Mobiles Reporting im Journalismus mit dem Smartphone

Das Smartphone vereint Aufnahmegerät, Kamera und Notizblock. Für Journalisten vereinfacht es das Mobile Reporting. Beim Mobile Reporting und Mobile Journalism ist der Journalist gleichzeitig Autor, Fotograf oder Kameramann und direkt im Geschehen. Vor allem bei aktuellen Ereignissen oder Sportevents bietet das Handy die besten Voraussetzungen, um schnell zu reagieren und den Vorfall journalistisch aufzuarbeiten. Smartphones mit ihren integrierten Kameras, zahlreichen Apps, Zugang zum Internet und möglichen zusätzlichen Zubehör sind in jeder Situation schnell einsatzbereit. Das bezieht sich nicht nur auf Social Media wie Facebook, Instagram und Twitter. Beim Mobile Reporting bespielen Journalisten unterschiedliche Kanäle wie Zeitungen, Fernsehen oder Radio und arbeiten crossmedial. Am Beispiel von mit einem iPhone gedrehten Dokumentationen und mit dem Handy gemachten Titelfotos zeigt sich die Bandbreite, für die sich Mobiltelefone einsetzen lassen. Die neuesten Handys mit entsprechendem Zubehör liefern qualitative Fotos und Liveaufnahmen. Die Möglichkeiten umfassen nicht nur das Filmen. Kommentare, Berichte oder Interviews lassen sich auf dem Handy verfassen und direkt an die Redaktion schicken oder veröffentlichen. Gespeicherte Notizen, Tonaufnahmen oder Bilder stehen später zur Verfügung, um sie zu verfeinern und mit ihnen zu arbeiten. Teilweise findet eine Unterscheidung zwischen den Begriffen Mobile Reporting und Mobile Journalism statt. Während Mobile Reporting die Tätigkeit umfasst, bezieht Mobile Journalism die Zielgruppe für journalistische Inhalte auf dem Mobiltelefon ein. Ein Smartphone scheint zunächst die einzige wichtige Voraussetzung für das Mobile Reporting zu sein. Verschiedene Geräte, Apps und Grundwissen um die Eckpfeiler einer mobilen Berichterstattung werten die journalistische Qualität solcher Beiträge auf.

Mit Smartphones im Einsatz

Die Vorteile eines Mobiltelefons als journalistisches Werkzeug liegen in der Flexibilität und schnellen Reaktionsmöglichkeit. Direkt vor Ort und jederzeit ermöglicht das Smartphone audiovisuelle Aufnahmen und steht für Notizen zur Verfügung. Zumal im Gegensatz zur qualitativen Kamera nahezu jeder Journalist über ein Handy verfügt. Das macht die Arbeit bequemer: Ein Smartphone passt in jede Tasche und ersetzt schweres Equipment. Bei einer Berichterstattung vor Ort schreckt ein professionell ausgerüstetes Kamerateam Zeugen und Anwesende ab oder zieht Schaulustige an. Ein einzelner Journalist oder eine einzelne Journalistin gestaltet Interviews oder Gespräche niedrigschwelliger und persönlicher. Der Umgang mit dem Handy eröffnet für Journalisten die Perspektiven des Publikums und der Zielgruppe, die online und mobil journalistische Inhalte konsumiert. Für die Redaktionen sorgt das Mobile Reporting mit Smartphone für schnell zur Verfügung stehende Bilder und Kommentare zu aktuellen Geschehnissen. Zusätzlich spart der Einsatz von einzelnen mit Mobiltelefon ausgerüsteten Journalisten Geld für ein komplettes Außenteam samt Kamera, Mikrofon und Reporter. Ein Journalist vereint diese Rolle. Zwar kommen Aufnahmen, Bilder und Videos in der Qualität nicht an eine professionelle Ausrüstung heran, aber liefern bei aktuellen Ereignissen Material. Im Netz sind Aufnahmen mit einer hochwertigen Handykamera ausreichend.

Crossmedial mit dem Smartphone

Mobile Reporting mit dem Smartphone ist ideal für den Crossmedia Journalismus. Crossmedia ist ausgerichtet auf diverse Medien, die mit einer unterschiedlichen Präsentation ähnlicher Inhalte verschiedene Zielgruppen ansprechen. Ein Zeitungsartikel bietet mehr Raum als ein Beitrag über Social Media oder andere Plattformen, um Informationen aufzubereiten. Mit einem Handy lassen sich verschiedene Beitragsformen, ein Printartikel, ein Fernsehbericht oder ein Beitrag für diverse Plattformen im Netz vorbereiten. Die gestalterischen Möglichkeiten sind freier und mit nur einem Gerät realisierbar. Bei Onlinemedien und sozialen Netzwerken stehen an erster Stelle das Video und das Bild. Ein mit dem Smartphone aufgenommenes Video lässt sich mit der passenden App schneiden, bearbeiten und direkt hochladen. Know-how bei der Kameraführung und der Anwendung von Bearbeitungs- und Schnittprogrammen verbessert das Ergebnis. Mit dem Smartphone lassen sich in wenigen Minuten unterschiedliche Kanäle bedienen und gerade bei den sozialen Netzwerken ist aktueller Content für die Nutzer entscheidend. Dazu braucht es keinen Desktop, zumal Momentaufnahmen fernab des Arbeitsplatzes in der Redaktion und im Büro für mehr Kreativität und neue Perspektiven sorgen. Für Journalisten bietet die Interaktion über Onlinemedien per Handy einen weiteren Vorteil: schnelles Feedback und die Einbindung von Interessen der Leser, Zuschauer und Hörer. Ein Onlineartikel, ein Tweet oder ein Post sind leichter und flexibler zu teilen als eine Zeitung oder ein Fernsehbericht. Das erhöht die Reichweite von journalistischen Beiträgen.

Welches Zubehör beim Mobile Reporting?

Für professionelle journalistische Beiträge mit dem Smartphone braucht es mehr als nur das Mobiltelefon. Beim Handy und dem jeweiligen Hersteller und Betriebssystem beginnt die erste Auswahl. Denn von diesen hängt die Kompatibilität der Apps ab. Eine häufige Frage ist zum Beispiel, ob Apps für iOS oder Android besser sind. Ob iPhone, Samsung oder andere Modelle ist aufgrund der vielfältigen zur Verfügung stehenden Apps mittlerweile eine Frage der persönlichen Vorlieben und Kenntnisse. Jedes Jahr bietet der Markt neue, verbesserte Anwendungen für die Produktion, den Schnitt oder die Aufnahme. Wichtige Voraussetzungen sind die Kamera und der Speicher des Handys. Mobile Reporting ist mit jedem neueren Modell möglich. Mittlerweile gibt es für die diversen Betriebssysteme passende Programme zur Fotobearbeitung, für den Schnitt von Videos und Aufnahmen. Welche App die richtige ist, ergibt sich in der Anwendung.

Abgesehen von der Basis beim Mobile Reporting lässt sich die Ausrüstung um Geräte wie Mikrofon, Selfie-Stick oder Stativ individuell ergänzen und verbessern. Ein leerer Akku reduziert die Möglichkeit, während einer perfekten Situation ein Bild oder ein Video aufzunehmen. Daher gehören tragbare Zusatzakkus, sogenannte Powerbanks, zur Grundausrüstung. Der Speicher lässt sich durch externe Speicherkarten erweitern. Weiteres Equipment ist abhängig von der bevorzugten Berichtsform. Für die Aufnahme von Filmen, Interviews und Videos bieten ein Stativ oder Stabilisatoren einen Vorteil. Ist der Ton wichtig, ergänzt ein Mikrofon die Leistung des im Handy eingebauten. Die Qualität der Mikros ist bei den wenigsten Handys für einen klaren Ton ausreichend. Bei einer Vielzahl an Zusatzgeräten ist wiederum eine Tasche notwendig, in der alles einen festen Platz hat.

Mobile Reporting mit dem Smartphone ist flexibel. Aber Planung und journalistische Grundregeln unterstützen dabei, wichtige Momente einzufangen. Bei Audio- oder Videoaufnahmen ist ein Skript, ein Entwurf mit Zielsetzung, hilfreich. Technische Expertise zum korrekten Einsatz von Mikrofon und Kamera oder der jeweiligen App erleichtert die Arbeit. Ein Seminar oder eine Weiterbildung zum Mobile Reporting auf einer Akademie für Journalisten ist für Einsteiger hilfreich.

Mobile Reporting als Form des Journalismus

Mobile Reporting ist eine Variante des Journalismus. Mit dem Mobiltelefon lassen sich Vor-Ort-Berichte veröffentlichen und spontane Ideen leichter journalistisch umsetzen. Zugleich eröffnet das Smartphone mit seinen Möglichkeiten, Laien und Unternehmen den Weg, ihre Erfahrungen, Informationen und Wahrnehmungen zu publizieren. Das erfordert von Journalisten umso mehr Präzision bei ihren Berichten. Abgesehen vom klassischen journalistischen Handwerkszeug wie der Recherche oder den Richtlinien zur Berichterstattung, gilt auch beim Mobile Reporting ein Konzept festzulegen. Wer von Anfang an berücksichtigt, für welche Medien und welches Publikum ein Beitrag gedacht ist, achtet mehr auf die Details. Dazu gehören ebenso rechtliche Leitlinien für einen seriösen Journalismus. Die Qualität hängt nicht nur vom Handy ab. Eine einwandfreie Aufnahme resultiert aus Wissen im Bereich Produktion, Bildgestaltung, Perspektive oder Schnitt und dem technischen Verständnis der genutzten Apps. In diesen Bereichen helfen Weiterbildung, ein Seminar und Übungen weiter. Eine Herausforderung des Mobile Reportings mit dem Smartphone ist das Beherrschen der Technik und das Berücksichtigen der Aufbereitung des Materials je nach Medium. Im crossmedialen Journalismus ist Mobile Reporting eine wichtige Komponente. Im Fachjournalismus bietet diese Variante eine Ergänzung zu den üblichen Methoden. Der journalistischen Arbeit mit dem Handy sind technische und fachliche Grenzen gesetzt. Ein ausgebildetes Kamera- oder Aufnahmeteam lässt sich nicht immer und überall nur durch ein Smartphone mit Kamera und Mikro ersetzen. Die Qualität der Aufnahmen hängt von zusätzlicher Ausrüstung ab. Mikro, Stativ und Programme zur Bearbeitung haben ihren Preis. Dementsprechend eignet sich der journalistische Einsatz von Handys als Ergänzung zu anderen Formen und vor allem für die Berichterstattung vor Ort