Hier wird über Journalismus diskutiert, über Medienthemen von A bis Z, von der Ausbildung des Nachwuchses bis zur Zukunft der Branche. Diskutieren Sie mit!
Du willst Dir nie wieder was sagen lassen? Du willst Dein eigener Chefredakteur werden? Du willst den Journalismus besser machen? Du willst Deine Inspiration und Deine Begeisterung mit anderen teilen? Willst ein großes Publikum erreichen. Überraschen. Mitreißen. Du willst einen Traum verwirklichen? Ein kleines Stück Pressegeschichte schreiben? Einen Scoop landen, nein, nicht irgendeinen, sondern DEN Scoop! Du hast die eine Idee, nämlich die beste – und Du willst dafür eine halbe Million Euro Starthilfe?
Nichts im Leben von Matt Harding wies darauf hin, dass er mal weltberühmt wird. Er entwickelte Computerspiele bei den Pandemic Studios und war glücklich mit seiner Rolle im Hintergrund der Spieleindustrie. Eines Tages präsentierte er ein Konzept für eine ganz neue Form von Spiel. Es sollte sich an Familien und Kinder richten und sich vom Ballerspiel-Einerlei abzusetzen.
Die Marktforschungsabteilung aber verhinderte die Entwicklung. So ein Spiel kaufe niemand, hieß es. Matt war genervt und schlug im Zorn ein Spiel vor, bei dem Aliens die Erde überfallen und die Menschheit vernichten wollen.
Früher – entschuldigen Sie den Einstieg mit einer Floskel – war alles besser! Das gilt insbesondere für das Netz überhaupt nicht. Das wurde mir mal wieder bewusst, als ich ein Interview für eine Sendung von hr2 Kultur zum Thema “Digital Natives” gegeben habe. (Absoluter Podcast-Hörtipp – schöne Sendung, um einen Überblick in das Thema zu bekommen.)
Da gab es doch gerade in den ersten Jahren Momente, in denen kleine technische Neuerungen den Alltag fundamental veränderten und für mehr Spaß im Netz sorgten.
Joachim Löw hat’s in der Tat nicht leicht: Ungefähr 82 Millionen Bundestrainer scheinen in Deutschland zu leben und vor allem Sportjournalisten können den Job ja eh viel besser als er. Ich natürlich auch.
So weiß ich zum Beispiel, dass Stefan Kießling lange vor Cacau ins Nationalteam gehört und dass es ein Rätsel ist, warum eigentlich Torsten Frings nicht mehr im Shirt mit dem Adler auf der Brust aufläuft.
Die Erfolgsgeschichte unserer kleinen Zeitung geht weiter. WELT KOMPAKT, die in enger Kooperation mit der Axel Springer Akademie erscheint, startet im November neu durch: Mit neuen Schwerpunkten sollen vor allem junge Zielgruppen angesprochen werden.
Gleichzeitig wird Deutschlands erfolgreichste Tageszeitungsneugründung der letzten Jahre in noch mehr Metropolregionen als Abo erhältlich sein.
Es waren nur ein paar Worte, mehr nicht. Gekritzelt auf eine Flip-chart, hier bei uns im Akademie-Newsroom, im sechsten Stock. “Weniger eitel” stand da, “flexibel” und “kommunikativer”, “freier sein” und “Content-Lieferer”, “Crossmedialität im Blut” und “finanziell genügsam”. Eigenschaften – zusammengesammelt von uns, wie der Journalist der Zukunft sein müsse.
Jochen Wegner und die “finanzielle Genügsamkeit” (Foto: Christoph Wenzel)
Jochen Wegner, Chefredakteur von FOCUS ONLINE, waren sie sofort aufgefallen. Aus München war er gekommen, um uns, Team 6, zu erzählen, wie das denn nun ist, mit dem Online-Journalismus, mit Klickzahlen, mit Usern, also Lesern im Netz, und wie die Verlage damit Geld verdienen wollen, später, irgendwann einmal. Schließlich hatten wir gerade unsere erste Woche im so genannten Aufbaukurs hinter uns. Jochen Wegners Besuch – der Abschluss der ersten Web-Woche, sozusagen.
Jemand fragte mich neulich, ob ich eigentlich eine Webseite habe. Naja, ich habe ein Blog, aber wenn Googles Wave bald für alle online ist, muss ich das Blog gar nicht mehr besuchen, um es zu aktualisieren. Ich schreibe einfach ein Blip aus Wave heraus. Meine “Webseite”, also das Blog, ist dann verbunden mit Google Wave und aktualisiert in Echtzeit.
Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich die ersten Webseiten gebaut habe mit HTML-Tags und Font-Sizes. Zwar gibt es die Tags noch immer, aber sie sind nur noch Beiwerk.
In meinem Kopf breiten sich die Klischees aus. Ein wohlhabender FDP-Baron, der den Fußball- und Arbeiterverein Schalke 04 berät, schwierig in Einklang zu bringen. Schlossbesitzer, Unternehmer, PR-Berater… mein Kopfkino ist ausverkauft. Und dann bezeichnet der sich auch noch als “Schalke-Fan”. Verwechselt er da vielleicht Fan-Leidenschaft mit Job-Pflicht?
Leidenschaftlicher Einsatz: Dietrich von Gumppenberg im Roten Salon der Akademie, neben ihm die Moderatorinnen Ricarda Landgrebe und Carolin Wilewski von Team 6 (Foto: Manuel Bewarder)
Dietrich Freiherr von Gumppenberg ist bei uns zu Gast. Freundlich schüttelt der Baron unsere Hände, sagt immer wieder liebevoll “Grüß Gott” und blickt dann etwas ratlos in die Runde: “Ich weiß nicht ganz genau, was ich erzählen soll.”
Die Diskussion ist im Gange. Unaufhaltsam. Die Medienwelt verändert sich, und Medienmacher wie Mediennutzer diskutieren gleichermaßen, inwieweit sich das auswirkt. Auf das Fernsehen, dessen Qualität ja immer schlechter wird. Auf Zeitungen sowieso, die ganz bestimmt aussterben. Und natürlich auf das Internet, das die Veränderungen hervorgerufen hat und denen auch selbst ausgesetzt ist. Über das Radio wird kaum noch diskutiert. Old-fashioned, nicht zeitgemäß, eigentlich jetzt schon tot.
Trotzdem – und ein Stück weit auch gerade deshalb: Heute geht der Award der Woche an einen Radiojournalisten. Philipp Grohm ist 24 Jahre alt, ein Jungjournalist.
Ein richtig cooles Projekt: 30 junge Talente aus aller Welt basteln sechs Wochen lang an Antworten auf die Frage, wie wir künftig ticken: Kommunikation, Job, Leben – was ändert sich? Das Camp findet in Berlin statt, heißt palomar5, und die Axel Springer Akademie ist dabei: Nina Paulsen und Marc Baron von Team 5 sind bloggende und twitternde Reporter.
Was dabei rauskommt? Keine Ahnung. Aber uns macht das Blog unserer Kommunikations-Guerilla schon jetzt mächtig Spaß. Und es sieht übrigens verdammt gut aus (thanks @Ella).
Egal, wer in diesen Tagen in der digitalen Welt sein Geschäftsmodell erodieren sieht und nach Sündenböcken sucht: Google-Bashing geht immer! Der Lieblingsfeind der traditionellen Nachrichtenmedien ist Google News. Für Rupert Murdoch zum Beispiel sind Aggregatoren wie Google News nichts anderes als “Plagiatoren” und “Content-Kleptomanen”.
Tatsächlich ist Google News aber für den kaufmännischen Erfolg oder Misserfolg von News-Websites von nachrangiger Bedeutung. Dafür startet Google ganz woanders eine Attacke auf die Verlage: im Lokalen.
In einem mehrstufigen und harten Auswahlverfahren haben wir vergangene Woche Team 7 und 8 der Akademie bestimmt. Und schon am Wochenende hielten wir nach den Talenten von übermorgen Ausschau, als Hauptpartner des JugendMedienEvent 2009. 500 junge Medienmacher sprachen hier über die Zukunft des Journalismus und erhielten Einblicke durch Redaktionsbesuche und Workshops. Die Axel Springer Akademie organisierte ein Interviewtraining und einen Video-Kompaktkurs. Dabei produzierten die Schülerzeitungs-Redakteure mit Dozent Jan Frerichs diesen Kurzfilm: