Beim konstruktiven Journalismus handelt es sich um eine Form des Journalismus, die mit positiver Psychologie arbeitet und dabei das Ziel hat, positive Entwicklungen in der Welt der Nachrichten in den Vordergrund zu rücken. Damit soll ein negatives Weltbild bei Leser, Zuhörern und auch Zuschauern vermieden werden. Dabei werden vorhandene Probleme allerdings nicht einfach außen vor gelassen, sondern es wird mit konstruktiven Lösungsvorschlägen agiert, die entsprechend ergänzt werden. Cathrine Gyldensted und Ulrik Haagerup sind unter anderem Journalisten, die den Begriff Konstruktiver Journalismus in Skandinavien geprägt haben, inzwischen wird diese Form des Journalismus allerdings auch in anderen Staaten der Welt genutzt und aktiv eingesetzt.

Mit dem konstruktiven Journalismus hat man als Journalist somit die Möglichkeit, nicht nur auf Missstände hinzuweisen, sondern kann dabei auch direkt Vorschläge unterbreiten, wie man diese Missstände beseitigen könnte. Anstatt also beispielsweise nur über eine Hungersnot zu berichten, könnte man als Journalist im konstruktiven Journalismus direkte Vorschläge machen, wie man den Hunger stoppen und den Menschen ein besseres Leben ermöglichen könnte. Der konstruktive Journalismus ist somit dazu geeignet, ein reelles Weltbild zu gestalten und ergänzt an sich negative Berichterstattung mit positiven Aspekten wie den Vorschlägen zur Verbesserung von bestehenden Problemen.

Was ist Konstruktiver Journalismus?

Konstruktiver Journalismus wird vielfach als zukunftsorientiert bezeichnet und will nicht nur auf Fake News, negative Entwicklungen und Co. bezogen werden. Stattdessen geht es ganz klar darum, eine positive Entwicklung voranzubringen und dafür zu sorgen, dass auch positive Nachrichten bei den Lesern und Zuschauern ankommen. Dennoch verschließt sich der konstruktive Journalismus nicht vor negativen Ereignissen oder Nachrichten – auch diese spielen in der Berichterstattung eine wichtige Rolle. Dennoch bezieht sich der konstruktive Journalismus darauf, positive Entwicklungen zu vermerken und auch ganz gezielt dazu beizutragen, dass kein grundsätzlich negatives Weltbild vermittelt wird. Dabei unterscheidet sich diese Form des Journalismus aber doch vom Positiven Journalismus und wahrt die journalistischen Grundsätze rund um Recherche und Information. Somit soll durch konstruktiven Journalismus auf Missstände hingewiesen werden und man möchte damit dazu beitragen, diese zu beheben oder zumindest zu verbessern.

Bewusst und verantwortungsvoll wird im Bereich des konstruktiven Journalismus gearbeitet, wobei auch die psychologische Ebene eine wichtige Rolle spielt. In gewisser Hinsicht lässt sich der konstruktive Journalismus mit dem Friedensjournalismus vergleichen, der auf eine friedvolle und harmonische Welt abzielt.

Und auch die Zukunft spielt beim konstruktiven Journalismus eine wichtige Rolle, da hierdurch auch Visionen und Theorien für die Zukunft aufgestellt werden – und somit eine Chance geschaffen wird, für die Zukunft etwas Positives zu schaffen.

Was bedeutet konstruktiver, lösungsorientierter Journalismus?

Für Leser, Zuschauer und auch Zuhörer bedeutet konstruktiver Journalismus, der Lösungen anbieten möchte, dass man nicht nur über relevante Ereignisse informiert wird, sondern dazu auch direkt weitere – zumeist positive – Anregungen und Denkanstöße geliefert bekommt. Somit ist es für den Konsumenten von konstruktivem Journalismus möglich, sich mit der Problemstellung intensiver zu befassen und sich Gedanken darüber zu machen, welche Ansätze es zur Verbesserung von bestehenden Umständen und Situationen geeignet sind. Auf diese Weise lässt sich durch konstruktiven Journalismus in vielen Fällen das Bewusstsein der Leser erreichen, wodurch diese animiert werden, weiterzudenken und aktiv zu werden. Es ist also nicht mehr bloß ein reiner Konsum von Nachrichten.

Für den Redakteur oder Journalisten selber bedeutet konstruktiver Journalismus allerdings viel mehr. Er muss nicht nur recherchieren, Inhalte erfassen und diese aufbereiten, sondern sich auch selber Gedanken machen. Gedanken darüber, wie man die Probleme verbessern oder gar beseitigen kann und somit ist es auch erforderlich, sich intensiv mit den einzelnen Themen zu befassen. Das Suchen von Lösungen und das Anbieten von Vorschlägen ist als Bestandteil des konstruktiven Journalismus immens wichtig und bietet für den Redakteur die Möglichkeit, auch eigene Gedanken zu verschriftlichen. Auf der anderen Seite ist es aber auch direkt erforderlich, sich mit Problematiken auseinanderzusetzen und diese auch nachvollziehen zu können.

Was ist der Unterschied zum herkömmlichen Journalismus?

Der große Unterschied zum klassischen, herkömmlichen Journalismus wird beim konstruktiven Journalismus direkt deutlich: Statt einfach nur Nachrichten niederzuschreiben und darüber zu berichten, macht man sich als Journalist selber Gedanken, wie man Probleme beheben kann und durch welche Maßnahmen man Missstände reduzieren kann. Somit ist man als Journalist selber gefragt – und sollte dabei das Wissen aus der Journalismusausbildung auch entsprechend anwenden. Das eigenständige Nachdenken und das Bereitstellen von Lösungsansätzen ist der klare Unterschied zum herkömmlichen Journalismus und zeichnet den konstruktiven Journalismus somit aus.

Während im klassischen Journalismus mit vielerlei Stilmitteln spielt werden kann und man sich dabei einzig auf Fakten und klare Verhältnisse beschränkt, macht der konstruktive Journalismus noch mehr möglich. Zwar sind auch hier die klassischen Stilmittel möglich und man kann Reportagen, Videoinhalte, Podcasts und mehr produzieren, doch spielen weiterführende Anregungen und Inhalte hierbei eine deutlich wichtigere Rolle. Somit ist es im konstruktiven Journalismus die Pflicht eines Journalisten und Redakteurs, die Inhalte, über die berichtet wird, tatsächlich zu verstehen und sich dazu auch Gedanken zu machen. Die problemorientierte Berichterstattung soll Lösungswege aufzeigen und klarmachen, dass es eine positive Tendenz auch bei negativen Nachrichten und Ereignissen gibt.

Ist konstruktiver Journalismus die Lösung?

Eine Lösung kann konstruktiver Journalismus tatsächlich sein. Dazu muss man allerdings immer die Frage stellen, wofür konstruktiver Journalismus die Lösung sein soll. Einige Probleme kann man sicherlich nicht nur durch einen gut gemachten Journalismus aus der Welt schaffen und lösen. Aber es lässt sich in jedem Fall damit anregen, sich Gedanken zu machen. Mit dem Bereitstellen von Lösungsvorschlägen und Optionen, die Verbesserungen bewirken können, lässt sich ein Umdenken erreichen – hierzu muss man Leser, Zuschauer und auch Zuhörer aber ganz gezielt ansprechen und diese auch mit entsprechend hochwertigen Inhalten erreichen.

Der konstruktive Journalismus eignet sich alleine sicherlich nicht dazu, die Probleme in der Welt zu beheben oder dafür zu sorgen, dass Not und Elend vorübergehen. Allerdings hat man als Journalist in diesem Bereich die Gelegenheit, sich damit gezielt zu befassen und die Leser und damit die Zielgruppe ganz genau zu erreichen – und sie auf diese Weise auch zum Nachdenken anzuregen. Mit konstruktivem Journalismus lässt sich somit also in jedem Fall eine Gelegenheit schaffen, Menschen auf Probleme aufmerksam zu machen – und sie dann nicht mit ihren Gedanken alleine zu lassen. Stattdessen gibt man ihnen die Unterstützung, sich intensiver mit Thematiken zu befassen und dazu beizutragen, nach Lösungen und positiven Optionen zu suchen.

Berufsziel Konstruktiver Journalist?

Das Berufsziel Konstruktiver Journalist ist ehrbar und erfordert dennoch einige Grundvoraussetzungen. Denn neben den klassischen, journalistischen Fähigkeiten und Fertigkeiten ist es dabei ebenfalls relevant, auch einmal „über den Tellerrand“ zu blicken und die eigentliche journalistische Arbeit fortzusetzen. Somit ist es als konstruktiver Journalist eine Aufgabe, Probleme zu erkennen und diese auch weiterzudenken. Um dann den Lesern und Zuschauern sowie Zuhörern entsprechende Lösungen anbieten zu können, wie mit einem Problem oder Sachverhalt umgegangen werden kann. Positive Aspekte stehen dabei klar im Vordergrund, weshalb man als Journalist in diesem Fachbereich auch eine allgemein eher positive Grundhaltung mitbringen sollte. Schwarzseher sind für die Arbeit als konstruktiver Journalist in der Regel weniger gut geeignet.

Möchte man als konstruktiver Journalist arbeiten, führt der Weg dahin in vielen Fällen über ein Volontariat in einer Redaktion für Medien. Auch ein Journalismusstudium oder eine Journalistenausbildung wie sie bei der Axel Springer Akademie angeboten werden, können den Weg zu diesem Berufsziel ebnen. Auf diese Weise bekommt man als Journalist alle notwendigen Skills und Fähigkeiten mit auf den Weg um dann auch entsprechend professionell zu arbeiten. Im späteren Verlauf ist dann eine Fokussierung auf den konstruktiven Journalismus sicherlich möglich.

Welche Eigenschaften sollte man als konstruktiver Journalist mitbringen?

Die Berichterstattung im Bereich Konstruktiver Journalismus ist weitreichender als im klassischen Journalismus – und erfordert vom Journalisten daher eine entsprechende Einstellung. Es ist nicht mit den Pflichtaufgaben getan, über Ereignisse und Entwicklungen zu berichten, sondern man muss diese auch weiterdenken und weiterdenken können. Die intensive Auseinandersetzung mit kritischen Themen und Problemen der Welt, daraus dann Lösungen und Ansätze zu entwickeln, zählt zu den Aufgaben eines konstruktiven Redakteurs. Und somit ist es notwendig, dass man als konstruktiver Journalist ein entsprechendes Einfühlungsvermögen mitbringt und dieses auf unterschiedliche Situationen und Szenen zu übertragen.

Ebenfalls sollte ein konstruktiver Journalist natürlich auch die ansonsten wichtigen Eigenschaften mitbringen, die im Journalismus an sich von Bedeutung sind. Die Fähigkeit, Informationen zu erfassen, zu analysieren und sie aufzubereiten gehört hier zum Beispiel dazu. Ebenso sollte man aber auch die gesunde Neugier mitbringen um aktuelle Ereignisse zu erkennen und diese dann auch zu hinterfragen.

Erstattet konstruktiver Journalismus nur über Positives Bericht?

Zunächst möchte man dies annehmen, aber der konstruktive Journalismus hat generell nicht die Aufgabe, lediglich positive Berichterstattung vorzunehmen. Auch negative Ereignisse wie Krisen und Kriege gehören zu den relevanten Themen. Somit beschäftigt sich der konstruktive Journalismus weitgehend mit allen möglichen Themen – und führt diese – anders als im klassischen Journalismus – weiter fort. Mit zusätzlichen Ideen, möglichen Entwicklungen und klar formulierten Vorschlägen ist der konstruktive Journalismus dazu in der Lage, auch negativen Ereignissen Positives abzugewinnen oder zumindest eine Entwicklung in eine positive Richtung zu denken.

Die Annahme, dass sich konstruktiver Journalismus nur mit positiven Ereignissen befasst, ist somit falsch und entspricht nicht den Tatsachen. Dennoch spielen natürlich positive Aspekte in diesem Bereich eine immens wichtige Rolle.

Ist konstruktiver Journalismus ein Hype oder ein Schritt nach vorne?

Man kann den konstruktiven Journalismus sicherlich nicht mehr nur als Hype bezeichnen. Dafür hat diese Journalismusform in vielen Redaktionen bereits einen festen Platz und kommt auch in Blogs und anderen Medien zum Einsatz. Ob für ein Magazin oder andere Medien – der konstruktive Journalismus bietet eine Basis für die Zukunft und kann somit durchaus als Schritt nach vorne bezeichnet werden. In den Geschichten und Reportagen spielen dabei vielfach Zukunftsgedanken eine wichtige Rolle und malen ein Bild von möglichen, positiv entwickelten Szenarien.

Als Chefredakteur sollte man den konstruktiven Journalismus daher durchaus zur Debatte stellen und dabei neue Perspektiven für sich nutzen. Die Redaktion ist dann damit befasst, den Weg in die Zukunft zu gehen und entsprechend Denkansätze zu entwickeln. Dass es dabei auch Kritik geben kann, ist normal – dennoch ist hier ein großes Potential vorhanden, die Menschen – und damit Leser, Zuschauer und Zuhörer – auf einer neuen Ebene zu erreichen.

Auch das Thema Crowdfunding zur Finanzierung kann hierbei eine Rolle spielen – zum Beispiel in Berichten und Artikeln, in denen zukunftsfähige Konzepte entsprechend wichtig sind und behandelt werden. Das Konzept des konstruktiven Journalismus bietet somit für Journalisten und Leser viele Möglichkeiten und kann daher als zukunftsweisendes Projekt betrachtet werden.

Wie wird konstruktiver Journalismus erlernt?

Grundsätzlich ist der Journalismus in Form einer Ausbildung, eines Volontariats oder auch durch ein Studium zu erlernen. Dies gilt natürlich auch für den konstruktiven Journalismus, der als Form des Journalismus keine eigenständige Ausbildung braucht. Vielmehr ist eine Spezialisierung auf diesen Bereiche eine vorhandene Möglichkeit und man kann sich als ausgebildeter Journalist auf diesen Bereich konzentrieren und fokussieren.

In dieser Form ist es möglich, als konstruktiver Journalist in einer Redaktion oder auch auf freier Basis zu arbeiten und sein Wissen dabei immer wieder zu intensivieren und aufzufrischen. Die eigene Ausbildung als Journalist ist dabei vielfach unerlässlich, wobei man auch als Quereinsteiger in diesem Bereich arbeiten kann. Wichtig ist vielmehr, dass man Probleme erkennen, analysieren und dann auch entsprechend weiterdenken kann, wie es im konstruktiven Journalismus gehandhabt wird.

Wie arbeitet man beim konstruktiven Journalismus?

Die Arbeit im konstruktiven Journalismus ist stets problemorientiert und nach Möglichkeit zielführend. Das bedeutet, dass man gezielt nach Lösungsansätzen sucht und die klassische, journalistische Arbeit der Information von Lesern und Zuschauern fortsetzt. Somit bekommen die Leser die Nachrichten nicht nur aufbereitet, sondern erhalten hinzu auch weitere Informationen, die Wege und Optionen aufzeigen, wie man mit bislang negativen Entwicklungen oder Problemen umgehen kann. Auf diese Weise kann man die Zielgruppe auf einer neuen Ebene erreichen und arbeitet als Journalist zukunftsorientiert und zudem auch pragmatisch.

Für den Journalisten selber bedeutet dies, dass die tägliche Arbeit vielseitig und voller Abwechslung ist und man neben der herkömmlichen Tätigkeit als Redakteur auch noch den Auftrag zu seinen Aufgaben zählen kann, Leser, Zuhörer und Zuschauer weitergehend zu informieren und ihnen Details, Fakten und mögliche Szenarien an die Hand zu geben. Dadurch ist es für einen konstruktive Journalisten wichtig, sich stets zu informieren, die Zukunft und aktuelle Entwicklungen im Blick zu behalten und bereit zu sein, weiterzudenken und auch mögliche Szenarien zu kreieren.

Der konstruktive Journalismus in dieser Form ist somit tatsächlich daseinsberechtigt und bietet in vielerlei Fällen ein großes (Informations-)Potential.