Junge Menschen und Politik – das passt nicht zusammen? Könnte man meinen. Dass es doch passt, beweist der Erfolg von   „shotty“ des jüngsten Teams der Akademie. 

Vorurteile über die sogenannte „Generation Y“ gibt es viele: politikverdrossen, desinteressiert, ungebildet. Team 21, das sind 18 junge Journalisten der Axel Springer Akademie, möchten das nicht länger hinnehmen. Ihr Ziel im Wahljahr 2017: das Thema Politik sexy machen – für Erstwähler im Alter von 18 bis 22.

„Was hat Politik mit Dir zu tun?“ Diese Frage möchten die Reporter in der Pfingstwoche ihren Usern mit „shotty“ beantworten. Dabei wollen sie informieren und unterhalten – „shotty“ soll kurz sein und direkt wirken – wie ein „Shot“, ein kleiner Schnaps. An den Start geht das Projekt auf WhatsApp – der Anwendung, die 94 Prozent der jungen Menschen hierzulande als die für sie wichtigste auf ihrem Smartphone bezeichnen. Immerhin eine Zielgruppe von 3,29 Millionen Menschen.

 

Visionär und in Szene gesetzt aufd er Springer-Dachterrasse: Team 21 - fixiert auf WhatsApp als neuen Kanal zum Transport journalistischer Inhalte.

Visionär und in Szene gesetzt aufd er Springer-Dachterrasse: Team 21 – fixiert auf WhatsApp als neuen Kanal zum Transport journalistischer Inhalte.

 

Die Macher des Projekts sind überzeugt: Junge Menschen haben Lust auf Politik. Lust auf Nachrichten. Vor allem, wenn es um Themen geht, die sie tatsächlich betreffen. „Was bewegt Euch?“ – diese Frage haben sie ihren Usern gestellt. In Schulen und bei Straßenumfragen haben sie mit jungen Deutschen gesprochen, um herauszufinden, wie die Erstwähler denken und was sie interessiert. Und der Erfolg blieb nicht aus: 300 bis maximal 500 User auf WhatsApp (immerhin muss der user den Machern dafür seine Handynummer geben) waren erwartet worden. Schon am zweiten Tag ging die Nutzer-Zahl allein auf WhatsApp bei der 1.000er-Marke durch die Decke. Und auf Facebook lag die Reichweite schon vom Start weg erwartungsgemäß noch einmal um ein Vielfaches höher.

Los ging es am Pfingstmontag, morgens um 7 Uhr mit der ersten Sprachnachricht auf WhatsApp. Im Laufe des Stages folgen kurze Video-Sequenzen auf WhatsApp Status. Damit ist der User immer nah dran an dem Journalisten: Er begleitet ihn bei seinen Recherchen, er bekommt „Behind the Scenes“-Eindrücke. „Transparenz“ ist eines der Leitworte der „shotty“-Macher. Auf fünf Tage Live-Produktion ist das Projekt angelegt, von Pfingsten, bis Freitag, 9. Juni bereiten die Reporter jeden Tag ein anderes Thema für ihre User auf.

 Fest stand von Anfang an: Inhalte, die die Abonnenten erwarten, sind zum Beispiel die Radikalisierung junger Menschen oder die Gefahren von „Sexting“. Dabei wollen die Reporter informieren und zugleich konstruktive Lösungsvorschläge aufzeigen: Auf welche Gesetze kann ich mich berufen, wenn jemand intime Bilder von mir weiterverschickt? Wer legt fest, dass ich ohne bestimmten Numerus clausus viele Fächer nicht studieren darf?