27.4.2009

Mittendrin ist knapp vorbei (Linksverkehr 23)

Achja, das DSF. Ganz früher hatte der Sender sogar mal eine eigene Weltnachrichten-Sendung. Viele Krisentäler später hat sich das Programm klar als Fußball-TV etabliert, wenn auch mit immer weniger Senderechten, dafür aber mit Udo Lattek. Und heute mit richtig viel Ärger, denn die Entlassung von Jürgen Klinsmann kam für den Münchner Sender irgendwie total überraschend.


Einst mittendrin und jetzt vorbei… (Bild: commons.wikimedia)

Exklusiv gemeldet hatte die Entlassung (darf ich sagen: natürlich?) übrigens Deutschlands schnellste Sportredaktion. Von der Eilmeldung auf bild.de bis zum Laufband beim DSF dauerte es dann rund drei Stunden. (Zum Vergleich: Eine Brieftaube benötigt von Berlin nach München rechnerisch acht Stunden.)

Genug der Häme, jetzt das Lob: Auf die “Bundesliga aktuell”-Sendungen des DSF ist dagegen Verlass. Die haben (naheliegendes Bild) Hand und Fuß und wir sind gespannt, was die Sonderausgabe heute bringt. Um 18.00 Uhr geht’s los..

Autor: amayer Kategorie: A bis Z, Zukunft des Journalismus | 8 Kommentare »
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8 Kommentare zu “Mittendrin ist knapp vorbei (Linksverkehr 23)”

  1. Simon Pausch

    Hochinteressant, wie die Medien heute mit Klinsmanns Entlassung umgegangen sind.
    Angefangen hat der Irrsinn damit, dass Ralph Durry, der Fußballchef vom sid, mit Priorität 1 tickerte, dass Bild.de meldet, dass…. Hab das heute zum ersten Mal gesehen, und allen, denen das genauso geht, sei mitgeteilt: Bei Priorität 1 ist das Nachrichten-Feld rot unterlegt. Der 11. September 2001 ist übrigens nicht über die gelbe Prio-Stufe 2 hinausgekommen…
    Das DSF hat offenbar nicht nur die Entlassung verpasst (ist nicht nachmittags eh nur die Quiz-Redaktion besetzt?), sondern ist auch reichlich ins Rudern gekommen, was ihre 18.30-Sendung angeht. Anders ist wohl kaum zu erklären, dass Waldemar Hartmann “als Bayern und FC-Bayern-Fachmann” im Studio saß.
    Weiter gings mit den Öffentlich-Rechtlichen. Mein persönliches Highlight da: Eine Art Brennpunkt nach der Tagesschau mit Gerhard Delling und Helmut Markwort, der nicht nur Deutschlands schnellstes Fakten-Magazin macht, sondern auch im Aufsichtsrat der Bayern sitzt. Zugegebenermaßen wirkte dieses Duo im Vorfeld etwas kurios. Aber nach den wirklich aufschlussreichen Antworten Markworts müssen sich doch manche (alle?) Medien fragen lassen, warum niemand vorher auf diesen Interview-Partner gekommen ist. Kann erzählen und hat auch einiges zu erzählen.

    PS: Der Sat.1-Videotext führt die Klinsmann-Entlassung übrigens erst als zweite Meldung (kein Scherz – “Tatsache: Bayern feuert Klinsmann”); nach der Ankündigung für die Champions-League-Spiele, von denen sie eines live zeigen. Womöglich ist das genauso falsch gewichtet, bloß in die andere Richtung.

  2. AM

    @ Simon Pausch:

    Sehr gut beobachtet und leider wahr, DSF war auch in der späteren Analyse wenig erfrischend. Markwort war übrigens auch noch beim BR zu Gast in “Blickpunkt Sport”, doch auch von dieser Sendung hätte man mehr verlangen können. (Sah die Redaktion selbst so, immerhin teaste sie während der Klinsmann-Beiträge bereits per Laufband Greuther Fürth als nächstes Thema an.)

    Zu den Peinlichkeiten gehörte auch spox.com, das abends nicht mehr als eine Audio-Slideshow online kriegte. Ich liebe diese Darstellungsform, aber noch gehört spox.com teilweise zu Premiere, da hätte man sich dann doch Bewegtbild gewünscht.

    Ps.: Bin gespannt, was WELT ONLINE heute im Nachklapp noch rockt. Die sollen Verstärkung aus Team 5 haben, sagt man..

  3. Simon Pausch

    Herr Mayer, Sie waren doch auch gestern bei der Konferenz und müssten wissen: “Nachklapp” gehört zu den absoluten Un-Wörtern des Hauses… ;)

  4. AM

    @ Simon Pausch:

    Die war doch total print-lastig, die Konferenz! Da lobe ich mir die Online-Foren, in denen derzeit u.a. Mario Basler und Holger Fach diskutiert werden. Der Boden der Tatsachen. Endlich.

  5. ks

    @ Simon Pausch:
    wie jetzt, hat der sid über den 11. september berichtet?!
    waldi saß nicht, sondern stand… wenn er sitzt, dann nur mit uli hoeneß in irgendwelchen biergärten. natürlich mit bezahlung…

    interessant ist auch, dass vorstand und aufsichtsrat der bayern von klinsmanns vorstellung seines konzepts “total begeistert waren”. da stellt sich dann die frage: reicht heute eine gut vorbereitet powerpoint-präsentation um bayern-trainer zu werden?
    und nach den negativen erlebnissen mit klinsmann: sollte ein potentieller nachfolger jetzt absichtlich nur mit einem flipchart unter dem arm an der säbener straße vorstellig werden?

  6. ks

    auch nett: http://www.dwdl.de/story/20730/blamable_leistung_des_dsf_bei_klinsmannentlassung/

  7. ak

    Nagelprobe! Ob das DSF es heute wohl besser macht…?

    http://www.bild.de/BILD/sport/fussball/bundesliga/vereine/schalke/2009/04/29/felix-magath/soll-neuer-trainer-werden.html

  8. AM

    @ ak:

    Vielleicht sitzt der Mann vom Bayern-Fanclub noch im Studio. Der müsste sich doch noch an Magaths glorreiche Isar-Phase erinnern.

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