Heimat Berlin
Die Ankündigung trifft uns unvorbereitet und in denkbar schlechter Stimmung: Team 5 der Axel Springer Akademie wird eine besondere Ausgabe der B.Z. produzieren. Das Thema wird sein: Positive Integration von Ausländern.
Gerade haben wir die Kritik unserer ersten Übungszeitung “Berliner Feder” hinter uns und gelernt, was man bei der Herstellung eines Blattes alles falsch machen kann: Mangelnde Lesernähe, verkehrte Themengewichtung, trockene Texte, schlechte Optiken. Die Reaktion auf das neue Projekt ist entsprechend gespalten.
Einerseits freuen wir uns, eine reale Zeitung unter realen Bedingungen produzieren zu dürfen, und hoffen, unsere Fehler der “Berliner Feder” vergessen zu machen. Andererseits würden wir auch gerne eine zweite Übungszeitung machen. Mit freier Themenwahl, ohne uns an vorgegebene Formate halten und in eine bestehende Redaktion einfügen zu müssen.
Jan-Eric Peters und Marc Thomas Spahl beruhigen: Bei der Gestaltung der “Integrations-B.Z.” (so nennen wir unser Projekt fortan) steht uns grundsätzlich alles offen. Wir sollen zwar die Ressorts, Rubriken und Kolumnen der Zeitung integrieren, aber ansonsten lässt uns Chefredakteur Peter Huth vollkommen freie Hand. “An diesem Tag ist das ihre Zeitung!”
Bereits im Januar hatten wir die B.Z. am Kudamm besucht und dort Überschriften für eine reguläre Ausgabe erdacht. Bei dieser Gelegenheit war die Idee gereift, die Journalistenschüler einmal komplett auf das Produkt loszulassen.
Das Thema positive Integration wiederum hatte sich durch einen anderen Programmpunkt der Akademie ergeben: Ein abendliches Studium Generale mit der Kreuzberger Frauenrechtlerin Seyran Ates. Die türkisch-kurdische Rechtsanwältin hatte mit uns über Ausländerpolitik, Abgrenzungen und Integration debattiert. Sie hatte ihre schlechten Erfahrungen mit religiös motivierter Gewalt und falscher Toleranz geschildert, aber auch dazu aufgerufen, nicht nur die Negativ-Geschichten zu erzählen. Tatsächlich seien viele “Deutschländer” (ihr Ausdruck für hier lebende Ausländer) sehr gut integriert. Der Presse obliege die Pflicht, auch einmal über das Positive zu berichten.
Bedeutet positive Integration nicht auch Eingliederung von Behinderten und Kranken, ja sogar von Gebäuden, Tieren und Pflanzen? Wo ziehen wir die Grenze? Wie kritisch dürfen wir sein? Laufen wir nicht Gefahr, gutmenschelnd und moralisierend daher zu kommen?
In lebhaften aber auch zähen Diskussionen stecken wir die Grenzen unseres Projekts ab und debattieren über Inhalte. Am Ende des ersten Tages steht eine Liste mit über 60 Themenvorschlägen. Am nächsten Morgen abermals Diskussionen: Was passt? Was fällt raus? Was muss geändert werden? Haben wir die richtige Mischung?
Zusammengehalten wird unser Projekt von Karo und Kristof. Sie organisieren Termine, legen Produktionspläne fest und skribbeln die Seiten. Immer wieder verschicken sie Sammel-Emails. Sie tadeln, loben und begeistern.
Die Integrations-B.Z. nimmt Gestalt an: Bereits vier Tage vor der eigentlichen Produktion sind die großen Themen und Texte im Kasten. Sogar das Interview mit der Stadtteil-Mutter und dem Bundesinnenminister findet statt!
In der B.Z.-Redaktion werden wir freundlich aber auch kritisch aufgenommen. Eine Ausgabe nur zum Thema Integration? Na dann sollen die Volontäre mal machen!
Freitagfrüh um neun Uhr versammeln wir uns auf den roten Polstern am Kranzler-Eck. Wir haben Themenangebote geschrieben, Fotos ins System gestellt und Texte vorbereitet. Jetzt hoffen wir, dass nicht in letzter Minute noch etwas Unvorhergesehenes geschieht. Die Konferenz endet mit Erleichterung: Die aktuelle Themenlage an diesem Freitag ist eher dünn, kein Flugzeugabsturz oder Amoklauf, unser Projekt findet statt wie geplant.
Erstaunlich reibungslos vermischen sich die Mannschaften von B.Z. und Akademie. Vorne am Balken entstehen nacheinander 44 Seiten, die fast alle mit dem Thema Integration aufmachen. Wir überlegen uns Zeilen, suchen nach unseren Texten, kämpfen mit dem Produktionssystem, schreiben um und kürzen ein. Stöhnen, Schnauben, Schwitzen. Die 19 Journalistenschüler erleben den ganz normalen Wahnsinn einer Tageszeitungsproduktion.
Um 18 Uhr wird belichtet. Fast jeder unserer vorproduzierten Texte ist im Blatt. Es gibt eine durchgängige Rubrik, auf der bekannte “Deutschländer” ihr Verhältnis zur Hauptstadt vorstellen. Außerdem eine eindrucksvolle Doppelseite mit dem Faktenstück “Berlin ist 186 Länder”. Michel Friedman hat einen fesselnden Text über seine Heimat geschrieben. Und die Kommentare haben wir selbst verfasst.
Entgegen anfänglicher Überlegungen hat der Chefredakteur die Integrations-Texte nicht mit besonderen Buttons versehen. Die B.Z.-Ausgabe von Samstag, dem 21. März ist auch so als etwas Besonderes zu erkennen: Eine gelungene Mischung von Integrationsgeschichten, in sämtlichen Ressorts, fast durchgehend positiv, aber trotzdem ohne moralischen Zeigefinger.

Auf der Titelseite lächeln Hauptstädter aus 14 Nationen. Dazu – als Hingucker halb in Frakturschrift – die Schlagzeile “Heimat Berlin”.
Auf die Blattkritik sind wir gespannt.
Thore Schröder
Autor: student Kategorie: A bis Z, Ausbildung, Blattkritik, Zukunft des Journalismus | 82 Kommentare »
Tags: Ausländer, B.Z., Frauenrecht, Journalistenschüler, Peter Huth, Studium generale, Titelseite
Verwandte Artikel


Am 22. März 2009 um 08:37 Uhr
Wie heißt es immer? Misslungene Generalprobe…
Das ist eine sehr gute Ausgabe geworden! Vom Schäuble-Interview über die schön fotografierte Bildergeschichte, die vielen originellen Artikel, Kommentare und Fakten bis hin zu den Multikulti-Potenzkräutern, integrieren sich die Themen inhaltlich und optisch sehr gut in die Zeitung und ergeben durch ihren Mix und die ungewöhnliche Aufmachung eine ganz besondere Ausgabe der “B.Z.”. Operation gelungen, Chefredaktion und Akademieleitung zufrieden und erfreut.
Herzlichen Glückwunsch!
Am 22. März 2009 um 15:00 Uhr
Ist schön geworden und hat wirklich eine Menge Spaß gemacht!
Ich möchte aber doch nochmal eine Lanze für die “misslungene Generalprobe” brechen. Na klar, die “Berliner Feder” hatte ihre Schwächen, und jep hatte mit seiner harschen Blattkritik auch weitestgehend Recht. Aber man sollte dabei auch nicht außer acht lassen, dass wir für die B.Z. zwölf Tage Zeit hatten und für die “Feder” gefühlte anderthalb.
Auch dass bei der B.Z. das Grund-Layout schon stand, hat uns die Arbeit am zweiten Projekt erheblich erleichtert. Bei der “Feder” hatten wir stundenlang über die richtige Optik diskutiert, um am Produktionstag festzustellen, dass sich unser Layout nicht umsetzen ließ.
Und nicht zuletzt das vorgegebene Thema hat uns bei der B.Z. eine Menge Diskussionen erspart. Wenn ich daran denke, wie verhärtet die Fronten bei der Frage waren, ob wir die Übungszeitung für eine Senioren- oder Kinder-Zielgruppe machen… da sah es anfangs gar nicht danach aus, als würden wir uns als Team zusammenraufen. Dass wir letztlich doch alle hinter unserer Zeitung standen war ein Verdienst des Chefredakteurs, das meines Erachtens zu wenig gewürdigt wurde.
jep hatte in der ersten “Feder”-Konferenz auch angedeutet, dass das B.Z.-Projekt noch wackeln könne, falls die Übungszeitung komplett in die Hose geht. Und das immerhin haben wir ja erfolgreich verhindert. Man muss das auch mal positiv sehen!
Am 22. März 2009 um 16:21 Uhr
sorry, aber umständlicher (länger!) und langweiliger als in diesem blogbeitrag wurde ein projekt hier niemals vorgestellt. der macht NULL lust auf das doch anscheinend gelungene bz-produkt. angesichts dieser textqualität verwundert es wenig, dass die übungszeitung ein reinfall war.
Am 22. März 2009 um 21:34 Uhr
na ja, hab die bz gelesen. ganz nett. aber mal ehrlich: wirklich schwierig n bisschen was zu integration zusammen zu faseln und dazu n paar berliner zu befragen, ist es ja nun auch nicht wirklich. und dieser blogtext hier ist einfach peinlich.
“”"”Einerseits freuen wir uns, eine reale Zeitung unter realen Bedingungen produzieren zu dürfen, und hoffen, unsere Fehler der “Berliner Feder” vergessen zu machen. Andererseits würden wir auch gerne eine zweite Übungszeitung machen. Mit freier Themenwahl, ohne uns an vorgegebene Formate halten und in eine bestehende Redaktion einfügen zu müssen.”"”"
HALLO? Gehts noch?
Am 22. März 2009 um 22:24 Uhr
Sag ich doch: TEXTCHEF FÜR DEN BLOG! Dann würden Blog+Schreiber besser. Win win, sozusagen.
PS @ tom: Gute Frage!
Am 22. März 2009 um 22:25 Uhr
Hmm also mal ehrlich.
Warum ist man/frau an der Axel-Springer-Akademie? Weil man, meiner Meinung nach, so schnell wie es geht in den journalistischen Alltag eintauchen möchte, und das eben auch kann. Wenn ich dann so was lese, frage ich mich ernsthaft, wie denn die Vorstellung vom Redaktionsalltag ist:
“Freitagfrüh um neun Uhr versammeln wir uns auf den roten Polstern am Kranzler-Eck. Wir haben Themenangebote geschrieben, Fotos ins System gestellt und Texte vorbereitet. Jetzt hoffen wir, dass nicht in letzter Minute noch etwas Unvorhergesehenes geschieht. ”
Natrülich ist es schön, Geschichten zwölf Tage vorbereiten zu können, aber leider hatte beim 11. September kein Journalist auch nur irgendwas in der Schublade. Auch der Winnenden-Mittwoch kam völlig unvorbereitet..
Blitzschnell reagieren, Situationen einschätzen und dieses dann spannend, informativ und prägnant umsetzten, das ist Journalismus..
Merkt man überigens dem Blogeintrag nicht an…
Am 22. März 2009 um 22:28 Uhr
@kaja @avb!
ja, genau! denn schülerzeitung kann jeder
Am 22. März 2009 um 23:00 Uhr
Hi hi. Stimmt eigentlich, ist ne interessante Einstellung für den Journalismus: Hoffentlich passiert nicht noch was spannendes Brandaktuelles, über das man noch berichten müßte…Allerdings muss ich zugeben, dass ich mir das im Spätdienst kurz vor Redaktionsschluss auch schon heimlich gewünscht hab
Am 22. März 2009 um 23:01 Uhr
immerhin, wenn das nächste mal hier von bewerberrekorden etc. die rede ist, dann weiss man spätestens jetzt, dass quantität nicht qualität ist.
Am 22. März 2009 um 23:54 Uhr
@avb: “Textchef für den Blog”, das ist doch Blödsinn! Ich bin der Meinung, dass die Presse- und Gedankenfreiheit nicht in Blogs endet, sondern gerade in diesen Foren mehr gilt als irgendwo anders. Von wegen “win/win”, bei einer Zensur geht schließlich immer etwas verloren!
Und ob man den obigen Text nun mag oder nicht, eure Diskussion zeigt doch, dass er Reibungsflächen bietet. Und spricht das nicht wiederrum für ihn?
WIR ALLE schreiben doch schließlich dafür, dass man über uns und unsere Texte spricht/diskutiert/streitet. Und erst wenn genau das ausbleibt, würde ich mir sorgen machen…
Am 23. März 2009 um 00:32 Uhr
@jfu: Textchef = Zensur? Das ist ja ne abenteuerliche Vorstellung. Demnach wird in allen Redaktionen Deutschlands zensiert?
Es geht doch lediglich ums Redigieren, dadurch wird JEDER Text einfach besser (dieser hier gehört zum Beispiel heftig gekürzt, um die Lesbarkeit zu erhöhen). Und für einen hilfreichen kritischen Leser (=Textchef) kann doch jeder nur dankbar sein.
Ja, es ist schön, wenn man sich mit unseren Texten inhaltlich auseinandersetzt, aber genau das ist ja hier nicht geschehen, weil der Eintrag als langweilig empfunden wird. Es wird ja eher an der journalistischen Ernsthaftigkeit gezweifelt. Und ne, das spricht nicht für sondern definitiv gegen ihn.
Am 23. März 2009 um 00:33 Uhr
PS Wer hat hier eigentlich an der Uhr gedreht? Der Blog ist seiner Zeit ne Stunde voraus…
Am 23. März 2009 um 00:55 Uhr
Gebe da avb Recht.
Wollte den Text wirklich lesen, aber bin ausgestiegen und DAS trägt sicher zu keiner Diskussion bei.
@jfu: Interessant, dass Textchef und damit Qualitätssicherung mit Zensur gleichgesetzt wird. Qualität im Journalismus ist unser höchstes Gut und das wiederum kann nur durch Kontrolle, die NICHTS mit Zensur zu tun hat gewährleistet werden.
Falls wir den Textchef abschaffen, egal ob im Blog oder sonst wo, sind wir nicht besser als jeder Volkshochschulkurs für kreatives Schreiben. Nett, weil voller Kreativität aber letzlich vollkommen unbedeutend.
Am 23. März 2009 um 01:43 Uhr
Gibt’s hier persönliche Animositäten? Ziemlich übel und überzogen, wie hier auf dem Schreiber rumgehackt wird.
Am 23. März 2009 um 11:18 Uhr
@ Atze: Wieso persönliche Animositäten? Mitnichten! Kenne den Autor nicht mal.
Aber die meisten, die diesen Text lesen, werden wohl relativ früh aussteigen. Kritik ist doch völlig normal und auch hilfreich, falls man sie annimmt. Und Frustration, Kritik und Verbesserungen gehören zum journalistischen Alltag…Und DAS bringt einen wirklich weiter!!
Am 23. März 2009 um 12:38 Uhr
@avb: dass in allen redaktionen deutschlands zensiert wird, habe ich nie behauptet. denn ich setze blogs keineswegs mit rekationen gleich. dies bezüglich gebe ich den harten gegnern dieses umstrittenen textes recht, dass er es vielleicht nicht in eine zeitung o.ä. geschafft hätte. aber er hat es halt in diesen blog geschafft. wieso, das müsste man jetzt mit unserem blog-chef ausdiskutieren
und @atze: ich finde auch, dass die kritik an dem autor – den ich übrigens kenne und auch als angehenden journalisten schätze – zu übertrieben ist. jeder produziert mal gute und mal weniger gute texte und es geht hier schließlich nicht um die vergabe des pulitzerpreises.
Am 23. März 2009 um 12:48 Uhr
Hacke lieber auf dem Blog als auf dem schönen Thore rum: Weil keiner Lust hat zu redigieren werden hier wiederholt Texte online gestellt, von denen die Akademie-Herren selbst wissen, dass sie nicht gut sind. Das ist gegenüber Schreibern die lernen wollen nicht nett. Und @ Atze: Da bleibt als “freiwillige Selbstkontrolle” doch nur noch die Kommentarspalte…
Am 23. März 2009 um 12:49 Uhr
Auch ich kenne den Autor. Und sollte seine Stimmung gerade im Keller sein, lade ich ihn herzlich auf ein Bier ein. Dann erzähle ich mal ne Geschichte von Motorrollern und Abba auf dem Mond. Das war’n Durchbruch! #SeverinstraßeKöln
Am 23. März 2009 um 13:01 Uhr
JFE! Fürchte Du schaffst hier falsche Anreize. Lädst Du mich dann auch beim nächsten Stimmungstief ein (immer Samstags)?
Am 23. März 2009 um 13:15 Uhr
@avb Ok, fairerweise muss ich die Einladung auf alle ausweiten.
Samstagabend ab Sonnenuntergang bei mir, Depridance für alle mit Lou Reed und Xavier Naidoo, Motto der ersten Veranstaltung: “Noch so ‘ne Krise und ich mach’ Schluss, echt…” (man beachte die unentschlossene Zeichensetzung).
Als Getränk schlage ich Absinth vor.
Am 23. März 2009 um 13:40 Uhr
Danke jfe den absinth nehme ich natürlich an… schließlich waren wir ja immer druf als wir blog-beiträge hier geschrieben haben.
Zur Diskussion oben: Das schlimmste ist jawohl bitte der Titel der B.Z.-Ausgabe… Bei der Leserschaft Ü80 sicherlich bei dem einen oder anderen ein Kaufanreiz… auch im tiefsten Sachsen-Anhalt verkauft man damit. Die Schrift kann nur ein schlechter Scherz sein…
Am 23. März 2009 um 17:55 Uhr
@cu: kleiner hinweis… die schrift wurde anfang der 40er jahre des letzten jahrhunderts von den nazis verboten
Am 23. März 2009 um 18:24 Uhr
und?
folglich darf über den gebrauch dieser schrift als optik nie wieder was negatives gesagt werden?
Am 23. März 2009 um 18:27 Uhr
@jfe HURRA!!! Und wehe einer hat gute Laune!
Am 23. März 2009 um 19:00 Uhr
So schlimm ist die Schrift nun doch wohl nicht. Klar denkt man erst mal an die NS-Zeit, aber dieser erste Eindruck wird mit dem politisch korrekten Blatt vollständig widerlegt. Gerade angesichts der vielen Wohfühl-Geschichten zur Integration ist es schön, eine ironische Brechung zu haben. Und wenn dabei auch noch eine vermeintliche Nazischrift entmystifiziert wird – umso besser.
Am 23. März 2009 um 19:35 Uhr
Dass die Fraktur-Schrift so manchen Leser aus dem Konzept bringt, hatten wir uns erhofft. Bei so viel lachenden Gesichtern und meist positiver Inegartionsgeschichten sollte die Überschrift Spannung erzeugen und erregen.
Witzig ist, dass Team 5 hier im Blog teilweise als extrem unprofessionell dargestellt wird, auf der anderen Seite ein Blogger wie “CU” mit Stammtisch-Wissen zur Frakturschrift prahlt.
Zur Info: Wissenswertes zur Frakturschrift gab´s in der BZ vom Samstag!
Am 23. März 2009 um 20:38 Uhr
Ich fand von Anfang an, dass der Gebrauch der Schrift nicht in Ordnung ist. Es ist eine bewusste Koketterie mit einem Nazi-Klischee. Die kann noch so oft von Fotos und Inhalt widerlegt werden, für mich ist sie Zeugnis mangelnder politischer und geschichtlicher Sensibilität.
@CU
Die einen von Team 5 fanden die Idee super, die anderen völlig misslungen. Eine tiefgehende Diskussion darüber gab es leider nicht, da Peter Huth die Meinung vertrat, angesichts des Themas müsse man der Leserschaft einen provokanten Hingucker bieten.
@ks
Es zählen die Assoziationen, die man bei dieser Schrift hat. Zudem kommen die nicht von ungefähr:
Von 1933 bis 1941 benutzten die Nazis die Frakturschrift, also wesentlich länger als sie während der NS-Zeit verboten war. Deswegen findet man sie zum Beispiel auf bestimmten Kleidungsstücken von “Thor Steinar”.
@maTze
Die Schrift wird meines Wissens in der Ausgabe selbst nicht “entmystifiziert”.
Am 23. März 2009 um 21:09 Uhr
@gähn
Wenn ich mich hinter einem Nickname wie Ihrem verstecken würde, hätte ich auch keine Angst, meinen Vorurteilen freien Lauf zu lassen (”angesichts dieser textqualität verwundert es wenig, dass die übungszeitung ein reinfall war.”).
Erstens war die “Feder” schon deshalb kein Reinfall, weil wir alle was gelernt haben, zweitens gab es darin gut geschriebene Texte (wenn man Jan-Eric Peters glauben möchte) und drittens ist auch das Bloggen Teil der Ausbildung. Das heißt, wir dürfen nicht nur, sondern *sollen* sogar Fehler machen. Wenn wir alles schon könnten, wären wir nicht hier. Wäre halt nur schön, wenn die Kritik konstruktiv und professionell vorgetragen würde.
Am 23. März 2009 um 21:33 Uhr
@ Johannes Wiedermann
“Eine tiefgehende Diskussion darüber gab es leider nicht”: Zumindest habe ich niemanden laut aufschreien hören. Es bestand durchaus die Gelegenheit, seine Meinung zu äußern.
Ich habe auch nichts gegen diese Fraktur-Schrift-Idee gesagt – obwohl ich es persönlich auch daneben fand. Denn natürlich war es eine bewusste Provokation, auch wenn direkt im Editorial über die Geschichte der Fraktur-Schrift aufgeklärt und meiner Meinung nach auch durch den Inhalt der Zeitung entkräftet wurde. Ein starkes Argument für die Schrift-Wahl aber eben war, dass sie provoziert, interessiert, zu Diskussionen anregt. Und das ist Aufgabe des Journalisten: wachrütteln und nicht zuletzt auch dafür Sorge tragen, dass die Zeitung gekauft und besten Falls gelesen wird.
Am 23. März 2009 um 21:46 Uhr
@JW: Wenn Journalisten nicht mehr mit Klischees brechen dürfen, wer soll es dann tun? Müssen wir nicht auch mal infrage setzen, warum manche meinen, eine altdeutsche Schrift nicht benutzen zu dürfen, bloß weil sie mit den Nazis assoziiert wird? Ich finde die 1 als Hingucker gelungen.
Und überhaupt: Ist das der Anspruch, bloß nicht anecken und zum Nachdenken anregen? Oder, wie SoVu sagt: wachrütteln? maTze scheint es ja durchaus rühmlich zu finden, eine „politisch korrekte“ Ausgabe mit „Wohlfühlgeschichten“ produziert zu haben, trotz der ironischen „Brechung“.
@MariaG kann man da nur feststellen, dass es wohl eher das Team selbst ist, das sich als unprofessionell darstellt.
Am 23. März 2009 um 22:30 Uhr
Der Blog ist schon öffentlich, oder?
Dann kleiner Tipp vom Stammtisch: Teaminterne Selbstzerfleischung im Schmittz!
PS: “Gerade angesichts der vielen Wohfühl-Geschichten zur Integration ist es schön, eine ironische Brechung zu haben” – richtig, einfach nur schön…
Am 23. März 2009 um 22:44 Uhr
@SoVu
Stimme dir absolut zu. Außer ein bisschen Rumgenöle und Murren kam nichts von der Opposition, mich eingeschlossen.
@avb
Jetzt sind wir also schon beim journalistischen Selbstverständnis im Allgemeinen angelangt.
Generell ist das “Anecken”, “Wachrütteln” oder wie immer man es bezeichnen mag für mich eine journalistische Tugend. Aber wäre diese Provokation im besagten Fall tatsächlich das, was Sie darunter verstehen? Zumal das nur ein Kaufanreiz war, der im Editorial mit einem *einzigen* Satz gestreift wird? Meinen Sie, dass durch diesen Satz viele Menschen zum Nachdenken angeregt worden sind?
In diesem Fall liegt die Problematik natürlich auch im Begriff “Heimat”, der historisch ebenfalls stark belastet ist. Auch das ging nicht nur mir so, sondern zumindest einer weiteren Kollegin aus dem Team. Aber auch hier teilen sich die Meinungen. Für die einen ist es sicherlich (wie schon bei der Diskussion um die Frakturschrift) spießbürgerliche P.C., wenn man diesen problematisiert. Wie ein Redakteur der B.Z. dazu meinte (den die Schrift störte, nicht aber der Begriff): “Nach über 60 Jahren ist es mal gut.” Ich sehe das anders.
Am 24. März 2009 um 00:26 Uhr
also dass die hälfte in team 5 offenbar gegen die schrift war, spricht ja noch für die vernunft der ganzen sache, aber dass ihr es dann nicht äußert?
das ist ja das schlimmste an der ganzen sachen. peter huth ist doch nicht gott.
ich finde die sache mit der schrift unmöglich. egal ob sie von den nazis verboten war oder nicht. ALLE assozieren sofort 3. reich und nazi-diktatur mit ihr, wie man hier auch verfolgen kann. und dass war ja auch beabsichtigt. mit SOWAS aufmerksamkeit oder leser zu kriegen finde ich einfach nur ganz schwach, auch wenn es dann 100 mal widerlegt wird.
Am 24. März 2009 um 00:26 Uhr
@Johannes Wiedemann: Der Begriff “Heimat” ist in der Tat belastet: Ich denke an Heidi-Filme. Das hätten wir mal besser im Giftschrank gelassen!
Am 24. März 2009 um 00:30 Uhr
was mich an “heimat” in frakturschrift stört: das ganze kommt mir doch etwas arg “inspiriert” von dieser kampagne vor
http://www.deutschegegenrechtegewalt.de/
schon ein paaar jahre alt, die nummer.
Am 24. März 2009 um 00:30 Uhr
@Gabi Eisenrieder: Es gab sehr wohl eine Diskussion über den Titel und die Schriftart. Dass die Aussprache kurz und knapp ausfiel, ist weniger der Tatsache geschuldet dass Peter Huth Gott ist, sondern vielmehr dem Umstand, dass eine eindeutige Mehrheit im Team hinter der Zeile stand (und steht).
Sooo schlimm ist die Schrift nun ja wohl wirklich nicht. Macht doch mal die Augen auf, Leute! In Berlin sieht man das an jeder zweiten U-Bahn-Station.
Am 24. März 2009 um 00:36 Uhr
ok, das habe ich falsch verstanden, es hörte sich hier so an, als hätte es eine schweigende mehrheit gegeben.
in puncto schrift bleibe ich dabei: geht GAR nicht, vor allem nicht in verbindung mit dem “heimat”-begriff und nicht bei der thematik.
ich bin wirklich eine der letzten, die was gegen provokation hat, aber das geht zu weit, selbst wenn es an jeder zweiten u-bahn-station (und jedem thor steinar-laden) so ist, müssen wir es noch lange nicht so machen, vor allem nicht, weil springer sowieso der ruf der ausländerfeindlichkeit anhaftet.
Am 24. März 2009 um 00:47 Uhr
@t1
Hach, wie schön. Alles wie immer.
Wisst ihr noch wie bei “Klartext” fast die Polizei kommen musste und wie wir (ich) bei Robert schneiders as-Kritik beleidigt waren (war), weil er das Heft überhaupt nicht gelesen hatte?!
Wir haben uns aber wenigstens bloß HALB-öffentlich selbst zerlegt (zb im Vorzimmer des wsj-crs…).
Ist aber sehr unterhaltsam – und schreit nach einem get-together!
Chef?
Am 24. März 2009 um 03:06 Uhr
Worab ein ganz wichtiger Hinweis:
Ich finde die Ausgabe insgesamt wirklich sehr gelungen! Schäuble – toll! Integration durch alle Ressorts – toll! Die Doppelseite mit den Zahlen – toll!
zur Fraktur-Schrift:
Aus meiner Sicht macht diese Schrift die Ausgabe kaputt! (Gerade weil beim Boulevard so viele auf den Titel gucken)
Ich schließe mich der Meinung derer an, die
a. sagen, dass Provokation nicht per se schlecht ist, aber vor allem bei sensiblen Themen einfach mal in den Hintergrund treten sollte. Zumal Provokation oft vorprescht, wo das eigentliche Thema / die These nicht knallt!
b. sagen, dass diese Schrift in Verbindung dem Begriff “Heimat” einen großen Schritt zu weit geht.
c. sagen, dass sie diese Schriftart an 1933 erinnert. Und sie kotzt mich genau deshalb an – egal, ob auf einem Neonazi-Pulli oder auf einer “bewusst provozierenden BZ”.
UND NOCH MAL: Es ist egal, wann und von wem und warum diese Fraktur erfunden wurde. Zentral ist, dass sie wie keine andere Schrift für die Jahre 1933-1945 steht.
Mein Fazit: Ich denke, 90 Prozent der Leser werden genauso irritiert oder wütend vor der Zeitung gestanden haben wie viele in dem Blog hier. Ehrlich gesagt: Ich weiß auch nicht, ob die Leute den Sprung von “Fraktur” zu “Nazi” zu “BZ zeigt das Gegenteil von Nazi: Gelungene Integration” so schnell raffen. Die versuchte Provokation ist am Ende vielleicht auch einfach ins Leere gelaufen…
Bleibt der grummelige Verweis auf den ersten Satz: “Sonst gelungene Ausgabe, Team 5!”
Am 24. März 2009 um 08:33 Uhr
@GabiEisenrieder
Seit wann gilt Springer denn bitte als ausländerfeindlich???
Und zur “Nazi-Schrift”: Schon mal den Titel der FAZ angeschaut oder des Abendblatts?
Am 24. März 2009 um 09:21 Uhr
“Zentral ist, dass sie wie keine andere Schrift für die Jahre 1933-1945 steht.” (C. Unger)
falsch. s. FAZ etc. Allerdings steht die Frakturschrift AUF der B.Z für dieses Zeit, denn nichts anderes ist hier intendiert.
Da macht sich ein Huth keine Gedanken drübber (kölsches Doppel b!). Das muss einfach knallen, das ist Boulevard, ne.
Am 24. März 2009 um 11:40 Uhr
Peter Huth: “Die Zeit des Schweineboulevard ist vorbei”
Der Mann wollte die Ausgabe verkaufen und hat dafür in einen ganz simple Trickkiste gegriffen – Eure zum Teil wirklich schönen Themen leiden drunten… Punkt!
Und Eure Rechtfertigung zum Teil hält den Negativäußerung einfach nicht stand.
Prost – in 14 1/2 Stunden im Schmittz – so siehts aus!
Am 24. März 2009 um 11:56 Uhr
@ Atze und Kemal: Guter Konter! Stimmt, Abendblatt und FAZ haben diese Schriftart auch (genau wie die Biersorte Gilde oder Gaffel-Kölsch)
Entscheidend ist eines: Sowohl beim Abendblatt als auch beim Kölsch ist es keine Provokation. Im Gegenteil, es wäre wohl eine Provokation für Leser und Trinker diese Schrift in “Arial” zu ändern.
Würde das abendblatt zum Tag der Einheit auf der ersten Seite in Fraktur titeln: Heimat Deutschland.
Ich würde das genauso kritisieren!
p.s. Interessanter Weise hat die FAZ ja auch vor einiger Zeit die Überschriften der Kommentare entfrakturisiert!
Am 25. März 2009 um 10:56 Uhr
@hagen: Ja, wie könnten wir das vergessen… Nach “Klartext” hab ich drei Tage nicht mehr mit Dir gesprochen, was ziemlich milde war im Vergleich zu Clausi, die ganze zwei Wochen durchhielt!
Am 25. März 2009 um 11:19 Uhr
PS Es waren natürlich die längsten drei Tage meines Lebens…
Am 25. März 2009 um 11:33 Uhr
“gähn” & Co. beweisen: Wieder mal nur Opfer im Opferland. Wer hätte das gedacht…
Immer schön aggro bleiben.
Am 25. März 2009 um 12:35 Uhr
Johannes Wiedemann (Nr. 28) hat Recht, jedenfalls in dieser Beziehung: Es geht darum, sich im Blog auszuprobieren. Die Latte darf nicht so hoch liegen, dass sie nur Profis nach dreimaligem Redigieren überspringen. Grobe Schnitzer werden korrigiert, aber wenn ein Text mal nicht so doll ist, ist das kein Drama.
Hätte Thore Schröder geahnt, dass sein Beitrag hier mehr kritische und diskussionsfreudige Leser findet als sein Stück in der „B.Z.“, wäre er wahrscheinlich nicht so schnell bereit gewesen, nach der langen Zeitungsproduktion am Sonnabend diesen Text zu verfassen. Oder er hätte sich intensiver damit beschäftigt. Er gehört jedenfalls zu den guten Schreibern des Teams (was er auch hier im Blog schon bewiesen hat).
Was mich freut: Besser als an der Diskussion lässt sich gar nicht zeigen, wie sich Journalismus verändert – vom Monolog zum Dialog. Der Leser meldet sich, wenn er nicht einverstanden ist. Die Quittung gibt’s dann als Kommentar.
Am 25. März 2009 um 13:56 Uhr
Wenn man die Beiträge der ganzen Nörgler – weniger zurückhaltende Menschen würden wohl das Wort “Klugschei…” für angemessener halten – hier liest, könnte man sich fragen, wo die zu sein glauben. Spiegel? Tom Wolfe? Pulitzer?
Leute, das ist ein Blog!
Der Autor des von Euch in den Dreck getretenen Artikels macht den Job seit wenigen Wochen.
Fazit:
Die Klugsch… müssen Wunderkinder sein, die vermutlich schon nach dem dritten Schultag ihren ersten Bestseller veröffentlicht haben.
Herzlichen Glückwunsch, Ihr Genies.
Vielleicht holt Ihr mal raus, was Ihr in den eigenen Anfangstagen zusammengemurkst habt.
Dann werdet Ihr sehen: Auch Ihr seid Menschen.
Vielleicht doof, vielleicht häßlich, vielleicht verklemmt – jedenfalls nicht perfekt.
Am 25. März 2009 um 16:18 Uhr
Mein lieber Scholli: Was für ein Feuerwerk der Kritik!
Das Schlimme daran: Vieles ist sehr berechtigt.
Der Text ist zu lang und nimmt kaum Fahrt auf. Der Text ist aus der falschen Perspektive geschrieben und liest sich zumindest in Teilen selbstbeweihräuchernd. Woran das liegt? Wahrscheinlich an der Zufriedenheitsduseligkeit, die wir nach der Produktion verspürten. Die B.Z.-Ausgabe ist tatsächlich super geworden. Der Blog-Eintrag ist es nicht.
Die Passage “Jetzt hoffen wir, dass nicht in letzter Minute noch etwas Unvorhergesehenes geschieht. Die Konferenz endet mit Erleichterung (…)” wird mir wohl ein Leben lang nachhängen. Kollege Daniel aus Team 1 sagte gerade: “das ist jetzt in den virtuellen Stein gemeißelt”… Fürwahr.
Ich lerne daraus: In Zunkunft knackiger, (selbst-)kritischer und gründlicher schreiben, BESONDERS IM BLOG!
Am 25. März 2009 um 16:52 Uhr
Kollege Daniel aus Team 1 also.
@avb
also, schöne prinzessin, es war folgendermaßen: clausi hat nach “klartext” mitnichten 2 wochen nicht mit mir geredet. wir haben schließlich 2 tage später sehr erfolgreich und produktiv bei “as” zusammengearbeitet.
und WIR beide, liebe frau v b haben widerum NACH “as” 3-4 tage nicht miteinander geredet. grund war, dass ich noch am produktionstag in spandau in einem anflug von perfektionismus deine verteilung der meldungen gegeißelt habe.
meiner meinung nach übrigens weiter zur echt. “3000 jobs weg in brandenburg” und “bayer (?) wirft in berlin 200 Arbeiter raus (?)” MUSS zusammenstehen. Zumal wir keine eigenständige brandenburg-seite hatten.
gut… mit diesen feinheiten hat sich unser blattkritiker dann ja gar nicht auseinandergesetzt. meine kritik an dieser kritik wurde damals übrigens von hochrangigen akademie-mitarbeitern ….sagen wir mal …verstanden!
Am 25. März 2009 um 17:10 Uhr
@ Thore
Nun grämen Sie sich mal nicht zu sehr. Und wenn Kaya, tom, avb oder Daniel kurz vor Redaktionsschluss eine große Geschichte wegplatzt, zitieren Sie Kommentar Nummer sechs mit der – inhaltlich und sprachlich übrigens stark verbesserungswürdigen – Definition von Journalismus: „Blitzschnell reagieren, Situationen einschätzen und dieses dann spannend, informativ und prägnant umsetzten, das ist Journalismus.” Kommt gut.
Am 25. März 2009 um 17:27 Uhr
meine freundin avb hat – wie wir seit den rauchmeldern wissen – immer noch ne schlagzeile in der schublade.
toll!
Am 25. März 2009 um 17:59 Uhr
@hagen: ich könnte mich jetzt über das übungszeitungen-trauma auslassen: wie du eine hochschwangere frau als diktatorischer chefredakteur noch bis nach mitternacht zu einem fünfstündigen toyoata-vortrag in die druckerei getrieben hast, nur um dann ihre titelgeschichte zu vernichten und sie mit nichtachtung zu strafen. ABER erstens erinnere ich mich lieber daran, wie wir uns dann wieder versöhnt in den armen lagen (es war ein verregneter dienstag und es gab kartoffelklöße in der kantine), und zweitens möchte ich hier nicht das liebesfest von thore und jep stören. der himmel ist gerade voller geigen. eigentlich haben wir uns doch alle lieb!
Am 25. März 2009 um 18:57 Uhr
wie wärs denn mit nem “liebesfest” aufm platz? pro-runen-schrift gegen contra-runen oder so. wenn hagen ins tor geht und erwartungsgemäß viele bälle durchlässt (nur deshalb ist der pokal ja nicht mehr da, wo er hingehört), stelle ich mich auch als schiedsrichter zur verfügung…
Am 25. März 2009 um 19:06 Uhr
pro du bist ein ferkel, liebesfest aufm platz, wo gibt’s denn sowas? außerdem nichts gegen hagen, der ist immerhin deutscher meister, muss man auch mal sagen. und über deine entgleisungen als schiedsrichter sag ich lieber nix.
Am 25. März 2009 um 19:36 Uhr
Ok. Das steht jawohl eigentlich alles für sich. Pros Entgleisungen sind entlarvend. Da ist aber auch mal eine stellungnahme der Akademieleitung gefragt. Es kann nämlich nicht sein, dass hier die Kämpfer für Ruhm und Akademie-ehrbare völlig ohne not verunglimpft werden.
Anna, du verwechselst unsere Versöhnung mit dem Tag, an dem ich enthüllt habe, dass du schwanger bist. DA gabs Klöße!
Am 25. März 2009 um 19:40 Uhr
Merke:
Twittern war gestern – Kommentieren ist heute!!
Hey, you know what: Vielleicht sollte man “twittern” in Frakturschrift schreiben – Zieht rein und regt zu Diskussionen an.
Ick kann ooch Boulevard!
Am 25. März 2009 um 20:21 Uhr
@hagen: schwanger WARST, nicht bist, ich muss doch sehr bitten. du sagtest damals feinfühlig: “biste eigentlich schwanger oder haste zu viele von den ekeligen klößen gegessen?”
deutscher meister hin oder her, heute ist thore der held des tages! son netter kommentar nach all dem hickhack, DAS ist groß, deutscher meister der herzen!
Am 25. März 2009 um 21:34 Uhr
mit dem Direktor im Rücken ist so ein Kommentar natürlich schnell verfasst. Trotzdem: deutscher Meister der blog-Herzen. (so schlimm fand ich den Beitrag – im Gegensatz zu vielen anderen beiträgen hier – übrigens nicht).
Anna. Das war nicht feinfühlig – sondern eine der ersten knallharten hkdk-Recherchen.
Am 25. März 2009 um 23:01 Uhr
Jetzt bereue ich meinen Kommentar schon wieder: zu unterwürfig. So schlimm war der Text ja doch nicht.
Überhaupt faszinierend: Warum kommunizieren Menschen über Blog-Kommentare? Ist doch Quatsch (oder verpasse ich gerade den neuesten Cross-Media-Trend?).
Am 25. März 2009 um 23:16 Uhr
für die hat die Akademie doch immer ein ganz feines Gespür.
Am 26. März 2009 um 07:26 Uhr
Genau.
Am 26. März 2009 um 08:28 Uhr
“Wieso kommunizieren Menschen über Blog-Kommentare”… äh… bitte? Wo warst Du die letzten zehn Jahre, Thore?
Am 26. März 2009 um 12:47 Uhr
63 Kommentare. (64)..
wenn ein Thema, oder in diesem Fall eine Überschrift so eine Diskussion auslöst, kann die Entscheidung von Peter dem Großen ja so verkehrt nicht gewesen sein…
(gut, 20 gehen für die team-1-märchenstunde drauf..)
die Leute reden drüber. Punkt.
zentrale Frage: kaufen jetzt weniger Leute die BZ?
wohl kaum.
Am 26. März 2009 um 13:48 Uhr
Lieber Atze,
ich meinte damit nicht Kommentare und Kommunikation über den Blog-Text oder allgemeine Diskussionen über Netz-Trends. Vielmehr die Beiträge zu Grabenkämpfen bei Übungszeitungs-Brandenburg-Berlin-Nachrichtenspalten oder nebulösen Schwangerschafts-Talk. Muss das in der Blog-Öffentlichkeit geschehen? Gibt es dafür nicht bessere Wege (Emails, Telefon, eigens dafür eingerichtete Diskussionsforen oder sogar persönliche Treffen)?
Am 26. März 2009 um 14:08 Uhr
bis eben war ich ja noch ein großer freund des selbstkritischen thore.
Jetzt, da er aber nicht nur auf die schöne avb und deren schwangerschaft sondern auch auf die blogkultur des direktors losgeht, muss ich mich da neu positionieren.
Am 26. März 2009 um 14:11 Uhr
…vor allem jetzt, da ich einmal mehr vor dem PR-karren der akademie hänge (siehe inszenierter beitrag 62 und die bundesweit erfolgreiche plakatkampagne).
Am 26. März 2009 um 14:43 Uhr
Lieber Hagen,
Selbstkritik bleibt bestehen und über die “Blogkultur des Direktors” habe ich ohnehin nichts gesagt. Gott bewahre! Auch “die schöne avb” und ihre Schwangerschaft will ich nicht beurteilen. Warum sollte ich?
Willst Du mich bewusst missverstehen? Ich möchte nur darauf aufmerksam machen, dass es noch andere und für vieles wesentlich sinnvollere Kommunikationswege gibt als Blog-Kommentare. Not?
Am 26. März 2009 um 15:12 Uhr
Jetzt ist mal gut… Wir gehen alle einen schlürfen und der schöne schwangere hagen kommt dazu… Bummsausnikolaus
Am 26. März 2009 um 15:17 Uhr
jawoll
Am 26. März 2009 um 15:44 Uhr
“Willst Du mich bewusst missverstehen?”
Antwort: JA!! Will er.
Ruhig Blut, Thore.
Am 26. März 2009 um 15:51 Uhr
bloß nicht ernst nehmen, den hagen. macht doch keiner.
Am 26. März 2009 um 17:00 Uhr
Hagen und Thore…klingt nach zwei Wikingerbrüdern, die sich entzweit haben.
Am 27. März 2009 um 00:08 Uhr
thore (der vikinger-name ist übrigens sau-cool!) hat recht! so was von unseriös hier alles, liebes-fest, schwangerschaft, berlinmeldungen, PFUI!!!
die kommentare sollten doch irgendwie versuchen den ursprünglichen eintrag in relevanz, qualität und unterhaltungswert nicht auszustechen. aber er war halt einfach schwer zu unterbieten. der hinweis mit diesem email ist aber brillant. die brieftauben sind ja auch nicht mehr was sie mal waren.
@cu: zum wesentlichen, jetzt mal konkret, wann geht’s wo los ?
Am 27. März 2009 um 09:19 Uhr
@funny: ärgerlich, dass der hagen was kann, gell?
Am 27. März 2009 um 10:36 Uhr
glaub eher, dass funny sich darüber ärgert, dass hagen dinge gerne mal beim namen nennt…und man ihn eben genau deshalb ernst nimmt.
Am 27. März 2009 um 10:59 Uhr
Um das mal klarzustellen: zwischen thore (den Wikinger) und Hagen (den sagenhelden) passt kein Blatt Papier.
Und das mit den emails hab ich grad mal bei der schönen Prinzessin ausprobiert. Und der freche CU bekommt gleich auch eine.
Insgesamt offenbar ein ganz guter Service.
Am 27. März 2009 um 11:08 Uhr
ich hab die mail noch nicht bekommen, was hast du denn geschrieben?
Am 27. März 2009 um 15:31 Uhr
@Hagen Dein Verhalten ist unverständlich und unverantwortlich! Mit Deinem autobiographischen Gemöhre würgst Du hier die vorbildlichen und mutigen Bemühungen der Team-5-Mitglieder ab, endlich gegenseitige – natürlich rein professionelle – Vorbehalte aus der Welt zu schaffen. Ein bisschen mehr Zurückhaltung Deinerseits, und hier könnte ganz privat ein konstruktiver Meinungsausgtausch stattfinden. Stattdessen Klöße und Regenwetter. Entwürdigend.
p.s.: Und was ist aus hkdk geworden? “schwanger WARST, nicht bist” … Dranbleiben, Mensch!
Am 27. März 2009 um 17:06 Uhr
Ah, unser zur dwk entsandter korrespondent. Haben sie sich heute eigentlich schon gefragt, ob dass, was SIE für die Verlegerin getan haben auch in einem angemessenen Verhältnis zu dem steht, was die verlegerin für SIE getan hat?
Was machen sie eigentlich?
Am 29. März 2009 um 12:07 Uhr
@Hagen An meinem freien Tag habe ich mich um die Außendarstellung unserer Akademie bemüht und dabei noch einmal meinen ersten Tag an der Akademie erlebt. Mit einem Akademiedirektor in Höchstform! Mit einem stellv. BILD-Chef in Höchstform! Und ich selber: in Höchstform! Und heute, an Deinem freien Tag (wahrscheinlich sogar dem zweiten in Folge), bemühe ich mich wieder um das angemessene Verhältnis.
Am 16. Juni 2009 um 07:37 Uhr
[...] Integration, wie sie bei Springer auszusehen hat Montag, 15. Juni 2009 Gespeichert unter: Blogging, Deutschland, Medien, Politik — peet @ 21:57 124510302709Mon, 15 Jun 2009 21:57:07 +0000 Tags: Blog, Deutschland, Gesellschaft, Medien, Politik Na da habe ich doch noch etwas entdeckt: Bei dem berüchtigten Springer-Akademie-Blog, mehr als jepblog bekannt. Der große Spezialist der großen Kaderschmiede ließ seine Zöglinge am 21.3.2009 bei der Boulevardzeitung B.Z. das Thema “Integration” groß kochen. Die Kinder waren sehr aufgeregt und anschließend voll des Selbstlobes (Link): [...]