4.8.2010

Elmar Theveßen zu Gast an der Akademie

Gerade erst aus dem Urlaub heimgekehrt, dann noch mal eben ein Interview mit dem Verteidigungsminister und abends durften schließlich die Journalistenschüler von Team 8 ihre Fragen stellen. Elmar Theveßen, der stellvertretende Chefredakteur des ZDF und der Leiter der ZDF-Hauptredaktion “Aktuelles”, hat einen vollen Terminkalender – und wirkte an diesem Abend trotzdem entspannt und plauderte ein wenig aus dem ZDF-Nähkästchen.

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Elmar Theveßen im Roten Salon der Akademie (Foto: Christine Kensche)

Zum Beispiel, dass es ihm am Herzen liegt, mit dem Programm seines Senders mehr junges Publikum anzusprechen. “Jung” bedeutet beim ZDF die Zielgruppe der 30- bis 59-Jährigen. Auf Lacher aus dem Team fügte er hinzu: “Wenn‘s nach mir ginge, könnten es gerne auch die 18- bis 29-Jährigen sein, die einschalten.”

Auf Katharina Windmaißers Frage nach dem “Stein der Weisen” zum Werben von jungem Publikum konnte Theveßen jedoch nicht mit einem Patentrezept reagieren. “Keiner weiß, was sie wirklich wollen”, so der ZDF-Mann. Eine seiner Ideen gab er trotzdem preis: “Vielleicht muss man ja auch mal etwas mutiger sein, offensiver – zum Beispiel jemanden wie Geert Wilders einladen”, so Theveßen. “Aber nicht um ihm ein Forum zu bieten, sondern sich deutlich abgrenzen. Damit kann man solchen Menschen vielleicht das Wasser abgraben.”

Ob Theveßen uns, das junge Publikum, in den nächsten Jahren zum Einschalten des ZDFs bewegen kann, wird sich zeigen. Auf Berichte über “Brusthaarentfernung von jungen Männern wie in einigen Privatsendern”, können wir laut Theveßen aber nicht hoffen. “Auch, wenn ich mir da sicher sein könnte, dass damit die Quoten steigen werden.” Um Restauranttestern und Supernannys über die Schultern schauen zu können, müssen wir also auch in Zukunft zu den privaten Sendern zappen.

Laura Fölmer

Autor: student Kategorie: A bis Z, Ausbildung, Gäste der Akademie, Medienmacher zu Besuch | 2 Kommentare »
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2 Kommentare zu “Elmar Theveßen zu Gast an der Akademie”

  1. Rolf Hemmerling

    Die Serie “Rach, der Restaurantester” ist ähnlich wie die kurzlebige Serie “Big Boss” aber ein Vorzeige-Lehrbeispiel für angehende Unternehmer, wie man Marketing und Produktgestaltung gut umsetzt.
    Also etwas vorbildliches !

    Was die zwangszahlenden Zuschauer nicht benötigen, sind hingegen

    1) “Mutantenstadl”
    2) “Migrantenstadtl”
    3) Samstagsabend-Mottoshows mit C-Prominenten a la “Die besten 100 Hits”
    sowie
    4) “Selbstbeweihräucherungs-Talkshows” am Sonntagabend,
    und
    5) insbesondere nicht die Geldgier der am GEZ-System verdienenden Parteien..

  2. Peter MÄDER

    Sehr geehrter Herr Theveßen,

    gerade habe ich im ZDF Ihren Kommentar zu Sarrazins Buch gehört (30. August, 21.45 Uhr). Für Ihre klaren und so notwendigen Worte danke ich Ihnen. Das war eine deutliche Antwort, über die ich mich freue. Weiter so!
    Mit nochmaligem Dank grüße ich Sie
    Peter Mäder
    Professor für Schulpädagogik, Freiburg

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