Hier wird über Journalismus diskutiert, über Medienthemen von A bis Z, von der Ausbildung des Nachwuchses bis zur Zukunft der Branche. Diskutieren Sie mit!
Mark Twain war so enerviert, dass er seinem Frust ebenfalls in einem Schachtelsatz Bahn brach:
Deutsche Bücher sind ziemlich leicht zu lesen, wenn man sie vor den Spiegel hält oder sich auf den Kopf stellt – um den Aufbau umzukehren -, aber ich glaube, eine deutsche Zeitung lesen und verstehen zu lernen ist eine Sache, die einem Ausländer stets unmöglich bleiben muss.
Heute liefert FAZ-Mitherausgeber Günther Nonnenmacher im Leitartikel einen Beleg dafür:
Fachleute nennen die Erwartung, dass ausländische Truppen vom Jahr 2011 an die Sicherheit größerer Teile des Landes in afghanische Hände übergeben und mit dem Abzug beginnen könnten, eine Illusion.
Der Leser wähnt sich eine lange Wegstrecke auf der richtigen Spur, ehe er am Ziel die letzte Abzweigung erkennt, die im Ringschluss auf “die Erwartung” Bezug nimmt. Das ist in etwa so präzise wie die Pässe der DFB-Auwahl gegen Ghana. Und man fragt sich: Warum?
Klar macht man sich so seine Gedanken. Ist ja schließlich nicht irgendjemand, sondern ER, der Internet-Guru. Derjenige, der das Netz ganz neu interpretiert hat. Ein Wanderprediger der neuen Welt. Jeff Jarvis ist eine Ikone des Internets.
Das Bild täuscht: Jeff Jarvis doziert ungern, er plaudert und fragt.
Und dann kam er um die Ecke, in den Newsroom. Grauer Fünftage-Bart, schwarze Jeans, ein weißes Hemd, das aussah, als habe er es extra für diesen Tag von einem Freund geliehen. Ein dummer Gedanke eigentlich, denn er war der, für den sich schick gemacht wurde.
Was für ein Finale für “eines der spannendsten Internet-Projekte der vergangenen Monate” (meedia.de): Team 7 präsentierte heute sein Crossmedia-Masterpiece This is South Africa (TISA), ein Nachrichtenportal, das sich ausschließlich aus Social-Media-Quellen speiste, die allesamt redaktionell geprüft und – teilweise in neu entwickelten Formaten – aufbereitet worden sind.
Sein besonderes Projekt verlangt besondere Site-Kritiker: Jeff Jarvis nahm sich mehrere Stunden für die Diskussion mit dem TISA-Team und zog anschließend im Interview von Nadine Delistat sein Fazit:
Was lange währt: Hier lesen Sie, was 19 künftige Redakteure auf ihrer Abschlussfahrt erlebt haben, nachdem der Flug nach New York nicht ganz so feuchtfröhlich verlaufen war, wie sich das der eine oder andere womöglich vorgestellt hatte…
Team 4 vor der J-School. Deren Motto lautet: “TO EDUCATE THE NEXT GENERATION OF JOURNALISTS” (Foto: Elena Olivo)
Es ist Samstag und es ist wunderbar ruhig in der Akademie. FALSCH – es ist natürlich nur in diesem Teil der Akademie wunderbar ruhig. Am anderen Ende, in unserem Newsroom, wird schließlich seit über einer Woche Tag und Nacht gearbeitet.
Jedenfalls ist das hier der Tag und die Stunde, unseren schönen Award wieder auszupacken, und ihn gleich doppelt zu vergeben. Lesen Sie den Rest dieses Beitrags »
Der Journalismus ist reif für ein neues Kunstwort: Agenda-Searching. Damit will ich kennzeichnen, wohin sich Journalismus (ja, auch Qualitäts-Journalismus) in den nächsten Jahren entwickeln wird. Es geht weniger darum, als one-to-many-Gatekeeper selbst Themen zu setzen (Agenda-Setting), sondern Aufgabe des Journalisten ist künftig, eine schon längst gesetzte Agenda zu erkennen.
Pioniere des Agenda-Searching: Das Crossmedia-Masterpiece von Team 7.
Nächste Woche online.