Willkommen im Circus Maximus
“Arsch und Titten” nimmt er nur nach einem “mit Verlaub” in den Mund, schwarz auf weiß serviert er sie tagtäglich den BILD-Lesern. Ohne Verlaub – In Großformat.

Alexander von Schönburg mit Moderatorin Gesa Schwanke von Team 8.
Alexander Graf von Schönburg-Glauchau ist Chef der letzten Seite der BILD und liebt klassische Mythologie. In seiner Unterhaltungsrubrik platziert der adelige Schöngeist aber weniger Apoll und Daphne als Lothar und Liliana.
Passt wie (mit Verlaub) Arsch auf Eimer? Wohl eher nicht.
Natürlich ein Grund für uns, nachzuhaken. Ist das befriedigend? Macht es ihn glücklich?
Ihn, der nicht alles gutheißt, was im “Circus Maximus” des Journalismus, dem Boulevard, durch die Arena getrieben wird. Ihn, der vor einem “Klatsch-Dumbing-Down” warnt. Ihn, der sich vorgenommen hat, “Esprit und Geist in die letzte Seite der BILD zu infiltrieren”.
“Ja”, sagt er. “Meine Befriedigung ist es, subversiv zu arbeiten.” Offen und ehrlich antwortet die blaublütige Edelfeder auf jede unserer teils recht kritischen Fragen. Zumindest scheint es so. Oder will er uns das nur weismachen? Subversiv?
Wie auch immer, man glaubt ihm irgendwann, dass es ihm tatsächlich mehr Freude bereitet, zwischen den Po von Paris Hilton und die Fußfessel von Lindsay Lohan ein Fremdwort zu quetschen als eine komplette Feuilleton-Seite in der FAZ zu füllen. “Es sind die kleinen Triumphe, die mich glücklich machen”, sagt er und lächelt entwaffnend.
Überhaupt ist er sehr charmant, der braungebrannte Beau mit dem ordentlich getrimmten Vollbart und dem perfekt sitzenden klassischen Anzug. Dazu trägt Durchlaucht – nein, nicht Einstecktuch und Manschettenknöpfe, sondern lila Socken und ein buntes Freundschaftsbändchen. Unkonventionell, irgendwie subversiv… “Ach, ich bin da nur so ein bisschen fashion-addicted”, sagt er.
Ja, langsam kommt der Verdacht auf, der Bestsellerautor (u.a. Die Kunst des stilvollen Verarmens) sei doch der Richtige für die Unterhaltungs-Rubrik, denn unterhaltsam ist er definitiv. Damit hat der Bruder von Fürstin Gloria von Thurn und Taxis das von ihm selbst gewählte Motto des Abends, “don’t bore”, wunderbar umgesetzt. Kein “Ennui” – wie man in den herrschaftlichen Salons seiner blaublütigen Verwandtschaft den “schlimmstmöglich anzunehmenden Unfall”, die Langeweile, nennt.
Kein Ennui vor allem dank seiner Persönlichkeit und nicht so sehr dank der journalistischen Tipps, die er uns geben wollte, um den Leser nicht zu langweilen. Kniffe für gute Einstiege, Themenfindung wollte er uns zeigen, ganz nebenbei stand aber plötzlich er selbst im Mittelpunkt. Irgendwie subversiv…
Katharina Windmaißer
Autor: student Kategorie: A bis Z, Gäste der Akademie, Medienmacher zu Besuch | 1 Kommentar »
Tags: Bild, Boulevard, Fashion, Feuilleton, Paris Hilton, Schönburg
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Am 1. Oktober 2010 um 10:55 Uhr
“so schön und leider schon versklavt. vom axel. tut mir in meiner journalistischen seele weh.”
Wie süss. Die sperre.
Gute nacht journalie!