Die Mediendienste Kress und Meedia über die Journalistenausbildung der Zukunft – auch an der Journalistenschule Axel Springer Akademie. 

Der Newsroom der Axel Springer Akademie

Der Newsroom der Axel Springer Akademie

Als ob sie sich abgesproche hätten: In diesen Tagen beschäftigen sich sowohl Meedia als auch Kress mit der Journalistenausbildung – beide wenig hoffnungsfroh. So sagt Journalistik-Professor Stephan Weichert bei meedia: „Die Lehre hinkt den neuesten Entwicklungen der Digitalisierung häufig hinterher“ und fordert, digitale Ausbildung müsste zur „Speerspitze des journalistischen Innovationsgeschehens“ werden, indem sie Grenzen austesten und mit neuen Plattformen experimentieren.

Prof. Stephan Weichert Quelle: HMS

Prof. Stephan Weichert
Quelle: HMS

Fast gleichzeitig bemängelt Paul-Josef Raue, der langjährige Chefredakteur vieler Zeitungen, Mitbegründer des heutigen „Brand Eins“ und neben Wolf Schneider Co-Autor des „Handbuchs des Journalismus“ bei kress: „In den meisten deutschen Verlagen sieht auch die Ausbildung noch aus wie vor dreißig Jahren.“ Die älteren Journalisten formten die jungen Leute „nach ihrem Bilde: der Nachwuchs soll so arbeiten, wie Journalisten immer schon gearbeitet haben – vielleicht mit ,ein bisschen Online’ als Garnierung.“

Paul-Josef Raue Quelle: Kress

Paul-Josef Raue
Quelle: Kress

Dann formuliert Raue 10 Thesen zur Journalistenausbildung der Zukunft und schreibt am Ende: „Dem Ideal einer Ausbildung kommen die beiden großen Verlags-Schulen vorbildlich nahe, die Henri-Nannen-Schule in Hamburg, von Wolf Schneider geprägt, und die Springer-Akademie in Berlin, von Marc Thomas Spahl, einem Schneider-Schüler, geführt. ,Deutschlands fortschrittlichste Journalistenschule’, wie sich Springer rühmt, verbindet Schule und klassisches Volontariat und sieht sich als Entwicklungs-Labor für den Verlag.“

Raue weiter: „Den Unterschied zur herkömmlichen Ausbildung sieht jeder, wenn er in die Akademie-Etage des Berliner Springer-Hochhauses kommt: Statt Hörsaal und Uni-Atmosphäre ein großer Newsdesk mit moderner Technik; an diesem Desk hat jeder Schüler seinen Arbeitsplatz, hier hört er den Dozenten zu, schreibt und twittert, bearbeitet Fotos und Filme, produziert Blogs. Der Desk ist Hörsaal, Schreibtisch, permanente Konferenz. Eine Journalisten-Werkstatt.“

Dazwischen würden „opulente digitale Projekte“ verwirklicht, so Raue: „Webseiten, die jeden Journalisten neidisch werden lassen. So könnte der Journalismus der Zukunft aussehen: lustvoll und kompetent, neugierig und kritisch, frei und munter.“

Das ist und bleibt unser Anspruch.