GASTBLOG: So analysieren wir unseren Webseiten-Traffic
Wo kommen die Besucher meiner Website her? Welche Einstiegsseiten nutzen sie? Wie entwickeln sich die Bounce Rate und die Verweildauer? Wie viele Besucher habe ich überhaupt? Web Analytics, also die systematische Analyse des eigenen Traffics, liefert Antworten auf diese Fragen.
Mittlerweile gibt es hunderte von Tracking-Werkzeugen auf dem Markt – viele davon sind kostenlos und können mit wenig Technik-Know-how implementiert werden. Bei fudder haben wir Erfahrungen mit folgenden Tools gemacht:
Mächtige Funktionen, schickes Interface, kinderleicht zu bedienen, kostenlos: Rein funktional führt in diesen Tagen kein Weg an Google Analytics (GA) vorbei, wobei es durchaus gute Gründe gibt (Datenschutz!), den Einsatz dieses Werkzeugs sehr kritisch zu diskutieren. Eine Schwäche von Google Analytics ist die Aktualität des Datensatzes. Echtzeit-Tracking, das zum Beispiel für die Optimierung der Startseite wichtig ist, bietet GA nicht. Die Daten sind bestenfalls 30 Minuten alt, häufig noch älter.
Aktuellere Werte liefert das Open-Source-Werkzeug AWStats, ein Urgestein der Statistik-Tools. AWStats analysiert kontinuierlich die Server-Logfiles und liefert aktuelle Daten, die maximal 15 Minuten alt sind. Das Berichtswesen ist allerdings deutlich weniger mächtig als bei Google Analytics.
Eine (zumindest rudimentäre) Echtzeit-Betrachtung des Traffics ermöglicht der STWC-Counter mit einer Live-Liste der 100 letzten Besucher, die Auskunft darüber gibt, welche Artikel gerade gelesen werden, mit welchen Keywords User über Suchmaschinen auf die Seite gekommen sind und über welche Referrer. Weil der STWC-Counter einen negativen Effekt auf die Performance unserer Seite hatte, haben wir das Tool zwischenzeitlich entfernt.
Der Shooting-Star unter den Webtracking-Tools ist Piwik, eine sehr mächtige Open-Source-Alternative zu Google Analytics. Der Funktionsumfang (siehe Produkt-Präsentation) und das ansprechende Interface können sich durchaus mit Google Analytics messen lassen. Probleme bekommt Piwik jedoch offenbar noch bei großen Nutzerzahlen.
Wer die Usability und die Architektur einer Seite analysieren will, sollte Crazy Egg einsetzen. Dieses Werkzeug visualisiert jeden Klick, den ein Nutzer auf einer Website macht. Mithilfe von Heatmaps oder Klick-Konfetti lassen sich auf einfache Weise jene Bereiche einer Seite identifizieren, die besonders gut oder gar nicht funktionieren (zum Beispiel, weil die Nutzer das Wording eines Navigationspunkts nicht verstehen). In der praktischen Anwendung liefert Crazy Egg aber regelmäßig auch sehr merkwürdige Ergebnisse, die keinem Plausibilitätstest standhalten. Als Alternative bietet sich deswegen der Einsatz von Clicktale an.
Mit welchen Tools analysiert Ihr Euren Webseiten-Traffic? Teilt Eure Erfahrungen in den Kommentaren!
Lesetipps zu Web Analytics
* Timo Aden hat in Deutschland für Google das Tracking-Werkzeug “Google Analytics” produktverantwortlich mitentwickelt. Aus seiner Feder stammt das kürzlich erschienene Buch “Google Analytics – Implementieren. Interpretieren. Profitieren.” Es enthält eine grundlegende Einführung sowie viele Praxistipps und richtet sich an Einsteiger und Profis gleichermaßen.
* Zwei weitere empfehlenswerte Standardwerke zum Thema Web Analytics stammen von Avinash Kaushik: Web Analytics: An hour a day sowie Web Analytics 2.0.
* Mashable: Analytics Toolbox: 50+ More Ways to track Website Traffic
* Kissmetric Blog: 50 resources for getting the most out of Google Analytics
* Graphicrating.com: 11 handy tools for Website Analysis
Markus Hofmann
Autor: Gastblogger Kategorie: A bis Z, Zukunft des Journalismus | 1 Kommentar »
Tags: Gastblog, Google, Markus Hofmann, Navigation, Tools, Traffic, Usability, Web Analytics
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Am 12. Januar 2010 um 14:05 Uhr
Ein schöner und wichtiger Beitrag! Für viele Verlag ist es aber erstmal wichtig, ÜBERHAUPT ein Analyse-Tool einzusetzen. Und sei es Anfangs “nur” Analytics von Google. Wobei ich jetzt nicht von den Verlagen professionellen Internetpräsenzen spreche, sondern eher von den Verlagen, die Ihre Internetpräsenzen (noch) stiefmütterlich behandeln, pflegen, oder seit langer Zeit nicht optimiert haben.
Sobald Werbemittel auf den Internetauftritt verkauft werden sollen, müssen genaue Daten zum Nutzungsverhalten her. Und auch, wenn die Analyse der Daten eventuell erschreckend ausfallen sollte, die Gewissheit über die Daten muss her.
Karsten Schäfer