Cross Media Journalismus

Journalismus ist nicht nur in Bezug auf die Inhalte ein hochdynamisches Arbeitsfeld. Der Journalismus hat in den letzten Jahren auch hinsichtlich der Arbeitsweise eine starke Dynamisierung erfahren. Crossmedia Journalismus fasst diese Veränderung in einem Wort zusammen. Zerlegt in seine einzelnen Komponenten – die Wörter cross und media – lässt sich erahnen, was der Begriff bedeutet. Kernaspekt ist die Verknüpfung unterschiedlicher Kanäle, die sowohl inhaltlich als auch redaktionell miteinander verwoben sind. Journalisten arbeiten nicht mehr ausschließlich in Richtung Print- oder TV-Medien – die Distribution der Inhalte fließt zielgerichtet in verschiedene Kanäle.

Scharfe Trennlinien zwischen klassischer Journalismus-Tätigkeit und Crossmedia Journalismus sind heute weitgehend aufgehoben. Obwohl die Geschichte des Crossmedia Journalismus zuerst im Bereich des Online-Journalismus beginnt, arbeiten Journalisten heute auch in anderen Bereichen crossmedial. Redakteure und Journalisten müssen heute in der Lage sein, unterschiedliche Kanäle ganz selbstverständlich miteinander zu verbinden.

Was ist Crossmedia im Journalismus?

Der Begriff Crossmedia hat sich – zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung – erst mit dem Aufkommen der Onlinemedien entwickelt. Webpublishing setzte bereits früh nicht nur auf das geschriebene Wort und Bilder. Besonders die stetige Zunahme bei den Bandbreiten sorgt für zunehmend mehr Möglichkeiten, um Inhalte in Film und Ton zu präsentieren.

Crossmedial müssen Journalisten allerdings schon länger arbeiten. Das Aufkommen von Hörfunk und Fernsehen haben zu ersten Schnittmengen in der Kanalnutzung geführt. Fahrt hat die Entwicklung mit dem Internet aufgenommen. Und die Entwicklungen sind noch lange nicht abgeschlossen. Mobil verfügbare Inhalte sind durch das Aufkommen der Smartphones und Tablets in den letzten 10 Jahren noch wichtiger geworden.

Aufgrund der unterschiedlichen Wege, über welche Zielgruppen heute Medieninhalte konsumieren, wird es für Journalisten zur Herausforderung, zielgruppenrelevante Kanäle abzudecken. Dazu gehört auf der einen Seite, diese Kanäle zu identifizieren. Auf der anderen Seite müssen journalistische Inhalte zum Kanal passend aufbereitet werden. Ein Beispiel für crossmedialen Journalismus wäre das Erstellen eines Inhalts für den Bereich Print und das parallel stattfindende Publishing eines Webvideos.

Inwiefern vervollständigt Crossmedia das Berufsbild des Online-Journalisten?

Mit dem Begriff Journalismus sind festgefügte Begriffsdefinitionen verknüpft. Der Journalist publiziert von außen beobachtete Medieninhalte über Themen mit aktuellem Bezug. Mit den publizierten Inhalten trägt der Journalismus zur öffentlichen Meinungsbildung bei.

Diese Definition gilt sowohl für den Print- und TV-Journalisten wie auch für Online-Journalisten. In vielen Arbeitsbereichen sind die Arbeitsabläufe ähnlich. Auswahl des Themas, Recherche oder Interviews gehören zu den Grundfertigkeiten, die jeder Journalist mitbringen muss. In einigen Bereichen unterscheidet sich die Arbeitsweise des Online-Journalisten allerdings.

Beispiel: Korrekturen von Inhalten oder deren Mehrfachnutzung. Online-Journalisten arbeiten zudem in der Hauptsache multimedial – sprich zur Darstellung relevanter Informationen werden unterschiedliche Medien benutzt. Crossmedia leistet nicht nur einen Beitrag dazu, Online-Journalismus zu vervollständigen.

Vielmehr wird die Entwicklung crossmedialer Inhalte das Zusammenspiel in den Redaktionen verändern. In Zukunft kommt es nicht darauf an, dass jeder Journalist in allen Bereichen perfekt arbeiten kann. Gefragt ist ein grundlegendes Verständnis, wie crossmediale Inhalte in einer Redaktion durch den einzelnen Redakteur als Einheit produziert werden können.

Wie wird crossmedialer Journalismus gelehrt?

Crossmedia-Kompetenz fällt niemanden in den Schoß. Um verschiedene Medien in der journalistischen Arbeit einsetzen zu können, sind unterschiedliche Fertigkeiten gefragt. Es geht um:

  • Technikkompetenz
  • Organisationskompetenz

Crossmedia-Journalisten müssen nicht nur verstehen, wie sich Inhalte in den einzelnen Medienkanälen umsetzen lassen. Es geht um Verständnis für die Wirkungsweise in den verschiedenen Kanälen. Was im Fernsehen optimal wirkt, kann im Hörfunk komplett andere Auswirkungen haben.

Neben den reinen journalistischen Fertigkeiten kommt es auf die angesprochenen Kompetenzen an. Nur so ist es möglich, Medienkanäle optimal auszuwählen. Die Ausbildung crossmedial arbeitender Journalisten über die Hochschule hat sich in den letzten Jahren zunehmend etabliert.

Hier wird das Studium des crossmedialen Journalismus als Studiengang angeboten. Die Ausbildung vermittelt Fertigkeiten in den Bereichen Print-, Mobil- und Onlinejournalismus. Besonders großer Wert wird hier auf praktische Inhalte gelegt. Im Regelfall umfasst die Ausbildung daher praktische Tätigkeiten in Redaktionen von Digital- und Printmedien.

Karrierewege: Wo arbeiten Crossmedia-Absolventen?

Crossmedia-Journalismus wird der Journalismus der Zukunft sein. Von diesen Entwicklungen gehen Experten aus. Somit ist offensichtlich, wo Absolventen, die einen Studiengang mit Bereich Crossmedia-Journalismus durchlaufen haben, später arbeiten.

Durch die Fähigkeit, vom Beobachter und reinen Erzähler zum Orchesterleiter des Medienportfolios zu werden, ist der Crossmedia-Journalist in der Praxis ein Experte. Das Einsatzgebiet umfasst das gesamte redaktionelle Spektrum. Journalisten mit crossmedialen Kompetenzen werden in Zukunft in Redaktionen der Printmedien genauso zum Einsatz kommen im Bereich des:

  • TV-Journalismus
  • Online-Journalismus.

Und auch der Hörfunk wird sich dieser Kompetenz nicht verschließen. Die im Studium entwickelten Kompetenzen werden so für den einzelnen Absolventen zum Türöffner in die Redaktionen und eröffnen Möglichkeiten, die sich ohne Crossmedia nicht bieten. Und Crossmedia-Experten wie Christian Jakubetz sind inzwischen in vielen Redaktionen auch als Berater gefragt, um dort das Zusammenspiel verschiedener Medienkanäle besser zu verstehen und zu nutzen.

Welche Werkzeuge braucht ein crossmedialer Journalist in der Praxis?

Für den Crossmedia-Journalisten reicht es nicht, einen Beitrag multimedial aufzubereiten. Vielmehr kommt es darauf an, Kanäle richtig miteinander zu verknüpfen – um im besten Fall zwischen den Kanälen Interaktionen bzw. Synergien zu erreichen.

Hierfür müssen verschiedene Werkzeuge gezielt eingesetzt werden – und zwar vom ersten Moment an. Eines der wichtigsten (nicht technischen) Werkzeuge ist daher die Planung. Beispiel: Ein Beitrag soll sowohl im Bereich Print als auch in Form eines Videos publiziert werden. Crossmedia-Journalisten müssen sich hier fragen, inwiefern Drehgenehmigungen einzuholen sind und wie der Inhalt für Print und Video entsprechend aufbereitet sein muss. Hierbei ergeben sich nämlich durchaus Unterschiede. Während ein langer Artikel ein großes Informationsspektrum bietet, eignet sich ein Video vor allem für einen schnellen Überblick und eine besonders gut verständliche Vermittlung von Inhalten.

Im Hinblick auf die Hardware besteht die Ausstattung eines Crossmedia-Journalisten aus:

  • Laptop
  • Tablet und Smartphone
  • Video- und Fotokamera

Zu den Werkzeugen gehört jedoch nicht nur die passende Hardware. Die Verknüpfung mehrerer Kanäle bzw. das Publizieren der Inhalte erfordert die Arbeit mit verschiedenen Softwareinstrumenten. Video- und Tonschnitt gehören genauso dazu wie Kenntnisse im Bereich der Bildbearbeitung. Und natürlich sollte ein Crossmedia-Journalist mit heute gängigen Instrumenten des Content-Managements vertraut sein. Deutlicher als früher müssen Journalisten im Bereich Crossmedia also auch den Bereich Werbung ein Stück weit für sich entdecken.