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Videoschnittprogramme für Smartphones – für den mobilen Videojournalisten

In Zeiten von Live-Streams ist der Druck, rasch mit hochwertigem Video-Content die Rezipienten auch abseits davon zu erreichen, ein besonders hoher. Schon die Übermittlung der Daten von einem als Videokamera genutzten Smartphone auf einen Laptop mit einem guten Videoschnittprogramm kann die entscheidenden Minuten oder oftmals nur Sekunden kosten, um als einer der Ersten eine Nachricht zu präsentieren. Wenn schnelles Bereitstellen von gut geschnittenen, vertonten und mit Effekten versehenen Videos zum Standard wird, muss die Technik mithalten. Daher gibt es immer mehr Anbieter von Videoschnitt-Software auch für Smartphones.

Aktuell gibt es verschiedene Applikationen, die sowohl kostenlos wie auch entgeltlich Videoschnittfunktionen anbieten. Damit kann man sowohl für TV-Anstalten, YouTube oder auch für die Nutzung via Instagram oder anderer sozialer Netzwerke Clips schneiden und weiterbearbeiten.

Was sollten Videoschnitt-Apps grundsätzlich können?

Mit guter Kameraführung, der Beachtung von Bildregeln wie dem goldenen Schnitt und anderen aufnahmetechnischen Gepflogenheiten beginnt der Weg zum hochwertigen Video erst. Viele Journalisten werden gezielt daraufhin geschult, mit ihrem Handy und vielleicht einem passenden Stativ Videos zu machen. Dabei geht es nicht nur darum, den entsprechenden Interviewpartner oder das allgemeine Geschehen vortrefflich vor die Linse zu bekommen, sondern zum Beispiel auch sogenannte Schnittbilder für einen Sendebeitrag einzufangen.

Ist dies alles im mobilen Kasten, beginnt nach der journalistisch-investigativen Aufgabe die technische mit der Nachbearbeitung. Eine gute und praktikable Videoschnitt-App sollte allerdings einige grundlegende Features mitbringen. Auf den ersten Blick sollte eine App das Zurechtschneiden von Video- und Tonspuren mithilfe einer gut erkennbaren Zeitleiste ermöglichen. Über diese Zeitleiste sollten zusätzliche Videospuren gelegt werden können – ebenso wie Tonspuren. Das Ein- und Ausfaden von Übergängen sollte immer ein festes Element in diesen Apps sein. Das Verfassen und Einfügen von Untertiteln, speziell bei fremdsprachigen Interviewpartnern, ist ein wichtiges Detail, dass keiner probaten Schnitt-App fehlen sollte. Das direkte Senden des geschnittenen Beitrags an den Auftraggeber sollte mittels der App auch möglich sein. Die Entscheidung, ob dies per Nachricht, E-Mail, WhatsApp oder über einen Cloud-Dienst vonstattengeht, sollte der Nutzer selbst treffen können. Dafür ist in der Regel auch die Datenkompression für verschiedene Übertragungswege sinnvoll. Über die Cloud können meist größere Mengen Videodaten verschickt werden, als dies per E-Mail möglich ist.

Eine wichtige technische Eigenschaft für Videoschnitt-Apps ist die Fähigkeit des nichtlinearen Videoschnitts. Kurz gesagt bedeutet das, dass, fügt man eine Szene in eine Timeline ein, sich alles nachfolgende automatisch zusammen verschiebt. So kann es nicht zu Cut-Fehlern im Bild oder im Ton kommen.

Wichtig für Journalisten bei mobilen Schnittprogrammen ist auch die Möglichkeit, durch Vertonung eine Off-Stimme über das Videomaterial zu legen. Man sollte als „rasender Reporter“ auf dieses Detail bei Videoschnitt-Apps achten. Ein gutes und sauberes integriertes Mikro ist also Pflicht.

Welche Vorteile haben Videoschnittprogramme für Smartphones für Journalisten?

Speziell für freie (Video-)Journalisten bietet das Smartphone mittlerweile an, alles darüber machen zu können und keine weiteren teuren Zusatzgeräte wie Computer, Kameras oder Diktiergeräte zu benötigen. Auf den kleinen „Alleskönnern“ schreibt man Artikel ebenso einfach wie man heutzutage Videos schneidet.

Somit kann man sagen, dass die Videoschnittprogramme auf Smartphones nicht nur Geld und Zeit sparen, als Journalist gewinnt man dadurch ein großes Quantum an Unabhängigkeit.

Videoschnittprogramme für Android

FilmoraGo

Die App FilmoraGo eignet sich für Journalisten, die Ihre Videos einfach und schnell bearbeiten wollen. Die Auswahl an Filtern ist groß. Die Handhabe der App ist denkbar einfach. Zuerst wählt man die gewünschten Foto- oder Videodaten aus der eigenen Galerie oder sogar aus Facebook und Instagram aus. Anschließend unterlegt man das Ganze mit Musik und bearbeitet die Bilder mit den gewünschten Filtern. Abschließend veröffentlicht man über Social-Media oder versendet per E-Mail. Ein Nachteil von FilmoraGo ist, dass das Trimmen von Videos etwas umständlich funktioniert. Trimmen bedeutet, dass man mit einem entsprechenden Werkzeug unnötige Pausen oder Versprecher ausschneiden kann.

Magisto

Mit Magisto ist Videogestaltung dank vieler automatischer Features recht einfach, dafür muss man als Journalist diese Automatismen damit bezahlen, dass man vieles beim Video nicht selbst bearbeiten kann. Man kann die Videos und Bilder zwar selbst auswählen, aber bei der Musik legt man maximal den Stil fest. Ein weiterer Negativpunkt bei Magisto ist, dass man für das Exportieren von Videos die Bezahlvariante der App benötigt.

Vlogit

Einfacher und gleichzeitig effektiver mobiler Videoschnitt, auch für Journalisten, bietet zum Beispiel die App Vlogit. Damit kann man neben YouTube-Videos oder Vlogs durchaus auch sendefähige Videos erarbeiten. Die App ermöglicht es, Videoclips zu verbinden, die Übergänge stilvoll einzufügen und Elemente wie Texte für Untertitel oder Personenbeschreibungen direkt einzufügen. Ein Pluspunkt ist die integrierte Bibliothek mit lizenzfreier Musik. Handyvideos schneiden mit Vlogit gibt Journalisten die Möglichkeit, die Abspielgeschwindigkeit zu verändern, die Farben anzupassen sowie die Audiospuren einfach zu bearbeiten.

AndroVid

Jede hier vorgestellte App ist einem normalen Schnittprogramm, wie sie auf PCs oder Macs zu finden ist, unterlegen. Allerdings schafft es AndroVid, nahe an die großen Vorbilder heranzukommen. Mit AndroVid kann man Videos am Handy schneiden und trimmen. Das Einfügen von Filtern, Formen, Texten und Übergängen ist einfach, ebenso wie das Integrieren des Gestaltungselements Musik. Mit der App kann man auch Videos als MP3 formatieren. Auch Diashows können damit erstellt werden. Ein Problem mit der kostenlosen App ist, dass sie durch Werbebanner finanziert wird, die teilweise die Bearbeitungsfunktionen überdecken.

InShot Video Editor

Wenn Journalisten sich entweder auf das Publizieren via Instagram spezialisiert haben oder diesen Kanal besonders gut bedienen wollen, können sie die Videoschnitt-App InShot verwenden. Das Schneiden funktioniert über eine Zeitleiste. Hier kann man auch Filter einfügen, Texte tippen sowie die Musik einbinden. Zwar ist der Funktionsumfang für eine auf Instagram ausgelegte App durchaus beachtlich, paradoxerweise kann man allerdings keine Fotos in die Videos einbinden.

PowerDirector

Aus der Anfangszeit des digitalen Videoschnitts ist der PowerDirector der Firma Cyberlink bekannt. Heute hat es das Programm durch eine App auch auf die Handys geschafft. Die Applikation hat wie seine Desktop-Verwandtschaft einen großen Funktionsumfang und sogar moderne 4k-Videobearbeitung. Viele der Funktionen sind aber hinter einer Paywall verborgen. Zur Nutzung ist ein monatliches Abonnement fällig. Dafür werden dann Features wie Green Screen verfügbar. Nicht nur die Paywall schreckt viele Nutzer ab. Auch die große Vielfalt an Möglichkeiten ist speziell für Einsteiger reichlich komplex.

Videoschnittprogramm für iOS

Wie so oft gibt es für Android-Handys eine größere Programmvielfalt als für Apples iPhone. Auf dem iOS gibt es aktuell das Apple iMovie und das Pinnacle Studios HD als Alternativen. Das Apple iMovie ist in der Regel auf vielen iPhones vorinstalliert. Sollte es nicht drauf sein, bietet Apple für alle, die ihr iPhone nach 2013 erworben haben, an, iMovie kostenlos zu installieren. Das Pinnacle Studios HD hingegen ist eine kostenpflichtige App. Diese App gibt es auch in einer Android-Version.

Fazit

Mit dem Handy Videos schneiden liefert in der Regel ein gutes Ergebnis ab. Zwar ist keine der Apps den großen Brüdern auf den Desktop-PCs ebenbürtig, aber das müssen sie auch nicht sein. Für rasende Reporter, die trotz Zeitdruck gute Videobilder in sendbarer Qualität abliefern wollen, bieten die meisten kostenlosen Videoschnitt-Apps sich als Lösung an. Das Video-Schneiden mit dem Handy kann zwar mit Stand Anfang 2020 keinen Ü-Wagen ersetzen, liefert aber speziell für journalistische Freelancer eine probate Möglichkeit, monetär verwertbares Bewegtbildmaterial mit Off-Stimmen und anderen Effekten zu versehen.

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