans-Magnus Enzensberger die meisten seiner Bücher zu Zeiten der nordkoreanischen Diktatur veröffentlicht? Und hat Albert Camus die meisten seiner Schriften nicht zu Stalins Zeiten publiziert?
 
Da wird noch manches ans Tageslicht kommen! Aber der Clinch zwischen Springer und Wallraff ist unter rationalen Gesichtspunkten wohl nicht zu begreifen.

Herzlichen Gruß
Wolfgang Michal&lt;/em&gt;

Ich habe versucht, Ihnen bei „Carta“ zu antworten. Leider erscheint mein Kommentar nicht, wenn ich ihn sende (vielleicht muss er erst freigegeben werden), und einen Mail-Kontakt zu Ihnen finde ich im Blog auch nicht. Deshalb antworte ich Ihnen gern auch hier, obwohl sich dann einiges doppelt.

&lt;em&gt;Lieber Wolfgang Michal,

ich decke die dunkle Vergangenheit von Günter Wallraff keineswegs noch einmal auf, die liegt ja offen, man muss nur hinsehen wollen. Aber ich wundere mich, ja ich ärgere mich auch, dass die größte Wochenzeitung des Landes Wallraff völlig distanzlos zu ihrem Chefaufklärer befördert, obwohl sie um dessen Vergangenheit weiß. &lt;a href=&quot;http://www.zeit.de/2003/38/Rosenholz?page=all&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;Die „Zeit“ selbst&lt;/a&gt; hat vor ein paar Jahren sehr vernünftig darüber geschrieben.

Sie und andere Kritiker machen es sich für meinen Geschmack viel zu einfach, die Auseinandersetzung mit Wallraff immer nur unter dem Gesichtspunkt einer Auseinandersetzung zwischen Springer und Wallraff zu sehen. Dieser „Clinch“, wie Sie es nennen, ist mir völlig wurscht (und die Enthüllungen zu meiner Zeit bei der „Welt“  betrafen längst nicht nur Wallraff, sondern auch andere, beispielsweise einen Chefredakteur des eigenen Verlages). Mir geht es um Grundsätzliches.

Ich habe „Ganz unten“ verschlungen, als ich 20 war, die Erstausgabe steht bei mir im Regal. Das Buch hat mich begeistert und in meinem Wunsch bestärkt, ich war damals Journalistenschüler, als Reporter zu arbeiten. Aber soll ich deshalb beide Augen zudrücken, wenn sich der Autor ins Zwielicht begibt? Man kann Recht und Unrecht nicht gegeneinander aufwiegen. Wer sein Gewissen zum Maßstab erhebt und sich erlaubt, andere an den Pranger zu stellen, für den dürfen sogar besonders strenge Maßstäbe gelten, meine ich.
 
Stellen Sie sich einfach mal vor, da hätte ein Journalist eines demokratischen Landes aus freien Stücken mit dem Geheimdienst einer Diktatur zusammengearbeitet, der Oppositionelle unterdrückt, gefoltert und umgebracht hat. Und bei Wallraff ist es höchstwahrscheinlich genau so gewesen. Wie ließe sich das rechtfertigen?

Taugt so jemand als Ikone der Aufklärung? Was meinen Sie?

Beste Grüße,
jep

P.S. Ihre Bemerkungen zur Grafik sind ganz lustig, aber gehen doch an der Sache vorbei. Oder wurde Camus von Stalins Geheimdienst als Spitzel geführt?&lt;/em&gt;</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Wolfgang Michal,</p>
<p>Sie haben heute <a href="http://carta.info/6476/keine-rente-fuer-wallraff/#comments" rel="nofollow">bei &#8220;Carta&#8221;</a> an mich geschrieben:</p>
<p><em>Lieber Jan-Eric Peters,</p>
<p>In Reaktion auf meinen Beitrag „Keine Rente für Wallraff!“ decken Sie noch einmal ‚die dunkle Vergangenheit’ von Wallraff auf. Gab es da nicht mal was mit der Stasi!? Sie verweisen in diesem Zusammenhang auf folgenden Punkt und unterstreichen ihre Beobachtung auch noch mit einer Zeitleiste:</p>
<p>„33 Bücher veröffentlichte Günter Wallraff zu Zeiten der DDR. In den Jahren danach war es nur eins: “Ich &#8211; der andere. Reportagen aus vier Jahrzehnten”. Ein Sammelband.“</p>
<p>Ich meine, wir sollten daraufhin die Veröffentlichungspraxis anderer Autoren noch einmal kritisch durchleuchten. Hat nicht Hans-Magnus Enzensberger die meisten seiner Bücher zu Zeiten der nordkoreanischen Diktatur veröffentlicht? Und hat Albert Camus die meisten seiner Schriften nicht zu Stalins Zeiten publiziert?</p>
<p>Da wird noch manches ans Tageslicht kommen! Aber der Clinch zwischen Springer und Wallraff ist unter rationalen Gesichtspunkten wohl nicht zu begreifen.</p>
<p>Herzlichen Gruß<br />
Wolfgang Michal</em></p>
<p>Ich habe versucht, Ihnen bei „Carta“ zu antworten. Leider erscheint mein Kommentar nicht, wenn ich ihn sende (vielleicht muss er erst freigegeben werden), und einen Mail-Kontakt zu Ihnen finde ich im Blog auch nicht. Deshalb antworte ich Ihnen gern auch hier, obwohl sich dann einiges doppelt.</p>
<p><em>Lieber Wolfgang Michal,</p>
<p>ich decke die dunkle Vergangenheit von Günter Wallraff keineswegs noch einmal auf, die liegt ja offen, man muss nur hinsehen wollen. Aber ich wundere mich, ja ich ärgere mich auch, dass die größte Wochenzeitung des Landes Wallraff völlig distanzlos zu ihrem Chefaufklärer befördert, obwohl sie um dessen Vergangenheit weiß. <a href="http://www.zeit.de/2003/38/Rosenholz?page=all" rel="nofollow">Die „Zeit“ selbst</a> hat vor ein paar Jahren sehr vernünftig darüber geschrieben.</p>
<p>Sie und andere Kritiker machen es sich für meinen Geschmack viel zu einfach, die Auseinandersetzung mit Wallraff immer nur unter dem Gesichtspunkt einer Auseinandersetzung zwischen Springer und Wallraff zu sehen. Dieser „Clinch“, wie Sie es nennen, ist mir völlig wurscht (und die Enthüllungen zu meiner Zeit bei der „Welt“  betrafen längst nicht nur Wallraff, sondern auch andere, beispielsweise einen Chefredakteur des eigenen Verlages). Mir geht es um Grundsätzliches.</p>
<p>Ich habe „Ganz unten“ verschlungen, als ich 20 war, die Erstausgabe steht bei mir im Regal. Das Buch hat mich begeistert und in meinem Wunsch bestärkt, ich war damals Journalistenschüler, als Reporter zu arbeiten. Aber soll ich deshalb beide Augen zudrücken, wenn sich der Autor ins Zwielicht begibt? Man kann Recht und Unrecht nicht gegeneinander aufwiegen. Wer sein Gewissen zum Maßstab erhebt und sich erlaubt, andere an den Pranger zu stellen, für den dürfen sogar besonders strenge Maßstäbe gelten, meine ich.</p>
<p>Stellen Sie sich einfach mal vor, da hätte ein Journalist eines demokratischen Landes aus freien Stücken mit dem Geheimdienst einer Diktatur zusammengearbeitet, der Oppositionelle unterdrückt, gefoltert und umgebracht hat. Und bei Wallraff ist es höchstwahrscheinlich genau so gewesen. Wie ließe sich das rechtfertigen?</p>
<p>Taugt so jemand als Ikone der Aufklärung? Was meinen Sie?</p>
<p>Beste Grüße,<br />
jep</p>
<p>P.S. Ihre Bemerkungen zur Grafik sind ganz lustig, aber gehen doch an der Sache vorbei. Oder wurde Camus von Stalins Geheimdienst als Spitzel geführt?</em></p>
]]></content:encoded>
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