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Google Alerts – das unterstützende Recherchetool für Journalisten

Bei der Nachrichtenvielfalt im medialen Geschäft ist es schwer, selbst bei Spezialthemen immer auf dem Laufenden zu sein. Eine Möglichkeit, automatisch über bestimmte Neuigkeiten zu einem speziellen Thema informiert zu werden, bieten Google Alerts.

Was sind Google Alerts?

Grundvoraussetzung für das Aktivieren der Google Alerts ist ein Gmail-Konto. Hierüber kann man sich eine regelmäßige Benachrichtigung via Mail einrichten. Parameter für die Google Alerts sind selbstdefinierte Suchbegriffe, sogenannte Keywords, auf denen basierend immer wieder aktuelle Suchergebnisse gesendet werden. Google verspricht, dass man über dieses Tool optimal über selbstbestimmte Themen auf dem Laufenden gehalten wird.

Um hier ein Überangebot an Meldungen zu verhindern, kann man Einschränkungen vornehmen. Zum Beispiel kann man die Google Alerts dahingehend einstellen, dass man nur über Ereignisse, die auf News-Seiten oder in Blogs erscheinen, informiert werden will. Selbstverständlich kann man das System anweisen, nur eine begrenzte Anzahl an Benachrichtigungen zu senden.

Sind die Keywords und die Quellen für die Google Alerts eingestellt, wird der User von nun an in den von ihm determinierten Intervallen unterrichtet. Man kann Google Alerts außerdem dazu veranlassen, nach thematisch verwandten Keywords zu sondieren. Dies bietet im selben Themengebiet eine breitere Auswahl an Meldungen. Sollte man sich dazu entschließen, einen gewissen Google Alert wieder zu löschen, kann man diesen direkt aus der Benachrichtigungsmail heraus wieder abbestellen.

Die Nutzung von Google Alerts ist kostenlos. Hier alles dazu im offiziellen Google Blog

Welchen Nutzen haben Google Alerts für Journalisten?

Das Suchen im Internet, speziell über Google, gehört heute einfach zum journalistischen Handwerk dazu. Oft kommt es dabei vor, dass man hier immer wieder auf denselben Seiten, meist anderen Medienportalen, landet. Dies passiert aufgrund vielfacher keywordbasierten Suchmaschinenoptimierungen mancher Nachrichtenseiten auch dann, wenn man einfach einen Suchbegriff bei Google eingibt.

Damit man andere Quellen, selbst wenn diese dem Journalisten oder der Journalistin unbekannt sind, nutzbar für die Recherche machen kann, sind die Google Alerts ein probates Mittel.

Für freiberufliche Journalisten ist es ebenso wichtig, sich selbst als eigene Marke im Netz im Auge zu behalten. Dies gilt für den eigenen Namen ebenso wie für den eigenen Webauftritt. Hier kann man als Journalist sowohl den Namen, die Mailadresse und die URL als Keywords einrichten. Aktuell ist Google Alerts so eingestellt, dass der Name des Kontoinhabers als Suchkriterium bereits voreingestellt ist, wenn man den Dienst öffnet.

Potentielle Interviewpartner zu einem Orchideenthema zu finden, ist oft nicht einfach. Hier bieten Google Alerts für Journalisten eine Möglichkeit, dies stellvertretend zu übernehmen. Wenn man einfach Fragen zu einem Thema als Kriterium für die Suche eingibt, findet das System diese häufig in Chatrooms oder auf Social Media-Plattformen. Dadurch kann man mit Menschen in Kontakt treten, die sich für ein spezielles Thema interessieren oder engagieren.

Speziell für Ressort- und Lokaljournalisten bieten Google Alerts eine erhebliche Erleichterung der Recherchearbeit. Durch das Definieren einer Branche und/oder eines Ortes können Nachrichten, Meldungen und Posts dazu einfach und schnell gelesen werden. So kann man sich einen Zeitvorteil gegenüber anderen Journalisten verschaffen.

Auch die Vernetzung innerhalb des journalistischen Berufsstandes ist mit Google Alerts möglich. Wer nach speziellen Meldungen auf Nachrichtenseiten sucht, findet darüber auch rasch den jeweils verantwortlichen Redakteur. So kann man sich zum Beispiel im Rahmen einer investigativen Recherche ein diesbezügliches Netzwerk aufbauen und anschließend etablieren.

Google Alerts als Teil der Nachrichtenfaktoren

Journalisten auf der ganzen Welt kennen die Nachrichtenfaktoren. Ob diese nun von Walter Lippmann, Johan Galtung oder Winfried Schulz definiert wurden, sie alle bezeichnen Indikatoren, wie ein Ereignis es schafft, von Journalisten wahrgenommen zu werden. Dieser Wahrnehmung folgt in der Regel auch eine Berichterstattung.

Die Google Alerts sind ein gutes Instrument, sich entlang der Nachrichtenfaktoren mit relevanten Neuigkeiten zu versorgen. Dabei funktioniert das System ähnlich wie die Nachrichtenticker in einer Zeit, als diese über einen Papierstreifen in den Zeitungsredaktionen liefen. Beim Ticker kamen allerdings alle Nachrichten der weltweiten Korrespondenten herein. Diese filterten bereits nach ihren eigenen Faktoren. Jeder Journalist konnte die Ticker einsehen und entschied anhand seiner eigenen Kriterien darüber, was publiziert wurde und was nicht.

Die Keywords, die für eine journalistische Nutzung der Google Alerts sprechen, sollten sich also im Fundament an diesen Faktoren orientieren. Diese wären, wenn man Walter Lippmann folgt, die Überraschung, der Sensationalismus, die Etablierung, die Dauer, die Struktur, die Relevanz, der Schaden, der Nutzen, die Prominenz und die Nähe.

Filterblasen – einseitige Rezeption von Fakten

Die Verwendung von Google Alerts hat nicht nur Vorteile. Zwei große Nachteile sind der Anbieter des Systems und die Filterblase als Falle, die einen Tellerrand definiert.

Selbst die Einstellung themenrelevanter Keywords schützt nicht davor, dass artverwandte Meldungen oder anders gestrickte Meinungen an den Journalisten und Journalistinnen vorbeigehen. Diese Filterblasen sind ein Zusammenspiel der ausgesuchten Keywords und der Quellenwebseiten, die durch SEO-Algorithmen versuchen, vorzudefinieren, welche Informationen von Benutzern gesucht werden. Determinierend dafür ist unter anderem der Standort der Nutzer. Somit passiert es häufig bei Google Alerts, dass eine Standortfestlegung zu einer ungewollten Filterblase führt. So kann es dazu kommen, dass sich der Journalist oder die Journalistin gegenüber anderen Informationen isoliert, die nicht direkt dem ausgewählten Standortprofil entsprechen.

Ein anderer Punkt, den es bei der Verwendung von Google Alerts zu beachten gilt, ist, dass die Informationen, egal, wer diese zur Verfügung stellt, von Google selbst vorausgewählt wurden. Somit übergibt die Vierte Macht im Staat einen Teil ihrer Verantwortung einem Unternehmen. Das Problem dabei ist unter anderem, dass Nachrichten, die von alternativen Suchmaschinen stammen, von Google nicht aufgegriffen werden.

Hinzukommt, dass Google nicht dafür garantieren kann, immer die relevantesten Meldungen oder Berichte zu senden. Auch die Richtigkeit oder eine sichere Quellenlage kann der Konzern nicht gewährleisten. Durch das Wählen von raschen Zeitintervallen kann es beim Nutzer dazu kommen, dass er mit Google Alerts „zugespammt“ wird. So verliert man rasch den Überblick. Auch die Aufbereitung der Meldungen erntet Kritik. Anders als von Journalisten aufbereitete Meldungen spiegeln die Google Alerts oftmals nicht das Relevanteste eines Ereignisses wider. Und es kann passieren, das ist allerdings nicht auf Google selbst zurückzuführen, dass die E-Mails von Google Alerts im Spam-Ordner landen und somit trotz einer möglicherweise dringlichen Relevanz im Joballtag untergehen.

Alternativen zu Google Alerts

Ein Journalist oder eine Journalistin, die sich breit gefächerte Recherchequellen erschließen wollen, sollten über Alternativen zu Google Alerts nachdenken. Das Gute an diesen ist, dass man sich nicht für einen Anbieter entscheiden muss, sondern alle zeitgleich nutzen kann.

Talkwalker Alerts

Mit Talkwalker Alerts können Journalisten bis zu 100 verschiedene Keywords gleichzeitig überwachen. Dabei kann man sowohl täglich wie auch wöchentlich per E-Mail oder RSS-Feed über neue Treffer informiert werden. Das Meiste ist kostenlos zu nutzen, wer allerdings auch Social-Media-Kanäle überwachen möchte, zahlt.

Kuerzr.com

Aus Deutschland stammt Kuerzr.com. Hier kann man sofort, täglich und wöchentlich informiert werden. Nicht nur die Medienquellen, auch die Sprache können voreingestellt werden. Hier kann man auch Suchbegriffe dezidiert ausschließen.

Weitere Alternativen zu Google Alerts sind zum Beispiel Alert.io, Bing News und IFTTT.

Fazit

Google Alerts sind für Medienschaffende ein gutes Werkzeug, sich einfachen Zugang zu speziellen Informationen zu verschaffen. Es sollte aber nicht das einzige Benachrichtigungs-Tool für Journalisten sein.

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