Hier wird über Journalismus diskutiert, über Medienthemen von A bis Z, von der Ausbildung des Nachwuchses bis zur Zukunft der Branche. Diskutieren Sie mit!
Nichts im Leben von Matt Harding wies darauf hin, dass er mal weltberühmt wird. Er entwickelte Computerspiele bei den Pandemic Studios und war glücklich mit seiner Rolle im Hintergrund der Spieleindustrie. Eines Tages präsentierte er ein Konzept für eine ganz neue Form von Spiel. Es sollte sich an Familien und Kinder richten und sich vom Ballerspiel-Einerlei abzusetzen.
Die Marktforschungsabteilung aber verhinderte die Entwicklung. So ein Spiel kaufe niemand, hieß es. Matt war genervt und schlug im Zorn ein Spiel vor, bei dem Aliens die Erde überfallen und die Menschheit vernichten wollen.
Früher – entschuldigen Sie den Einstieg mit einer Floskel – war alles besser! Das gilt insbesondere für das Netz überhaupt nicht. Das wurde mir mal wieder bewusst, als ich ein Interview für eine Sendung von hr2 Kultur zum Thema “Digital Natives” gegeben habe. (Absoluter Podcast-Hörtipp – schöne Sendung, um einen Überblick in das Thema zu bekommen.)
Da gab es doch gerade in den ersten Jahren Momente, in denen kleine technische Neuerungen den Alltag fundamental veränderten und für mehr Spaß im Netz sorgten.
Die Erfolgsgeschichte unserer kleinen Zeitung geht weiter. WELT KOMPAKT, die in enger Kooperation mit der Axel Springer Akademie erscheint, startet im November neu durch: Mit neuen Schwerpunkten sollen vor allem junge Zielgruppen angesprochen werden.
Gleichzeitig wird Deutschlands erfolgreichste Tageszeitungsneugründung der letzten Jahre in noch mehr Metropolregionen als Abo erhältlich sein.
In einem mehrstufigen und harten Auswahlverfahren haben wir vergangene Woche Team 7 und 8 der Akademie bestimmt. Und schon am Wochenende hielten wir nach den Talenten von übermorgen Ausschau, als Hauptpartner des JugendMedienEvent 2009. 500 junge Medienmacher sprachen hier über die Zukunft des Journalismus und erhielten Einblicke durch Redaktionsbesuche und Workshops. Die Axel Springer Akademie organisierte ein Interviewtraining und einen Video-Kompaktkurs. Dabei produzierten die Schülerzeitungs-Redakteure mit Dozent Jan Frerichs diesen Kurzfilm:
Große Freude bei unserem Ausbildungspartner: Die WELT KOMPAKT wird mit dem “World Young Reader Prize 2009″ geehrt. Die Jury der “World Association of Newspapers” ehrt damit in der Kategorie “Redaktion: Wegweisende Strategien für den Zeitungsinhalt” das Engagement der WELT KOMPAKT, durch innovative redaktionelle Strategien vor allem die jungen Leser stärker an die Zeitung heranzuführen.
Nichts hat die Medien mehr verändert als das Internet, sagen viele. Blödsinn, sage ich. Etwas anderes hat den eigentlichen Wandel hervorgerufen: Die Erfindung des Links.
Mit dem Link wurde etwas geschaffen, mit dem es möglich wurde, sich auf vielfache Weise von Inhalt zu Inhalt zu bewegen. Zuvor gab es nichts vergleichbares.
Erinnert sich jemand an Jerry Maguire? Wie die Titelfigur bei einem Manager-Gipfel ein Denkpapier vorlegte, das endlich aussprach, was Phase ist? Erinnert sich jemand, wie gut die Szene tat (rein fiktiv, natürlich)? Jetzt sorgt der 15-Jährige Schüler Matthew Robson für eine ähnliche Geschichte. Morgan Stanley ließ den Praktikanten die Mediengewohnheiten seiner Generation beschreiben und löste mit den Ergebnissen helle Aufregung in der Branche aus, wie die FTD berichtet:
Twitter ist Schrott, Radio und Fernsehen interessieren nicht. Für das totgesagte Kino geben Teenager dagegen gerne Geld aus und kommuniziert wird über Spielekonsolen.
Breaking News: Bündnis 90/Die Grünen können mit einer absoluten Mehrheit regieren. Ihre Kurve zeigt weiterhin steil nach oben, die der Volksparteien stagniert mit großem Abstand dahinter. Zumindest, wenn die Wahl nach der Anzahl der Twitter-Beiträge entschieden würde.
Würde gewinnen, wer die meisten Filme bei YouTube hochgeladen hat, könnte sich Guido Westerwelle schon an die Einrichtung des Kanzleramtes machen. Die Anzahl der Einträge bei Facebook und flickr weist hingegen die SPD als Wahlgewinner aus. Zugegeben: Spielerei – aber eine interessante. Die Seite www.wahl.de liefert den gebündelten Überblick über den Wahlkampf im Internet – und ist damit würdiger Gewinner des Awards der Woche.
Der Mann hat das Zeug zum Kult! Er changiert zwischen Orient und Okzident im Journalismus: hier die bewährte Tugend, dort die moderne Präsentation, hier die Lesernähe, dort die Selbstdarstellung im Netz. Er spricht die early adopters an, die sein Video auf dem Handy sehen, und den Laubenpieper-Berlinern aus der Seele, deren Lust am Meckern und kleinkarrierte Metropolenrenitenz er zelebriert: Gunnar Schupelius.
Sein VideoBlog in der B.Z. hat den Award der Woche verdient.
Interessantes Detail aus der neuen Radio-MA: bigFM, ein Radiosender, der auf junge Zielgruppen spezialisiert ist (Axel Springer ist indirekt beteiligt), hat seine Tagesreichweite gesteigert. Das totgesagte Massenmedium Radio holt also ausgerechnet bei den Jungen wieder auf. Entsprechend begeistert kommentiert Programmchef Kristian Kropp (sehr authentisch vor minimalistischer Kulisse im Büro am Mannheimer Hafen):
Google ist eine Datenkrake und ein Monopolist. Dem würde heute kaum noch jemand widersprechen. Die Suchmaschine ist trotzdem Liebling vieler Nutzer, und das aus gutem Grund. Doch Googles Suchergebnisse sind schon lange nicht mehr integer.
Zurück zum Anfang. Da war Google eine verdammt gute Suchmaschine. Alle Informationen weltweit verfügbar machen, das sei ihr Ziel und Unternehmensgrundsatz, sagen die Unternehmensgründer Sergej Brin und Larry Page. Insgesamt ist Google damit derart erfolgreich, dass der Marktanteil in einigen Ländern bis zu 90 Prozent beträgt.