„Menschen brauchen guten Journalismus, aus welcher Quelle auch immer, weil nur informierte Bürger intelligente Entscheidungen über ihre Zukunft treffen können.“ Das sagt Dan Gillmor, die Gallionsfigur des sogenannten Bürgerjournalismus. Na klar, keine Frage! Aber… wie sieht guter Journalismus heute aus?

Die Aufgaben von Reportern und Redakteuren haben sich in den letzten Jahren verändert, eine gute Geschichte allein reicht längst nicht mehr. Es müssen Texte fürs Internet erstellt, Blogs geschrieben, mobile Dienste bedient, „User-generated content“ bearbeitet, Podcasts und Videoclips produziert werden. Der Journalist als eierlegende Wollmilchsau?

Nein! Keiner muss alles können, auch nicht in der neuen Medienwelt – aber jeder sollte alles kennen, davon bin ich überzeugt. Um Chancen zu nutzen. Die Chance, eine Geschichte besser aufzubereiten und dem Publikum näher als bisher zu bringen. Die Chance, eine Geschichte auf mehreren Kanälen zu verbreiten. Und nicht nur die Möglichkeit, mal schnell ein paar Daten zusammenzugoogeln.

Heute sind mehr Fähigkeiten als früher nötig, um erfolgreich journalistisch arbeiten zu können, und diese Fähigkeiten gilt es zu erlernen. Deshalb haben wir die Axel Springer Akademie gegründet, die jedes Jahr rund 40 Journalistenschüler zu Redakteuren ausbilden wird – mit Schwerpunkt Crossmedia. Am 2. Januar um 9.30 Uhr sitzen die ersten Schüler vor ihren Laptops, dann geht’s los!

Eines ist mir bei aller Begeisterung für Multimedia sehr wichtig zu vermitteln: Neue Medien und Darstellungsformen sind kein Selbstzweck, sie sind nicht das Ziel, sondern nur andere, moderne Wege zum Publikum. Zeitung ist ja auch nicht bloß das Papier, auf das sie gedruckt ist. Zeitung ist die Neuigkeit, die Information, die sie dem Leser bringt. Und diese Information entsteht durch guten Journalismus, ganz klassisch.