Datenjournalismus

Der Datenjournalismus entwickelte sich aus den computerbasierten Recherchen, wie es sie in den 1990er Jahren verstärkt gab. Ungefähr seit dem Jahr 2005 zählt der Datenjournalismus als eine Form des Online-Journalismus zum Aufgabenbereich eines Journalisten oder Redakteurs dazu – und ist dabei weit mehr als nur die Recherche von Daten und Inhalten. Auch das Aufbereiten, Analysieren und Sammeln von Quellen und Inhalten zählt dazu. Ebenso aber auch das Publizieren von aufbereiteten Inhalten, die Lesern und Zuhörern sowie Zuschauern dann präsentiert werden können. Der Datenjournalismus ist somit durch das Internet und zahlreiche Online Medien immer wichtiger geworden und hat für Journalisten und Redakteure somit insgesamt einen hohen Stellenwert.

Daten müssen visualisiert werden, Datensätze sind zu analysieren und insgesamt muss für diese Form im Journalismus ein entsprechender Aufwand betrieben werden. Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang auch das Informationsfreiheitsgesetz, durch das viele demokratische Staaten zur Herausgabe von Daten und Informationen verpflichtet sind. Und auch Whistleblower und ihre Enthüllungen spielen eine bedeutsame Rolle, sodass Datenjournalismus und Investigativjournalismus in gewisser Weise zusammenhängen. Doch auch Daten, die nicht online zur Verfügung stehen, haben nach wie vor eine große Relevanz – der Arbeitsaufwand für einen Journalisten ist dabei allerdings durchaus als höher einzustufen. Wer sich für den Datenjournalismus interessiert, findet hier alle relevanten Informationen dazu.

Daten + Journalismus = Datenjournalismus?

Ganz so einfach, wie es die Überschrift vermitteln möchte, ist es natürlich nicht. Denn der Journalismus hat allgemein bereits viel mit Daten zu tun. Bei der täglich anfallenden Recherche sammeln Journalisten Daten und müssen diese im Anschluss aufbereiten und für die Veröffentlichung vorbereiten. Beim Datenjournalismus ist es noch vielschichtiger und umfangreicher – denn viele Daten müssen heute nicht mehr zwingend manuell ausgewertet werden. Denn es ist inzwischen möglich, sich digitale Unterstützung hinzuzuziehen und auf diese Weise zum Beispiel Grafiken und Co. computerbasiert auswerten zu lassen. Auf diese Weise hat der Journalist selber die relevanten Daten und Informationen direkt vorliegen und kann mit diesen entsprechend weiterarbeiten.

Das Medium Internet hat für den Datenjournalismus eine entscheidende Bedeutung. Denn ohne dieses Medium wäre der Datenjournalismus, wie es ihn heute gibt, wohl kaum denkbar oder gar zustande gekommen. Adrian Holovaty war es, der mit Beginn des Internets erste Vorschläge machte, den klassischen Journalismus umzugestalten und dazu aufforderte, nicht nur die Präsentation von Inhalten an sich, sondern auch die Inhalte selber zu verändern. Ein neuer Recherche-Ansatz und neue Veröffentlichungsmöglichkeiten kamen somit zusammen und der Datenjournalismus, wie er heute bekannt ist, wurde entwickelt. The Guardian aus England war eine der ersten Zeitungen, die dieses Prinzip mehr und mehr umsetzte – und daher bis heute als Vorreiter dieser Richtung anzusehen ist.

Was ist Datenjournalismus?

Grundsätzlich hat der Datenjournalismus die Aufgabe, Massen an Daten wie Zahlen oder auch Inhalten von Statistiken auszuwerten, zu analysieren und aufzubereiten. Als journalistische Geschichten kann man diese Daten als Datenjournalist dann verpacken und sie den Lesern und Zuschauern – online oder auch in anderen Medien – bereitstellen. Als Grafiker oder auch Programmierer muss man dazu nicht ausgebildet sein, allerdings sind journalistische Erfahrungswerte und Grundlagen in jedem Fall erforderlich und hilfreich.

Somit ist der Datenjournalismus vor allem eine bildliche Form des Journalismus, die Inhalte visuell darstellt und sie den Konsumenten somit auf einfache Weise zugänglich macht.

Ist Datenjournalismus die Zukunft des Content Marketings?

Diagramme, Grafiken und Zahlen sind vielfach die Grundlage für den Datenjournalismus und vielfach stellt sich auch die Frage, welche Bedeutung der Datenjournalismus für das Content Marketing hat. Damit ist dieses Thema nicht (mehr) nur für Zeitungen und Redaktionen von großer Bedeutung, sondern auch für andere Medien wie Blogs und Online Portale. Denn anhand von Daten lassen sich im Rahmen des Datenjournalismus Geschichten erfinden und kreieren. Im Bezug auf das Essverhalten zum Beispiel oder auch in ganz anderen Bereichen ist dies möglich. Erste Beispiele für Geschichten aus dem Datenjournalismus gibt es bereits im Bezug auf das Liebesleben und auf das Schlafverhalten von Menschen.

Somit sollten Redaktionen und Medien ganz allgemein durchaus darüber nachdenken, verstärkt in den Bereich Datenjournalismus die eigene Aufmerksamkeit zu lenken. Die Analyse und Recherche ist dabei durch computergestützte Technik vielfach relativ simpel möglich und die Auswertung erfolgt vielfach automatisiert. Somit ist es die Aufgabe von Redakteuren und Journalisten, die Inhalte aufzubereiten und sie schlussendlich für Leser, Hörer und Zuschauer zu verarbeiten und zu veröffentlichen.

Wie wissenschaftlich ist Datenjournalismus?

Mit Infografiken lässt sich der Datenjournalismus schnell und einfach für Leser und Zuschauer visualisieren. In immer mehr Medien findet man daher Infografiken und andere visuelle Ausarbeitungen. Der Vorteil für den Leser: Er kann Inhalte schnell erfassen und anhand der Infografik einzelne Details kennenlernen. Was auf den ersten Blick vielfach aber verspielt und oftmals auch bunt wirkt, hat dennoch mit wissenschaftlicher Arbeit und Recherche zu tun. Denn die aufbereiteten Daten und Inhalte müssen ebenso recherchiert werden – und das auf journalistischer Basis und mit Hilfe von journalistischen und redaktionellen Skills. Für einen Datenjournalisten bedeutet dies, ebenfalls eine fachlich fundierte Ausbildung als Backup zu haben. Die Möglichkeit dazu besteht durch einen Studiengang, durch ein Volontariat in einer Redaktion oder auch durch die Journalistenausbildung an einer Journalistenschule.

Der Data Journalism umfasst dabei in der Regel mehrere Projekte und bietet immer wieder neue Aufgaben und Inhalte. Und auch als Programmierer hat man in Redaktionen vermehrt mit dem Thema Datenjournalismus zu tun. Diverse Methoden zur Datenvisualisierung kommen zusammen und machen es möglich, Inhalte perfekt darstellen zu können und diese für die Leser und Zuschauer aufzubereiten.

Natürlich dient diese Form des Journalismus aber auch der Unterhaltung und Information von Lesern und Zuschauern – daher darf man im Endeffekt natürlich kaum eine trockene, wissenschaftliche Arbeit erwarten. Dennoch sind wissenschaftliche Ansätze als Begleitumstand des Journalismus natürlich vorhanden. Dabei stützt man sich als Redakteur – wie auch in anderen Feldern des Journalismus – auf die erlernten Inhalte der Journalismusausbildung. Doch auch als Quereinsteiger hat man in einigen Fällen die Möglichkeit, im Bereich des Datenjournalismus tätig zu werden.

Wer kann sich als Datenjournalist bezeichnen?

Als Datenjournalist kann sich grundsätzlich jeder Journalist bezeichnen, der in diesem Bereich aktiv ist und mit datenjournalistischen Aufgaben betraut ist. Ob es sich dabei um die Gestaltung von Infografiken handelt oder ob man computerbasiert recherchierte Daten aufbereitet, spielt dabei kaum eine Rolle. Daher ist es auch nachvollziehbar, dass man in immer mehr Redaktionen Datenjournalisten findet oder Mitarbeiter, die zumindest als solche zu bezeichnen wären. Denn auch wenn das Berufsfeld Datenjournalismus bereits seit einigen Jahren wichtig ist, nimmt die Bedeutung dessen immer weiter zu.

Die meisten Datenjournalisten sind dabei studierte Journalisten, wobei das Studienfach Informatik dabei eine immens wichtige Rolle spielt. Aber auch Studiengänge wie Journalismus, Journalistik oder sozialwissenschaftliche Studiengänge haben in dieser Hinsicht eine entsprechende Relevanz. Natürlich kann aber auch eine fachlich tiefgehende und vielseitige Ausbildung an einer Journalistenschule dafür sorgen, die Grundlagen für die Tätigkeit als Datenjournalist aufzunehmen.

Wichtig dabei: Vielfach ist man nicht nur als Datenjournalist aktiv, sondern arbeitet als Redakteur – und ist dabei zusätzlich mit datenjournalistischen Projekten beauftragt.

Aktuell ist klar absehbar, dass die Relevanz dieses Bereichs wohl kaum abnehmen wird. Im Gegenteil – der Datenjournalismus dürfte in Zukunft noch mehr Bedeutung hinzugewinnen und somit deutlich relevanter werden. Vor allem auch interaktive Optionen, die der Datenjournalismus zweifelsfrei bietet, können dabei optimal berücksichtigt werden. Somit ist es für einen Datenjournalisten entsprechend wichtig, sich mit dem Stichwort Viralität zu befassen und auch andere Aspekte, die vor allem online eine Rolle spielen, zu kennen.

Für die Zukunft hat der Datenjournalismus sicherlich weit mehr als nur eine Daseinsberechtigung und bietet für Redaktionen, Portale und auch Zeitungen eine Option, Inhalte auf noch recht neue Art und Weise präsentieren zu können.

Somit könnte der Datenjournalismus insgesamt auch als Journalismus der Zukunft bezeichnet werden – die Tendenz geht klar in diese Richtung. Als ausgebildeter oder studierter Journalist kann man sich somit sicher sein, eine entsprechende Anstellung zu finden. Wobei man als Datenjournalist auch freiberuflich arbeiten kann und somit für unterschiedliche Medien, Redaktionen oder Portale tätig ist. Wichtig sind dafür in aller Regel empirische Grundkenntnisse, sodass man die vorhandenen Daten letzten Endes auch professionell auswerten kann. Der wissenschaftliche Ansatz wird dabei wieder deutlich.