1.2.2012
Gänsehaut am Anfang, eine Exklusiv-Nachricht am Schluss: Der Berliner Gerichtsmediziner Professor Michael Tsokos beim Studium generale an der Axel Springer Akademie

Michael Tsokos (2.v.l.) bei Team 11.
Tote Menschen riechen gut. Nicht dann, wenn sie gerade erst gestorben sind, auch nicht nach vier oder fünf Tagen. Aber wenn sich der beißende Gestank von verwestem Fleisch nach einigen Wochen verzieht, setzt ein süßlicher Duft ein. „Wie Moos in der Sonne“, sagt Deutschlands bekanntester Rechtsmediziner Michael Tsokos. Wir schlucken.
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17.1.2012
Puuh! Das war es also – unser erstes Studium generale als Team 11 im Roten Salon. Zu Gast: der Historiker Prof. Michael Stürmer. Die Nerven lagen blank bei den Moderatoren. Gut zu beobachten an der “Kork-Affäre” kurz vor Beginn. Der Versuch, den Korken unversehrt aus der Riesling-Flasche zu ziehen, scheiterte im ersten Anlauf. Es blieb allerdings das einzige Missgeschick an diesem Abend.

(Fotos: Nadja Lucas)
Souverän führten die beiden dann durch das Gespräch über die fünf Unternehmensgrundsätze der Axel Springer AG.
Keine einfache Angelegenheit. Den Vortrag von Prof. Stürmer mit höchst interessanten Details konnten (und wollten) wir oft nicht stoppen.
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30.8.2011
Die Frau, die Team 10 zum Studium Generale erwartet, könnte auch die liebe Oma von nebenan sein. Eine zierliche Dame, kurzes Haar, sanftmütiges Lächeln, schlichtes Kleid.

Lala Süsskind zu Gast an der Akademie. (Foto: Kuiper)
Doch Lala Süsskind, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, kommt mit zwei Personenschützer in die Akademie. Die Frau ist gefährdet, meint das LKA, sie braucht bewaffneten Schutz. „Den hatte ich aber noch nie nötig“, sagt Lala Süsskind energisch.
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1.8.2011
Berlin hat Platz. Berlin boomt. Berlin ist sexy. Und doch prügeln sich viele Firmen nicht gerade um einen Standort in der Hauptstadt. René Gurka, Leiter der Wirtschaftsförderung “Berlin Partner”, muss aktiv um Unternehmen werben, auch deren Chefs umwerben: Bei Golf und Hockey geht es um hunderte Arbeitsplätze. Was sich wie bezahltes Hobby anhört, sei harte Arbeit. “Und wenn ich am Samstag im Flugzeug nach Peking sitze, dann war’s das mit meinem Wochenende”, so der 40-jährige Vater einer kleinen Tochter im Hintergrundgespräch mit Team 10.

Rene Gurka mit den Moderatoren Sally Meukow und Andreas Rickmann (Team 10; Foto: Anja Bleyl)
Heute sei Berlin sein Zuhause und sein Beruf zugleich. “Ich musste aus Osnabrück raus, weil da Stillstand war”, sagt er. In der norddeutschen Stadt hat er Jura mit Schwerpunkt Wirtschaftsrecht studiert. Jetzt ist er in der Hauptstadt, sein Job ist es, dass möglichst viele es ihm gleichtun. Sein Job schafft Arbeit. 4.000 bis 5.000 neue Stellen entstünden jedes Jahr durch “Berlin Partner”. Rund 140 Mitarbeiter verteilen sich auf die zwölf Bezirke der Stadt.
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26.5.2011
Er war der protokollarisch hochrangigste Gast in diesem Halbjahr an der Akademie. Zum ersten Mal rief die Akademieleitung einen Dresscode aus. Yoram Ben-Zeev, Botschafter des Staates Israel, war zu Besuch bei Team 9.

Botschafter Yoram Ben-Zeev im Roten Salon der Akademie (Fotos: Christian Mutter)
Schwarze Limousinen fahren in hohem Tempo auf das Verlagsgelände und halten abrupt vor dem Haupteingang. Ein Tross von Sicherheitsleuten entsteigt den Wagen. Ihre Augen scannen die Umgebung, Blicke in alle Himmelsrichtungen. Alles sicher. Der Botschafter steigt aus dem Fond.
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10.5.2011
Hani Yousuf, 28, graduate of the Columbia School of Journalism, is currently a scholarship holder at the Axel Springer Academy in Berlin within the framework of the “CU ASAP” exchange program (Columbia University Axel Springer Academy Program). She wrote this report on how the people of Pakistan reacted to Bin Laden’s Death for the cover story “The most dangerous country in the world” of WELT am SONNTAG, Germany’s market leader among the quality sunday newspapers.

Hani Yousuf

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5.4.2011
Er grübelt, blickt ins Leere, atmet schwer aus. Und dann dieser Satz: „Wer an der Welt verzweifelt, jedoch nicht willens ist die Zustände aus eigener Kraft zu ändern, ist ein Intellektueller“. Wolf Lepenies (70), Soziologe und Aufsichtsratsmitglied der Axel Springer AG, fällt es spürbar schwer eine Definition des intellektuellen Menschen zu präsentieren.

Die Moderatoren Oliver Jeges und Stefanie Hörnig wollten von Wolf Lepenies wissen, was einen Intellektuellen ausmacht
Sich selbst bezeichnet er deshalb auch lieber als „handelnden Intellektuellen“. Was einen solchen ausmacht, warum Deutschland einen „Braindrain“ erlebt und wieso man auf dem roten Teppich immer hinter dem Franzosen gehen sollte, erläuterte Lepenies im Gespräch mit Team 9.
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25.3.2011
“Es gibt die Mann- und Frau-Perspektive, auch in der Kirche“, sagt Ralf Meister. Wir wollen von dem neuen Landesbischof der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover wissen, was ihn von Margot Käßmann unterscheidet. Er rutscht auf dem weißen Sofa hin und her, stützt die Arme auf die Knie und lacht auf. Eine gute Frage, findet er und hält inne.

Ralf Meister im Gespräch mit Moderator Jörn Meyn von Team 9 (Foto: Enrico Ahlig)
Das macht Ralf Meister an diesem Abend noch öfters. Seiner Meinung nach hätte Margot Käßmann nicht gehen müssen: “Das war eine Entscheidung, die für die evangelische Kirche tragisch war.” Er kann ihre Entscheidung trotzdem nachvollziehen. Für ihre drei Millionen Protestanten ist jetzt Ralf Meister bald zuständig – keine leichte Aufgabe als Nachfolger einer Frau, die Meister als “Gesicht der evangelischen Kirche” bezeichnet. “Sie hat die große Stärke, die persönlichen Aspekte des Glaubens zu kommunizieren”, sagt er über Margot Käßmann.
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23.3.2011
Es ist ein ganz besonderer Abend im Roten Salon. Denn zu Gast bei Team 9 ist eine Frau, die sich vor nicht allzu langer Zeit vollständig aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat:

(© Ullstein Buchverlage)
Seyran Ates – Frauenrechtlerin, Buchautorin, Anwältin.
Die Chance, mit uns jungen Journalistenschülern über ihre Erfahrungen als Frauenrechtlerin zwischen den Kulturen zu reden, wollte sie sich dann aber doch nicht nehmen lassen.
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22.2.2011
Studium Generale mit Dmitri Trenin, Mitglied einer weltweit agierenden Friedens-Denkfabrik

Dmitri Trenin (Bild: Carnegie Endowment)
Am frühen Nachmittag starben 35 Menschen bei einem schrecklichen Terroranschlag am größten Moskauer Flughafen. Wenige Stunden danach treffen wir Dmitri Trenin. Der Leiter des Moskau Zentrums des Carnegie Endowment for International Peace ist sichtlich erschüttert und gedenkt zuerst der Todesopfer und vielen Verletzten. “Wenn es an russischen Flughäfen ähnliche Sicherheitsmaßnahmen wie bei Ihrem Verlag geben würde, wäre so etwas nicht geschehen.”
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15.2.2011
Auf dem Papier sieht es aus wie ein Gespräch unter Kollegen. Doch beim Studium Generale ist Wenzel Michalski nicht als Journalist zu Gast an der Akademie. Nicht nur.

Wenzel Michalski zu Gast bei Team 9 (Foto: Christian Mutter).
Dabei hätte Herr Michalski den 22 Journalistenschülern der Akademie vieles über die Arbeit eines Journalisten erzählen können. Der 48-jährige leitete das Londoner Studio des Senders Sat.1, war Chef vom Dienst der Sat.1 Nachrichten und moderierte das Nachrichtenmagazin “Zoom” auf N24. Die Vita eines gestandenen Journalisten. Doch Wenzel Michalski suchte nach neuen Aufgaben. Seit Herbst 2010 ist er der Direktor des deutschen Büros der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch. Eine seltsame Entscheidung für einen Journalisten? Nicht für Wenzel Michalski.
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