7.8.2009

Award der Woche für cafebabel.com

Eine ambitionierte Idee und ein kreatives junges Team. Das Beispiel von cafebabel zeigt, dass eigentlich nicht mehr notwendig ist, um ein erfolgreiches Online-Projekt umzusetzen, das Europa ein Stück näher zusammenrücken soll. Der Ansatz erhebt keinen Anspruch auf absolute Perfektion, kein renommierter Verlag steht hinter dem ersten europäischen Online-Magazin.

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Aber junge und recht clevere Studenten, die ihre Europa-Idee verwirklichen wollen. Und dabei einen Gedanken verfolgen, von dem sich vielleicht sogar professionelle Medien etwas abschauen könnten: Eine multimediale Vernetzung von jungen Menschen, die aus ihren Blickwinkeln und persönlichen Erfahrungen verschiedener europäischer Länder in einem gemeinsamen Magazin Geschichten erzählen und sich über ihre unterschiedlichen Perspektiven austauschen.

Das Café Babel Magazin geht auf zwei Straßburger Studenten zurück, die sich im Jahr 2001 überlegt hatten, ein europäisches Web-Magazin in sieben verschiedenen Sprachen zu gründen. Die jetzigen Betreiber sprechen davon, “als Plattform für partizipativen Journalismus die ‘Eurogeneration‘ erreichen zu wollen, die erste Generation, die Europa dank des Erasmusprogramms, des Internets und zunehmender Mobilität täglich lebt.” Das Team von Café Babel möchte dazu beitragen, eine europäische Meinung herauszubilden. Dafür werden jede Woche Analysen und Berichte zu Europa online gestellt, Texte zu politischem, sozialem und kulturellem Zeitgeschehen veröffentlicht, die von einem engagierten Team übersetzt werden und anschließend von professionellen Journalisten redigiert und überprüft werden.

So findet sich dort genauso ein aktueller Text zur Dienstwagenaffäre von Ulla Schmid und den restlichen Skandalen des Sommers als auch sogenannte “Augenzeugenberichte”, wie eine Partytour durch Londoner Clubs. Der Vorteil der “Babelianer”: sie sind über ganz Europa verteilt und können somit direkt vor Ort ihre Geschichten recherchieren und ihre europäischen “Mit-Babelianer” daran teilhaben lassen. Und das auch oft über Europas Grenzen hinaus: Eine junge Frau hat sich beispielsweise zu einer Reise aufgemacht, über den Israel National Trail, einem Pfad, der die Geschichte Israels von den biblischen Anfängen bis heute erzählt. Sie lässt ihre Leser daran teilhaben, wie sie quer durch das Land reist und liefert ein interessantes Hintergrundstück.

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Dazu kommen mehrere Babelblogs und das Babelforum, die den Austausch der jungen Europäer über die besprochenen Themen und Ansätze ermöglichen sollen. Die Initiative soll eine “paneuropäische Debatte” bewirken. Dazu führt das cafebabel.com-Netzwerk Diskussionen, Konferenzen und andere Veranstaltungen in ganz Europa durch, um ein grenzüberschreitendes Denken anzuregen.

Außerdem zeigt sich cafebabel vorbildlich in Sachen Crossmedia: Zu den Reportagen, Features oder Interviews gibt es stets Hörbeispiele, Videos, Fotos, die Möglichkeit, Kommentare abzugeben, Verlinkungen unter den Texten und Rubriken. Dabei folgt der Internetauftritt einer klaren und sehr übersichtlichen Strukturierung und vernetzt die einzelnen Rubriken auch untereinander. Besonders schön: die Rubrik “à la carte” unter der Texte zu bestimmten Spezialthemen zu finden sind.

Cafebabel.com wird vom Verein Babel International veröffentlicht. Die europäische Zentralredaktion in Paris hält die Fäden eines ständig wachsenden Netzes von Lokalredaktionen in ganz Europa zusammen. Im Moment gibt es 31 cafebabel-Lokalredaktionen. Sie sind das Fundament von cafebabel.com. Sie animieren einen eigenen Cityblog für ihre Stadt, schlagen Themen für die kommenden Ausgaben des Magazins vor, führen Interviews, organisieren Café-Debatten und andere Veranstaltungen.

Jeder interessierte junge Europäer kann “Babelianer” werden: Selber Texte schreiben, übersetzen, bloggen oder in den Foren mitdiskutieren.

Sophia Seiderer

Autor: student Kategorie: A bis Z, Ausbildung, Zukunft des Journalismus | Keine Kommentare »
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