Hier wird über Journalismus diskutiert, über Medienthemen von A bis Z, von der Ausbildung des Nachwuchses bis zur Zukunft der Branche. Diskutieren Sie mit!
Mal ganz ehrlich: Es reicht. Vielleicht ist es die Enttäuschung, dass mein Vorstandschef gestern N24 endgültig ad acta gelegt hat. Vielleicht hat ProSiebenSat.1-Vorstandschef Thomas Ebeling auch einfach punktgenau den Punkt getroffen, an dem der Spaß ein Loch kriegt. Jedenfalls hat Ebeling jetzt in seltener Deutlichkeit formuliert:
“Auch wenn ich mehr Geld hätte, würde ich es nicht für mehr Nachrichten ausgeben.”
Stattdessen lieber mehr Fiction (= Benno Fürmann und Heino Ferch rund um die Uhr), denn Nachrichten seien ein Zuschussgeschäft. Sagt der Mann, der vorher als CEO Produkte wie Voltaren (Slogan: “wieder Freude an Bewegung”) verantwortet hat, und der den Unterschied zwischen Medien- und Pharmabranche offensichtlich lockerer nimmt als ich.
Wenn sich der Bundestag anschickt, eine Enquête-Kommission zu installieren, muss entweder viel Wind erzeugt oder ein drohender Sturm gebändigt werden. Bei der Enquêtekommission “Internet und digitale Gesellschaft” ist definitiv Letzteres der Fall.
(Bild: David Vignoni/Wikimedia Commons)
Die Zeiten für billige Allgemeinplätze sind vorbei, der epochale Einschnitt durch das Web ist überdeutlich und umfassend, daher dürften die Diskussionen zum Aufgabenfeld “Gesellschaft und Demokratie” besonders interessant werden. Fünf Punkte für die Tagesordnung:
Auf der steht seit gestern in der Axel Springer Akademie weit oben: der neue SCOOP!
Mehr als 1200 Kreative hatten sich bei unserem Ideenwettbewerb beworben, eine phantastische Resonanz! Nochmal vielen Dank an alle für ihr Interesse und ihr Engagement. Die verrücktesten Sachen waren dabei, originelle, skurrile, bewegende Ideen. Jetzt hat sich die Jury für das Gewinnerprojekt entschieden.
Gut gelaunte Jury nach ihrer Sitzung. Von links: Marc Thomas Spahl, Nadine Schemmann, Dr. Andreas Wiele, Miriam Pielhau, Oliver Berben, Tim Renner, Jan-Eric Peters, Felix Petersen, Michael Conrad (Fotos: Lengemann)
Die ersten Würfel sind gefallen, die Jury hat ihre Vorauswahl getroffen, die Kandidaten für die Schlussrunde stehen inzwischen fest. Heute gehen die Briefe an alle Teilnehmer raus.
Wer nicht dazu gehört: Bitte nicht zu enttäuscht sein – immerhin wollten mehr als 1200 kreative Mitbewerber aus aller Welt den SCOOP! landen. Aber am Ende kann eben leider nur eine Idee gewinnen.
Ich mag es, wenn wir Journalisten den Mächtigen immer mal wieder in den Hintern treten. Dafür gibt es uns doch. Von wegen Pressefreiheit und so. Was am Ende dann an gut recherchierten Geschichten herauskommt, beeindruckt bereits im gedruckten Medium. Aber noch viel besser können solche Geschichten online erzählt werden.
Deshalb geht der Award der Woche diesmal an die amerikanische Sendung “Frontline” und ihren Internetauftritt. Zunächst: Die Reihe der nicht-kommerziellen TV-Senderkette PBS legt jede Woche eine Reportage über knapp 60 Minuten hin. Diese Filme greifen Aktuelles und immer wieder die großen Geschichten über Liebe und Tod auf.
Die Stunde der Wahrheit naht: Am 25. Februar trifft sich die Jury in Berlin zu ihrer alles entscheidenden Sitzung. Dann werden die fünf Kandidaten, die es bis in die letzte Runde schaffen, ihre Ideen hier in der Akademie präsentieren. Wer zum Final-Quintett gehört, legt nach mehreren Auswahlrunden die Jury kommende Woche fest. Der Kreis wird immer kleiner, aber auch wer nicht dazu gehören wird, darf nicht allzu enttäuscht sein: Die Konkurrenz war mit mehr als 1200 Bewerbungen riesengroß! Demnächst lesen Sie hier im Blog, wie es weitergeht, wer zu den glücklichen Fünfen gehört – aber vor allem: wer den SCOOP 2010 landen wird. Viel Glück!
Es ist ein weltumspannendes Ereignis mit Spitzenleistungen, eine soziale und kulturelle Bewegung, ein Massenphänomen, das zu einem (Medien-) Spektakel geworden ist. Auf kein anderes Ereignis passen so viele Beschreibungen wie auf die Olympischen Spiele. Trotz des oft kritisierten Gigantismus geht von ihnen auch heute eine enorme Faszination aus.
Alexander Picolin (27) aus Niederkassel hat sich so sehr mitreißen lassen, dass er auf www.olympiastatistik.de und www.paralympia.de jeweils eine riesige Datenbank mit Namen, Zahlen und Daten zu den Spielen der Neuzeit erstellt hat – so ganz nebenbei. In seiner Freizeit. Besonders jetzt kurz vor den Olympischen Spielen in Vancouver, die am 12. Februar beginnen, lohnt es sich, mal wieder in die Tiefen der Datenbank abzutauchen. Im Moment arbeitet er an einer Aktualisierung und neuem Layout.
Werbe-Guru Lothar Leonhard sagte in einem FR-Interview voraus: “Wir haben mehr Printmedien als der Markt braucht. Wir werden vor allem bei den Zeitschriften eine Marktbereinigung erleben.” Dennoch erleben wir immer wieder vielversprechende Neugründungen – seit knapp drei Jahren gehört MONOCLE dazu und es ist höchste Zeit für einen Preis.
MONOCLE wurde von Tyler Brûlé gegründet (dem wir bereits Wallpaper zu verdanken haben) und wird in London verlegt und verdient in tiefem Respekt den Claim “decadency in style”: Großartiges Design, voluminöse Gestaltung, einzigartige Themenwahl.
An Tagen wie diesen gibt es kein wichtigeres Thema: Die Neuen sind da! Wie zu Beginn eines jeden Halbjahrs haben auch heute wieder 20 Journalistenschüler ihren ersten Tag an der Axel Springer Akademie, nur eine Kollegin fehlt, sie kommt aus Russland und wartet noch auf ihr Visum. Alle anderen sitzen bereits im Newsroom, lernen seit heute nachmittag das Nachrichtenhandwerk und freuen sich wahrscheinlich auf heute abend: Da gibt es – bereits Tradition – einen kleinen Umtrunk im obersten Stockwerk des Verlags. Wir freuen uns auf das verflixte siebte Team.
Von links: Nadine Delistat, Marc Hofmann, Maximilian Kiewel, Silke Mülherr, Ekkehard Kern, Andrea Backhaus, Julia Dombrowsky, Gasthörer Alexander Just, Solveig Rathenow, Janina Darm, Dominik Ehrentraut, Michael Bee, Andrea Kolpatzik, Florian Wichert, Luise Schlächter, Laura Gehrmann. Unten: Kristina Ellwanger, Tim Röhn, Fabian Gartmann, Kerstin Teuber. Rechts ihr neuer Chef, Marc Thomas Spahl. Und noch nicht auf dem Foto: Julia Smirnova. (Foto: Grünwald)