Hier wird über Journalismus diskutiert, über Medienthemen von A bis Z, von der Ausbildung des Nachwuchses bis zur Zukunft der Branche. Diskutieren Sie mit!
Was für ein Finale für “eines der spannendsten Internet-Projekte der vergangenen Monate” (meedia.de): Team 7 präsentierte heute sein Crossmedia-Masterpiece This is South Africa (TISA), ein Nachrichtenportal, das sich ausschließlich aus Social-Media-Quellen speiste, die allesamt redaktionell geprüft und – teilweise in neu entwickelten Formaten – aufbereitet worden sind.
Sein besonderes Projekt verlangt besondere Site-Kritiker: Jeff Jarvis nahm sich mehrere Stunden für die Diskussion mit dem TISA-Team und zog anschließend im Interview von Nadine Delistat sein Fazit:
Jetzt haben wir gerade gelernt, wie wir uns bei Google ganz oben positionieren können, da wird mal eben der PageRank als Maß aller Dinge heruntergestuft.
Zeitungen wie DIE WELT haben gezeigt, wie man mit viel Inhalt und ebensovielen Tricks Google nutzen kann, um eine Menge Besucher auf die eigene Webseite zu bringen (und haben dann gleich Google dafür ausgeschimpft, dass die Suchmaschine den Zeitungslesern auf ihrem Weg zum Zeitungshaus ein wenig Werbung in die Hand gedrückt hat). Und nun soll das alles vorbei sein? Wird es bald keine Webseiten mehr geben?
Den Award der Woche zu verleihen, muss nicht zwangsläufig Stress bedeuten – es kann dem Autor auch eine gewisse Macht verleihen. Die Macht, sich über eine anstehende Entscheidung von oben zu erheben. Und selbst eine Entscheidung zu fällen.
Heute zittern zwanzig junge Menschen vor dem Moment, wenn die Jury einen Sieger kürt. Den Sieger des Crossmedia-Projekts von Team 6. Zum ersten Mal durften die Journalistenschüler nicht gemeinsam an diesem Projekt arbeiten – sie wurden in zwei Gruppen geteilt.
Die Erfolgsgeschichte unserer kleinen Zeitung geht weiter. WELT KOMPAKT, die in enger Kooperation mit der Axel Springer Akademie erscheint, startet im November neu durch: Mit neuen Schwerpunkten sollen vor allem junge Zielgruppen angesprochen werden.
Gleichzeitig wird Deutschlands erfolgreichste Tageszeitungsneugründung der letzten Jahre in noch mehr Metropolregionen als Abo erhältlich sein.
Jemand fragte mich neulich, ob ich eigentlich eine Webseite habe. Naja, ich habe ein Blog, aber wenn Googles Wave bald für alle online ist, muss ich das Blog gar nicht mehr besuchen, um es zu aktualisieren. Ich schreibe einfach ein Blip aus Wave heraus. Meine “Webseite”, also das Blog, ist dann verbunden mit Google Wave und aktualisiert in Echtzeit.
Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich die ersten Webseiten gebaut habe mit HTML-Tags und Font-Sizes. Zwar gibt es die Tags noch immer, aber sie sind nur noch Beiwerk.
Ein richtig cooles Projekt: 30 junge Talente aus aller Welt basteln sechs Wochen lang an Antworten auf die Frage, wie wir künftig ticken: Kommunikation, Job, Leben – was ändert sich? Das Camp findet in Berlin statt, heißt palomar5, und die Axel Springer Akademie ist dabei: Nina Paulsen und Marc Baron von Team 5 sind bloggende und twitternde Reporter.
Was dabei rauskommt? Keine Ahnung. Aber uns macht das Blog unserer Kommunikations-Guerilla schon jetzt mächtig Spaß. Und es sieht übrigens verdammt gut aus (thanks @Ella).
Große Freude bei unserem Ausbildungspartner: Die WELT KOMPAKT wird mit dem “World Young Reader Prize 2009″ geehrt. Die Jury der “World Association of Newspapers” ehrt damit in der Kategorie “Redaktion: Wegweisende Strategien für den Zeitungsinhalt” das Engagement der WELT KOMPAKT, durch innovative redaktionelle Strategien vor allem die jungen Leser stärker an die Zeitung heranzuführen.
Erinnert sich jemand an Jerry Maguire? Wie die Titelfigur bei einem Manager-Gipfel ein Denkpapier vorlegte, das endlich aussprach, was Phase ist? Erinnert sich jemand, wie gut die Szene tat (rein fiktiv, natürlich)? Jetzt sorgt der 15-Jährige Schüler Matthew Robson für eine ähnliche Geschichte. Morgan Stanley ließ den Praktikanten die Mediengewohnheiten seiner Generation beschreiben und löste mit den Ergebnissen helle Aufregung in der Branche aus, wie die FTD berichtet:
Twitter ist Schrott, Radio und Fernsehen interessieren nicht. Für das totgesagte Kino geben Teenager dagegen gerne Geld aus und kommuniziert wird über Spielekonsolen.
Es ist schon ein Kreuz: Da ist man ordentlich akkreditierter Journalist in Teheran und dann sitzt man deswegen im Hotel fest, während draußen auf der Strasse irgendweche Iraner völlig unkontrolliert Handyvideos von den Demonstrationen ins Netz stellen.
Sei’s drum, Bilder sind Bilder und es reicht ja völlig aus, “Quelle: Youtube” hinzuschreiben und das Ganze dann doch zu senden – mit dem Hinweis auf die Quelle Internet. Das wird dann wohl als Zitat zu verstehen sein. Immer öfter ist es der Fall, dass aktuelle Informationen zuerst über Internetkanäle kommen. Bevor das ARD-Hauptstadtteam oder auch die Kollegen der anderen Sender ihr Team auf den Weg geschickt haben, hat ein Passant ein Bild oder Video hochgeladen oder bisweilen schon an die Konkurrenz verkauft. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie man das Problem lösen kann.
Breaking News: Bündnis 90/Die Grünen können mit einer absoluten Mehrheit regieren. Ihre Kurve zeigt weiterhin steil nach oben, die der Volksparteien stagniert mit großem Abstand dahinter. Zumindest, wenn die Wahl nach der Anzahl der Twitter-Beiträge entschieden würde.
Würde gewinnen, wer die meisten Filme bei YouTube hochgeladen hat, könnte sich Guido Westerwelle schon an die Einrichtung des Kanzleramtes machen. Die Anzahl der Einträge bei Facebook und flickr weist hingegen die SPD als Wahlgewinner aus. Zugegeben: Spielerei – aber eine interessante. Die Seite www.wahl.de liefert den gebündelten Überblick über den Wahlkampf im Internet – und ist damit würdiger Gewinner des Awards der Woche.