Award der Woche für brash.de
Zugegeben, die Idee ein Männermagazin ins Netz zustellen ist nicht gerade revolutionär. Schließlich gibt es die digitalisierten Hefte von Playboy, FHM und Co. schon länger. Und die Themen, die auf brash.de zum Lesen einladen sollen, sind irgendwie auch nicht neu. Autos, Sport, Unterhaltung und noch ein bisschen Technik. Männer sind einfach gestrickt, aber glücklich, wollen uns die Macher wohl zurufen.

Aber was ist Brash (lässt sich wohl mit “frech/keck” übersetzen) überhaupt?
Wie sein weibliches Pendant Glam, welches sich wenig überraschend um den Fashion- und Beautykosmos dreht, ist Brash kein Online-Magazin im gewöhnlichen Sinne. Es gibt keine große Redaktion, die in der weiten Welt recherchiert, die Contentseiten baut und dann mit Leben füllt. Nein, die Inhalte werden anders generiert. Das Konzept von Brash sieht vor, sich den Inhalt woanders zu besorgen, bei anderen Internetangeboten, irgendwelchen Communitys zu Männer-Themen, Bloggern, anderen Experten et cetera pp. In Fachkreisen wird das dann Distributed Media genannt.
Die Inhalte werden nicht zentral in einer Redaktion erstellt, sondern liegen verteilt im Netz vor. Und Brash ist quasi der Staubsauger, der sich attraktive Angebote einverleibt. Klickt man also einen Artikel an, kann es einem passieren, dass man sich in der Community eines großen Autoverleihers wiederfindet, auf abgeordnetenwatch.de surft oder bei den Scienceblogs landet. Ein Programmierer stellt die Verbindung her, das war’s. Entsprechend ist auch die Qualität der Beiträge. Da reicht die Palette von “sehr ordentlich” bis “hanebüchen”.
Wie so vieles in der Medienbranche, kommt dieser Trend des Onlinejournalismus aus den USA. Dort gehört der Mutterkonzern von Brash, Glam Media, mit seiner Plattform bereits zu den größten Internetseiten. In Deutschland ist der Burda Verlag an Glam Media beteiligt. In München glaubt man mit Brash und Glam einen wichtigen Schritt in die Zukunft getan zu haben. “Das Glam-Geschäftsmodell, als vertikales Content-Netzwerk hochwertige Vermarktungsumfelder zu schaffen, bewährt sich und ermöglicht weltweit nachhaltiges Wachstum”, so Marcel Reichart, Geschäftsführer bei Burda.
Und für die Verleger scheint sich das Modell, bereits bestehenden Inhalt einzusammeln und dann neu zu vermarkten, wohl zu lohnen. Man spart sich ja schließlich die Gehälter einer großen Redaktion und vermarktet ein bisschen die Anzeigen für das Staubsauger-Netzwerk. Hört sich nach einem guten Geschäft an, das richtungweisend für die Zukunft sein kann. In Zeiten der Krisen stehen Medienhäuser vor der Frage: Will man Neues schaffen oder Bestehendes verwalten? Vielleicht ist die Antwort aber auch schon längst gegeben.
Kristof Stühm
Autor: student Kategorie: A bis Z, Zukunft des Journalismus | Keine Kommentare »
Tags: Award, Blogger, Burda, Community, digital, Fashion, glam, Marcel Reichart, Onlinejournalismus
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