20.3.2009

Award der Woche für luise-berlin.com

Die Berliner Gesellschaft schläft im Doppelzimmer mit Dusche, die Unschuld in der Königssuite. Frauen mit Schuhtick fühlen sich bei Andreas Silbermann am wohlsten und ein Wahlfranzose kümmert sich um die Baustelle Deutschland. Und alle befinden sich unter einem Dach.

Eins der individuellsten und phantasievollsten Hotels der ganzen Welt steht mitten in Berlin:
Das Arte Luise Kunsthotel.


Foto: luise-berlin.com

“Ein Hotel, so einzigartig wie Berlin!”, heißt es auf der Homepage des Arte Luise. Und das Kunsthotel macht seinem Namen nicht nur alle Ehre, es lebt sein Motto auch in kreativster Weise aus: Alle 50 Zimmer sowie die zwei Appartements wurden jeweils von namhaften Künstlern gestaltet. Dadurch ist jeder Raum ein kleines Kunstwerk, das es so nur ein einziges Mal auf der Welt gibt. Die Gäste sollen die Räumlichkeiten nicht nur als Schlafstätte wahrnehmen, sondern sich als Bewohner eines kleinen Museums fühlen.

Viele der Künstler, die aus einem durchschnittlichen Zimmer ein Unikat gemacht haben, stammen selbst auch aus Berlin, zum Beispiel Elvira Bach (“Drei Damen in Rot”), Kiddy Citny (“Hearbeat – Home is, where the heart is”) oder Manfred Heckmann (“Mailart”). Aber auch einige internationale Künstler sind nach Berlin gereist, um im Arte Luise Hand anzulegen, darunter Shukhrat Babadjan (“Samarkand”) aus Usbekistan, Nathalie Daoust (“Cabaret”) aus Montreal und Teresa Mar (“The Three Woman”) aus Barcelona.

Das Kunsthotel an der Luisenstraße hat den Anspruch, nicht langweilig zu wirken und sich laufend neu zu verändern. Deswegen werden die Zimmer alle zwei bis fünf Jahre neu gestaltet. Dafür können sich immer wieder andere interessierte Künstler mit ihren Ideen und Entwürfen beim Hotel bewerben.


Foto: luise-berlin.com Doppelzimmer “Comic” vom Kölner Künstler Kehl

Genauso abwechslungsreich, kreativ und bunt wie das Hotel selbst ist seine Homepage. Auf der Startseite kann der User zunächst aus vier verschiedenen Sprachen auswählen: Deutsch, Englisch, Französisch oder Spanisch. Und danach befindet er sich in einer Web-Welt, die so kurzweilig und interessant ist, dass bestimmt sogar Kunstbanausen länger auf der Seite verweilen als gedacht.

Neben einer großen, übersichtlichen Galerie, in der man sich jedes einzelne Zimmer anschauen kann und Informationen zu den Künstlern, die das Hotel bislang mitgestaltet haben, bietet die Website des Arte Luise ein tolles Highlight: Einen 360°-Panorama-Rundgang durch das Kunsthotel von der Lobby über die Treppe des Philosophen bis hin zur Königssuite.

Ein weitere Pluspunkt: Die Homepage beinhaltet viele nützliche Touristeninformationen rund um das Hotel und Berlin.

So gibt es einen übersichtlichen Anreise- und Standortplan sowie eine ausführliche Beschreibung der Umgebung des Hotels. Untermalt mit vielen Bildern wird dem Gast in spe das Arte Luise im Berliner Regierungsviertel schmackhaft gemacht: Alle Sehenswürdigkeiten und die jeweilige Entfernung vom Hotel, eine Liste mit Kulturtipps oder die Gastronomie- und Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe gehören zum Inhalt der Homepage.

Des Weiteren kann sich der User über die Entstehungsgeschichte des Arte Luise Kunsthotels informieren, welches bis zum kompletten Neu- und Umbau 2003 “Künstlerheim Luise” hieß.


Foto: luise-berlin.com Die Hotelchronik in Bildern von 1994 bis 2004

Im Vergleich mit dem Berliner Kunsthotel schneiden die Internetauftritte von einigen anderen Hotels nicht besonders gut ab: Die Homepage vom Ritz Carlton, eins von Berlins edelsten Hotels, ist sehr schlicht und wenig abwechslungsreich. Alle Informationen sind knapp und nur auf Englisch. Zwar gibt es eine “Photo Tour” durch das Hotel – aber diese besteht nur aus sieben Bildern. Auch die Homepages vom Hilton oder Adlon sehen im Gegensatz zum Arte Luise ein wenig lieb- und farblos aus.

Nach einem Besuch auf der Website des Arte Luise steht fest: Langeweile findet man hier nicht. Am liebsten möchte man gleich sein Lieblingszimmer reservieren (was auch online möglich ist) und einchecken. Als Frau ist mein Favorit wohl offensichtlich…

Jennifer Fuhr

Autor: student Kategorie: A bis Z | 4 Kommentare »
Tags: , , ,

Verwandte Artikel

4 Kommentare zu “Award der Woche für luise-berlin.com”

  1. jep

    In Anlehnung an meine Frage, ob Rauchmelder eigentlich Medien sind, möchte man hier fragen, ob Hotels eigentlich… Aber gut, verstehe: die Homepage. Und sofern der Award nächste Woche nicht mit Verweis auf einen schön gestalteten Werbeprospekt an den Media-Markt geht… ;-)

  2. ak

    @jep: Dachte auch, dass es um die Website geht, aber nein, Thema scheint wohl doch das Hotel.
    Nur anhand der Homepage beschrieben.
    Weil rausgehen wehtut.
    Und es ständig schneit.

  3. jfu

    nein nein, thema ist die homepage. ungewöhnlich vielseitig mit crossmedialen elementen – wie ich finde. ein vergleich mit anderen – und vor allem größeren – hotels und ihren internetauftritten macht das deutlich. bei der erstellung dieser hotel-website hat sich endlich mal wer mühe gemacht! und diese arbeit soll mit diesem award gewürdigt werden.

  4. ak

    oha, dann hatte ich es falsch verstanden. wußte nicht, dass der beitrag wirklich ernstgemeint war.

Einen Kommentar schreiben