Freie Journalisten sind Journalisten und Journalistinnen ohne feste Anstellung. Sie arbeiten als Freiberufler für verschiedene Auftraggeber. Das bietet ihnen die Freiheit, sich zu spezialisieren, die Themen ihrer Beiträge zu wählen oder ihre Arbeitszeiten anzupassen. Ein freier Journalist ist im Vergleich zu einem Festangestellten nicht auf eine Redaktion eines Verlags, einer Zeitung oder ein Medium begrenzt. Sie arbeiten als Lokalreporter, Fachjournalisten oder Bildjournalisten für die Presse, das Fernsehen, den Rundfunk oder Onlinemedien. Ihr Einsatzgebiet ist ebenso weit gefasst, wie die Medienlandschaft in der sie arbeiten: Sie recherchieren, führen Interviews, versorgen Redaktionen eines Verlags mit Material oder verfassen komplette Beiträge. Im Vergleich zu ihren Kollegen haben sie den Vorteil einer flexibleren Arbeitsgestaltung. Der Beruf setzt ein unternehmerisches Denken voraus, um Honorare und Aufträge zu verhandeln. Kenntnisse in Betriebsführung, über Vergütungsregeln oder Zeitungshonorare ergänzen die klassische journalistische Arbeit von Freiberuflern. Redakteure und Medien wie Tageszeitungen profitieren von solchen Korrespondenten, Reportern und Autoren, da sie flexibel einsetzbar sind.

Herausforderungen im freien Journalismus

Das Berufsbild eines freien Journalisten umfasst nicht nur journalistische Tätigkeiten. Eine weitere wichtige Aufgabe, die Freiberufler im Vergleich zu Festangestellten übernehmen, ist das Akquirieren von Aufträgen oder das Verhandeln von Honoraren. Grundvoraussetzung für die Arbeit von Freiberuflern ist die Begeisterung am Netzwerken und der Aufbau eines Kontaktnetzes. Weitere Aufgaben, die neben den journalistischen Alltag treten, sind die Sorge um Versicherungen und Altersvorsorge. Wer sich auf Themen und Fachgebiete spezialisiert, erleichtert sich das Finden von Aufträgen und Abnehmern der Beiträge. Viele freie Journalisten haben sich als Fachjournalisten auf Gebiete wie Regionales, Technik oder thematische Nischen spezialisiert, die eine Redaktion nicht abdeckt. Das erfordert zusätzlich zu einer klassischen journalistischen Ausbildung Fachwissen und Erfahrung in den jeweils abzudeckenden Themengebieten. Im Gegenzug haben freie Journalisten größere Freiheiten bei der Themenwahl und der Arbeitszeit. Wer sich als freier Journalist nicht in einem Fachgebiet oder mit entsprechenden Aufträgen etabliert, dem ist die kreative Unabhängigkeit bei der Themenwahl nicht garantiert. Im klassischen Pressewesen gibt es keine festen Arbeitszeiten, die Nachricht und das Geschehen bestimmen die Meldungen. Im freien Journalismus gilt diese Regel umso mehr. Am Wochenende oder in der Nacht zu arbeiten, gehört zum Berufsalltag. Zugleich ermöglicht er ein eigenverantwortliches Festlegen der Arbeitszeiten. Diese Flexibilität umfasst auch das Bedienen unterschiedlicher Medien oder die Wiederverwertung und Neubearbeitung von durchgeführten Recherchen.

Honorare für freie Journalisten

Der freie Journalismus steht wegen der oft geringen Honorare in der Diskussion. Denn Vergütungsregeln oder Zeitungshonorare sind verhandelbar und führen bei freien Mitarbeitern mitunter zu einer schlechteren Bezahlung als bei Festangestellten. Das Berufsbild lässt sich verfeinern durch die Unterscheidung zwischen festen freien Mitarbeitern und Pauschalisten in Redaktionen und freien Journalisten ohne dauerhaften Auftraggeber. Für freie Mitarbeiter regeln Verträge mit einer Redaktion oder einem Unternehmen Rechte und Pflichten und vereinbaren monatlich zu erbringende Leistungen und Honorare. Pauschalisten sind zwar als freie Journalisten ungebunden, erhalten aber eine pauschale Bezahlung. Anders gestaltet sich der Alltag bei denen, die ihre Auftraggeber wechseln, ohne einen durchgehend festen Abnehmer für ihre Beiträge zu haben. Sie verfügen über kein definiertes monatliches Einkommen. Daher arbeitet nicht jeder freiberufliche Journalist nur in seinem Beruf. Als Freiberufler mit einer unplanbaren Auftragslage und einem für einen Monat oder ein Jahr schwer festzulegendes Einkommen sind weitere berufliche Schwerpunkte üblich. Viele freie Journalisten arbeiten zugleich als Autoren, Texter oder übernehmen beratende Tätigkeiten. Der freie Journalismus stellt zusätzlich andere bürokratische Anforderungen an die Journalisten und Journalistinnen als an deren fest angestellten Kollegen. Hilfestellung für die Organisation, bei Honorardetails oder Vertragsentwürfen und eine Datenbank zur Profilierung bieten Verbände. Der Deutsche Journalisten-Verband, kurz DJV, bietet angehenden freien, etablierten und fest angestellten Journalisten Informationen und Veranstaltungen rund um ihre Rechte. Dabei ist dieser Verband zugleich Anlaufstelle für Redakteure, die auf der Suche nach einem passenden Autor für Ressorts oder Beiträge sind. Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union, kurz dju, widmet sich vor allem der Verbesserung der Bedingungen all jener, die in einem journalistischen Bereich arbeiten. Das umfasst Korrespondenten, Reporter, Redakteure, Fotografen, Bildjournalisten oder andere publizistische Berufe. Die Verbände wie der DJV und die dju setzen sich für feste Vergütungsregeln im Bereich Zeitungshonorare oder Zeilenhonorare ein. Zu diesen Verhandlungen gehören auch gesetzliche Regelungen. Sie haben beispielsweise erreicht, dass freie Journalisten ein Honorar im Urlaub gezahlt bekommen, wenn ein Auftraggeber für ein Drittel ihres Einkommens verantwortlich ist. Während der DJV und die dju sich an alle journalistisch Tätigen richten, sind Verbände nur für freie Journalisten die Ausnahme. Dazu gehört der Verband Freischreiber. Er stellte in einer Studie fest, dass freie Journalisten im Vergleich zu ihren Kollegen bei einer Zeitung oder im Fernsehen durchschnittlich weniger verdienen. Teilweise halbiert sich das Einkommen. Um gering bezahlte Aufträge aufzufangen, erweitert sich das Tätigkeitsfeld auf Bereich wie PR oder Kommunikation. In solchen Fällen verwischt die Grenze zwischen journalistischer und anderer Arbeit. Den freien Journalismus einer thematischen Sparte zuzuordnen fällt ebenso schwer: Vorteil dieser Variante des Journalismus ist die Freiheit bei der Themenwahl. Freie Journalisten finden ihre Aufträge sowohl im Fachjournalismus als auch im tagesaktuellen Journalismus.

Freier Journalist werden

Für viele Publizisten ist der freie Journalismus eine Übergangssituation während der Suche nach einer festen Anstellung. Die Sorge für ein eigenes Büro, die Aufgaben neben der eigentlichen journalistischen Arbeit wie Akquise oder Buchhaltung machen den Beruf gleichermaßen vielseitig wie anspruchsvoll. Andere entscheiden sich explizit dafür, um mit den flexibleren Arbeitszeiten und der eigenverantwortlichen Themenwahl ihre persönliche Kreativität und Freiheit zu sichern. In beiden Fällen gibt es keinen festen Ausbildungsweg. Wichtige Stationen auf dem Weg zum Beruf des Journalisten sind praktische Erfahrungen in Form eines Volontariats oder Praktikums. Ein Volontariat vermittelt den Alltag in einer Redaktion und vertieft mit begleitenden Kursen journalistische Grundkenntnisse. Ein Studium jedweder Fachrichtung sorgt für Fachkenntnisse, die eine Spezialisierung auf Themen vereinfachen. Eine durchgeführte Studie des Magazins Journalistik zeigt, dass mehr als die Hälfte der freien Journalisten in Deutschland über einen akademischen Abschluss verfügen. Journalismusschulen und Akademien vermitteln journalistische Kenntnisse und Methoden, die für den Beruf nötig sind. Außerdem liefern sie die Grundlage für Netzwerke, die für den Beruf des freien Journalisten unerlässlich sind. Eine weitere Qualifikation für die Arbeit als Freiberufler sind unternehmerische Kenntnisse. Marketing, Akquise oder Buchhaltung sind Bereiche, die zum Berufsalltag gehören und entsprechendes Wissen voraussetzen.