Hier wird über Journalismus diskutiert, über Medienthemen von A bis Z, von der Ausbildung des Nachwuchses bis zur Zukunft der Branche. Diskutieren Sie mit!
“Einen Ritt durch die Geschichte“ hatte uns Herr Spahl vor unserem ersten Studium generale mit Professor Michael Stürmer versprochen. Der WELT–Chefkorrespondent war der Einladung der Akademieleitung gefolgt, um sich mit uns Neulingen zu einem Gedankenaustausch über die fünf Unternehmensgrundsätze des Axel-Springer-Verlags zu treffen.
Prof. Michael Stürmer diskutiert mit Team 7 der Axel Springer Akademie.
Erste Überraschung: Anstatt auf die historischen Auslöser der fünf „Essentials“ einzugehen, lenkt der Professor unser Augenmerk auf die teils schwammigen Formulierungen. Begriffe wie „freie soziale Marktwirtschaft“ oder „Totalitarismus“ seien „sehr zeitgebunden“ und „unpräzise“, was aber zwangsläufig so sein müsse, „wenn man in fünf Leitsätzen das Essentielle von Politik und Wirtschaft packen will.“ Generell seien die Grundsätze nur als Leitlinien zu verstehen, sagt Stürmer, die aber nicht von kritischer Berichterstattung abhalten sollen. Trotzdem seien sie wichtig, um dem Verlag eine Richtung zu geben.
Wenn man Hertha-Trainer Friedhelm Funkel und den langjährigen BILD-Sportchef Alfred Draxler zu Gast hat, fachsimpelt man eigentlich über Fußball. Darüber, warum der teure neue Stürmer nicht trifft. Ob die Bayern wieder Meister werden. Oder wie Friedhelm Funkel die hoffnungslos abgeschlagene Hertha noch vor dem Abstieg retten will.
Friedhelm Funkel im Newsroom der Akademie: “Ich dachte, dass wir nach Roberts Tod länger innehalten.” (Foto: Matthias Knoll)
Am 10. November aber warf sich der deutsche Nationaltorwart Robert Enke vor einen Zug und nahm sich das Leben. Und so stehen zunächst ganz andere Fragen auf der Agenda, die wir mit unseren Gästen diskutieren: Hat das harte Fußballgeschäft Schuld an Enkes Selbstmord? Und müssen sich nicht auch die Medien, in denen junge Torhüter schon mal zu “Torwart-Trotteln” werden, hinterfragen?
Es waren nur ein paar Worte, mehr nicht. Gekritzelt auf eine Flip-chart, hier bei uns im Akademie-Newsroom, im sechsten Stock. “Weniger eitel” stand da, “flexibel” und “kommunikativer”, “freier sein” und “Content-Lieferer”, “Crossmedialität im Blut” und “finanziell genügsam”. Eigenschaften – zusammengesammelt von uns, wie der Journalist der Zukunft sein müsse.
Jochen Wegner und die “finanzielle Genügsamkeit” (Foto: Christoph Wenzel)
Jochen Wegner, Chefredakteur von FOCUS ONLINE, waren sie sofort aufgefallen. Aus München war er gekommen, um uns, Team 6, zu erzählen, wie das denn nun ist, mit dem Online-Journalismus, mit Klickzahlen, mit Usern, also Lesern im Netz, und wie die Verlage damit Geld verdienen wollen, später, irgendwann einmal. Schließlich hatten wir gerade unsere erste Woche im so genannten Aufbaukurs hinter uns. Jochen Wegners Besuch – der Abschluss der ersten Web-Woche, sozusagen.
Michel Friedman genießt es zu streiten. Sehr sogar. Das stellte Deutschlands vielleicht umstrittenster Journalist und Talkmaster beim Hintergrundgespräch mit uns, Team 6 der Axel Springer Akademie, unter Beweis. Wir haben erfahren, was knallharte Interviewführung ist. Friedman machte jedenfalls gleich am Anfang klar, wer der Chef im Ring ist.
Friedman und der Respekt – Christin Ilgner und Jens Nagler von Team 6 haken nach.
Unsere erste Frage, ob er seinen Gesprächspartnern immer Respekt entgegenbringe, beantwortet er blitzschnell mit einer Gegenfrage.
Beim ersten Studium Generale sind wir noch ein wenig schüchtern. Das muss sich ändern.
(Fotos: Christin Ilgner)
Es ist Abend im Roten Salon. 21 aufgeregte Journalistenschüler und einer, den vermutlich nichts mehr aus der Fassung bringt: Professor Michael Stürmer, Chefkorrespondent der WELT und der WELT AM SONNTAG, Historiker und ehemaliger Berater von Bundeskanzler Kohl. Er ist unser erster Gast im Studium Generale und redet sofort drauflos. Die sorgfältig vorbereiteten Karteikarten der beiden Moderatoren bleiben unbenutzt, auch für ein paar einleitende Worte bleibt keine Zeit.
Er lässt ein jugendliches Lächeln blitzen während er allen reihum die Hand schüttelt. Sein braunes Haar ist dicht, seine Haut ist auffallend stark gebräunt für diese Jahreszeit. Professor Dieter Stolte ist 74 Jahre alt. Er sieht jünger aus.
Team 5 hat den ehemaligen ZDF-Intendanten gespannt im Studium Generale erwartet. Wir freuen uns auf eine erfrischende Diskussion über Qualität des deutschen Fernsehens. Doch die lässt auf sich warten. Dieter Stolte startet die abendliche Runde mit einem Impulsvortrag über Denkmalschutz.
Wie erschließe ich neue Quellen? Wie setze ich meine Auskunftsrechte in der Praxis durch? Wie komme ich zum Scoop?
Diese und ähnliche Fragen werden in der ersten Veranstaltung einer neuen Fortbildungsreihe der Akademie beantwortet. Unter dem schönen deutschen Titel “Best Practice” treffen sich Journalisten des Hauses, um sich über ihre Arbeit auszutauschen – und so voneinander zu profitieren. Ziel ist es, sich im Kollegenkreis noch besser zu vernetzen und Wissen weiterzugeben.
“Best Practice” richtet sich an versierte Journalisten, die schon Erfahrung mit dem jeweiligen Thema haben, und wird von einem Experten moderiert. Den Anfang macht am 17. April David Schraven, Wirtschaftsreporter der “Welt” und im Vorstand des “Netzwerk Recherche”, mit dem Thema Recherche. Schraven ist im vergangenen Jahr für seine Recherchen über einen Umweltskandal mit dem Wächterpreis ausgezeichnet worden.
Zehn weitere, für alle Journalisten des Hauses offene und kostenlose Fortbildungsseminare im März und April finden Sie hier. Auf der Homepage der Akademie können Sie sich auch gleich anmelden.
“Zeitungssterben? Ja. Und? Es sind die schlechten Zeitungen, die sterben. Der Autoindustrie geht es auch schlecht und Firmen müssen schließen. Aber glauben Sie, deshalb werden keine Autos mehr gebaut?” Starke Worte eines großen Journalisten: Walter Pincus (76). Er hat 1977 die Neutronen-Bombe platzen lassen, ist Pulitzerpreisträger, Reporter der Washington Post und in den USA so etwas wie ein “nationaler Schatz”.
(Foto: Riza Avsar)
So jedenfalls würdigte sein früherer Chefredakteur Ben Bradlee die Meriten des journalistischen Urgesteins, das sich als Spezialist für national security einen Namen gemacht hat.
“Bitte legen Sie die Jacke hier auf das Band. Das funktioniert wie auf dem Flughafen.” Franz Josef Wagner guckt erstaunt. Er muss sich abtasten lassen. Es piept, Wagner zeigt seine Gürtelschnalle. Das Personal am Eingang des Axel-Springer-Hauses ist unnachgiebig. Man kennt ihn nicht. Der Star-Kolumnist der “Bild”-Zeitung, der Ex-Chefredakteur von “Bunte”, “Super-Zeitung” und “B.Z.” ist hier fremd. Fremd im eigenen Verlagshaus. Seine “Post von Wagner” schreibt er in seiner Wilmersdorfer Wohnung und telefoniert sie durch an die Sekretärin. Fünfmal die Woche. Im Axel-Springer-Haus ist er nie. Fast nie, für Team 5 der Akademie hat er eine Ausnahme gemacht.
Franz Josef Wagner gut gelaunt an der Akademie. Bald soll man ihn auch als Video-Blogger sehen.
“Welt Kompakt” wird von den Journalistenschülern der Axel Springer Akademie gemacht. With a little help of our friends: Frank “der Lord” Schmiechen, Matthias “Leo” Leonhard, Eckhard “Bali” Balfanz, Stefan A. “Runnix” Runne, Jürgen Stüber, Philipp Haibach und Ronny Wahliß, die fast alle seit Anfang an dabei sind.
Seit drei Wochen hat nun Team 5 den Newsroom der Akademie unter Kontrolle – und setzt auch erste Zeichen. Im wöchentlichen Jour fixe diskutieren wir zur Zeit mit Frank Diering und Peter Schink (Leiter Produktentwicklung von WELT ONLINE) über die Frage, was die Medienkonvergenz aus dem Journalismus macht.
Wordpress Video Plugin “Crossmedia heißt für mich…” – Handy-Videostatement von Karolin Schneider, Team 5
Die Veranstaltung hat den markt-lastigen Untertitel “Verwertungskette Information” und führt zu recht emotionalen Thesen: